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Lärmschwerhörigkeit vorbeugen

Das Ohr vergisst nichts
Lärmschwerhörigkeit vorbeugen

Im Beruf und in der Freizeit sollte die Umgebung möglichst lärmarm sein, denn Lärm macht krank.
Lärm macht krank. Doch er lässt sich verhindern. Foto: ©contrastwerkstatt - stock.adobe.com
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Lärm im Beruf, aber auch in der Freizeit stellt ein erhe­blich­es Gesund­heit­srisiko dar. Umso wichtiger ist es, sein Gehör vor möglichen Schä­den zu schützen. Denn: Vier bis fünf Mil­lio­nen Beschäftigte in Deutsch­land sind gesund­heits­ge­fährden­dem Lärm aus­ge­set­zt und mehr als 6000 Men­schen erlei­den jährlich eine berufs­be­d­ingte Lärmschwerhörigkeit.

Hörschäden und erhöhte Unfallgefahr

 „Dauer­lärm mit ein­er Belas­tung von mehr als 85 Dez­i­bel schädigt die Haarsin­neszellen im Innenohr und kann zu ein­er Lärm­schw­er­hörigkeit führen“, erk­lärt Dr. med. Peter Schiefen, Arbeitsmedi­zin­er bei der Beruf­sgenossen­schaft Han­del und Warendis­tri­b­u­tion (BGHW). Das entspricht in etwa dem Lärm ein­er stark befahre­nen Hauptverkehrsstraße oder eines Ben­zin-Rasen­mähers. Lärm­schw­er­hörigkeit entwick­elt sich meist schle­ichend und anfänglich unbe­merkt. Betrof­fene geben an, sich an Maschi­nen- und Umge­bungslärm bere­its gewöh­nt zu haben. Dies sei jedoch ein fataler Irrglaube, warnt Schiefen, denn das Gehör ist zu diesem Zeit­punkt meist schon geschädigt. Was viele nicht wis­sen: Auch kurzzeit­ige Schall­spitzen, zum Beispiel der Knall ein­er Spielzeug­pis­tole oder eines Luft­bal­lons am Ohr, kön­nen das Gehör irrepara­bel schädi­gen. Zusät­zlich wirkt sich Lärm auf die Psy­che, die Schlafqual­ität und das Herz-Kreis­lauf­sys­tem aus. Beschäftigte nehmen dann Sig­nale und Warngeräusche bei der Arbeit schlechter wahr, und das erhöht wiederum die Unfallgefahr. 

Lärmschutz ist möglich, Lärmschutz ist nötig

Die gute Nachricht: Lärm ist oft­mals ver­mei­d­bar oder kann wirkungsvoll reduziert wer­den. So wollen es die Lärm- und Vibra­tions-Arbeitss­chutzverord­nung sowie die Arbeitsstät­ten­verord­nung. Arbeit­ge­ber und Beschäftigte kön­nen einiges tun, um sich zu schützen. Dazu erhal­ten sie Hil­festel­lung von der BGHW und den anderen Unfal­lver­sicherungsträgern. Die Band­bre­ite reicht hier von Print­me­di­en über die Beratung vor Ort bis zu Schu­lun­gen. In den Betrieben müssen grund­sät­zlich alle Gefährdun­gen für die Beschäftigten erfasst und beurteilt wer­den. Beim Lärm wird anhand des so genan­nten Tages-Lärm­ex­po­si­tion­spegels beurteilt. Bei Erre­ichen oder Über­schre­it­en bes­timmter Werte heißt es han­deln.

Tech­nis­che Maß­nah­men umfassen zum Beispiel den Ein­satz lär­marmer Arbeits­geräte oder die Min­derung der Schal­lüber­tra­gung, zum Beispiel durch Kapselung von laut­en Maschi­nen. Hil­fre­ich sind auch spezielle Wand- und Deck­en­ma­te­ri­alen oder Akustik­bilder für das Büro, weil sie den Schall „schluck­en“. Darüber hin­aus gilt es, Lärm­bere­iche zu kennze­ich­nen, arbeitsmedi­zinis­che Vor­sorge anzu­bi­eten und Beschäftigte durch Unter­weisung auf Gesund­heits­ge­fahren aufmerk­sam zu machen. 

Für die Beurteilung der Wirkung von Lärm wird der Schallpegel mit der Mess­größe dB (A) erfasst. Diese „A“-Bewertung berück­sichtigt die Empfind­lichkeit des men­schlichen Gehörs, die für tiefe Fre­quen­zen anders ist als für hohe Fre­quen­zen. Ab einem Tages-Lärm­ex­po­si­tion­spegel von 80 dB (A) muss der Arbeit­ge­ber unter anderem auch Gehörschutz zur Ver­fü­gung stellen, zum Beispiel in Form von Gehörschutzkapseln, ‑stöpseln oder indi­vidu­ell ange­fer­tigten Otoplastiken. 

Gehörschutz kon­se­quent tragen

Die BGHW unter­hält einen messtech­nis­chen Dienst, der die Betriebe beim Erheben der Lärm­be­las­tung unter­stützt und zur Lär­m­min­derung berät, beispiel­sweise auch zur Auswahl von geeignetem Gehörschutz. „Dieser Gehörschutz muss richtig passen und regelmäßig getra­gen wer­den, damit er wirk­sam schützt“, rät Schiefen. 

Nicht zulet­zt sollen jed­er auch in der Freizeit seine Lärm­be­las­tung im Auge behal­ten und bewusst die Ruhe suchen. Wenn es zu laut wird, etwa beim Heck­eschnei­den oder Rasen­mähen, sollte auch zu Hause Gehörschutz zum Ein­satz kommen. 

 

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