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Arbeiten in der digitalen Zukunft

Mögli­che Sicherheits‐ und Gesund­heits­ri­si­ken

In vier Szenarien wird untersucht, wie sich die Digitalisierung auswirken kann. (Foto: © denisismagilov – stock.adobe.com)
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Die EU‐OSHA veröf­fent­licht in einem neuen Bericht die Ergeb­nisse eines bedeu­ten­den zwei­jäh­ri­gen Projekts, um die Auswir­kun­gen der Digi­ta­li­sie­rung auf die Sicher­heit und Gesund­heit am Arbeits­platz in der EU zu prognos­ti­zie­ren.

Trends deuten darauf hin, dass bis 2025 Informations‐ und Kommu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien (IKT) die Geräte, Tools und Systeme verän­dert haben werden, die zur Orga­ni­sa­tion, zur Verwal­tung und zur Bereit­stel­lung von Produk­ten, Dienst­leis­tun­gen und Wissen verwen­det werden. Im Bericht – Prognose neuer und aufkom­men­der Risi­ken im Bereich Sicher­heit und Gesund­heits­schutz bei der Arbeit im Zusam­men­hang mit der Digi­ta­li­sie­rung bis 2025 – werden die poten­zi­el­len Auswir­kun­gen der Digi­ta­li­sie­rung unter­sucht: kolla­bo­ra­tive Robo­tik, künst­li­che Intel­li­genz, das Inter­net der Dinge, auto­nome Fahr­zeuge, die Bionik, die virtu­elle und erwei­terte Reali­tät, trag­bare Tech­no­lo­gie, Big Data, 3D‐ und 4D‐Druck sowie Online‐Plattformen.

Zu diesem Zweck werden vier Szena­rien des Arbeits­le­bens im Jahr 2025 erstellt, die gesell­schaft­li­che, tech­no­lo­gi­sche, wirt­schaft­li­che, ökolo­gi­sche und poli­ti­sche Kontexte berück­sich­ti­gen. Im Rahmen dieser Szena­rien werden poten­zi­elle Unter­schiede bei den Einstel­lun­gen von Regie­run­gen und der Öffent­lich­keit gegen­über den digi­ta­len Entwick­lun­gen beleuch­tet. Es wird außer­dem das wirt­schaft­li­che Wachs­tum und die Anwen­dung neuer Tech­no­lo­gien in den nächs­ten Jahren unter­sucht. Es wird eine Reihe poten­zi­el­ler Auswir­kun­gen von Entwick­lun­gen im Bereich der digi­ta­len Tech­no­lo­gien auf die Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit erforscht, um eine infor­mierte Debatte darüber anzu­re­gen, wie eine robuste Planung und Poli­tik­ge­stal­tung die Zukunft von Sicher­heit und Gesund­heits­schutz am Arbeits­platz in einer digi­ta­len Welt beein­flus­sen könn­ten. Die Szena­rien (Evolu­tion, Trans­for­ma­tion, Exploi­ta­tion und Frag­men­tie­rung) umfas­sen Fach­in­for­ma­tio­nen, die im Rahmen von Lite­ra­tur­re­cher­chen, Tele­fon­in­ter­views, Online‐Umfragen und Work­shops gesam­melt wurden.

Beim Szena­rio „Evolu­tion“ beispiels­weise wird ange­nom­men, dass die Geschwin­dig­keit des Wirt­schafts­wachs­tums und die Anwen­dung neuer Tech­no­lo­gien lang­sam sein werden und die Regie­rung einen star­ken Fokus auf die Arbeit­neh­mer­rechte, das soziale Wohl­erge­hen, die Gesund­heit und die Bildung legen wird. Bei diesem Szena­rio dürf­ten die Risi­ken, was die Sicher­heit und Gesund­heit am Arbeits­platz anbe­langt, und ihre Präven­tion besser bekannt sein als bei ande­ren Szena­rien, da neue Tech­no­lo­gien nur lang­sam ange­nom­men werden. Mögli­cher­weise werden einige dieser Tech­no­lo­gien aufgrund der einge­schränk­ten finan­zi­el­len Ressour­cen von Unter­neh­men jedoch nicht gut verwal­tet.

Die Heraus­for­de­run­gen und Chan­cen für die Sicher­heit und Gesund­heit am Arbeits­platz werden bei jedem Szena­rio einzeln unter­sucht; dabei werden auch Probleme fest­ge­stellt, die allen vier Szena­rien gemein­sam sind. Es werden einige posi­tive Ergeb­nisse prognos­ti­ziert, zum Beispiel, dass Menschen dank der Roboter‐ und Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik wahr­schein­lich weni­ger häufig in tradi­tio­nel­len Gefah­ren­be­rei­chen arbei­ten werden.

Psycho­so­ziale und orga­ni­sa­to­ri­sche Fakto­ren werden voraus­sicht­lich jedoch an Bedeu­tung gewin­nen, da das digi­ta­li­sierte Arbei­ten Ände­run­gen herbei­führt, wie etwa eine verstärkte Über­wa­chung von Arbeits­kräf­ten, die Annahme einer Rund‐um‐die‐Uhr‐Verfügbarkeit, häufi­gere Arbeits­platz­wech­sel und die Verwal­tung von Arbeit und Arbeits­kräf­ten durch Algo­rith­men. All dies kann die Belas­tung der Arbeits­kräfte erhö­hen. Höhere ergo­no­mi­sche Risi­ken, verur­sacht durch Mensch‐Maschinen‐Schnittstellen und zuneh­men­des online­ba­sier­tes bezie­hungs­weise mobi­les Arbei­ten, sowie höhere Cyber­si­cher­heits­ri­si­ken werden eben­falls als mögli­che Ergeb­nisse der zuneh­men­den Digi­ta­li­sie­rung am Arbeits­platz iden­ti­fi­ziert.

Digi­tale Tech­no­lo­gien erleich­tern auch neue Formen, was den Beschäf­ti­gungs­sta­tus anbe­langt, wobei eine zuneh­mende Anzahl von Arbeits­kräf­ten (zu Recht oder Unrecht) als selbst­stän­dig behan­delt wird und daher nicht unter die gelten­den Rechts­vor­schrif­ten über Sicher­heit und Gesund­heits­schutz bei der Arbeit fallen könnte, was eine Heraus­for­de­rung für die bestehen­den Mecha­nis­men zur Verwal­tung und Regu­lie­rung von Sicher­heit und Gesund­heit am Arbeits­platz darstellt.

Zur Bewäl­ti­gung der prognos­ti­zier­ten Heraus­for­de­run­gen werden einige mögli­che Stra­te­gien für Sicher­heit und Gesund­heits­schutz am Arbeits­platz vorge­schla­gen, wie zum Beispiel fort­schritt­li­che arbeits­platz­be­zo­gene Risi­ko­be­wer­tun­gen unter Verwen­dung der beispiel­lo­sen Möglich­kei­ten, die durch digi­tale Tech­no­lo­gien (Weara­bles und Big Data) gebo­ten sind, wobei jedoch auch die neuen Heraus­for­de­run­gen, die diese mit sich brin­gen, berück­sich­tigt werden. Darüber hinaus wird ein proak­ti­ver arbeit­neh­mer­ori­en­tier­ter Ansatz für die Planung und Umset­zung von Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gien sowie ein Rahmen zur Fest­stel­lung von Verpflich­tun­gen und Verant­wort­lich­kei­ten im Bereich Sicher­heit und Gesund­heit am Arbeits­platz im Zusam­men­hang mit neuen Syste­men und neuen Arbeits­mög­lich­kei­ten empfoh­len.

Der voll­stän­dige Progno­se­be­richt zur Digi­ta­li­sie­rung und Sicher­heit und Gesund­heit am Arbeits­platz (eine Zusam­men­fas­sung ist eben­falls verfüg­bar) steht hier

 

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