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EU-Kommission verabschiedet neue Chemikalienstrategie

EU-Kommission
Neue Chemikalienstrategie verabschiedet

Chemikalienstrategie
Innovative Lösungen für sichere und nachhaltige Chemikalien fördern und mehr Schutz für Mensch und Umwelt vor gefährlichen Chemikalien – das sind die Ziele der neuen EU-Chemikalienstrategie. Foto: © kwanchaift - stock.adobe.com
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Um inno­v­a­tive Lösun­gen für sichere und nach­haltige Chemikalien zu fördern und den Schutz von Men­sch und Umwelt vor gefährlichen Chemikalien zu erhöhen, hat die Europäis­che Kom­mis­sion die EU-Chemikalien­strate­gie für Nach­haltigkeit ver­ab­schiedet. Sie soll der erste Schritt in Rich­tung des „Zero-Pollution“-Ziels für eine schad­stoff­freie Umwelt im Rah­men des europäis­chen Grü­nen Deals sein.

Ziel der EU-Chemikalien­strate­gie für Nach­haltigkeit ist, den Schutz der men­schlichen Gesund­heit und der Umwelt vor schädlichen Chemikalien deut­lich zu erhöhen, wobei gefährde­ten Bevölkerungs­grup­pen beson­dere Aufmerk­samkeit zukom­men soll. Zu den wichtig­sten Ini­tia­tiv­en zählen

  • die schrit­tweise Ein­stel­lung der Ver­wen­dung der schädlich­sten Stoffe, darunter endokrine Dis­rup­toren, Chemikalien, die das Immun­sys­tem und die Atemwege beein­trächti­gen, und per­sis­tente Stoffe wie Per- und Poly­flu­o­ralkyl­sub­stanzen (PFAS), sofern sie nicht nach­weis­lich für das All­ge­mein­wohl unverzicht­bar sind;
  • die Min­imierung und möglichst weit­ge­hende Sub­sti­tu­ierung beden­klich­er Stoffe in allen Pro­duk­ten. Vor­rang haben dabei zum einen die Pro­duk­tkat­e­gorien, die gefährdete Bevölkerungs­grup­pen schädi­gen kön­nen, und zum anderen die Pro­duk­tkat­e­gorien mit dem größten Poten­zial für die Kreislaufwirtschaft;
  • die Berück­sich­ti­gung des Kom­bi­na­tion­sef­fek­ts von Chemikalien (Cock­tail-Effekt), indem dem Risiko für die men­schliche Gesund­heit und die Umwelt bei täglich­er Expo­si­tion gegenüber ein­er bre­it­en Mis­chung von Chemikalien aus ver­schiede­nen Quellen Rech­nung bess­er Rech­nung getra­gen wird;
  • die Ein­führung von Infor­ma­tion­san­forderun­gen im Rah­men der Ini­tia­tive für eine nach­haltige Pro­duk­t­poli­tik, um den Zugang von Her­stellern und Ver­brauch­ern zu Infor­ma­tio­nen über die enthal­te­nen Chemikalien und die sichere Ver­wen­dung sicherzustellen.

Grüne Wende in der Chemieindustrie

Chemikalien sicher­er und nach­haltiger zu machen, ist sowohl eine andauernde Notwendigkeit als auch eine große wirtschaftliche Chance. Die Strate­gie zielt darauf ab, diese Chance zu nutzen und die grüne Wende der Chemiein­dus­trie und ihrer Wertschöp­fungs­ket­ten einzuläuten. Neue Chemikalien und Mate­ri­alien müssen möglichst inhärent sich­er und nach­haltig sein, von der Her­stel­lung bis zum Ende des Leben­szyk­lus. Dadurch kann den schädlich­sten Auswirkun­gen von Chemikalien vorge­beugt und die Wirkung auf Kli­ma, Ressourcenver­brauch, Ökosys­teme und Bio­di­ver­sität so ger­ing wie möglich gehal­ten werden.

Die EU-Indus­trie soll sich bei der Her­stel­lung und Ver­wen­dung von sicheren und nach­halti­gen Chemikalien zu einem wet­tbe­werb­s­fähi­gen, weltweit­en Spitzen­re­it­er entwick­eln. Die in der Strate­gie angekündigten Maß­nah­men fördern indus­trielle Inno­va­tio­nen, damit die entsprechen­den Chemikalien auf dem EU-Markt zur Norm und weltweit zur Ver­gle­ichs­größe wer­den. Erre­icht wird dies im Wesentlichen durch

  • die Entwick­lung von Kri­te­rien für inhärent sichere und nach­haltige Stoffe und die Sicherung von finanzieller Unter­stützung für die Ver­mark­tung und Ver­bre­itung solch­er Chemikalien;
  • die Sich­er­stel­lung der Entwick­lung und Ver­bre­itung inhärent sicher­er und nach­haltiger Stoffe, Mate­ri­alien und Pro­duk­te durch EU-Finanzierungs- und Investi­tion­sin­stru­mente sowie öffentlich-pri­vate Partnerschaften;
  • eine erhe­bliche Inten­sivierung der Durch­set­zung von EU-Vorschriften an den Gren­zen und im Binnenmarkt;
  • die Erstel­lung ein­er EU-Forschungs- und Inno­va­tion­a­gen­da für Chemikalien, um die Wis­senslück­en über die Wirkung von Chemikalien zu schließen, Inno­va­tio­nen zu fördern und nach und nach auf Tierver­suche zu verzichten;
  • eine Vere­in­fachung und Kon­so­li­dierung des EU-Recht­srah­mens wie z. B. durch Ein­führung eines Ver­fahrens nach dem Prinzip „Ein Stoff, eine Bew­er­tung“, die Stärkung des Grund­satzes „Keine Dat­en, kein Markt“ und gezielte Änderun­gen der REACH-Verord­nung und der Sektorvorschriften.

Weit­ere Details zur Chemikalien­strate­gie (auf Englisch) hier

Fact­sheet und Fra­gen und Antworten zur Chemikalien­strate­gie für Nachhaltigkeit 

Näheres zum europäis­chen Grü­nen Deal hier

https://ec.europa.eu

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