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Nur geimpft in den Garten

Gefahr Wundstarrkrampf
Nur geimpft in den Garten

Die für Wundstarrkrampf verantwortlichen Bakterien überleben jahrzentelang in der Erde. Foto: lithiumphoto-Fotolia.com
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Früh­lings­ge­fühle allent­hal­ben: Erste wärmende Sonnen­strah­len locken nach drau­ßen, Spazie­ren­ge­hen und Radfah­ren wecken die Lebens­geis­ter. Früh­lings­blü­her wie Krokusse drän­gen ans Licht und alle Garten­freunde können es kaum erwar­ten, loszu­le­gen mit Graben, Hacken und Pflan­zen. Eines ist dabei beden­kens­wert: Wann haben Sie zuletzt in den Impf­aus­weis geschaut? Wetten, es ist Jahre her!

Das Insti­tut für Demo­sko­pie in Allens­bach hat nach­ge­fragt und fand heraus: Nur 47 Prozent der Bevöl­ke­rung achtet auf die regel­mä­ßi­gen Tetanus-Auffrischimpfungen, und gar nur jeder Fünfte auf die Diphtherie-Impfung. Dabei ist es beson­ders für Garten­freaks ratsam, immer ausrei­chend gegen Teta­nus – den Wund­starr­krampf – geimpft zu sein. Alle zehn Jahre ist dieses „Update“ in Sachen Impf­schutz notwen­dig, und zweck­mä­ßi­ger­weise gleich in einer Kombi­na­ti­ons­imp­fung mit Diph­the­rie und Keuch­hus­ten.

Aber zurück zum Wund­starr­krampf. Die dafür verant­wort­li­chen Bakte­rien, Clos­tri­dium tetani, sind Über­le­bens­künst­ler und über­ste­hen sogar widrige Bedin­gun­gen jahr­zehn­te­lang. Dazu wandeln sie sich vom akti­ven Keim in die Sporen­form um und über­le­ben problem­los in Erde, Staub oder in Tier­kot. Auch an Pflan­zen haften die Sporen, und so kann schon ein klei­ner Dornen­stich fatale Folgen haben. Und wer kommt schon unver­letzt aus dem Garten, kleine Schrun­den und Krat­zer holt man sich immer. Tiefe Wunden, an die kaum Luft kommt, sind der ideale Nähr­bo­den für die Keime. Wenn Teta­nus­s­po­ren in Wunden gelan­gen, wandeln sie sich zurück in die aktive Form, die Bakte­rien vermeh­ren sich und geben Gift­stoffe ins Gewebe ab. Diese Toxine gelan­gen entlang der Nerven­bah­nen bis ins Rücken­mark. Sie stören massiv bestimmte Vorgänge in der „Daten­über­tra­gung“ zwischen Nerven­zel­len und so gerät die Musku­la­tur unter außer­ge­wöhn­li­che Span­nung. Schmerz­haf­teste Krämpfe, oft ausge­löst durch opti­sche und akus­ti­sche Reize, sind die Folge. Atem­pro­bleme kommen hinzu, der Pati­ent ist während­des­sen bei vollem Bewusst­sein.
Eine inten­siv­me­di­zi­ni­sche Thera­pie ist unum­gäng­lich, aber dennoch ster­ben bis zu 20 Prozent der Pati­en­ten. Die vergleichs­weise leich­tere Form tritt auf, wenn nur eine Teilim­mu­ni­tät vorhan­den ist, zum Beispiel wenn die Auffri­schimp­fung über­fäl­lig ist. Dann treten die Krämpfe mögli­cher­weise „nur“ an der Stelle auf, wo die Keime über eine Wunde in den Körper gelangt sind.
Die Stän­dige Impf­kom­mis­sion (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung ausnahms­los jedem in regel­mä­ßi­gen Abstän­den, damit man auch bei vermeint­lich harm­lo­sen Wunden keine bösen Über­ra­schun­gen erlebt. Zum Nach­le­sen gibt es die Impf­emp­feh­lun­gen der STIKO unter www.stiko.de
Auf der Webseite des Deut­schen Grünen Kreu­zes e.V. (www.dgk.de) sind gut verständ­li­che Infor­ma­tio­nen zum Impf­schutz zu finden. Wer sich persön­lich bera­ten lassen möchte, kann dies in der tele­fo­ni­schen Impf­sprech­stunde tun, die jeden Diens­tag von 10 bis 12 Uhr geschal­tet ist (Tel. 06421 / 293 –188).
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