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Kein bisschen angestaubt: Sicherheitsbeauftragte seit 100 Jahren

Rundes Jubi­läum für wich­tige Akteure im Arbeits­schutz

Sicherheitsunterweisung mit Humor, dafür steht dieses historische Plakat von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen aus dem 20. Jahrhundert. Foto: DGUV
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Seit einhun­dert Jahren gibt es in deut­schen Betrie­ben die „Sicher­heits­be­auf­trag­ten“, die sich um Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit kümmern. Am 20. Okto­ber 1919 beschloss der Verband der Deut­schen Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten, in allen größe­ren Betrie­ben dieses neue Ehren­amt einzu­füh­ren – damals hieß es noch Unfall­ver­trau­ens­mann. Hinter­grund dieser Neue­rung war die hohe Zahl der Arbeits­un­fälle in jener Zeit. Das Jahr 1917 brachte einen trau­ri­gen Rekord: 7.904 tödli­che Arbeits­un­fälle wurden aus deut­schen Betrie­ben gemel­det – so viele wie nie zuvor und danach. Wie konnte die Unfall­ge­fahr gemin­dert werden? Die bereits best­se­hen­den Kontrol­len reich­ten offen­bar nicht aus.

Wahl einer Vertrau­ens­per­son

Die Beschäf­tig­ten eines Betrie­bes soll­ten deshalb eine „Vertrau­ens­per­son“ wählen, die „sich von dem Vorhan­den­sein und der ordnungs­ge­mä­ßen Benut­zung der vorge­schrie­be­nen Schutz­vor­rich­tung fort­lau­fend zu über­zeu­gen, vorge­fun­dene Mängel dem Betriebs­lei­ter zu melden, aufgrund ihrer Erfah­run­gen und Beob­ach­tun­gen selbst Vorschläge zur Verbes­se­rung der Schutz­vor­rich­tun­gen zu machen, auch das Inter­esse ihrer Arbeits­ge­nos­sen für den Unfall­schutz zu wecken, sowie den mit der Über­wa­chung betrau­ten staat­li­chen oder berufs­ge­nos­sen­schaft­li­chen Aufsichts­be­am­ten bei Betriebs­be­sich­ti­gun­gen zu beglei­ten“ (*) habe.

670.000 Sicher­heits­be­auf­tragte

Diese „Vertrau­ens­per­son“, die im Betrieb Ansprech­part­ner ist für alle Fragen von Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit, gibt es bis heute. Hat ein Unter­neh­men mehr als 20 Beschäf­tigte, sind Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer dazu verpflich­tet, Sicher­heits­be­auf­tragte zu bestel­len. „Aktu­ell leis­ten 670.000 Sicher­heits­be­auf­tragte ihren Beitrag zum Arbeits­schutz in Deutsch­land“, sagt Dr. Stefan Hussy, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (DGUV): „Sie veran­kern Sicher­heit und Gesund­heit im Betrieb und sind Seis­mo­gra­phen für Probleme oder akut auftre­tende Gefähr­dun­gen. Das macht ihre Arbeit so wert­voll für den Arbeits­schutz. Wir freuen uns deshalb, dass so viele Sicher­heits­be­auf­tragte an unse­ren Fort­bil­dun­gen teil­neh­men.“

Erwei­ter­tes Aufga­ben­spek­trum

Das Aufga­ben­spek­trum der Sicher­heits­be­auf­trag­ten hat sich in den letz­ten 100 Jahren aller­dings stark gewan­delt – so wie die Arbeits­welt selbst. Stand im Jahr 1919 noch die prak­ti­sche Unfall­ver­hü­tung im Mittel­punkt, gewin­nen heute Fragen von Gesund­heits­schutz und der Verhü­tung von arbeits­be­ding­ten Gesund­heits­ge­fah­ren an Bedeu­tung. Neben der fach­li­chen Quali­fi­ka­tion werden metho­di­sche und soziale Kompe­ten­zen immer wich­ti­ger. Aus dem Sicher­heits­be­auf­trag­ten ist ein Beauf­trag­ter oder eine Beauf­tragte für Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit gewor­den.

Bis heute unver­zicht­bar

Geblie­ben ist bei allem Wandel die beson­dere Quali­tät dieses Amtes: Die Sicher­heits­be­auf­trag­ten sind ansprech­bar für Kolle­gin­nen und Kolle­gen, sie können unmit­tel­bar auf Mängel hinwei­sen und ihre Ideen für mögli­che Verbes­se­run­gen einbrin­gen. Für Sicher­heit und Gesund­heit im Betrieb sind sie – auch heute – unver­zicht­bar.

(*) Nieder­schrift über die Sitzung des Geschäfts­füh­ren­den Ausschus­ses des Verban­des der Deut­schen Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten am 20. Okto­ber 1919. In: Die Berufs­ge­nos­sen­schaft. Zeit­schrift für die Reichs-Unfallversicherung, Ausgabe 1/1920, S. 5

www.dguv.de

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