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Gefährdungen beim innerbetrieblichen Transport reduzieren

Gefährdungen reduzieren
Sicher beim inner­be­trieb­li­chen Trans­port

Grundsätzlich sollte immer geprüft werden, ob ein Transport durch technische oder organisatorische Maßnahmen vermieden werden kann. (Foto: © industrieblick – stock.adobe.com)
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Fast ein Drit­tel aller melde­pflich­ti­gen Arbeits­un­fälle im Betrieb ereig­net sich beim inner­be­trieb­li­chen Trans­port. Im Jahr 2017 waren das fast 222.000 Unfälle. Wo die Gefähr­dun­gen lauern und wie sie redu­ziert werden können, erklärt Ingolf Teich, Aufsichts­per­son der Berufs­ge­nos­sen­schaft Holz und Metall (BGHM).

Beim inner­be­trieb­li­chen Trans­port soll­ten moderne Förder­mit­tel und Hebe­tech­nik einge­setzt werden, um das Trans­port­gut sicher und mit so wenig körper­li­cher Belas­tung wie möglich zu bewe­gen. Weitere Voraus­set­zun­gen für einen siche­ren Trans­port sind eine detail­lierte Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung, die Befä­hi­gung und gege­be­nen­falls schrift­li­che Beauf­tra­gung des Bedien­per­so­nals sowie regel­mä­ßig durch­ge­führte wieder­keh­rende Prüfun­gen der Arbeits­mit­tel.

Verkehrs- und Trans­port­wege müssen gemäß der Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung mit den zuge­hö­ri­gen Tech­ni­schen Regeln für Arbeits­stät­ten gestal­tet und gekenn­zeich­net werden.

Gefah­ren­quelle Flur­för­der­mit­tel und Mate­ri­al­trans­port

Viele melde­pflich­tige Arbeits­un­fälle im inner­be­trieb­li­chen Trans­port ereig­nen sich im Zusam­men­hang mit Flur­för­der­mit­teln und Mate­ri­al­trans­port­wa­gen wie Stap­lern, Gabel­hub­wa­gen, Sack­kar­ren und Schub­kar­ren. „Oberste Prio­ri­tät“, so der BGHM-Experte, „ist in solchen Berei­chen ‚sehen und gese­hen werden‘.“

Auch eine quali­ta­tiv gute Fahrer­aus­bil­dung ist Basis für sichere Arbeit: Im DGUV Grund­satz 308–001 „Ausbil­dung und Beauf­tra­gung der Fahrer von Flur­för­d­er­zeu­gen mit Fahrer­sitz und Fahrer­stand“ sind die Rahmen­be­din­gun­gen dafür fest­ge­legt. Unter­neh­men, die sicher­ge­hen wollen, dass ihre Beschäf­tig­ten vorschrifts­mä­ßig ausge­bil­det werden, können einen von der DGUV zerti­fi­zier­ten Ausbil­der beauf­tra­gen.
Auch der Einsatz von Assis­tenz­sys­te­men kann die Unfall­ri­si­ken beim Betrei­ben von Flur­för­d­er­zeu­gen redu­zie­ren. Sie messen Para­me­ter wie Fahr­ge­schwin­dig­keit, Lenk­win­kel oder Hubhöhe; bei Gefahr erfolgt ein akti­ver Steu­er­ein­griff. Anti-Kollisionssysteme erken­nen Objekte in einem defi­nier­ten Sicher­heits­be­reich. Sie warnen den Stap­ler­fah­rer und/oder die Person und/oder brem­sen den Stap­ler ab.

Hand­trans­port erfor­dert sichere, ergo­no­mi­sche Hilfs­mit­tel

Zum Hand­trans­port zählt auch der Einsatz hand­be­trie­be­ner Trans­port­ge­räte. Lässt sich ein solcher Hand­trans­port nicht vermei­den, sollte die Unter­neh­mens­lei­tung als Ergeb­nis der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung Hilfs­mit­tel wie Zangen oder Magnete zur Verfü­gung stel­len, auf ausrei­chend breite Verkehrs­wege achten und diese frei, sauber und rutsch­hem­mend halten. Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tun­gen wie Sicher­heits­schuhe redu­zie­ren das Verlet­zungs­ri­siko zusätz­lich; Einwei­sun­gen und wieder­keh­rende Unter­wei­sun­gen sind ein Muss.

Die Leit­merk­mal­me­tho­den, die auf der Inter­net­seite der Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (BAuA) zu finden sind, helfen dabei, die Belas­tun­gen durch Heben, Tragen, Ziehen und Schie­ben von Lasten objek­tiv einzu­schät­zen. Beschäf­tigte soll­ten dafür sensi­bi­li­siert werden, dass sie Fehl­be­las­tun­gen des Muskel-Skelett-Systems vermei­den.

Gefähr­dun­gen durch Hebe­zeuge

Ein Unfall­schwer­punkt beim Einsatz von Hebe­zeu­gen ist das Schwen­ken, Heben, Senken oder Herab­fal­len von Lasten. Es dürfen nur unter­wie­sene Perso­nen Hebe­zeuge bedie­nen. Inhalt und Dauer der Unter­wei­sung hängen von verschie­de­nen Fakto­ren ab, zum Beispiel von der zu steu­ern­den Kran­art, von den auszu­füh­ren­den Kran- und Anschlag­ar­bei­ten oder von den Vorkennt­nis­sen der Lehr­gangs­teil­neh­men­den. Von der DGUV zerti­fi­zierte Ausbil­der, wie bei den Flur­för­d­er­zeu­gen, gibt es nicht, die BGHM bietet jedoch das Semi­nar „Ausbil­der von Kran­füh­rern“ an.

Kran­füh­rer soll­ten vor Aufnahme des Kran­be­triebs außer­dem immer eine Sicht- und Funk­ti­ons­prü­fung durch­füh­ren, um augen­fäl­lige Mängel zu bemer­ken. Zudem müssen Hebe­zeuge regel­mä­ßig von einer geeig­ne­ten, beauf­trag­ten Person geprüft werden.
Teich berich­tet aus seiner Arbeit: „Bei der Kontrolle von Prüf­pro­to­kol­len fallen uns Aufsichts­per­so­nen immer wieder enorme Quali­täts­un­ter­schiede auf, die letzt­lich zu Lasten der Sicher­heit gehen: Beispiels­weise wird die vorge­se­hene Belas­tungs­probe nicht durch­ge­führt oder die Sicher­heits­ab­stände werden nicht beach­tet. Stel­len wir sicher­heits­tech­ni­sche Mängel fest, müssen diese natür­lich besei­tigt werden.“ Die zustän­dige Aufsichts­per­son der BGHM berät Betriebe im Einzel­fall.

Grund­sätz­lich gilt: Zur Verbes­se­rung der Arbeits­si­cher­heit sollte immer geprüft werden, ob ein Trans­port­vor­gang über­haupt notwen­dig ist oder ob er durch tech­ni­sche oder orga­ni­sa­to­ri­sche Maßnah­men vermie­den werden kann. „Der sicherste und wirt­schaft­lichste Trans­port ist immer noch der, der nicht statt­fin­det“, so der Fach­mann.

Weitere Infor­ma­tio­nen der BGHM:

Fach­in­for­ma­tio­nen „Flur­för­d­er­zeuge“

Fach­in­for­ma­tion „Krane, Hebe­zeuge, Seile, Ketten, Anschlag­mit­tel“

Semi­nare „Inner­be­trieb­li­cher Trans­port und Lage­rung“

Biblio­thek „Krane und Hebe­zeuge“

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