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Änderungen bei der Verwendung von Gerüsten und anderen Arbeitsmitteln (TRBS 2121)

Sicher­heit auf hoch­ge­le­ge­nen Arbeits­plät­zen

Leitern dürfen nur noch bis zu einer Höhe von fünf Metern eingesetzt werden (Foto: © hymer-alu)
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Abstur­zun­fälle haben oft schwer­wie­gende Folgen für die Verun­glück­ten. Damit es erst gar nicht dazu kommt, infor­miert die Berufs­ge­nos­sen­schaft Holz und Metall (BGHM) regel­mä­ßig über das Thema Absturz­ge­fah­ren bei der Arbeit sowie über Neue­run­gen und Ergän­zun­gen der Präven­ti­ons­maß­nah­men. Dazu zählen die in den vergan­ge­nen Mona­ten erschie­ne­nen, neu gefass­ten Teile der Tech­ni­schen Regel für Betriebs­si­cher­heit (TRBS) 2121.

Diese konkre­ti­sie­ren im Rahmen ihres Anwen­dungs­be­reichs die Anfor­de­run­gen der 2015 aktua­li­sier­ten Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nung für die Verwen­dung von Arbeits­mit­teln: Die Tech­ni­sche Regel behan­delt die Gefähr­dung von Beschäf­tig­ten durch Absturz bei der Verwen­dung von Arbeits­mit­teln wie Gerüs­ten, Leitern, Seilen und beson­de­ren Arbeits­mit­teln, die ausnahms­weise zum Heben von Perso­nen einge­setzt werden und weist auf notwen­dige Schutz­maß­nah­men hin. Welche wesent­li­chen Ände­run­gen erge­ben sich durch die erfolgte Anpas­sung für den Einsatz von Arbeits­mit­teln im Zusam­men­hang mit hoch­ge­le­ge­nen Arbeits­plät­zen in der Praxis? Die BGHM gibt einen Über­blick.

Wesent­li­che Ände­run­gen

Bei Maßnah­men gegen Absturz muss gene­rell die Einhal­tung der Rang­folge Absturz­si­che­run­gen vor Auffang­ein­rich­tun­gen vor Persön­li­chen Schutz­maß­nah­men beach­tet werden. Damit wird weiter­hin klar fest­ge­legt, dass auch Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung gegen Absturz nur nach­ran­gig als perso­nen­be­zo­gene Maßnahme zum Einsatz kommen kann. Eine wesent­li­che Ände­rung der TRBS 2121 besteht darin, dass die Möglich­keit, unter bestimm­ten Bedin­gun­gen voll­stän­dig auf eine Siche­rung gegen Absturz verzich­ten zu können, wegge­fal­len ist: Somit muss nun bei Tätig­kei­ten im absturz­ge­fähr­de­ten Bereich immer eine wirk­same Schutz­maß­nahme umge­setzt werden.

Verwen­dung von Gerüs­ten

Beim Auf‐, Um‐ und Abbau von durch­ge­hen­den Gerüst­fluch­ten, wie zum Beispiel bei Fassa­den­ge­rüs­ten, sind in der obers­ten Gerüst­lage ab sofort immer tech­ni­sche Schutz­vor­rich­tun­gen, wie beispiels­weise ein eintei­li­ger Seiten­schutz oder ein Monta­ge­si­che­rungs­ge­län­der, zu instal­lie­ren, sofern die bauli­chen Gege­ben­hei­ten dies zulas­sen. Der Zugang über innen­lie­gende Leitern ist für Gerüst­nut­zer nur noch bis zu einer Höhe von fünf Metern gestat­tet. Bei größe­ren Höhen sind grund­sätz­lich Aufzüge, Trans­port­büh­nen oder Trep­pen­türme einzu­set­zen. Bei beson­de­ren bauli­chen Gege­ben­hei­ten und bei Einfa­mi­li­en­häu­sern sind innen­lie­gende Leitern bis zu einer Höhe von sieben Metern weiter­hin als Zugang zu Arbeits­plät­zen zuläs­sig. Eine weitere Neue­rung ist, dass Arbeit­ge­be­rin­nen und Arbeit­ge­ber vor dem Gebrauch eine Inaugen­sch­ein­nahme durch eine quali­fi­zierte Person zu veran­las­sen haben, um sich von der siche­ren Funk­tion in Abhän­gig­keit der jewei­li­gen Gerüst­nut­zung zu über­zeu­gen

Einsatz von Leitern

Auch für die gene­relle Verwen­dung von Leitern als hoch­ge­le­ge­ner Arbeits­platz gilt: Diese dürfen nur noch bis zu einer Höhe von maxi­mal fünf Metern einge­setzt werden. Arbei­ten auf Leitern sollen einen Zeit­raum von zwei Stun­den je Arbeits­schicht und Person nicht über­schrei­ten. Beschäf­tigte müssen dabei mit beiden Füßen auf einer Stufe oder Platt­form stehen können. Spros­sen­lei­tern sind aufgrund der Absturz­ge­fähr­dung und der höhe­ren ergo­no­mi­schen Belas­tung unge­eig­net und daher grund­sätz­lich nicht mehr zuläs­sig. Neu ist auch hier die Fest­le­gung, dass Leitern vor jeder Verwen­dung durch die Nutze­rin­nen und Nutzer auf offen­sicht­li­che Mängel hin kontrol­liert werden müssen. Entspre­chende Kennt­nisse müssen den Beschäf­tig­ten von Unter­neh­mens­ver­ant­wort­li­chen durch regel­mä­ßige Unter­wei­sun­gen vermit­telt werden. Außer­dem wird auf die aktu­elle Norm für Leitern, DIN EN 131, verwie­sen, die für neue Leitern ab drei Metern Länge eine Stand­ver­brei­te­rung vorsieht.

Zugangs­ver­fah­ren mit Seilen

Zugangs‐ und Posi­tio­nie­rungs­ver­fah­ren unter Zuhil­fe­nahme von Seilen werden beispiels­weise bei der Fassa­den­rei­ni­gung oder der Wartung von Wind­ener­gie­an­la­gen ange­wen­det. Die beauf­trag­ten Aufsichts­füh­ren­den müssen umfas­sende Kennt­nisse zur sicher­heits­ge­rech­ten Orga­ni­sa­tion von Bau‐ und Monta­ge­stel­len nach­wei­sen. Neu ist auch, dass bei der Prüfung der Kompo­nen­ten ab sofort zwischen einer Über­prü­fung vor jeder Verwen­dung durch beauf­tragte Beschäf­tigte, also durch die Verwen­der, und einer regel­mä­ßig wieder­keh­ren­den Prüfung durch eine befä­higte Person unter­schie­den wird.

Verwen­dung von beson­de­ren Arbeits­mit­teln

Auch hinsicht­lich der Verwen­dung von Arbeits­mit­teln, die entge­gen ihrer bestim­mungs­ge­mä­ßen Nutzung ausnahms­weise zum Heben von Perso­nen einge­setzt werden, gibt es Neue­run­gen: Winden oder auf Gabel­z­in­ken aufge­steckte Arbeits­büh­nen an gelän­de­gän­gi­gen Tele­skop­stap­lern und Radla­dern fallen nicht mehr in den Anwen­dungs­be­reich der TRBS 2121. Bei der Verwen­dung einer Arbeits­bühne auf einem Flur­för­der­zeug muss diese geeig­net und kompa­ti­bel mit dem Grund­ge­rät sein. Der Fahrer des Flur­för­der­zeugs mit Arbeits­bühne muss zusätz­lich unter­wie­sen und einge­wie­sen sein. Er muss darüber hinaus schrift­lich beauf­tragt werden. Beim Einsatz eines Kranes muss die Trag­fä­hig­keit an jeder Posi­tion mindes­tens das Drei­fa­che des zuläs­si­gen Gesamt­ge­wichts vom Perso­nen­auf­nah­me­mit­tel betra­gen, andern­falls ist ein sepa­ra­ter Nach­weis zu führen. Weiter­hin hat grund­sätz­lich im am Kran hängen­den Perso­nen­auf­nah­me­mit­tel eine Siche­rung mit PSA gegen Absturz zu erfol­gen.

Die TRBS 2121 zum Down­load unter: www.bghm.de, Webcode 272

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