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Stress bekämpfen – wer weiß wie?

Viel Unkenntnis in den Betrieben
Stress bekämpfen – wer weiß wie?

Was ist Stress auf der Arbeit? Eine UNtersuchung brachte Unwissen in den Betrieben zu Tage.
Eine Befragung in Betrieben brachte auch bei Führungskräften teils erhebliches Unwissen über "Stress" zu Tage. Foto: ©pathdoc - stock.adobe.com
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Was wis­sen denn über­haupt Führungskräfte, Arbeitss­chutzex­perten und Beschäftigte, um Stress in der Arbeit abzubauen? Das war im Rah­men eines BMBF-geförderten Vorhabens die Fragestel­lung eines “Stress-Quizes”. Die Antworten zeigten  viel offen­sichtliche Unken­nt­nis, ger­ade auch bei Führungskräften.

Die Fragestel­lung wurde durch das Insti­tut Arbeit und Qual­i­fika­tion (IAQ) der Uni­ver­sität Duis­burg-Essen (UDE) durchge­führt. Dafür haben die IAQ-Forscherin­nen Dr. Anja Gerl­maier und Lau­ra Geiger ein „Stress-Quiz“ entwick­elt. Damit wurde in ver­schiede­nen Koop­er­a­tionsun­ternehmen aus der Met­all- und Elek­tro-Indus­trie erfasst, was über die Wirkun­gen von psy­chis­ch­er Belas­tung auf die Gesund­heit bzw. die Pro­duk­tiv­ität bekan­nt ist. Wie der aktuelle IAQ-Report zeigt, ist das Wis­sen „bei allen aus­baufähig “, so Pro­jek­tlei­t­erin Dr. Anja Gerl­maier. „Ins­beson­dere Führungskräfte haben ten­den­ziell nur wenig Ahnung von gesun­der Arbeits­gestal­tung“, stellte  Lau­ra Geiger fest.

Wenig bekannt: Risiko für Demenz und Diabetes steigt

Abge­fragt wur­den unter anderem die gesund­heitlichen Fol­gen von regelmäßig über­lan­gen Arbeit­szeit­en (über 10 Stunden):

  • 76% der Befragten kan­nten das Risiko ein­er Frühverrentung
  • 40% wussten zudem, dass man eher dazu neigt, Anti­de­pres­si­va und Auf­putschmit­tel zu nehmen
  • nur 21% der Befragten wussten, dass sich die Gefahr, an Dia­betes zu erkranken, mehrfach erhöht
  • 10% stimmten sog­ar der falschen Aus­sage zu, dass der Kör­p­er sich an über­lange Arbeit­szeit­en gewöhne.

Beim The­ma „chro­nis­ch­er Stress“ kannten

  • 92% das erhöhte Herzinfarktrisiko
  • 48%, dass Rück­en­prob­leme drohen
  • nur 28% wussten dage­gen, dass dadurch Demenz im Alter befördert wird
  • und nur etwa jed­er Zehnte (11%), dass chro­nis­ch­er Stress die Wund­heilung verzögern kann.

Dass Aus­dauer­sport oder ein Spazier­gang nach Feier­abend zur Erhol­ung beitra­gen kön­nen, ist fast all­ge­mein bekan­nt (88%), auch die Empfehlung, soziale Kon­tak­te zu pfle­gen und Fre­unde und Bekan­nte zu tre­f­fen (60%). Nur die Hälfte (49%) wusste hinge­gen, dass auch ein Kurz­schlaf von 10 bis 20 Minuten entspan­nen kann. 19% der Befragten stimmten der Fehlannahme zu, dass fernse­hen und sich aufs Sofa leg­en eben­falls erhol­sam seien.

Vorbeugende Konzepte gesucht

„Für die betriebliche Gesund­heits­förderung reicht es nicht aus, Beschäftigte auf die Gefahren von Stress aufmerk­sam zu machen und zu erwarten, dass sie selb­stacht­sam sind“, fordern die IAQ-Forscherin­nen. „Vielmehr brauchen wir neue Präven­tion­skonzepte, die allen Wis­sen über eine gesund­heits­gerechte Gestal­tung ihrer Arbeit ver­mit­teln und ihnen aber auch Möglichkeit­en eröff­nen, Maß­nah­men umzusetzen.“

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2018/report2018-02.php

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