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Plötzlicher Herztod

Suche nach AED-Apparat zweit­ran­gig

AED sind zum Beispiel in Flughäfen zu finden. Foto: wittayayut - stock.adobe.com
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Bei einem plötz­li­chen Herz­ver­sa­gen sollte nicht zunächst nach einem „Auto­ma­ti­schen Exter­nen Defi­bril­la­tor“ (AED) gesucht, sondern umge­hend mit einer Herz­druck­mas­sage begon­nen werden. Darauf verwei­sen Notärzte anläss­lich der „Woche der Wieder­be­le­bung“ vom 16. bis 22. Septem­ber.

Kompakte gelbe, rote oder grüne Elek­tro­schock­ge­räte in trans­pa­ren­ten Wand­käs­ten sind inzwi­schen ein bekann­tes Bild in Schwimm­bä­dern, Stadt­ver­wal­tun­gen und Flug­hä­fen. Anläss­lich der „Woche der Wieder­be­le­bung“ vom 16. bis zum 22. Septem­ber 2019 weisen deut­sche Notärzte nun auf eine falsche Anwen­dung dieser „Auto­ma­ti­schen Exter­nen Defi­bril­la­to­ren“, kurz AED, hin: „Im Notfall ist es wich­tig, direkt mit der Herz­druck­mas­sage zu begin­nen und nicht statt­des­sen erst nach einem AED zu suchen!“, sagt Profes­sor Dr. med. Jan-Thorsten Gräs­ner von der „Deut­schen Gesell­schaft für Anäs­the­sio­lo­gie und Inten­siv­me­di­zin“ (DGAI) mit weit über 15.000 Blaulicht-Notärzten als Mitglie­der.

Herz­druck­mas­sage unver­zicht­bar

AED-Geräte lösen auf Knopf­druck über Klebe­elek­tro­den einen elek­tri­schen Schock aus, wenn sie bei einem bewusst­lo­sen Pati­en­ten soge­nann­tes Kammer­flim­mern oder aber einen zu schnel­len, gefähr­li­chen Herz­schlag fest­stel­len. Bei allen ande­ren Formen des Herz­still­stan­des wird hinge­gen kein Schock gege­ben. „Ein solches Gerät sollte aber nur dann geholt werden, wenn genü­gend Helfer vor Ort sind, die bei einem Pati­en­ten schon Herz­druck­mas­sage ausfüh­ren“, sagt Gräs­ner. Denn immer wieder erle­ben die Notfall­me­di­zi­ner, dass ein Pati­ent über Minu­ten ohne lebens­ret­tende Herz­druck­mas­sage bleibt, weil die Helfer erst ein AED-Gerät besor­gen und sich dann auch noch mit der Anwen­dung vertraut machen: „Die Zellen im mensch­li­chen Gehirn ster­ben nach fünf Minu­ten ohne Kreis­lauf und Sauer­stoff unwie­der­bring­lich ab“, macht Gräs­ner deut­lich.

100-mal pro Minute

Deshalb sei es so wich­tig, erst einmal Herz­druck­mas­sage auszu­füh­ren, 100-mal pro Minute das Brust­bein des Pati­en­ten nach unten zu drücken, bis der Rettungs­dienst eintrifft. Frei nach dem Motto „Prüfen, rufen, drücken“ der DGAI-Kampagne „Ein Leben retten“. Durch die Herz­druck­mas­sage wird ein Mini­mal­kreis­lauf in Gang gebracht und aufrecht­erhal­ten: „Erst dann kommt der AED ins Spiel“, erklärt Notarzt Gräs­ner weiter. „Das heißt, wenn ich genü­gend Helfer habe, jemand Zeit hat, den Defi­bril­la­tor zu holen, dann ist er eine wunder­bare Ergän­zung. Er ersetzt aber ganz klar nicht die Basis­maß­nah­men!“ Es sei falsch zu glau­ben, dass die Appa­rate allein einen Pati­en­ten in jedem Fall wieder leben­dig machen könn­ten.

Woche der Wieder­be­le­bung“

Was bei einem Herz­still­stand zu tun ist und in welcher Reihen­folge die Notfall­maß­nah­men zu ergrei­fen sind, wird wieder in der „Woche der Wieder­be­le­bung“ vermit­telt, zu der Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn erneut die Schirm­herr­schaft über­nom­men hat. In dieser Woche können Bürger verstärkt Herz­druck­mas­sage lernen oder ihr Können auffri­schen und auch die Hand­ha­bung eines AED-Gerätes üben. Ange­bo­ten werden die Aktio­nen zum Beispiel in Fußgän­ger­zo­nen, Verwal­tun­gen und Kran­ken­häu­sern. Die Kampa­gne wird im Inter­net sowie von Zeitun­gen, Radio und Fern­se­hen mit vielen Beiträ­gen und Inter­views beglei­tet.

www.dgai.de

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