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Die BGHW erklärt, woran man dubiose Angebote beim Atemschutz erkennen kann

Atemschutzmasken
Vorsicht vor dubiosen Angeboten

Partikelfiltrierende Halbmasken der Klassen FFP 2 oder 3 bzw. Halbmasken der Klassen P2 oder P3 unterliegen der PSA-Verordnung der EU (Foto: © brudertack69 – stock.adobe.com)
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Mund- und Nasen­schutz sowie Atem­schutz­masken sind gefragt wie nie. Die Pro­duk­tions- und Lief­er­eng­pässe während der Coro­na-Pan­demie nutzen derzeit einige Händler, um dubiose Ange­bote zu erhöht­en Preisen zu unter­bre­it­en. Die Beruf­sgenossen­schaft Han­del und Waren­l­o­gis­tik (BGHW) erläutert, wie man dubiose Ange­bote erken­nen kann.


Aktuelle Mel­dun­gen zur Coro­n­avirus-Pan­demie find­en Sie auf unser­er Schwerpunktseite.


Es gilt die zwei Arten der aktuell in Diskus­sion befind­lichen Pro­duk­te zu unterscheiden:

  1. Medi­zinis­ch­er Mund- und Nasen­schutz als Fremdschutz

Hier­bei han­delt es sich um ein Medi­z­in­pro­dukt, das dem Medi­z­in­pro­duk­t­ge­setz MPG unter­liegt. Solche Pro­duk­te müssen eine CE-Kennze­ich­nung besitzen, entwed­er auf dem Pro­dukt selb­st oder der Ver­pack­ung. Zusät­zlich muss eine Kon­for­mität­serk­lärung vor­liegen, welche die Übere­in­stim­mung mit der EU-Richtlin­ie für Medi­z­in­pro­duk­te (93/42/EWG) oder der Norm für diese Art von Mund­schutz (DIN EN 14683), erklärt.

In der Kon­for­mität­serk­lärung müssen das Pro­dukt, der Ersteller (im Regelfall der Her­steller oder auch der Impor­teur) sowie die ange­wandten Nor­men aufge­führt sein. Ist wed­er am Pro­dukt, noch auf der Ver­pack­ung eine CE-Kennze­ich­nung vorhan­den und kann der Händler auch auf Nach­frage keine Kon­for­mität­serk­lärung zu diesem Pro­dukt liefern, soll­ten Sie von diesem Ange­bot Abstand nehmen. Eine Schutzwirkung im Sinne des Fremd­schutzes kann dann nicht angenom­men werden.

Was Sie vor dem Kauf immer prüfen sollten:

  • CE-Kennze­ich­nung vorhanden?
  • Kon­for­mität­serk­lärung für konkretes Pro­dukt verfügbar?
  • Mus­terex­em­plar verfügbar?
  1. Atem­schutz­masken zum Eigenschutz

Par­tikelfil­tri­erende Halb­masken der Klassen FFP 2 oder 3 bzw. Halb­masken der Klassen P2 oder P3 sind Teil ein­er per­sön­lichen Schutzaus­rüs­tung. Aus diesem Grund unter­liegen sie der PSA-Verord­nung der EU (2016/425).

Fol­gende Angaben müssen auf dem Atem­schutz vorhan­den sein:

-       Hersteller

-       Pro­duk­t­beze­ich­nung

-       Angewen­dete Norm (bei Par­tikelfil­tern EN 149)

-       CE Kennzeichnung

-       Schutzk­lasse

-       Num­mer der Prüfstelle

-       Halt­barkeit des Produkts

(wo diese auf der Maske ste­hen, siehe Abbil­dung der BGHW hier)

Diese Art von Atem­schutz muss durch eine Prüf- und Zer­ti­fizierungsstelle auf Übere­in­stim­mung mit der tech­nis­chen Norm geprüft wer­den (Bau­muster­prü­fung). Die Prüf- und Zer­ti­fizierungsstelle wird durch die 4‑stellige Zif­fer hin­ter dem CE gekennze­ich­net. Fehlt diese Zahl, soll­ten Sie von diesem Pro­dukt Abstand nehmen.

Der Her­steller oder der Impor­teur muss eine Kon­for­mität­serk­lärung erstellen, in dem der Ersteller, das Pro­dukt (auf Übere­in­stim­mung acht­en!) sowie die ange­wandten Nor­men (in diesem Fall EN 149) genan­nt werden.

Es ist auch unbe­d­ingt auf die auf dem Pro­dukt angegebene max­i­male Halt­barkeit zu acht­en. Ist diese abge­laufen, kann keine aus­re­ichende Schutzwirkung mehr angenom­men werden!

Was Sie vor dem Kauf immer prüfen sollten:

  • Voll­ständi­ge Kennze­ich­nung auf dem Produkt?
  • Bein­hal­tet die Kennze­ich­nung die vier­stel­lige Kennz­if­fer der Prüfstelle?
  • Halt­barkeit nicht überschritten?
  • Kon­for­mität­serk­lärung für konkretes Pro­dukt verfügbar?
  • Mus­terex­em­plar verfügbar?

Aus­nah­men für Atem­schutz­masken während der Corona-Pandemie

Ste­hen Masken nach europäis­chem Stan­dard nicht zur Ver­fü­gung, kann im derzeit­i­gen Aus­nah­me­fall auf die Masken zurück­ge­grif­f­en wer­den, die in den Vere­inigten Staat­en von Ameri­ka, Kana­da, Aus­tralien oder Japan verkehrs­fähig sind. Dies gilt auch dann, wenn diese keine CE-Kennze­ich­nung tra­gen, ihnen kein Kon­for­mität­snach­weis oder eine deutsche Betrieb­san­leitung beiliegt. In diesem Fall sind aber ver­gle­ich­bare Kennze­ich­nun­gen und Doku­mente verfügbar.

Eine Über­sicht über die erforder­lichen Kennze­ich­nun­gen und Doku­mente, die das Ein­hal­ten der Min­destanforderun­gen bezeu­gen, erhal­ten Sie auf der Home­page der BAUA.

Vor­sicht geboten!

Generell gilt: Seien Sie ins­beson­dere vor­sichtig bei Ange­boten, die auf Grund­lage von möglichst weni­gen Infor­ma­tio­nen und mit Zeit­druck unter­bre­it­et werden.

Cyberk­ri­man­l­ität: Das Lan­deskrim­i­nalamt (LKA) Nieder­sach­sen warnt vor einem Medi­zin-Fakeshop im Inter­net, der die Angst wegen der Ver­bre­itung des Coro­n­avirus aus­nutzt. Cyberkrim­inelle wer­ben über einen ange­blichen Online-Medi­zin­shop für ver­schiedene Atem­schutz­masken. Per Spam-Mail ver­schick­en die Täter Ihr Ange­bot an zahlre­iche Mailempfänger. Sie haben dazu den Fir­men­na­men eines realen deutschen Unternehmens miss­braucht. Es ist damit zu rech­nen, dass weit­ere Web­seit­en dieser Art fol­gen werden.

 

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