Startseite » Allgemein » Was erhält gesund in der digi­ta­len Produk­tion?

Erfolgsfaktoren und Grenzen der Arbeitsgestaltung

Was erhält gesund in der digi­ta­len Produk­tion?

Foto: © kinwun - stock.adobe.com
Anzeige

Robo­ter, maschi­nel­les Lernen und künst­li­che Intel­li­genz halten Einzug in Produk­tion und Büro. Ob die digi­tale Tech­nik hilft oder krank­macht, wird kontro­vers disku­tiert. Doch nicht allein sie stresst oder erleich­tert das Arbei­ten, auch die Abläufe und die Betei­lig­ten im Betrieb entschei­den mit über die Gesund­heit der Beschäf­tig­ten. Das zeigt ein aktu­el­ler Report des Insti­tuts Arbeit und Quali­fi­ka­tion (IAQ) der Univer­si­tät Duisburg-Essen (UDE).

Die Arbeits­psy­cho­lo­gin Dr. Anja Gerl­maier unter­sucht darin, welche tech­ni­schen, orga­ni­sa­to­ri­schen und perso­nel­len Gestal­tungs­po­ten­ziale und ‑hemm­nisse es in der digi­ta­li­sier­ten Produk­tion von heute gibt. Dass Präven­tion die psychi­sche Gesund­heit wirk­sam stär­ken kann, ist bekannt, ebenso wie die Schutz­fak­to­ren, die digi­tale Arbeit gesün­der machen. Ob und wie diese Ideen umge­setzt werden und welche Rolle dabei die Gestal­tungs­kom­pe­tenz von Vorge­setz­ten und Arbeit­neh­mern spielt, ist bislang aber offen.

Workshop-Konzept des Projekts InGeMo

Im BMBF-geförderten Projekt InGeMo (Initia­tive betrieb­li­che Gestal­tungs­kom­pe­tenz stär­ken – ein neues Präven­ti­ons­mo­dell für Unter­neh­men und Beschäf­tigte) wurde deshalb ein Workshop-Konzept entwi­ckelt, mit dem Führungs­kräfte und ihre Teams Wissen über Präven­tion aufbauen und daraus selbst Lösun­gen entwi­ckeln, aushan­deln und gemein­sam umset­zen können. Acht Teams aus den Berei­chen Einfach­ar­beit (z.B. ange­lernte Maschinenbediener*innen), Fach­ar­beit und produk­ti­ons­nahe Wissens­ar­beit (z.B. Projekt­ma­nage­ment, Control­ling) mach­ten mit und unter­zo­gen sich den Vorher-Nachher-Tests.

Sie reali­sier­ten eine Reihe von Präven­ti­ons­maß­nah­men. Dabei ging es vor allem darum, sich die Zeit selbst­stän­di­ger eintei­len zu können, die Arbeits­ab­läufe trans­pa­ren­ter zu machen, besser zu kommu­ni­zie­ren und auf Erho­lungs­pha­sen zu achten. Ein Erfolgs­kon­zept, denn In den meis­ten Fällen fühl­ten sich die Betei­lig­ten deut­lich selte­ner erschöpft, von ihren Vorge­setz­ten besser unter­stützt und konn­ten sich leich­ter erho­len.

Einfach­ar­beit im Argen

Aber auch Gren­zen wurden offen­kun­dig:  Im Gegen­satz zu den Teams aus der Fach- und Wissens­ar­beit konn­ten beispiels­weise bei der Einfach­ar­beit deut­lich weni­ger Maßnah­men umge­setzt werden. Auffäl­lig war, dass die Abtei­lungs­lei­tun­gen dort wenig Enga­ge­ment zeig­ten, die Vorschläge der Beschäf­tig­ten umzu­set­zen, obwohl die tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Voraus­set­zun­gen durch­aus gege­ben waren. Darüber hinaus gelang es nur in Einzel­fäl­len, Arbeits­in­ten­si­tät und die Belas­tung der Beschäf­tig­ten zu redu­zie­ren.

Mitar­bei­ter­ge­sund­heit stra­te­gisch veran­kern

Nach Einschät­zung von Gerl­maier kann der team­be­zo­gene Ansatz gelin­gen, wenn im Unter­neh­men das Thema Mitar­bei­ter­ge­sund­heit stra­te­gisch veran­kert ist. „Gibt es im höhe­ren Manage­ment oder den Arbeits- und Gesund­heits­schutz­gre­mien nieman­den, der offi­zi­ell befugt ist, Maßnah­men durch­zu­set­zen, werden die von den Betrof­fe­nen geäu­ßer­ten Wünsche und Anre­gun­gen mit hoher Wahr­schein­lich­keit ins Leere laufen.“

Der IAQ-Report „Was erhält gesund in der digi­ta­len Produk­tion? Erfolgs­fak­to­ren und Gren­zen kompe­tenz­ori­en­tier­ter Arbeits­ge­stal­tung“ kann  hier herun­ter­ge­la­den werden.

www.iaq.uni-due.de

 

Anzeige

News­let­ter

Jetzt unse­ren News­let­ter abon­nie­ren

Meistgelesen

Jobs

Sicher­heits­be­auf­trag­ter

Titelbild Sicherheitsbeauftragter 10
Ausgabe
10.2019
ABO

Sicher­heits­in­ge­nieur

Titelbild Sicherheitsingenieur 10
Ausgabe
10.2019
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de