Wie Feuerwehrleute Hitzestress im Sommer vermeiden
Startseite » Allgemein » Wie Feuer­wehr­leute Hitzes­tress vermei­den

Brandeinsätze in der Sommerhitze

Wie Feuer­wehr­leute Hitzes­tress vermei­den

Einsatz bei Hausbrand
Feuerwehrleute sind Arbeiten in großer Hitze gewohnt, doch auch ihnen macht die zusätzliche Sommerhitze zu schaffen. Foto: Diana Kosaric - stock.adobe.com
Anzeige

Arbei­ten in großer Hitze gehört für Feuer­wehr­leute zum Alltag. Doch auch für sie birgt die aktu­elle Sommer­hitze Gefah­ren: Ein anstren­gen­der Einsatz in mehr­la­gi­ger Schutz­klei­dung ist schweiß­trei­bend und führt schnell zu extre­mem Flüs­sig­keits­ver­lust. Wie kann man solchen Gesund­heits­ri­si­ken begeg­nen und den Hitzes­tress redu­zie­ren?

Hinweise, wie die Gesund­heits­ri­si­ken beim Feuer­wehr­ein­satz in großer Hitze gemin­dert werden können, geben die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung und der Deut­sche Feuer­wehr­ver­band: „Bei Tempe­ra­tu­ren über 30 Grad kann es gerade bei großer körper­li­cher Anstren­gung zum Beispiel zu einer Hitze­er­schöp­fung oder gar einem Hitz­schlag kommen“, warnt Tim Pelzl, Leiter des Fach­be­reichs „Feuer­weh­ren, Hilfe­leis­tun­gen, Brand­schutz“ der DGUV. Auch die hohe Ozon­be­las­tung kann zu gesund­heit­li­chen Proble­men führen. „Die verant­wort­li­chen Führungs­kräfte müssen all diese Fakto­ren momen­tan bei der Einsatz­vor­be­rei­tung und -durch­füh­rung beach­ten“, sagt Klaus Fried­rich, Bundes­feu­er­wehr­arzt des Deut­schen Feuer­wehr­ver­ban­des (DFV). „Treten Kopf­schmerz, Schwin­del, Übel­keit, Bewusst­seins­ver­än­de­run­gen oder Krampf­an­fälle auf, sollte medi­zi­ni­sche Hilfe ange­for­dert werden.“

Zwar können Feuer­wehr­leute die Arbeit bei großer Hitze nicht vermei­den, aber mit eini­gen Vorsichts­maß­nah­men lassen sich die Risi­ken zumin­dest mindern:

  • Achten Sie bei allen Einsät­zen auf einen konse­quen­ten Sonnen­schutz. Kopf und Körper soll­ten bedeckt, die Augen even­tu­ell mit einer Sonnen­brille geschützt sein. Machen Sie wann immer möglich Pausen im Schat­ten.
  • Grund­sätz­lich soll­ten körper­li­che Belas­tun­gen redu­ziert werden. Halten Sie Einsatz­übun­gen deshalb kurz, verschie­ben Sie Tätig­kei­ten, die nicht unbe­dingt notwen­dig sind, auf kühlere Tages­zei­ten. Von sport­li­chen Akti­vi­tä­ten ist abzu­ra­ten.
  • Es ist wich­tig, auf eine groß­zü­gige Flüs­sig­keits­zu­fuhr zu achten. Die tägli­che Trink­menge sollte bei gesun­den Einsatz­kräf­ten mindes­tens drei Liter betra­gen. Die Getränke soll­ten in klei­nen Portio­nen, aber dafür konti­nu­ier­lich einge­nom­men werden. Nach einem Einsatz mit Press­luft­at­mern (PA) oder Chemi­ka­li­en­schutz­an­zü­gen (CSA) sollte die Trink­menge um weitere 1,5 Liter aufge­stockt werden. Nicht verges­sen: Bereits im Einsatz­fahr­zeug und an der Einsatz­stelle müssen ausrei­chend Getränke bereit­ste­hen.
  • Nutzen Sie jede Möglich­keit zum Abküh­len – auch den Sprüh­strahl des Lösch­fahr­zeugs.
  • Die Einsätze soll­ten so geplant werden, dass nicht ein Feuer­wehr­mann oder eine Feuer­wehr­frau mehrere anstren­gende Einsätze, zum Beispiel mit umluft­un­ab­hän­gi­gem Atem­schutz, hinter­ein­an­der absol­vie­ren muss. Das heißt: Recht­zei­tig an Ablö­sun­gen denken und nach­alar­mie­ren.
  • Mehr­la­gige Einsatz­klei­dung zur Gebäu­de­brand­be­kämp­fung, zum Beispiel nach DIN EN 469 bezie­hungs­weise HUPF Teil 1 und 4, belas­ten die Einsatz­kräfte bei der Hitze extrem. Wann immer es taktisch und sicher­heits­tech­nisch möglich ist, sollte auf leich­tere, weni­ger isolie­rende Einsatz­klei­dung ausge­wi­chen werden. – so Zum Beispiel bei der tech­ni­schen Hilfe­leis­tung oder der Brand­be­kämp­fung im Freien.

www.dguv.de

Zum DGUV‐Fachbereich Feuer­weh­ren, Hilfe­leis­tun­gen, Brand­schutz (FB FHB) geht es hier.

Anzeige

News­let­ter

Unsere Dosis Wissens­vor­sprung für Sie. Jetzt kosten­los abon­nie­ren!

Meistgelesen

Jobs

Sicher­heits­be­auf­trag­ter

Titelbild Sicherheitsbeauftragter 12
Ausgabe
12.2018
LESEN
ARCHIV
ABO

Sicher­heits­in­ge­nieur

Titelbild Sicherheitsingenieur 12
Ausgabe
12.2018
LESEN
ARCHIV
ABO
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de