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Warum ist Asbest gefährlich?

Gesundheitliche Risiken durch Asbest
Warum ist Asbest gefährlich?

Asbest in Lungenbläschen
Wenn Asbestfasern die Lungenbläschen erreichen, lösen sie eine Erkrankung aus. Foto: © Tsuboya - stock.adobe.com

Asbest birgt eine Rei­he gesund­heitlich­er Risiken. So kann es schwere und tödliche Erkrankun­gen wie Asbestose oder Lun­gen- und Kehlkopfkrebs sowie weit­ere Kreb­sarten verur­sachen. Alle durch Asbest her­vorgerufene Krankheit­en sind auf die kristalline Faser­struk­tur des Min­er­als zurück­zuführen – genauer gesagt, auf die nade­lar­tige Form der Asbestfaser.

Erkrankung nach Erreichen der Lungenbläschen

Bruch­stücke von Asbest, soge­nan­nte Asbest­fasern, bergen gesund­heitliche Risiken. Denn sie lösen eine Erkrankung aus, wenn sie die Lun­gen­bläschen (Alve­olen) erre­ichen. In Fällen, in denen Asbest über die Haut (der­mal) oder über den Magen-Darm-Trakt (oral) aufgenom­men wurde, kon­nte bis­lang keine schädi­gende Wirkung nachgewiesen wer­den. Asbest­fasern erhal­ten jedoch erst dann lun­gengängige Abmes­sun­gen, wenn sie längs ges­pal­ten oder quer gebrochen sind. Dies geschieht durch mech­a­nis­che Beanspruchung wie Zer­brechen, Schleifen, Bohren, Sägen oder Abscheuern. So weit wie bish­er bekan­nt ist, gehen von ruhen­den, fest gebun­de­nen Asbestze­ment­pro­duk­ten keine gesund­heitlichen Risiken aus. Durch Wind und Regen abge­tra­gene Asbest­fasern sind zu lang und zu dick, um die Lunge zu erre­ichen. So erre­ichen Asbest­fasern mit ein­er Länge von über 20 µm nicht die Lun­gen­bläschen. Sie wer­den im Nasen-Rachen-Raum abgeschieden.

Die Welt­ge­sund­heit­sor­gan­i­sa­tion (WHO) definiert fol­gende Merk­male lun­gengängiger Asbestfaserteilchen:

Vergleich menschliches Haar mit Asbestfaser
Asbest­fasern im Größen­ver­gle­ich zu einem men­schlichen Haar. Foto: © Labor Dr. Schäffn­er GmbH
  • max­i­malen Durchmess­er von 3 µm
  • Min­destlänge von 5 µm lang
  • Ver­hält­nis zwis­chen Länge zu Durchmess­er ist größer als 3:1. (Hin­weis: 1 µm = 10–3 mm = ein Tausend­s­tel Mil­lime­ter. Zum Ver­gle­ich: Ein men­schlich­es Haar hat einen Durchmess­er von cir­ca 50 µm!)

Wenn Asbest­fasern ein­mal in den Lun­gen­bläschen sind, wer­den sie dort lange Zeit weit­er längs ges­pal­ten. Eine einzelne Fas­er (Einzelfib­rille) von Chrysotil-Asbest kann bis zu 0,02 µm dünn sein. Eine chemis­che Zer­set­zung der Einzelfib­rillen durch die kör­pereigene Abwehr find­et nicht statt.

Daher gilt: Beim Umgang mit Asbest oder asbesthalti­gen Mate­ri­alien alle Ver­fahren ver­mei­den, die eine mech­a­nis­che Beanspruchung der Fasern zur Folge haben. Dazu gehören alle schleifend­en, brechen­den oder abtra­gen­den Arbeitsver­fahren sowie das Zer­brechen von Asbeststücken.

Asbest im Außenbereich

Per­so­n­en, die im Umfeld von Gebäu­den mit Asbestze­ment (zum Beispiel Däch­er, Fas­saden) wohnen, müssen in der Regel nicht mit gesund­heitlichen Risiken rech­nen: Die Asbest­fasern sind ruhend und fest gebun­den. Aus diesem Grund hat der Geset­zge­ber bis­lang auch kein Rück­bauge­bot für Pro­duk­te aus Asbestze­ment im Außen­bere­ich erlassen. Der Asbestze­ment muss nur bau­physikalisch und baus­ta­tisch den Anforderun­gen entsprechen. Allerd­ings kann jede Beschädi­gung des Asbestze­ments zu ein­er erhöht­en Asbest­faser­freiset­zung und damit zu Gesund­heits­ge­fahren führen. Daher gilt: Im Außen­bere­ich einge­set­zte Pro­duk­te aus Asbestze­ment soll­ten so bald wie möglich sachgerecht abge­baut und der Asbest entsorgt wer­den.

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