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Lithium-Ionen-Batterien lagern

Wie man die Energiespeicher richtig lagert
Gefahrenquelle Lithium-Ionen-Batterien

Lithium-Ionen-Akkumulatoren richtig lagern
Sie finden sich zunehmend unter der Motorhaube, aber auch in der Industrie: Lithium-Batterien. Foto: © xiaoliangge - stock.adobe.com
Sie sind unverzicht­bar für die Energiewende und stellen Betriebe vor neue Her­aus­forderun­gen: Lithi­um-Bat­te­rien. Eine unsachgemäße Lagerung kann zu schw­eren Brän­den führen, wie Vor­fälle aus der Ver­gan­gen­heit zeigen. Damit sich diese nicht wieder­holen, ist ein Konzept zur Lagerung für Akkus wichtig.

Lithi­um-Ionen-Akku­mu­la­toren, kurz Lithi­um-Akkus, boomen: Immer mehr Elek­troau­tos wer­den gebaut, bald sollen keine Kraft­fahrzeuge mit Ver­bren­nungsmo­tor mehr zuge­lassen wer­den. Auch in Lap­tops, Smart­phones und Kam­eras sind in den aller­meis­ten Fällen Lithi­um-Bat­te­rien ver­baut. Weit­er soll die Pro­duk­tion in deutschen Indus­triew­erken mit­tel- bis langfristig mit Strom betrieben wer­den – und dieser muss gespe­ichert wer­den. Seit über 30 Jahren sind Lithi­um-Bat­te­rien die erste Wahl bei der Spe­icherung von Energie. Durch die Energiewende hal­ten sie Einzug auch in die Unternehmen, die vorher nie mit ihnen gear­beit­et haben. Dabei stellen sich Fra­gen: Wie wer­den Lithi­um-Bat­te­rien richtig gelagert? Was sind die häu­fig­sten Schaden­sur­sachen, wie kann diesen vorge­beugt wer­den? Und gibt es geset­zliche Verpflich­tun­gen, an die sich jedes Unternehmen hal­ten muss?

Lithium ist hochreaktiv

Zur Erin­nerung: Lithi­um ist ein Alka­limet­all. Als solch­es ist es schon bei kurzem Kon­takt mit der Haut gesund­heitss­chädlich und als Gas hochgiftig. Auch ist es nur in abso­lut trock­en­er Luft sta­bil – bei nor­malen Raumbe­din­gun­gen reagiert es mit der Luft und entzün­det sich. Daher ist ein Brand die häu­fig­ste Schaden­sur­sache in Verbindung mit Lithi­um-Bat­te­rien, denn schon kleine Beschädi­gun­gen kön­nen aus­re­ichen, das stark reak­tive Met­all freizuset­zen. Die Fol­gen kön­nen ver­heerend sein.

Bei der Lagerung von Lithi­um-Bat­te­rien gibt es mehrere Her­aus­forderun­gen: Zuerst muss sichergestellt sein, dass die Akku­mu­la­toren nicht beschädigt wer­den, um eine Entzün­dung auszuschließen. Falls aber doch Lithi­um aus­tritt, darf sich das entste­hende Feuer nicht auf andere Stoffe aus­bre­it­en, die möglicher­weise explodieren oder zu ein­er ver­heeren­den Ver­stärkung des Bran­des führen können.

Immer 20 Prozent Ladeleistung

Hinzu kommt, dass Lithi­um-Bat­te­rien nicht ein­fach weggeschlossen wer­den kön­nen, son­dern ein­er ständi­gen Kon­trolle bedür­fen. Denn eine Ent­ladung kann zu einem Kurz­schluss führen, der eben­falls eine Entzün­dung nach sich zieht. Deshalb soll­ten Lithi­um-Bat­te­rien immer min­destens 20 Prozent Ladeleis­tung haben.

Beson­ders delikat: Bish­er gibt es vom Geset­zge­ber keine verpflich­t­en­den Vorschriften für die Lagerung des stark reak­tiv­en Lithi­ums. Es obliegt den Fachkräften für Arbeitssicher­heit in den Betrieben, sich um ein geeignetes Konzept zur Lagerung der Akkus zu bemühen und die richti­gen Vorkehrun­gen zur Schaden­spräven­tion zu treffen.

Eine falsche Lagerung kann schwere Folgen haben

Denn eine falsche Lagerung oder das unbeauf­sichtigte Laden eines Lithi­um-Ionen-Akkus kann in manchen Fällen sog­ar dazu führen, dass Ver­sicherun­gen die ent­stande­nen Kosten nicht übernehmen. Kommt es also zu einem Feuer­schaden durch die Entzün­dung ein­er Lithi­um­bat­terie, kann das die betrof­fe­nen Unternehmen exis­ten­ziell gefährden.

Um dieses Risiko zu min­imieren, ist die richtige Lösung zur Lagerung und zum Laden der Akkus inner­halb der indi­vidu­ellen Anforderun­gen der Betriebe notwendig. Pro­fes­sionelle Dien­stleis­ter ken­nen die klas­sis­chen Gefahren und ent­deck­en mögliche Schwach­stellen in der Lagerung sofort. Durch ihre Exper­tise kön­nen sie passende Lösun­gen anbi­eten. Diese kön­nen vielfältig sein.

Sicherheitsschränke

Ein Sicher­heitss­chrank schützt die Bat­te­rien vor dem Ein­drin­gen eines Bran­des wie auch umgekehrt. Konkret bedeutet das: Entste­ht um ihn herum ein Brand, wer­den die im Schrank gelagerten Gefahrstoffe über eine län­gere Zeit geschützt – einige Schränke garantieren eine Feuerbeständigkeit von min­destens 90 Minuten. Leicht entzünd­bare Stoffe wie Lithi­um wür­den ungeschützt in kürzester Zeit zu einem Mul­ti­p­lika­tor des Brands wer­den und ver­heerende Auswirkun­gen für Men­sch und Betrieb haben.

Sicher­heitss­chränke lassen sich auch mit ein­er Lade­funk­tion für Lithi­um-Ionen-Akkus nutzen. Beim Laden kön­nen sich die Bat­te­rien allerd­ings aufheizen – daher ist eine aus­re­ichende Lüf­tung unbe­d­ingt notwendig, um die Gefahr der Über­hitzung auszuschließen.

Weit­er ist wichtig, dass Sicher­heitss­chränke, in denen Lithi­um-Bat­te­rien gelagert und möglicher­weise sog­ar geladen wer­den sollen, über eine Erdung ver­fü­gen. Nur so kön­nen Zündge­fahren durch elek­tro­sta­tis­che Aufladung aus­geschlossen werden.

Gefahrstoffcontainer

Gefahrstof­f­con­tain­er sind in ver­schiede­nen Größen ver­füg­bar und eignen sich sowohl für die Innen- als auch die Auße­nauf­stel­lung. So kön­nen Bat­te­rien dort gelagert wer­den, wo sie auch gebraucht wer­den, um die Trans­portwege so kurz wie möglich zu hal­ten. Eine dezen­trale Lagerung reduziert daneben die Fol­gen ein­er Entzün­dung, da nicht alle Lithi­um-Bat­te­rien inner­halb eines Betriebs gle­ichzeit­ig in Brand geraten.

Bei ein­er Entzün­dung hat der Gefahrstof­f­con­tain­er gle­ich einen dop­pel­ten Effekt: Er schützt die gelagerten Gefahrstoffe wie Lithi­um-Ionen-Akkus vor dem Ein­drin­gen eines Bran­des in den Con­tain­er, gle­ichzeit­ig ver­hin­dert er, dass Feuer, die durch Lithi­um-Bat­te­rien entste­hen, den Con­tain­er ver­lassen und nach außen dringen.

Brandschutzcontainer

Der Brand­schutz­con­tain­er bietet eine Run­dum­lö­sung, die sowohl im Innen- als auch Außen­bere­ich instal­liert wer­den kann. Es besitzt eine inte­gri­erte Auf­fang­wanne und bildet einen eige­nen Brand­ab­schnitt. Beson­ders prak­tisch: Brand­schutz­con­tain­er kön­nen in vie­len Vari­anten und mit ver­schiede­nen Optio­nen aufgestellt wer­den. Abluftven­ti­la­toren, Tür­fest­stel­lan­la­gen mit Bran­derken­nung oder eine Tem­perierung kön­nen Gefahrquellen reduzieren und Brän­den effek­tiv vorbeugen.

Kunststoffsammelbehälter

Kun­st­stoff­sam­mel­be­häl­ter eignen sich nicht nur für die Lagerung, son­dern auch für den Trans­port von Lithi­um-Ionen-Akkus. Sie sind stoßunempfind­lich, stapel­bar und trans­port­sich­er. Wichtig ist aber, dass aus Brand­schutz­grün­den ein geeignetes Puffer­ma­te­r­i­al ver­wen­det wird.

Lagerung ist nicht alles

Zusät­zlich zu diesen vier Lager­möglichkeit­en, neben denen es noch weit­ere gibt, soll­ten Betriebe, die mit Lithi­um-Ionen-Akkus arbeit­en, auf weit­ere Maß­nah­men set­zen: Eine tech­nis­che Lüf­tung, eine Kli­maan­lage, die Überwachung des Luft­stroms und ein Poten­zialaus­gle­ich zur Ver­mei­dung von Funken sind wichtige Präven­tiv­maß­nah­men, damit es gar nicht erst zum Ern­st­fall kommt. Da dieser aber nie ganz auszuschließen ist, sind eine Druck­ent­las­tungs­fläche, Brand­melder, eine Gaswar­nanalage und ein geeignetes Löschkonzept unverzichtbar.

Wichtig: Gefährdungsbeurteilung

Der Arbeit­ge­ber und die mit dem Arbeitss­chutz beauf­tragten Per­so­n­en tra­gen eine große Ver­ant­wor­tung für die Arbeitssicher­heit – auf­grund man­gel­nder geset­zlich­er Vor­gaben kann das bei der Lagerung von Lithi­um-Ionen-Akkus undankbar sein. Die hier vorgestell­ten Lager­möglichkeit­en und Maß­nah­men sind Ideen und Anreize. Sie erset­zen aber auf keinen Fall eine fach­liche Exper­tise (Gefährdungs­beurteilung), die die jew­eils indi­vidu­ellen Bedin­gun­gen in den einzel­nen Betrieben in die Erstel­lung eines Lagerkonzeptes ein­bezieht. Denn so unter­schiedlich wie die Betriebe sind auch die Anforderun­gen an ein sicheres und effizientes Sys­tem zur Lagerung von Lithi­um-Bat­te­rien. Alles zum Schutz von Men­schen und Natur!


Foto: © Pro­tec­to­plus GmbH

Autor: Paul Fricke

Geschäfts­führer

Pro­tec­to­plus GmbH

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