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Betriebliche Maßnahmen gegen Corona positiv bewertet

BAuA-Expertenbefragung: Erste Ergebnisse
Betriebliche Maßnahmen gegen Corona positiv bewertet

Foto: © littlewolf1989 - stock.adobe.com
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Ins­ge­samt zeich­nen Fach­leute im Arbeitss­chutz ein pos­i­tives Bild der Umset­zung von Maß­nah­men deutsch­er Betriebe im Arbeits- und Infek­tion­ss­chutz. Der Großteil der Betriebe hat bere­its im Feb­ru­ar und März 2020 erste Maß­nah­men ergrif­f­en. Aktive Kom­mu­nika­tion und Unter­weisung, Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung sowie Schutz­ab­stände ste­hen dabei an erster Stelle. Aber auch das Home­of­fice, dort wo es in den Betrieben möglich ist, wird von über 90 Prozent der Befragten genan­nt. Diese und weit­ere aus­gewählte Ergeb­nisse fasst der baua: Fokus: „SARS-CoV-2-Arbeits- und Infek­tion­ss­chutz­maß­nah­men in deutschen Betrieben: Ergeb­nisse ein­er Befra­gung von Arbeitss­chutzex­per­tin­nen und ‑experten” der Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin (BAuA) zusammen.

Seit Sep­tem­ber 2020 nimmt ein Forschung­spro­jekt der BAuA die betriebliche Umset­zung von Maß­nah­men im Arbeits- und Infek­tion­ss­chutz gegen CoViD-19-Infek­tio­nen aus Sicht von Fach­leuten im Arbeitss­chutz unter die Lupe, um Erken­ntrisse aus der betrieblichen Prax­is zu gewin­nen. An ein­er Online-Befra­gung nah­men ins­ge­samt 724 Exper­tin­nen und Experten aus den ver­schieden­sten Bere­ichen des Arbeits- und Gesund­heitss­chutzes und der Auf­sicht teil. Die Ergeb­nisse wur­den durch Tele­fon­in­ter­views und Fokus­grup­pen-Work­shops vertieft.

Vor allem Kunden-/Patienten-Umgang und Arbeitsabläufe angepasst

Aus den Betrieben wer­den ins­ge­samt gute Bedin­gun­gen für einen effek­tiv­en Arbeits- und Infek­tion­ss­chutz angegeben. Spätestens mit dem ersten Lock­down im März 2020 hat der Löwenan­teil der Betriebe erste Maß­nah­men ergrif­f­en. Mit der Coro­na-Pan­demie kam es zu Änderun­gen auf den ver­schieden­sten Ebe­nen, vor allem beim Umgang mit Kun­den oder Patien­ten, aber auch in den Arbeitsabläufen.

Arbeitsschutz erfährt deutlich mehr Wertschätzung

Zudem gewann der Arbeitss­chutz deut­lich an Wertschätzung. Über 80 Prozent der befragten Arbeitss­chutz­fach­leute bericht­en, dass spezielle betriebliche Regelun­gen erlassen wur­den. In fast 90 Prozent der Fälle war neben ein­er bre­it­en Beteili­gung viel­er Akteure auch die Unternehmensleitung aktiv eingebunden.

Für die Iden­ti­fika­tion von Risiken und die Ableitung von Schutz­maß­nah­men wurde das Instru­ment der Gefährdungs­beurteilung über­wiegend als hil­fre­ich beurteilt. Als ergrif­f­ene Maß­nah­men nen­nen die Experten am häu­fig­sten aktive Kom­mu­nika­tion und Unter­weisung, Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung/­Mund-Nase-Schutz, Regelun­gen zu Schutz­ab­stän­den sowie Hand­lungsan­weisun­gen für Verdachtsfälle.

Maßnahmen gegen psychische Belastungen durch Corona vergleichsweise selten

Nicht alle möglichen Maß­nah­men sind für alle Betriebe rel­e­vant. So haben jedoch beispiel­sweise Regelun­gen für Dien­streisen und Meet­ings oder zum Home­of­fice eine hohe Umset­zungsquote. Maß­nah­men, um die psy­chis­che Belas­tung durch Coro­na zu ver­ringern, wer­den hinge­gen noch ver­gle­ich­sweise sel­ten ergriffen.

Die Umset­zung betrieblich­er Maß­nah­men gehen etwa drei Vier­tel der Führungskräfte hoch oder sehr hoch motiviert an. Ähn­lich hoch ist die Quote der Beschäftigten, die sich voll­ständig oder über­wiegend an die betrieblichen Regeln hal­ten. Dazu motiviert sie ins­ge­samt eine hohe Wahrnehmung von Ver­ant­wor­tung für den Infek­tion­ss­chutz. Dage­gen spielt die Angst vor Sank­tio­nen eine unter­ge­ord­nete Rolle.

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und ‑standard sowie Handlungshilfen der Länder/Unfallversicherungsträger praxistauglich

Neben der SARS-CoV-2-Arbeitss­chutzregel bew­erten die Befragten den SARS-CoV-2-Arbeitss­chutz­s­tan­dard sowie die Hand­lung­shil­fen der Län­der und der Unfal­lver­sicherungsträger als nüt­zlich und tauglich für die betriebliche Prax­is. Als Infor­ma­tion­squellen nen­nen sie das Robert Koch-Insti­tut, den zuständi­gen Unfal­lver­sicherungsträger, das Bun­de­sar­beitsmin­is­teri­um sowie die BAuA.

 

„SARS-CoV-2-Arbeits- und Infek­tion­ss­chutz­maß­nah­men in deutschen Betrieben: Ergeb­nisse ein­er Befra­gung von Arbeitss­chutzex­per­tin­nen und ‑experten”; Lars Adolph, Claris­sa Eick­holt, Ali­na Tausch, Rüdi­ger Trim­pop; 1. Auflage; Dort­mund; Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin 2021; 11 Seit­en; DOI: 10.21934/baua:fokus20210205.

Den baua: Fokus gibt es im PDF-For­mat im Inter­ne­tange­bot der BAuA unter www.baua.de/dok/8855610.

Hintergrund

An der Befra­gung nah­men über 700 Fach­leute aus dem inner- und über­be­trieblichen Arbeitss­chutz sowie aus den Auf­sichts­be­hör­den teil. Eine ähn­lich pos­i­tive Ein­schätzung hin­sichtlich der Umset­zung von betrieblichen Arbeitss­chutz­maß­nah­men in der Coro­na Krise war zuvor bere­its in ein­er repräsen­ta­tiv­en Betrieb­s­be­fra­gung von der BAuA und dem Insti­tut für Arbeits­markt- und Berufs­forschung (IAB) ermit­telt worden.

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