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Corona-Schutzimpfung: Empfehlungen für Schwangere und Stillende

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Corona-Schutzimpfung: Empfehlungen für Schwangere und Stillende

Schwangere sollten nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung eine Corona-Schutzimpfung bekommen. Foto: © velishchuk - stock.adobe.com
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Wann ist eine Imp­fung für Schwan­gere sin­nvoll? Soll­ten Müt­ter ihre Babys in Zeit­en von Coro­na stillen? Und sollte eine Mut­ter mit Coro­n­ain­fek­tion ihr Baby füt­tern? Zu diesen und weit­eren Fra­gen zum The­ma Schwanger­schaft und Stillen hält das Net­zw­erk Gesund ins Leben aktuelle Dat­en und Empfehlun­gen bereit. 

Das Coro­n­avirus SARS-CoV­‑2 ist immer noch neu und wird erforscht — zum Beispiel im Hin­blick auf die Frage, welche Auswirkun­gen das Virus auf Schwan­gere und Kinder haben kann. Bish­er reichen die wis­senschaftlichen Dat­en nicht aus, um viele Fra­gen sich­er zu beant­worten. Das Robert Koch-Insti­tut ist die zen­trale Ein­rich­tung der Bun­desregierung für die Überwachung von Krankheit­en. Seine ständi­ge Analyse inter­na­tion­al ver­füg­bar­er Dat­en zu SARS-CoV­‑2 und zur Erkrankung COVID-19 ergibt bisher:

  • Gesunde Frauen im gebär­fähi­gen Alter haben grund­sät­zlich ein geringes Risiko für einen schw­eren Krankheitsver­lauf.
  • Wenn sie sich infizieren, scheinen Schwan­gere sel­tener Symp­tome wie Fieber oder Hus­ten zu entwickeln.
  • An COVID-19 erkrank­te Schwan­gere müssen aber möglicher­weise häu­figer auf ein­er Inten­sivs­ta­tion behan­delt und beat­met wer­den als gle­ichal­trige Nicht-Schwan­gere. Darauf deuten einige Stu­di­en hin.
  • Die bekan­nten Risiko­fak­toren für eine schwere COVID-19-Erkrankung wie höheres Alter und Vor­erkrankun­gen erhöhen auch in der Schwanger­schaft das Risiko, schw­er zu erkranken.
  • Eine Über­tra­gung des Coro­n­avirus von der Schwan­geren auf das Unge­borene im Mut­ter­leib wurde in einzel­nen Fällen ver­mutet. Doch es gibt dazu bish­er kaum Stu­di­en, und erst in einem Fall ist eine solche Ansteck­ung bestätigt worden.
  • Die Neuge­bore­nen von Müt­tern, die mit dem Coro­n­avirus infiziert sind, zeigen meis­tens keine Krankheit­sanze­ichen und sind genau­so vital wie die von nicht infizierten Müttern.
  • Haben Fam­i­lien­mit­glieder das Coro­n­avirus, ist eine Über­tra­gung auf das neuge­borene Kind über engen Kon­takt und eine Tröpfchen­in­fek­tion möglich. Hygien­e­maß­nah­men wie das Tra­gen ein­er All­t­ags­maske und Hän­de­waschen kön­nen davor schützen.
  • Stillen wird weit­er für alle emp­fohlen. Es gibt keinen Nach­weis, dass das Virus über Mut­ter­milch auf das Kind über­tra­gen wer­den kann.
  • Wenn Kinder an dem neuen Coro­n­avirus erkranken, ver­läuft die Krankheit häu­fig milder als bei Erwach­se­nen, oft auch ohne Symp­tome. Es kön­nen aber auch schwere Krankheitsver­läufe vorkom­men, beson­ders bei Kindern mit Vor­erkrankun­gen. Wenn Kinder außer­halb ihres Haus­es unter­wegs sind, sollen sie (wie Erwach­sene) min­destens 1,5 Meter Abstand zu anderen Per­so­n­en hal­ten. Das hil­ft, die Aus­bre­itung des Virus zu verlangsamen.

Corona-Schutzimpfung bei Schwangeren nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung

Bish­er liegen keine Dat­en zur Sicher­heit und Wirk­samkeit der in Deutsch­land zuge­lasse­nen Impf­stoffe in der Schwanger­schaft und Stil­lzeit vor. Die Ständi­ge Impfkom­mis­sion am Robert Koch-Insti­tut emp­fiehlt die Coro­na-Schutz­imp­fung Schwan­geren daher vor­erst nicht.

Impfen lassen kön­nen sich Schwan­gere derzeit nur nach ein­er indi­vidu­ellen Abwä­gung des Nutzens und des Risikos und nach Rück­sprache mit der Ärztin oder dem Arzt. Das bet­rifft aktuell vor allem Schwan­gere, die auf­grund von Vor­erkrankun­gen ein hohes Risiko für einen schw­eren COVID-19-Ver­lauf haben.

Enge Kon­tak­t­per­so­n­en von Schwan­geren (z. B. ihre Partner*innen) gehören zu der Gruppe, denen eine Imp­fung mit hoher Pri­or­ität ange­boten wird. Damit sollen Schwan­gere indi­rekt vor ein­er Infek­tion geschützt wer­den. Schwan­gere kön­nen bis zu zwei enge Kon­tak­t­per­so­n­en benen­nen, die geimpft werden.

Mehr darüber, wann Kon­tak­t­per­so­n­en von Schwan­geren an der Rei­he sind und wie die Imp­fun­gen ablaufen, auf www.zusammengegencorona.de

Impfung für Stillende mit Vorerkrankungen: mehr Vorteile als Risiken

Die Ständi­ge Impfkom­mis­sion hält es für unwahrschein­lich, dass eine Imp­fung während der Stil­lzeit ein Risiko für das Baby darstellt. Die Vorteile ein­er Imp­fung für Stil­lende mit Vor­erkrankun­gen sind deut­lich größer als die the­o­retis­chen Risiken, so eine Empfehlung von geburtshil­flichen Fachge­sellschaften und Nationaler Stil­lkom­mis­sion. Möglich ist sog­ar ein Schutz des Babys durch Antikör­p­er in der Mut­ter­milch nach der Imp­fung. Auch für Stil­lende ist eine indi­vidu­elle Abwä­gung und Rück­sprache mit der Ärztin oder dem Arzt wichtig.

Stillen wird empfohlen

Auch und ger­ade in Zeit­en von Coro­na gilt: Stillen wird für alle emp­fohlen. Das sagt die Nationale Stil­lkom­mis­sion. Es gibt bish­er keine evi­denzbasierten Hin­weise, dass das Virus über Mut­ter­milch über­tra­gen wer­den kann. Die Welt­ge­sund­heit­sor­gan­i­sa­tion WHO emp­fiehlt das Stillen aus­drück­lich auch für Müt­ter mit ein­er Corona-Infektion. 

In mehreren Stu­di­en wurde Mut­ter­milch auf das neue Coro­n­avirus unter­sucht, ohne dass dieses nachgewiesen wer­den kon­nte. In weni­gen Fällen wurde jedoch Erbgut des Virus (Virus-RNA) in der Mut­ter­milch gefun­den. Es wurde aber nicht gezeigt, dass diese Virus-RNA aus der Mut­ter­milch auch tat­säch­lich die Krankheit über­tra­gen kann (d. h. dass die Milch infek­tiös ist). Damit gibt es keinen Nach­weis, dass die Gesund­heit des Säuglings durch Stillen beein­trächtigt wird und keinen Anlass, von den derzeit­i­gen Stillempfehlun­gen abzuweichen.

Dafür bringt Stillen weit­er­hin zahlre­iche Vorteile für Mut­ter und Kind mit sich. Mut­ter­milch enthält z. B. viele Immun­stoffe und stärkt damit die Abwehrkräfte des Babys. Ist die Mut­ter mit dem Coro­n­avirus infiziert (oder beste­ht ein begrün­de­ter Ver­dacht darauf), wird Stillen weit­er aus­drück­lich emp­fohlen. Möglich ist ein­er Studie zufolge sog­ar ein pas­siv­er Immun­schutz des Babys durch die Muttermilch.

Das Baby füttern, wenn die Mutter das Coronavirus hat?

Das neue Coro­n­avirus wird haupt­säch­lich über Tröpfchen­in­fek­tion weit­ergegeben. Dabei gibt ein erkrank­ter Men­sch kleine Tröpfchen mit dem Virus beim Niesen, Hus­ten, Sprechen oder Atmen an die Luft ab. Ein ander­er Men­sch kann sie einat­men und krank wer­den. Enger Kon­takt zwis­chen einem erkrank­ten Men­schen und einem Baby stellt deshalb ein Über­tra­gungsrisiko dar. Beim Füt­tern des Babys mit Mut­ter­milch oder Säuglingsmilch sind deshalb fol­gende Hygien­e­maß­nah­men wichtig:

  • Die Mut­ter sollte vor und nach dem Kon­takt mit dem Kind gründlich die Hände waschen und ide­al­er­weise einen Mund-Nasen-Schutz tra­gen, um eine Tröpfchen­in­fek­tion zu verhindern.
  • Wenn das Baby abgepumpte Mut­ter­milch oder Säuglingsmilch bekommt, ist auch hier Hygiene wichtig. Pumpe und Fläschchen müssen nach dem Gebrauch ster­il­isiert werden.
  • Gründlich­es Hän­de­waschen, Tra­gen eines Mund-Nasen-Schutzes und Reinigen/Desinfizieren von kon­t­a­minierten Ober­flächen sind generell emp­fohlen, wenn infizierte Men­schen (oder Ver­dachts­fälle) mit Kindern umgehen.

Weitere Themen und Informationsquellen

  • Schwanger­schaft und das Coro­n­avirus SARS-CoV­‑2 / COVID-19
    Kann die Coro­na-Pan­demie Auswirkun­gen auf die Schwanger­schaft und das Baby haben? Was bedeuten die derzeit­i­gen Abstands- und Hygien­eregeln für die Geburtsvor­bere­itung, die Geburt und die Zeit des Wochen­betts? Das Por­tal www.familienplanung.de der Bun­deszen­trale für gesund­heitliche Aufk­lärung beant­wortet diese Fragen.
    www.familienplanung.de
  • Hebam­men­hil­fe per Videochat
    Hebam­men kön­nen Schwan­geren und Paaren mit Neuge­bore­nen ihre Hil­fe weit­er­hin per Videochat anbi­eten. Die Regelung gilt bis Ende März 2021 für die Beratung in der Schwanger­schaft, zum Beispiel bei Beschw­er­den, und die Betreu­ung im Wochen­bett. Bis Ende Juni 2021 kön­nen dig­i­tale Geburtsvor­bere­itungskurse ange­boten wer­den. Bei Kursen sind auch Mis­chfor­men möglich, sodass schwan­gere Frauen sowohl vor Ort im Kursraum als auch zu Hause via Live-Videoschal­tung teil­nehmen kön­nen. Das haben die Hebam­men­ver­bände und der GKV-Spitzen­ver­band vereinbart.
    Hebam­men-Suche ammely.de (inkl. kurzfristiger Betreu­ung wegen Corona)
  • Infos rund um den Mut­ter­schutz für Schwan­gere und Stillende
    Muss ich als Schwan­gere derzeit zur Arbeit oder zur Aus­bil­dung gehen? Kann ich mein Kind weit­er­hin in meinem Betrieb oder mein­er Aus­bil­dungsstätte stillen? Wo kann ich mich über Einzel­heit­en des Mut­ter­schutzes während der COVID-19-Pan­demie berat­en lassen?
    Fra­gen und Antworten des Auss­chuss­es für Mut­ter­schutz zu Beson­der­heit­en in der Coronazeit
  • Coro­n­avirus: Infor­ma­tio­nen zu Kurzarbeit und Sozialschutz
    Habe ich einen Anspruch darauf, von zu Hause aus zu arbeit­en? Muss ich zur Kinder­be­treu­ung Urlaub nehmen, wenn mein Kind nicht krank ist, aber die Kita/Schule meines Kindes (länger) geschlossen wird? Antworten auf diese und weit­ere Fra­gen gibt das Bun­desmin­is­teri­um für Arbeit und Soziales.
    Bun­de­sar­beitsmin­is­teri­um
  • AHA-Formel für Kinder erklärt
    In Kita und Schule müssen sich Kinder an einen All­t­ag mit neuen Regeln gewöh­nen, vom Abstand hal­ten über Hygien­eregeln bis zum Tra­gen von Masken. Wie Sie Ihre Kinder dabei unter­stützen kön­nen, lesen Sie hier:
    www.zusammengegencorona.de
  • Fam­i­lien­zeit gesund gestalten
    Eine Allianz zahlre­ich­er Ver­bände rund um Fam­i­lien- und Kinderge­sund­heit begleit­et Eltern mit prak­tis­chen Tipps durch die Corona-Zeit.
    Mehr auf www.kinderaerzte-im-netz.de
  • Wie Eltern ihren Kindern jet­zt helfen können
    Kinder nehmen die Verän­derun­gen in ihrer Fam­i­lie und in ihrem sozialen Umfeld mit der aktuellen Sit­u­a­tion sehr genau wahr. In der fol­gen­den Broschüre find­en Eltern und andere Bezugsper­so­n­en Anre­gun­gen, wie sie in dieser möglicher­weise belas­ten­den Sit­u­a­tion mit ihren Kindern sprechen können.
    Infor­ma­tio­nen für Fam­i­lien von der Bundesregierung

Stand: 16.02.2021 (zum Orig­i­nal­beitrag)

www.gesund-ins-leben.de

www.bzfe.de

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