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Absturzsicherungen retten Menschenleben

Dacharbeiten
Absturzsicherungen retten Menschenleben

Anseilschutz durch Auffanggeschirr mit Seilkürzer Foto: © SVLFG
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Wür­den Sie sich trauen, ungesichert und ohne Netz auf einem Schwe­be­balken in bis zu zehn Metern Höhe zu bal­ancieren? Nein? Trotz­dem sieht man immer wieder Men­schen auf ungesicherten Däch­ern arbeit­en. Ger­ade so, als hät­ten sie Flügel, die sie vor einem Sturz bewahren kön­nen. Die bit­tere Real­ität: Jedes Jahr verunglück­en Per­so­n­en, weil sie ungesichert von Däch­ern abrutschen oder auf morschen, wurm­stichi­gen Heu‑, Stroh- oder son­sti­gen Böden durch­brechen. Wer einen solchen Sturz über­lebt, hat oft lebenslang unter den Spät­fol­gen zu leiden.

Die Sozialver­sicherung für Land­wirtschaft, Forsten und Garten­bau (SVLFG) weist unter anderem auf ihrer Inter­net­seite www.svlfg.de darauf hin, wie man sich selb­st und gegebe­nen­falls auch mithelfende Per­so­n­en bei Arbeit­en in der Höhe vor einem Absturz sich­ern muss. Hier sind in aller Kürze die wichtig­sten Regeln:

Pla­nen Sie die Arbeit­en im Vorfeld:
Sind Sie oder Ihre Mitar­beit­er fach­lich und kör­per­lich geeignet, diese Arbeit­en auszuführen?
Sind die geeigneten Arbeits- und Sicherungsmit­tel im Betrieb vorhan­den beziehungsweise kön­nen sie geliehen werden?
Im Zweifel beauf­tra­gen Sie eine Fach­fir­ma mit diesen Arbeiten!
Sind diese Punk­te erfüllt, wählen Sie ein sicheres Arbeitsver­fahren aus. Viele Dachar­beit­en lassen sich von ein­er Hubar­beits­bühne oder ein­er an den Schlep­per oder Telesko­plad­er ange­bracht­en Arbeit­splat­tform sich­er ausführen.
Muss das Dach betreten wer­den, sind Sicherungs­maß­nah­men nötig:
  • Vor Beginn der Dachar­beit­en muss ein Dachfang­gerüst aufgestellt wer­den, das alle Dachkan­ten gegen Absturz absichert, in deren Nähe (Montage-)Arbeiten ver­richtet wer­den sollen. Fang­gerüste an Däch­ern mit ein­er Nei­gung von mehr als 20 Grad müssen im Trauf­bere­ich zusät­zlich mit seitlichen Net­zen oder Draht­git­tern aus­ges­tat­tet werden.
  • Bei nicht bege­hbaren Däch­ern muss das Durch­brechen ver­hin­dert wer­den. Vor dem Bege­hen sind min­destens 24 Mil­lime­ter dicke Lauf­bohlen auf dem Dach auszule­gen. Darüber hin­aus muss in allen Gebäu­den ohne Geschoss- beziehungsweise Zwis­chen­deck­en (zum Beispiel Hallen oder Sche­unen) unter der Dachfläche ein Auf­fangnetz einges­pan­nt wer­den, das durch­brechende Per­so­n­en auf­fan­gen kann. Nicht durchtrittssich­er sind Wellplat­tenein­deck­un-gen (zum Beispiel aus Faserze­ment oder Kun­st­stoff) und Trapezbleche. Sie ver­mit­teln ein trügerisches Gefühl der Sta­bil­ität, sind aber grund­sät­zlich nicht begehbar!
  • Auch beim Umdeck­en von Däch­ern mit gle­ichzeit­igem Aus­tausch der alten Lat­ten, auf denen die Ziegel liegen, muss zusät­zlich im Gebäudein­neren ein Auf­fangnetz gegen Per­so­n­en­ab­sturz einge­zo­gen werden.
  • Es emp­fiehlt sich bei der Auswahl von Dachein­deck­un­gen darauf zu acht­en, dass diese durch­sturzsich­er sind. Dies ver­ringert die Unfall­ge­fahr, wenn aus Verse­hen ein Tritt neben die Lauf­bohlen geht. Bei Fra­gen hierzu ste­hen Ihnen die Präven­tion­s­mi­tar­beit­er der SVLFG gerne zur Verfügung.
  • Läuft über das Dach eine Strom­leitung, so ist diese vor Arbeits­be­ginn span­nungs­frei zu schal­ten beziehungsweise abzuisolieren.
Die SVLFG bit­tet ein­dringlich darum, diese Ratschläge zu befol­gen – auch wenn damit Mehraufwand und Mehrkosten ver­bun­den sind. Dazu Mar­tin Empl, Vor­standsvor­sitzen­der der SVLFG: „Die Unfall­sta­tis­tik lehrt, dass schwere und nicht sel­ten tödliche Ver­let­zun­gen lei­der die Regel sind, wenn sich Unfälle bei Dachar­beit­en ereignen, die ohne die notwendi­gen Sicherungs­maß­nah­men durchge­führt wur­den. Nutzen Sie zur Pla­nung und Durch­führung von Dachar­beit­en einen Sicher­heits- und Gesund­heit­s­plan, damit Sie keine wichti­gen Sicherungs­maß­nah­men vergessen“.
Bei ein­er Arbeit­shöhe von sieben Metern und mehr ist die Erstel­lung eines Sicher­heits- und Gesund­heit­s­plans (SiGe-Plan) verpflich­t­end. Der SiGe-Plan für Hallen und Ställe ste­ht als kosten­los­er Down­load im Inter­net zur Ver­fü­gung unter:
www.svlfg.de Präven­tion Fach­in­for­ma­tio­nen von A – Z B Bauarbeiten
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