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BG RCI Förderpreis Arbeit – Sicherheit – Gesundheit 2011

Abkup­fern erwünscht!

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Nun stehen sie fest: die Gewin­ner des „Arbeitssicherheits-Oskars“, des höchst­do­tier­ten Prei­ses für Arbeits­si­cher­heit in Deutsch­land. 991 Männer und Frauen hatten sich mit 445 Beiträ­gen an dem Ideen­wett­be­werb betei­ligt. Die krea­tivs­ten Beiträge wurden mit 16 Sonder- und Förder­prei­sen ausge­zeich­net. Ein Pool an guten Ideen und viele Anre­gun­gen auch für andere Bran­chen.

Bereits zum 14. Mal wurden mit dem „Arbeitssicherheits-Oscar“ der Berufs­ge­nos­sen­schaft Rohstoffe und chemi­sche Indus­trie (BG RCI) wegwei­sende Ideen rund um die betrieb­li­che Arbeits­si­cher­heit und den Gesund­heits­schutz belohnt. Der Förder­preis sei ein wich­ti­ger Beitrag dazu, „Menschen zu ermu­ti­gen, Verant­wor­tung zu über­neh­men, zu Gestal­tern zu werden und damit mehr zu sein als die Potenz ihres Arbeits­ver­tra­ges“, so Lauda­tor Joachim Gauck bei der Preis­ver­lei­hung. Arbeits­si­cher­heit kann nicht verord­net werden – Menschen entschei­den über Erfolg oder Miss­erfolg. Deshalb zeich­net die BG RCI Menschen aus, die mit gutem Beispiel voran­ge­hen. Menschen, die mit ihrer Krea­ti­vi­tät Ideen für eine sichere und gesunde Arbeits­welt entwi­ckeln und dieses Enga­ge­ment weiter tragen. In zwei der sechs Bran­chen der BG RCI hat der Preis eine lange Geschichte. Insge­samt haben sich seit 1997 rund 8.700 Teil­neh­mer mit über 4.700 Projek­ten betei­ligt. Ende 2010 hat ihn erst­mals die BG RCI ausge­schrie­ben, um den Austausch über Bran­chen­gren­zen hinaus zu fördern. „Arbeits­si­cher­heit und Gesund­heits­schutz müssen in den Köpfen der Menschen veran­kert werden und als gleich­ran­gige Unter­neh­mens­ziele neben Wirt­schaft­lich­keit, Produk­ti­vi­tät, Quali­tät sowie der Scho­nung der Umwelt gelten“, nannte Ulrich Mees­mann, Mitglied der Geschäfts­füh­rung der BG RCI und Ressort­lei­ter Präven­tion, den Grund­ge­dan­ken der Initia­tive.

Folgende Ideen wurden ausge­zeich­net:
Eine mitführ­bare Anschlag­vor­rich­tung für Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung gegen Absturz. Die Wismuth GmbH beför­dert Erde, Sand, Schot­ter und Kies mit der Bahn. Dabei ist auch eine manu­elle Reini­gung der Schüttram­pen und des Gleis­kör­pers mit Schau­feln erfor­der­lich. Dabei ist eine Siche­rung gegen Absturz unver­zicht­bar. Vier Mitar­bei­ter haben eine auf den Schie­nen­kopf aufsteck­bare und dank zweier inte­grier­ter Kugel­la­ger entlang der Schiene mitführ­bare Anschlag­vor­rich­tung entwi­ckelt.
Beton­kör­per lärm­arm und vibra­ti­ons­frei herstel­len. In Beton­wer­ken werden zur Unter­su­chung der Mate­ri­al­güte des herge­stell­ten Produk­tes Beton­pro­ben in würfel­för­mige Stahl­for­men gegos­sen. Diese werden dann für kurze Zeit auf Vibra­ti­ons­plat­ten gestellt, um Luft­ein­schlüsse zu vermei­den. Zwei Mitar­bei­ter der Holcim Kies und Beton GmbH änder­ten einen Rüttel­tisch derart, dass ein darin inte­grier­ter Magnet die Form während des Verdich­tungs­vor­gan­ges fixiert. Zusätz­lich brach­ten sie an der Unter­seite schall­däm­mende Mate­ria­lien an. Die Mitar­bei­ter brau­chen ihn nun nicht mehr fest­hal­ten und sein Metall­bo­den schlägt nicht mehr so fest, und laut, gegen die Metall­platte.
Adia­ba­ti­sche Arbeits­platz­kli­ma­ti­sie­rung. Die Gealan Form­teile GmbH hat eine Klima­an­lage mitent­wi­ckelt, die auf dem Prin­zip der adia­ba­ti­schen Kühlung (Kühlung durch Verduns­tung) basiert, und sie in der Produk­ti­ons­halle für Spritz­guss­teile instal­liert. Das Arbeits­klima für die Mitar­bei­ter ist deut­lich ange­neh­mer, das Unfall­ri­siko gerin­ger und die Anlage benö­tigt nur etwa 25 Prozent der Ener­gie einer konven­tio­nel­len Klima­an­lage.
Absi­che­rung eines Walz­wer­kes. Bei Freu­den­berg Sealing Tech­no­lo­gies wurde eine Kunst­stoff­scheibe vor dem als Walzen­mund bezeich­ne­ten Walzen­spalt instal­liert. Der untere Teil der Scheibe ist als Klappe ausge­führt, die bei der kleins­ten Bewe­gung einen Sicher­heits­schal­ter am Schar­nier betä­tigt. Wird die Klappe durch die Hand des Arbei­ters nach innen bewegt, löst der Schal­ter sofort aus und die Walze bleibt stehen. Gleich­zei­tig fährt die Scheibe nach oben, damit die Hand nicht durch sie verletzt wird.
Fang­vor­rich­tung beim Hoch­druck­rei­ni­gen. Bei der Besei­ti­gung von Abla­ge­run­gen in Rohr­lei­tun­gen durch den Einsatz von Hoch­druck­rei­ni­gungs­ge­rä­ten kann es passie­ren, dass das Schlau­chende mit der Düse unkon­trol­liert aus der Reini­gungs­öff­nung austritt und der Flüs­sig­keits­strahl Menschen verletzt. Dies verhin­dert ein Deckel mit einer Arre­tier­vor­rich­tung für die Reini­gungs­öff­nung, der schnell und unkom­pli­ziert mit einer Flügel­mut­ter montiert werden kann. Entwi­ckelt von Tors­ten Hoff­mann, Mitar­bei­ter bei Felix Schoel­ler jr. Foto- und Spezi­al­pa­piere.
Hilfs­mit­tel zur Rettung aus Schütt­gü­tern in Silos. Bei der Südzu­cker AG können tech­no­lo­gisch bedingt die Silos nicht rest­los entleert werden. Zur manu­el­len Rest­ent­lee­rung müssen Mitar­bei­ter im Silo arbei­ten. Sollte es zu einer Verschüt­tung kommen, können zusam­men­steck­bare Alumi­ni­um­ble­che bei der Bergung eines Verschüt­te­ten das unge­hemmte Nach­flie­ßen des Zuckers zu verhin­dern.
Inno­va­ti­ves Lärm­schutz­sys­tem Cisi­lent. Die textile Konstruk­tion besteht aus drei Lagen, die so mitein­an­der verbun­den sind, dass Taschen zur Aufnahme eines Filter­me­di­ums entste­hen. Eine zusätz­li­che Lack­schicht schützt vor Wasser, Schmutz und Mikro­or­ga­nis­men. Damit wird ein Schall­dämm­maß von bis zu 25 db(A) erreicht. Cisi­lent ist leicht und gut form­bar und zur Kapse­lung von Schall­quel­len im Innen- und Außen­be­reich einsetz­bar.
Ausbildungs- und Trai­nings­kon­zept „Höhen­ret­tung auf Tief­bohr­an­la­gen“. Bei der KCA Deutag Dril­ling GmbH wurde auf dem Firmen­ge­lände ein 17 Meter hoher Trai­nings­turm für prak­ti­sche Rettungs­übun­gen errich­tet und mit sicher­heits­tech­ni­schen Einrich­tun­gen ausge­stat­tet. Vermit­telt werden auch spezi­ell auf die Belange der Erdöl- und Erdgas-Industrie konzi­pierte Rettungs­tak­ti­ken.
Mitar­bei­ter­in­for­ma­tion über Intra­net. Auf der Start­seite des Intra­nets der Mittel­deut­sche Braun­koh­len­ge­sell­schaft mbH finden die Beschäf­tig­ten an allen Stand­or­ten jetzt Anga­ben zum Stand der unfall­freien Tage sowie zum Unfall­ge­sche­hen. Zudem werden Fragen zum Arbeits‑, Gesundheits‑, Brand- und Umwelt­schutz veröf­fent­licht und mit unter­schied­li­chen Antwort­mög­lich­kei­ten verse­hen. Je fünf Beschäf­tigte können wöchent­lich bei einem Quiz aus diesen Fragen mitma­chen.
Gesundheitsmanagement-System „… in Form“. Dieses Früh­warn­sys­tem bei der RAG Akti­en­ge­sell­schaft bietet den Beschäf­tig­ten recht­zei­tig indi­vi­du­elle Hilfe­stel­lung an für ihre Gesund­erhal­tung, Gene­sung bei Krank­heit und Wieder­ein­glie­de­rung in den Arbeits­all­tag.
Ersatz des Reini­gungs­mit­tels Aceton durch einen unge­fähr­li­chen Stoff. Die Chemo­werk GmbH ersetzt Aceton durch einen so genann­ten diba­si­schen Ester. Das neue Lösungs­mit­tel hat einen Flamm­punkt von über 100 Grad und ist gesund­heit­lich unbe­denk­lich. Es lässt sich in einem Destil­la­ti­ons­pro­zess gut aufar­bei­ten.
Siche­res Arbei­ten an Dreh­ma­schi­nen. Kunst­stoff­sch­lin­gen entste­hen bei der Bear­bei­tung von Kunst­stoff­tei­len an Dreh­ma­schi­nen. Sie können sich in der Maschine verfan­gen und müssen entfernt werden. Dies geschieht bei der Quadrant PHL Deutsch­land GmbH jetzt mittels eines in die Werk­zeug­hal­te­rung inte­grier­ten Vaku­um­in­jek­tors, der sie einsaugt.
Gesund­heits­an­wei­sung am Arbeits­platz. Die grüne Gesund­heits­an­wei­sung gibt bei Freu­den­berg Sealing Tech­no­lo­gies anschau­lich Antwor­ten auf Fragen des Beschäf­tig­ten zu Gesund­heits­ge­fah­ren an seinem Arbeits­platz und deren Vorbeu­gung.
Syste­ma­ti­scher Einsatz von Mitar­bei­tern als Dolmet­scher in Notfäl­len. Beim Papier­her­stel­ler Stora Enso wurde die Fremd­spra­chen­kom­pe­tenz aller Mitar­bei­ter erfasst; zu lesen an zentra­len Stel­len in elek­tro­ni­scher Form und auf Merk­kar­ten. Bei einem Notfall können Dolmet­scher schnell herbei­ge­ru­fen werden.
Sicher­heits­un­ter­wei­sung zum Thema Alko­hol. Beim Papier­her­stel­ler Tech­no­cell Dekor haben zwei Auszu­bil­dende ein spezi­ell auf Jugend­li­che zuge­schnit­te­nes Unter­wei­sungs­mo­dul zum Thema Alko­hol entwi­ckelt.
Umset­zung der Kampa­gne „Risiko raus!“. Die Evonik Gold­schmidt GmbH will die Zahl der Wege- und Verkehrs­un­fälle im Unter­neh­men weiter redu­zie­ren. Über einen Zeit­raum von zwei Jahren sollen Auto‑, Zweirad- und Stap­ler­fah­rer sowie die Ange­hö­ri­gen immer wieder für das Thema sensi­bi­li­siert werden.
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