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Argumente für aktives Handeln

Erste Hilfe leis­ten

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In jedem Jahr werden über zwei Millio­nen Menschen von den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie von aner­kann­ten priva­ten Einrich­tun­gen in Erster Hilfe ausge­bil­det. Ziel der Kurse ist sowohl die fach­li­che Ausbil­dung als auch die Moti­va­tion der Teil­neh­mer zum Helfen. Nach Anga­ben der Fach­li­te­ra­tur ist gerade der Erfolg des letzt­ge­nann­ten Zieles frag­wür­dig. Wissen­schaft­lich nach­ge­wie­sen wurde eher die fehlende tatsäch­li­che Hilfs­be­reit­schaft.

Im Rahmen eines Forschungs­pro­jek­tes der Bundes­an­stalt für Stra­ßen­we­sen wurden im Stadt­be­reich Marburg u. a. 197 Simu­la­tio­nen eines Fahr­rad­un­fal­les durch­ge­führt. Die Beob­ach­tun­gen erfolg­ten, um die Ergeb­nisse nicht zu beein­flus­sen, verdeckt. Nur circa 30 Prozent der vorbei­ge­hen­den Passan­ten hatten das Unfall­op­fer ange­spro­chen und boten Hilfe an. Zu ähnli­chen Ergeb­nis­sen kam eine Unfall­si­mu­la­tion des ADAC im Jahre 1992 an einer Land­straße. Von 69 vorbei­fah­ren­den Autos und 3 Radfah­rern versuch­ten nur 14 Perso­nen an der Unfall­stelle zu helfen. Weitere Fälle aus Unter­su­chun­gen und Praxis sind bekannt. Es handelt sich nicht um Einzel­fälle, sondern auch um ein gesell­schaft­li­ches Problem. Die Ursa­chen dieses Problems sind viel­fäl­ti­ger Natur und sehr komplex. Neben den Ausbil­dungs­be­din­gun­gen spie­len ebenso die Erfah­run­gen der poten­zi­el­len Erst­hel­fer sowie Miss­ver­ständ­nisse und mangelnde Aufklä­rung über die Notwen­dig­keit Erster Hilfe eine bedeu­tende Rolle. Der Beitrag erläu­tert die wich­tigs­ten Argu­mente für eine aktive Hilfe­leis­tung, um vor allem auch den betrieb­li­chen Erst­hel­fer über den kogni­ti­ven Zugang die Bedeu­tung bzw. Notwen­dig­keit ihrer Erst­hel­fer­tä­tig­keit heraus­zu­stel­len.

Bestand­teil des Rettungs­sys­tems
Die Bundes­re­pu­blik Deutsch­land besitzt eines der moderns­ten und effek­tivs­ten Rettungs­sys­teme, dennoch benö­tigt der Rettungs­dienst im Durch­schnitt circa 10 Minu­ten bis zum Eintref­fen am Notfall­ort. Notfall­me­di­zi­ni­sche Hilfe ist also niemals sofort verfüg­bar. Diverse Studien und Erfah­run­gen in der Vergan­gen­heit haben gezeigt, dass oftmals gerade die ersten Minu­ten nach dem Unfall oder der akuten gesund­heits­be­droh­li­chen Erkran­kung von entschei­den­der Bedeu­tung sind.
Diese Leer­zeit wird als thera­pie­freies Inter­vall bezeich­net. Das System der Ersten Hilfe knüpft an diesen Aspekt an und inte­griert (zufäl­lig) anwe­sende Perso­nen in den Rettungs­pro­zess und macht sie somit zu einem wich­ti­gen Bestand­teil der Rettungs­kette.
In der Regel sind es einfach zu erler­nende Hand­griffe, die einem Menschen in Not helfen und weitere Kompli­ka­tio­nen bzw. Schä­di­gun­gen verhin­dern oder unter Umstän­den das Leben retten. Erst­hel­fer über­brü­cken also mit ihrer Anwe­sen­heit und ihren Grund­kennt­nis­sen sinn­voll die Zeit bis zum Eintref­fen des Rettungs­diens­tes. Selbst das bloße Zure­den sowie die Präsens eines ande­ren wirken sich posi­tiv auf den Zustand des Betrof­fe­nen aus. Die Bedeu­tung der Präsenz hand­lungs­wil­li­ger Erst­hel­fer wird beim plötz­li­chen Herz­tod über­deut­lich. Bei jedem und jeder Alters­gruppe kann es aufgrund von Herz­er­kran­kun­gen zum Kreis­lauf­still­stand kommen. Ohne adäquate Hilfe­leis­tung sinkt die Über­le­bens­chance um circa 10 Prozent pro Minute. Kein Rettungs­dienst der Welt wäre so schnell vor Ort verfüg­bar wie ein Laien­hel­fer. Aber auch bei weni­ger drama­ti­schen Notfäl­len kann ein Erst­hel­fer wirkungs­voll eingrei­fen. Ist eine Person beispiels­weise bewusst­los kann es zu einer Verle­gung der Atem­wege (u.a. durch Spei­chel, Blut, Erbro­che­nen) und damit zum Atem­still­stand kommen. Allein durch die Anwen­dung der stabi­len Seiten­lage kann diese Gefahr abge­wen­det werden. In der Regel ist die Erste Hilfe noch unkom­pli­zier­ter.
Opfer können sich nicht selbst helfen
In Folge der Verlet­zung oder akuten Erkran­kung sind die betrof­fe­nen Perso­nen viel­fach nicht mehr in der Lage sich selbst zu helfen. Dies wird verstärkt durch den einset­zen­den Schock, der – trotz vorhan­de­nem Bewusst­sein – ein über­leg­tes Vorge­hen unmög­lich macht. Verant­wort­lich dafür ist eine Kreis­lauf­stö­rung, welche die Durch­blu­tung wich­ti­ger Organe und des Gehirns auf ein Mini­mum redu­ziert. Bewe­gungs­un­fä­hige oder ohnmäch­tige Perso­nen können sich nicht von selbst aus einem Gefah­ren­be­reich evaku­ie­ren. Nur durch die Unter­stüt­zung von Helfern, die dabei natür­lich ihren eige­nen Schutz beach­ten, ist eine Rettung möglich.
Wo kommen die meis­ten Notfälle vor?
Entge­gen der öffent­li­chen Meinung gesche­hen die meis­ten Notfälle im häus­li­chen Bereich. Dort sind es viel­mehr die Verwand­ten, Freunde, Bekann­ten oder Kolle­gen die Erste Hilfe benö­ti­gen und gele­gent­lich fremde Perso­nen. Viele Menschen denken beim Leis­ten der Ersten Hilfe zunächst an Verkehrs­un­fälle, was sicher­lich mit dem Umstand zu tun hat, dass jeder Führer­schein­be­wer­ber einen Kurs in Lebens­ret­ten­den Sofort­maß­nah­men am Unfall­ort absol­vie­ren muss. Im Jahre 2006 star­ben 5.094 an den Folgen eines Verkehrs­un­fal­les. Im glei­chen Jahr erla­gen aller­dings mehr als 60.000 Perso­nen den Folgen eines Herz­in­fark­tes. Des Weite­ren gesche­hen fast 1 Million Sport­un­fälle jedes Jahr. Davon führen fast 250.000 Sport­un­fälle zu einer ärzt­li­chen Behand­lung. Die Liste lässt sich weiter fort­füh­ren. Zudem zeigen die Arten der Notfälle, dass es sich dabei um leichte bis mittel­schwere Verlet­zun­gen handelt. Die wenigs­ten Fälle sind lebens­be­droh­li­cher und damit drama­ti­scher Natur. Das Bild der spek­ta­ku­lä­ren Ersten Hilfe wird zuwei­len in der Presse und im Fern­se­hen gezeich­net, da diese publi­kums­wirk­sa­mer zu sein schei­nen. Oder anders ausge­drückt: In den Medien sind nur die Notfälle anzu­tref­fen, die aufse­hen­er­re­gend und aufla­gen­stei­gernd erschei­nen.
Jeder kann Hilfe benö­ti­gen
Ob Unfall oder Erkran­kung, ob selbst­ver­schul­det oder nicht: Jeder kann einmal Opfer eines medi­zi­ni­schen Notfalls werden und auf Hilfe ande­rer ange­wie­sen sein. Das System der Ersten Hilfe setzt dabei auf Gegen­sei­tig­keit und Soli­da­ri­tät. Das Prin­zip der Soli­da­ri­tät besagt im Falle der Erst­ver­sor­gung, dass die Gesun­den den Kran­ken und Hilfs­be­dürf­ti­gen nach bestem Wissen und Gewis­sen helfen. Dies gilt für alle Anwe­sen­den an einem Notfall­ort. Die ethi­schen Grund­werte eines jeden soll­ten das beherzte Eingrei­fen – ohne sich selbst dabei in Gefahr brin­gen zu müssen – umfas­sen. In der Arbeits­welt, in der Frei­zeit, im Verkehr usw. gibt es viel­fäl­tige Risi­ken, die jeder­zeit zu Unglü­cken führen können. Inso­fern kann jeder einmal in eine Notlage gera­ten, in der er die Hilfe ande­rer benö­tigt. Dies ist aber kein einsei­ti­ger Prozess, denn ein mora­li­scher Anspruch auf Hilfe besteht nur dann, wenn jeder bereit ist, seinen Teil zur Rettungs­kette beizu­tra­gen. Ohne die Hilfe frei­wil­li­ger Laien­hel­fer vor Ort, würde das Rettungs­sys­tem massiv an Quali­tät und insbe­son­dere an Effi­zi­enz verlie­ren. Die Hand­lungs­be­reit­schaft des Einzel­nen ist somit zugleich ein gesell­schaft­li­cher Beitrag zum Gesund­heits­sys­tem, der nicht in Geld­wert ausge­drückt werden kann.
Keine juris­ti­schen Konse­quen­zen
Viele poten­zi­elle Erst­hel­fer helfen nicht aus Angst:
  • sich zu verlet­zen
  • anzu­ste­cken,
  • vor Ekel oder
  • etwas falsch zu machen bzw. recht­li­chen Restrik­tio­nen.
Niemand muss vor juris­ti­schen Konse­quen­zen Angst haben, wenn die Hilfe­leis­tung weder vorsätz­lich noch grob fahr­läs­sig durch­ge­führt wurde. Selbst wenn während des Rettungs­pro­zes­ses nicht jeder Hand­griff einhun­dert­pro­zen­tig sitzt, bedeu­tet dies noch keine falsche Hilfe­leis­tung. Im Gegen­teil: Falsch ist es gar nichts zu machen und den Betrof­fe­nen sich selbst zu über­las­sen. Die Praxis zeigt, dass die meis­ten Erst­hel­fer sich sehr genau über­le­gen, was sie tun. Dort wo gehol­fen wird, sind sie sogar sehr vorsich­tig. Zudem kommt es bei der Bewäl­ti­gung von Notfall­si­tua­tio­nen nicht auf iden­ti­sche Umset­zung der im Lehr­gang vermit­tel­ten Hand­lungs­ab­läufe an, sondern darauf, was mit dieser Hilfe­leis­tung bewirkt werden soll. Da jeder Notfall sich anders darstellt, ist sogar eine Impro­vi­sa­ti­ons­fä­hig­keit ausdrück­lich erwünscht.
Keine arbeits­recht­li­chen Folgen
Zeit­druck ist ein mit unter­las­se­ner Hilfe­leis­tung hoch korre­lie­ren­der Faktor. Wer sich morgens auf dem Weg zur Arbeit befin­det, nutzt für sich unter Umstän­den die Ausrede, dass der Dienst­be­ginn pünkt­lich statt­fin­den muss und es daher keine Zeit gäbe zu helfen. Zeit­druck ist niemals ein Argu­ment, viel­mehr eine Ausrede. Niemand kann aus einem Arbeits­ver­hält­nis entlas­sen werden, wenn es zu einer Verspä­tung in Folge einer Erst­hel­fer­tä­tig­keit kommt. Das glei­che gilt ebenso für Gerichts­ter­mine etc. Da es keine arbeits­recht­li­chen Konse­quen­zen gibt, spricht dies für das Leis­ten von Erster Hilfe.
Einer muss anfan­gen
Aller Anfang ist schwer. Dieses Motto gilt insbe­son­dere am Unglücks­ort. Niemand traut sich etwas zu tun, weil u. a. zu viele Leute zu schauen und der eigent­lich willige Helfer Angst hat, nun im Mittel­punkt zu stehen. Zugleich denkt jeder Anwe­sende, dass die ande­ren Umste­hen­den schon helfen werden. Die persön­li­che Einbin­dung ist also vermeint­lich nicht nötig. Das ist jedoch ein Trug­schluss.
Werden die ersten Schritte von einem Frei­wil­li­gen durch­ge­führt, schlie­ßen sich in der Regel andere Helfer dem Rettungs­pro­zess an. Es ist also wich­tig, die Initia­tive zu ergrei­fen, damit die Erste Hilfe „ins Rollen“ gerät. Dabei ist es von Vorteil, sofort einige Leute gezielt anzu­spre­chen und Aufga­ben zu über­tra­gen. Die Wahr­schein­lich­keit so auf Ableh­nung zu stoßen, ist gerin­ger. Ein Grund Erste Hilfe zu leis­ten, liegt also in der Vorbild- bzw. Akti­vie­rungs­funk­tion für andere anwe­sende Perso­nen.
Anste­ckung und Ekel mini­mie­ren
Viele Menschen gehen nicht selten davon aus, dass sie den Einsatz der Herz-Lungen-Wiederbelebung bei einem Frem­den durch­füh­ren müssen. Wie bereits erläu­tert, treten die meis­ten Notfälle im persön­li­chen Umfeld des Helfers auf, daher ist die Wahr­schein­lich­keit, einmal einen Frem­den zu beatmen, mini­mal. Der ekel­be­dingte Wider­stand einen Nahe­ste­hen­den wieder­zu­be­le­ben, ist natur­ge­mäß gering, da ein Inter­esse an dem Wohl des Betrof­fe­nen besteht. Sollte es dennoch Hemmun­gen geben, sind zwischen­zeit­lich auch dafür prak­ti­sche Hilfs­mit­tel verfüg­bar, die eine unkom­pli­zierte hygie­ni­sche Anwen­dung ermög­li­chen. So gibt es für die Atem­spende beispiels­weise Beatmungs­hil­fen, welche in Form eines Schlüs­sel­an­hän­gers in jeder Apotheke zu bekom­men sind. Auch ohne solch ein indus­tri­ell gefer­tig­tes Hilfs­mit­tel ist durch Impro­vi­sa­tion eine Beatmung – ohne direk­ten Kontakt zum Betrof­fe­nen – möglich, indem beispiels­weise ein Taschen­tuch als Ekel­bar­riere dient. Spei­chel enthält wesent­lich weni­ger Viren als Blut und kommt für eine Infek­tion beinahe nicht in Betracht. Darüber­hin­aus kann die Anste­ckungs­ge­fahr durch HIV durch die Mund-zu-Nase-Beatmung noch­mals erheb­lich verrin­gert werden.
Die Anste­ckungs­ge­fahr bei bluten­den Wunden ist durch das Tragen von Einmal­hand­schu­hen ausge­schlos­sen.
Erst­hel­fer sind unfall­ver­si­chert
Nach § 2 Absatz 1 Nr. 12 und Nr. 13 Buch­stabe a des 7. Sozi­al­ge­setz­bu­ches ist jeder Erst­hel­fer per Gesetz in der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung versi­chert, wenn er bei Unglücks­fäl­len, gemei­ner Gefahr oder Not Hilfe leis­tet und dabei (im extrem selte­nen Fall!) einen körper­li­chen Scha­den erlei­det. Die Leis­tun­gen der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung umfas­sen den Anspruch auf eine kosten­lose Heil­be­hand­lung, Verletzten- sowie Über­gangs­geld bzw. Berufs­hilfe und Verletz­ten­rente. Erst­hel­fer erfah­ren so durch die Hilfe­leis­tung keine Benach­tei­li­gung – auch wenn die Notver­sor­gung im priva­ten Rahmen statt­fin­det.
Ersatz von Sach­schä­den
Nicht selten wird nicht gehol­fen, weil der Helfer Furcht vor Sach­schä­den hat, die während der Hilfe entste­hen. Ist die Erste Hilfe im Inter­esse des Opfers gewe­sen, können die entstan­de­nen Sach­schä­den, die dem Helfer im Zusam­men­hang mit der Erste Hilfe-Leistung entstan­den sind, erstat­tet werden. Das Inter­esse wird immer dort bejaht, wo entwe­der der Wunsch nach Hilfe geäu­ßert wird oder das Opfer mutmaß­lich zustim­men würde (z. B. Bewusst­lo­sig­keit, Schock).
Neben dem ethi­schen Gebot hat der Gesetz­ge­ber im § 323c des Straf­ge­setz­bu­ches (StGB) die Verpflich­tung zum Helfen offi­zi­ell veran­kert.
Nutzung eige­ner Hand­lungs­kom­pe­tenz
Nur wenige Perso­nen­grup­pen sind dazu verpflich­tet, einen Erste Hilfe-Kurs zu absol­vie­ren. Führer­schein­be­wer­ber müssen nur einmal einen entspre­chen­den Nach­weis erbrin­gen. Erst­hel­fer in Firmen hinge­gen müssen spätes­tens alle 2 Jahre ihre Kennt­nisse auffri­schen. Ohne Wieder­ho­lung oder Anwen­dung tritt das so einst erlernte in den Hinter­grund und wirkt sich nicht nach­hal­tig auf die Hand­lungs­si­cher­heit in einer Notsi­tua­tion aus.
Eine Stär­kung der Hilfs­be­reit­schaft und der Festi­gung der Erste Hilfe-Kenntnisse erfolgt zum einen in der regel­mä­ßi­gen Teil­nahme an den entspre­chen­den Lehr­gän­gen und zum ande­ren in der real-praktischen Anwen­dung. Damit verbun­den ist das posi­tive Gefühl einem Menschen in Not gehol­fen zu haben – ein weite­rer Grund zum Helfen.
Notruf ist immer möglich
Die einfachste Hilfs­maß­nahme ist die Alar­mie­rung der Rettungs­kräfte. Auch wenn aufgrund der äuße­ren Umstände eine aktive Hilfe nicht durch­führ­bar ist, so z.B. wenn eine Gefahr bei der Hilfe­leis­tung für den Erst­hel­fer besteht, ist ein Notruf immer möglich.
Niemand braucht dabei Angst zu haben, dass der Einsatz von einem selbst bezahlt werden muss, auch wenn sich später heraus­stellt, dass die Erkran­kung oder Verlet­zung eine Anfahrt des Rettungs­diens­tes nicht erfor­der­lich mach­ten. Keinem Laien­hel­fer ist eine Entschei­dung über die medi­zi­ni­sche Notwen­dig­keit zuzu­mu­ten. Im Zwei­fels­fall ist es besser lieber einmal die Rettungs­kräfte umsonst anzu­for­dern, als das sich später ein Zeit­ver­lust oder eine Verschlech­te­rung des Zustan­des ergibt. Ein schnel­ler Notruf verkürzt das thera­pie­freie Inter­vall auf ein Mini­mum.
Zusam­men­fas­sung
Erste Hilfe zu leis­ten ist nicht schwer und immer möglich. Die meis­ten Notfälle passie­ren im persön­li­chen Umfeld des poten­zi­el­len Erst­hel­fers. Zwar sind Verkehrs­un­fälle stän­dig präsent, aber nur deswe­gen, weil von den schwe­ren Fällen in den Medien berich­tet wird. Hilfe ist nötig, da sich die Betrof­fe­nen nicht selbst helfen können und der Helfer ein Binde­glied zum Rettungs­dienst ist. In für den Erst­hel­fer lebens­be­droh­li­chen Situa­tio­nen ist zumin­dest immer ein Notruf möglich. Zudem kann die Freude an der eige­nen Hand­lungs­kom­pe­tenz moti­vie­rend sein. Anfal­lende Sach­schä­den können ersetzt werden. Mit der Durch­füh­rung der Ersten Hilfe ist der Retter kraft Gesetz unfall­ver­si­chert.
Egal wie die indi­vi­du­elle Bereit­schaft zum Helfen ausge­prägt ist, sollte sich jeder seiner verant­wor­tungs­vol­len Stel­lung inner­halb der Gesell­schaft bewusst werden. Denn in einer Gemein­schaft zu leben, bedeu­tet einer­seits Risi­ken zu begeg­nen und ande­rer­seits selbst einmal auf die Hilfe ande­rer ange­wie­sen zu sein.
Autor:
Stef­fen Pluntke
Ausbil­der für Erste Hilfe, Erste Hilfe am Kind und Früh­de­fi­bril­la­tion, Fach­au­tor
Otto-Hahn-Ring 9
14480 Pots­dam
[1] Brom­men­schen­kel, M. et al: Konzep­tio­nelle Über­le­gun­gen zu einer zeit­ge­mä­ßen Ausbil­dung – Erste Hilfe neu gedacht; In: Im Einsatz, 12/2005.
[2] Gros­sert, G.: Warum hilft denn keiner? Die Psycho­lo­gie der Hilfe­leis­tung als Kern­pro­blem der Brei­ten­aus­bil­dung, In: Rettungs­dienst – Zeit­schrift für präkli­ni­sche Notfall­me­di­zin, 6/2005.
[3] Haupt­ver­band der gewerb­li­chen Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten (Hrsg.): Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift. Grund­sätze der Präven­tion (BGV A1), 2004.
[4] Pluntke, S.: Das Problem der Moti­va­tion in Erst­hel­fer­schu­lun­gen. Fach­wis­sen versus Moti­va­tion, In: Rettungs­dienst – Zeit­schrift für präkli­ni­sche Notfall­me­di­zin, 9/2003.
[5] Scholl, H.: Erste Hilfe in Deutsch­land – Stand und Perspek­ti­ven der prähos­pi­ta­len Versor­gung durch Erst­hel­fer, In: Rettungs­dienst – Zeit­schrift für präkli­ni­sche Notfall­me­di­zin, 6/2005.
[6] Sick, S.: Helfen ist stark! Hamburg 2001.
[7] Verlag für Tech­nik und Infor­ma­tion (Hrsg.): Erste Hilfe – Aufga­ben und Pflich­ten der Unter­neh­mer, Führungs­kräfte, Erst­hel­fer und ande­rer Arbeit­neh­mer, 9. Auflage. Bochum 2003.
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