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Fiskus auch mal großzügig

Interview: Steuerfreiheit für betriebliche Gesundheitsförderung
Fiskus auch mal großzügig

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Rück­enkurs, Anti-Stress-Sem­i­nar, Rauch­er-Entwöh­nung – Unternehmen tun etwas für die Gesund­heit ihrer Mitar­beit­er. Ab dem Jahr 2009 belohnt der Staat den Ein­satz. Betriebliche Gesund­heits­förderung ist dann steuer­frei. Was das Mitar­beit­ern und Unternehmen bringt, erk­lärt im Inter­view Dr. Dirk-Matthias Rose, Vor­stand Medi­zin und Tech­nik der IAS Insti­tut für Arbeits- und Sozial­hy­giene Stiftung.

IAS Stiftung Ari­ane Sodtke Stein­häuser­straße 19 76135 Karlsruhe

Der am 18. Juni 2008 ver­ab­schiedete Regierungsen­twurf für das Jahress­teuerge­setz 2009 bietet einen Anreiz für die betriebliche Gesund­heits­förderung: Wer von seinem Arbeit­ge­ber zusät­zlich zum Gehalt die Teil­nahme an gesund­heits­fördern­den Maß­nah­men bezahlt bekommt, muss diese Leis­tun­gen bis 500 Euro pro Jahr nun grund­sät­zlich nicht mehr als geld­w­erten Vorteil ver­s­teuern. Für Unternehmen wird es dadurch ein­fach­er, die Gesund­heit der Mitar­beit­er zu fördern, meint Dr. Dirk-Matthias Rose, Vor­stand Medi­zin und Tech­nik der IAS Insti­tut für Arbeits- und Sozial­hy­giene Stiftung. Ein sys­tem­a­tis­ches Vorge­hen bleibe jedoch unerlässlich.
Herr Dr. Rose, welche Vorteile bein­hal­tet der Regierungsen­twurf für Arbeit­nehmer und Arbeitgeber ?
Dr. Rose: Um die Auswirkun­gen zu ver­ste­hen, muss man sich vor Augen hal­ten, dass die Lohn­s­teuer nicht nur auf das Gehalt berech­net wird. Auch Sach­leis­tun­gen des Arbeit­ge­bers, wie z. B. ein Dienst­wa­gen, zählen als soge­nan­nter geld­w­ert­er Vorteil zum Arbeit­slohn und sind zu versteuern.
In dem Regierungsen­twurf wird nun fest­gelegt, dass auch gesund­heits­fördernde Maß­nah­men, die über­wiegend im pri­vat­en Inter­esse des Arbeit­nehmers wahrgenom­men wer­den, kün­ftig steuer­frei sind und damit nicht mehr als geld­w­ert­er Vorteil in die Gehaltsabrech­nung ein­be­zo­gen wer­den. Ein Gren­z­fall waren bish­er zum Beispiel Rück­en­mas­sagen oder Stress­be­wäl­ti­gungssem­inare. Auch Kurse zur Raucher­en­twöh­nung müssen Mitar­beit­er bis heute über die Lohn­s­teuer mit­bezahlen. Für den Arbeit­ge­ber hat die Steuer­frei­heit den Vorteil, dass er für diese Leis­tun­gen keine Sozialver­sicherungs­beiträge mehr abführen muss, da diese keinen geld­w­erten Vorteil mehr darstellen. Auch sinkt der bürokratis­che Aufwand, da keine Bear­beitung in der Lohn­buch­hal­tung mehr erforder­lich ist.
Wie sollte ein Arbeit­ge­ber jet­zt vorge­hen, um solche Leis­tun­gen sin­nvoll in sein Per­sonal­man­age­ment zu integrieren?
Dr. Rose: Es beste­ht die Gefahr, dass man ein­fach mit der Gießkanne Maß­nah­men wie Rück­en­schule oder Raucher­en­twöh­nung verteilt. Man sollte im Kon­text eines Betrieblichen Gesund­heits­man­age­ments erst ein­mal eine Risiko­analyse erstellen – wo habe ich über­haupt einen Hand­lungs­be­darf? Wo beste­ht ein Risiko für die Leis­tungs­fähigkeit mein­er Beschäftigten? Bei welchen Prob­lem­zo­nen in meinem Unternehmen kann ich durch gezielte Maß­nah­men etwas erre­ichen? Dann sollte ich fes­tle­gen, welche Maß­nah­men meinen Beschäftigten und meinem Unternehmen helfen und deren Erfolg kontrollieren.
Welchen Vorteil hat ein Unternehmer, wenn er in die Mitar­beit­erge­sund­heit investiert?
Dr. Rose: Erstens ist dies Teil des Risiko­man­age­ments eines Unternehmens, weil ohne geeignetes und leis­tungs­fähiges Per­son­al der wirtschaftliche Erfolg nicht nach­haltig gesichert wer­den kann. Zweit­ens verbessern solche Ange­bote das Ver­hält­nis zwis­chen Unternehmen und Beschäftigten: Um seine Mitar­beit­er zu binden und um zu ver­hin­dern, dass sie zum Wet­tbe­werb abwan­dern, ist es natür­lich sehr wichtig, dass das Unternehmen ihnen im Sinne der Wertschätzung zeigt: „Ich tue etwas für Euch – ich unter­stütze Euch dabei, dass Ihr Euch gesund hal­ten könnt.“
Erwarten Sie, dass Arbeit­ge­ber nun ver­stärkt Maß­nah­men zur Gesund­heits­förderung anbieten?
Dr. Rose: Für viele Unternehmen, die bere­its darüber nach­denken oder sich fast entschlossen haben, kön­nte das möglicher­weise der entschei­dende Input sein, das Geplante auch tat­säch­lich umzusetzen.
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