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Hand in Walzen­spalt gezo­gen

Sicherheit an älteren Walzwerken lässt oft zu wünschen übrig
Hand in Walzen­spalt gezo­gen

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Der moder­nen Sicher­heits­tech­nik ist es zu verdan­ken, dass die Zahl der Arbeits­un­fälle an Maschi­nen in den vergan­ge­nen Jahren deut­lich zurück­ge­gan­gen ist. Doch auch der Sicher­heits­tech­nik sind Gren­zen gesetzt, insbe­son­dere dann, wenn aufgrund der verfah­rens­tech­ni­schen Aufga­ben­stel­lung eine herme­ti­sche Absi­che­rung von Gefahr­stel­len nicht möglich ist. Die Folge: Unfälle an solchen Maschi­nen führen meist zu schwe­ren Verlet­zun­gen. Gerade an Walz­wer­ken sind Verklei­dun­gen, Umzäu­nun­gen, Licht­git­ter oder ähnli­che Schutz­ein­rich­tun­gen aber oftmals nur schwer einzu­set­zen, da sie den Produk­ti­ons­ab­lauf nicht behin­dern dürfen. Als Sicherungs- und Sicher­heits­sys­teme dienen daher Not-Befehlseinrichtungen („Not-Halt“). Mit ihnen kann das Ausmaß eines mögli­chen Unfalls verrin­gert werden.

Ein Beispiel aus dem Unfall­ge­sche­hen
Ein Mitar­bei­ter stellte an einem älte­ren Doppel­wal­zen­stuhl Rohgum­mi­mi­schun­gen her. Dafür muss er die vorge­fer­tig­ten Mischun­gen von oben in den Walzen­stuhl einge­ben. Die gegen­läu­fig rotie­ren­den Walzen, die von unter­schied­li­cher Dreh­zahl ange­trie­ben werden, homo­ge­ni­sie­ren und tempe­rie­ren das Mate­rial. Am Unfall­tag griff der Mitar­bei­ter zu weit in den Walzen­spalt hinein. Seine linke Hand wurde erfasst und einge­zo­gen. Als er dies bemerkte, betä­tigte er geis­tes­ge­gen­wär­tig die über den Walzen liegende Not-Aus-Stange. Dadurch blie­ben die Walzen nahezu ohne Nach­lauf stehen und liefen selbst­tä­tig um mehr als ein Drit­tel des Umfan­ges zurück. So konnte der Versi­cherte befreit und Erste Hilfe geleis­tet werden. Die Hand war aber bereits so stark gequetscht, dass sie die volle Funk­ti­ons­tüch­tig­keit wohl nicht mehr erlan­gen wird.
Gerade bei klei­ne­ren Walz­wer­ken (Walzen­durch­mes­ser klei­ner als 400 Milli­me­ter) ist davon auszu­ge­hen, dass die Walzen­ein­zugs­stelle jeder­zeit leicht mit der Hand erreicht werden kann. Trotz­dem werden solche Maschi­nen häufig nur mit leicht erreich­ba­ren Not-Aus-Einrichtungen wie Reiß­lei­nen, Schalt­stan­gen und / oder Schalt­ble­chen in Knie­höhe gesi­chert. Diese Absi­che­run­gen sind nach Auffas­sung des Fach­aus­schus­ses Chemie nicht ausrei­chend. Der Walzen­ein­zugs­spalt muss durch eine Kombi­na­tion aus fest­ste­hen­den und verrie­gel­ten tren­nen­den Schutz­ein­rich­tun­gen gesi­chert sein. Die tech­ni­schen Schutz­maß­nah­men sind zusätz­lich durch eindeu­tige Betriebs­an­wei­sun­gen zu ergän­zen.
Details zu diesem Thema bietet das Fach­re­fe­rat Maschi­nen der BG Chemie in der Veröf­fent­li­chung „Schutz­ein­rich­tun­gen für den Walzen­spalt an alten Walz­wer­ken der gummi- und kunst­stoff­ver­ar­bei­ten­den Indus­trie“. Sie kann auf der Home­page der BG Chemie herun­ter gela­den werden:
Oliver Kocks­käm­per
TAB in Köln
BG Chemie
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