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Hautschutz einmal anders betrachtet

Haupt­sa­che, es wird gecremt?

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Beruf­lich bedingte Haut­er­kran­kun­gen bilden trotz des in den letz­ten Jahren verstärk­ten Enga­ge­ments der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger und ande­rer Insti­tu­tio­nen mit circa 50% die Spitze der bestä­tig­ten Berufs­krank­hei­ten. Dabei handelt es sich größ­ten­teils um soge­nannte irri­ta­tive Kontakt­ek­zeme, die insbe­son­dere an Arbeits­plät­zen mit wieder­keh­ren­den Expo­si­tio­nen gegen­über irri­tie­rend wirken­den Arbeits­stof­fen wie Tenside (wasch­ak­tive Substan­zen) oder Kühl­schmier­stoffe und bei Feucht­ar­beit entste­hen. Spezi­ell für diese Tätig­kei­ten wird der Einsatz von Haut­schutz­mit­teln empfoh­len, die den Anwen­der vor der Entste­hung irri­ta­ti­ver Kontakt­ek­zeme schüt­zen sollen.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, warum die Haut­er­kran­kungs­zah­len trotz inten­si­ver Aufklä­rungs­kam­pa­gnen, verbes­ser­ten Leis­tun­gen und Akti­vi­tä­ten der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger nicht sinken. An Haut­schutz­plä­nen in Betrie­ben mangelt es nicht – schließ­lich sind sie mühe­los als Down­load im Inter­net zu bezie­hen. Die Produkt­aus­wahl ist einfach: Geeig­nete Websites ankli­cken, den für die Bran­che passen­den Haut­schutz­plan herun­ter­la­den, ausdru­cken und an den Wasch­platz heften. Die aufge­führ­ten Produkte sind dann schnell besorgt.

Treten dennoch Haut­er­kran­kun­gen auf, so heißt es, dass Haut­schutz­mit­tel nicht geeig­net ange­wen­det werden. Immer wieder hört man „Es wird zu wenig gecremt“ oder „Es wird falsch gecremt“ bis hin zu „Egal was – wenigs­tens, es wird gecremt!“ Insbe­son­dere letz­te­res ist schlicht­weg falsch. Diese Ansicht führt zwar kurz­fris­tig zu einer Verbes­se­rung der Verkaufs­zah­len von Haut­schutz­mit­teln, geht jedoch nicht unbe­dingt konform mit der Haut­ge­sund­heit.
Auswahl von Haut­schutz­mit­teln – gestern und heute
Gemäß Defi­ni­tion sollen Haut­schutz­mit­tel der Entste­hung beruf­lich beding­ter Haut­er­kran­kun­gen entge­gen­wir­ken, indem sie die Haut vor dem unmit­tel­ba­ren Kontakt mit haut­be­las­ten­den Arbeits­stof­fen schüt­zen sollen. Das bedeu­tet: Durch Auftra­gen einer Creme sollte der Kontakt mit dem Schad­stoff unter­bun­den werden.
Das ist jedoch falsch. Cremes können keine undurch­dring­li­che Barriere gegen Stoffe bilden. Sie können allen­falls den Kontakt über einen eng begrenz­ten Zeit­raum verrin­gern.
Grund­lage zur Auswahl eines Haut­schutz­mit­tels bildet die Gefähr­dungs­er­mitt­lung, in der Arbeits­stoffe, Tätig­keits­be­rei­che, das Arbeits­um­feld und vieles mehr Berück­sich­ti­gung finden. Kommt als Schutz­maß­nahme ein Haut­schutz­mit­tel in Frage, erfolgt momen­tan die Auswahl nach der Löslich­keit des Arbeits­stoffs. Ist er beispiels­weise wasser­lös­lich, so wird ein Haut­schutz­mit­tel ausge­wählt, das als „Schutz vor wasser­lös­li­chen Stof­fen“ ausge­lobt wird. Zum einen werden durch diese Klas­si­fi­zie­rung die Eigen­schaf­ten der Arbeits­stoffe und deren Auswir­kun­gen auf die Haut völlig unzu­rei­chend erfasst. Zum ande­ren blei­ben in diesem „Auswahl­mo­dell“ die Haut selbst und deren Wech­sel­wir­kung mit dem Haut­schutz­mit­tel unbe­rück­sich­tigt.
Man sollte nicht anneh­men, dass die Anzahl der beruf­lich beding­ten Haut­er­kran­kun­gen sinken wird, solange sich die Auswahl eines Haut­schutz­mit­tels einzig darauf beschränkt, Arbeits­stoffe in „wasser­lös­lich“ und „nicht-wasserlöslich“ einzu­tei­len!
Die gesunde mensch­li­che Haut selbst verfügt über beein­dru­ckende Schutz­me­cha­nis­men. Sie schützt neben zahl­rei­chen ande­ren Aufga­ben das Körper­in­nere vor dem Austrock­nen sowie dem Eindrin­gen von chemi­schen, physi­ka­li­schen oder mikro­bi­el­len Fremd­stof­fen. Eine Reizung der Haut führt zu einer Akti­vie­rung von Repa­ra­tur­me­cha­nis­men, die den ursprüng­li­chen Haut­zu­stand wieder­her­stel­len.
Das Rege­ne­ra­ti­ons­ver­mö­gen der Haut ist jedoch begrenzt. Abhän­gig von der Dauer, der Inten­si­tät und der Häufig­keit von Reizun­gen können die Repa­ra­tur­me­cha­nis­men über­las­tet werden, so dass die Haut mit einer Entzün­dung reagiert. Der Zeit­punkt bis zur Erschöp­fung der Repa­ra­tur­me­cha­nis­men (die Reiz­schwelle) der Haut muss dabei indi­vi­du­ell betrach­tet werden. Er hängt sowohl von ange­bo­re­nen und erwor­be­nen Fakto­ren, wie auch von Alter, Geschlecht und Rasse ab.
Klas­si­sche Haut­schutz­mit­tel sind so konzi­piert, dass sie den Kontakt zwischen Schad­stoff und Haut zu unter­bin­den versu­chen, das heißt, der Arbeits­stoff und die Haut­ober­flä­che stan­den bisher im Mittel­punkt der Über­le­gun­gen. Mit Hinweis auf die Statis­ti­ken scheint der Erfolg jedoch nicht ausrei­chend zu sein.
Ein Denk­an­satz, der bisher beim Thema Haut­schutz nicht im Vorder­grund stand, geht etwas tiefer: Reicht ein stabi­ler Eigen­schutz der Haut aus, um den wieder­keh­ren­den Irri­ta­tio­nen am Arbeits­platz stand­zu­hal­ten? Ob und wie kann die indi­vi­du­elle Reiz­schwelle der Haut posi­tiv beein­flusst werden, so dass ihre Eigen­schutz­funk­tion auch bei Belas­tung weitest­ge­hend aufrecht­erhal­ten wird? Dazu soll­ten die Schutz­me­cha­nis­men der Haut näher betrach­tet werden.
Die Haut­bar­riere – Schutz­funk­tion
An der Abwehr von Schad­stof­fen sind in der Haut verschie­dene Abwehr­sys­teme und zellu­läre Kompo­nen­ten betei­ligt. Die wich­tigste Aufgabe spielt dabei die soge­nannte Permea­bi­li­täts­bar­riere. Sie hat die Aufgabe, die Austrock­nung der Haut und des Körpers sowie das Eindrin­gen von Fremd­stof­fen zu verhin­dern. Bei der Aufrecht­erhal­tung der Eigen­schutz­funk­tion der Haut bei Einwir­kung von Arbeits­stof­fen spielt diese Barriere daher eine beson­ders wich­tige Rolle.
Die Permea­bi­li­täts­bar­riere befin­det sich in der Horn­zel­len­schicht (Stra­tum corneum), der äußers­ten Schicht der Ober­haut (Epider­mis). Sie besteht im Wesent­li­chen aus Horn­zel­len (Kera­ti­no­zy­ten), die von einer Lipid­ma­trix umge­ben sind. Dabei handelt es sich vor allem um Cera­mide, freie Fett­säu­ren und Chole­ste­rin.
Die Horn­schicht­li­pide sind amphip­hil aufge­baut, das heißt sie bestehen aus einem pola­ren und einem unpo­la­ren Mole­kül­teil. Sie ordnen sich dadurch so an, dass sich polare und unpo­lare Mole­kül­teile gegen­über­ste­hen, so dass am Ende eine schicht­för­mige, lamel­len­ar­tige Struk­tur entsteht. Man spricht von einer multi­la­mel­la­ren Anord­nung der Horn­schicht­li­pide. Diese spezi­elle Anord­nung regu­liert den Wasser­haus­halt durch Steue­rung der Wasser­ver­duns­tung aus der Haut. Dies wird als „tran­s­epi­der­ma­ler Wasser­ver­lust“ (TEWL) bezeich­net und dient als wich­tigs­tes Maß zur objek­ti­ven Beur­tei­lung des Zustands der Haut­bar­riere.
Eine Störung des multi­la­mel­la­ren Aufbaus der Horn­schicht­li­pide führt zu einer Redu­zie­rung des Wasser­bin­dungs­ver­mö­gens, einer Erhö­hung des TEWL und zu einer Erleich­te­rung des Eindrin­gens von Fremd­stof­fen. Es resul­tiert eine trockene Haut mit verstärk­ter Entzün­dungs­be­reit­schaft und hoher Empfind­lich­keit.
Der oft erwähnte Hydro­li­pidfilm der Haut, wegen seines schwach sauren pH-Wertes (pH 5–6) auch „Säure­schutz­man­tel“ genannt, dient als weitere Barriere zur Gesund­erhal­tung der Haut. Er wird aus den soge­nann­ten Sebum­li­pi­den, die vor allem aus den Talg­drü­sen stam­men, sowie aus den Schweiß­drü­sen­se­kre­ten gebil­det. Dieser ober­fläch­li­che Film dient dem Schutz des mikro­bi­el­len Wachs­tums patho­ge­ner Mikro­or­ga­nis­men, jedoch spielt er hinsicht­lich des Schut­zes vor Wasser­ver­lust kaum eine Rolle. Es ist seit langem bekannt, dass die Barrie­re­funk­tion der Haut an talg­drü­sen­rei­chen Körper­area­len nicht besser ist, als in talg­drü­sen­ar­men Bereichen.1
Erstes Ziel zur Gesund­erhal­tung der Haut und des Körpers sollte die Aufrecht­erhal­tung der Eigen­schutz­funk­tion der Haut, das heißt die Erhal­tung der Permea­bi­li­täts­bar­riere in der obers­ten Haut­schicht sein.
Erhal­tung der körper­ei­ge­nen Haut­schutz­bar­riere: Hilfe „von außen“?
Vor dem Denk­an­satz, dass Haut­schutz­mit­tel den Kontakt mit einem Schad­stoff unter­bin­den, das heißt als „Barrie­re­creme“ wirken sollen, wurde in den Anfän­gen des Haut­schut­zes die Wirk­sam­keit von Haut­schutz­mit­teln allein physi­ka­lisch mit dem Löslich­keits­prin­zip begrün­det. Aus der Über­le­gung heraus, dass sich Fett nicht ohne weite­res mit Wasser mischen kann, wurde gefol­gert, dass fettende (lipo­phile) Cremes den Haut­kon­takt mit wasser­misch­ba­ren Stof­fen und umge­kehrt nicht-fettende (hydro­phile) Cremes den Haut­kon­takt mit Ölen/Fetten redu­zie­ren. Fettende Cremes soll­ten dabei einen Schutz vor wasser­lös­li­chen und nicht fettende Cremes vor öligen Stof­fen gewähr­leis­ten.
Bereits seit vielen Jahren weiß man, dass die Klas­si­fi­zie­rung eines Haut­schutz­mit­tels anhand der Zube­rei­tungs­form völlig über­holt ist. Trotz­dem wird sie bedau­er­li­cher­weise auch heute noch breit verwen­det. Das ist sicher einer der Gründe, warum Haut­schutz­maß­nah­men in der Praxis oft nicht so grei­fen, wie erwar­tet wird, und trotz verstärk­ter Anwen­dung von Haut­schutz­mit­teln weiter­hin Haut­er­kran­kun­gen entste­hen.
Heut­zu­tage werden meis­tens Emul­si­ons­sys­teme mit spezi­fi­schen Inhalts­stof­fen ange­bo­ten, die mit der Haut­bar­riere wech­sel­wir­ken sollen. Dabei kommen haupt­säch­lich adstrin­gie­rende Wirk­stoffe (z.B. orga­ni­sche Gerb­stoffe), anor­ga­ni­sche Alumi­ni­um­salze, Pigmente oder spezi­elle film­bil­dende Substan­zen zum Einsatz.
Klas­si­sche Emul­si­ons­sys­teme
Das Grund­ge­rüst von klas­si­schen Emul­sio­nen besteht aus Öl und Wasser. Man unter­schei­det die Wasser-in-Öl- (W/O, fettend) von den Öl-in-Wasser- (O/W, nicht-fettend) Emul­sio­nen.
Um eine stabile Emul­sion herstel­len zu können, müssen deren Haupt­kom­po­nen­ten mit einem Emul­ga­tor versetzt werden, der aufgrund seines spezi­el­len Aufbaus die beiden nicht misch­ba­ren Kompo­nen­ten mitein­an­der verbin­det (Abb. 2).
So können sich mit Hilfe eines Emul­ga­tors die öligen Bestand­teile fein in der wäss­ri­gen Phase (O/W‑Emulsion, Abb. 4 a) oder umge­kehrt die wäss­ri­gen Bestand­teile in der öligen Phase vertei­len (W/O‑Emulsion, Abb. 4 b).
Die klas­si­schen Emul­ga­to­ren zählen entspre­chend ihrer Struk­tur und ihrem physikalisch-chemischen Verhal­ten zur Stoff­klasse der Tenside, das heißt der wasch­ak­ti­ven Substan­zen. Beide bestehen aus einem lipo­phi­len (fett­lie­ben­den) und einem hydro­phi­len (wasser­lie­ben­den) Teil. Je nach­dem, welcher dieser Anteile über­wiegt, vari­ie­ren ihre Eigen­schaf­ten und Einsatz­ge­biete.
Zur leich­te­ren Klas­si­fi­zie­rung von Emul­ga­to­ren wurde bereits 1954 das soge­nannte „HLB-System“ (hydrophilic-lipophilicbalance) einge­führt. Ein nied­ri­ger HLB-Wert steht für eher lipo­phile Eigen­schaf­ten, ein hoher Wert eher für hydro­phile Eigen­schaf­ten. Je höher der HLB-Wert eines Emul­ga­tors liegt, umso größer werden seine Tensi­d­ei­gen­schaf­ten (Tab. 1).
Insbe­son­dere nicht-fettende O/W‑Emulsionen, die aufgrund ihres raschen Eindring­ver­mö­gens in die Haut sehr gerne verwen­det werden, können Emul­ga­to­ren enthal­ten, deren HLB-Wert bereits in den Bereich der wasch­ak­ti­ven Substan­zen fallen. Wird die Haut mit derar­ti­gen Cremes behan­delt, so werden deren Emul­ga­to­ren in die oberen Haut­schich­ten einge­schleust. Dort können sie die haut­ei­ge­nen Lipide binden und sie bei Wasser­kon­takt aus der Haut auswa­schen. Als Resul­tat wird die multi­la­mel­lare Anord­nung der Horn­schicht­li­pide und damit die Barrie­re­funk­tion der Haut gestört. Sie verliert verstärkt Wasser, so dass die Haut­feuch­tig­keit sinkt. Schließ­lich reagiert die Haut zuneh­mend empfind­lich auf äußere Einwir­kun­gen wie Arbeits­stoffe.
Als logi­sche Schluss­fol­ge­rung kann die häufige Anwen­dung von Cremes, die Emul­ga­to­ren mit hohem HLB-Wert enthal­ten, zu einem verstärk­ten Auswasch­ef­fekt bei Wasser­kon­takt führen. Als Resul­tat wird die Permea­bi­li­täts­bar­riere und damit die Eigen­schutz­funk­tion der Haut geschwächt, so dass die Haut leich­ter und schnel­ler auf Reizun­gen reagiert.
Dieser Effekt kann in den übli­chen Wirk­sam­keits­tests, die meis­tens nur über ein bis zwei Wochen laufen, sicher nicht erfasst werden. Es kann jedoch davon ausge­gan­gen werden, dass Haut­schutz­mit­tel auf Basis von Emul­ga­to­ren mit hohem HLB-Wert die Haut­bar­riere nicht unbe­dingt stär­ken.
Emul­ga­tor­freie Systeme auf Dermamembranlipid-Basis
Durch die Entwick­lun­gen neuer Tech­no­lo­gien und Verfah­ren ist es heut­zu­tage möglich, emul­ga­tor­freie Cremes mit sehr guten kosme­ti­schen Eigen­schaf­ten herzu­stel­len. In einem neuar­ti­gen Verfah­ren können Wasser und haut­ver­wandte Lipide ohne die Verwen­dung herkömm­li­cher Hilfs­stoffe wie klas­si­sche Emul­ga­to­ren, Mine­ral­öle oder Sili­kone zu einer stabi­len Zube­rei­tung zusam­men­ge­führt werden. Dabei entsteht keine klas­si­sche Emul­sion. Viel­mehr ordnen sich die Bestand­teile derar­ti­ger Zube­rei­tun­gen ähnlich wie die Horn­schicht­li­pide lamel­len­ar­tig an, das heißt, sie haben eine haut­ähn­li­che Struk­tur. Unter­su­chun­gen zeigen, dass dieser Aufbau zu einer beson­ders inten­si­ven Wech­sel­wir­kung mit den Horn­schicht­li­pi­den führt.2
Die enge Verbin­dung zwischen der Struk­tur einer Zube­rei­tung auf Basis von Derma­mem­bran­li­pi­den und den Horn­schicht­li­pi­den bewirkt eine Erhal­tung bezie­hungs­weise eine rasche Norma­li­sie­rung der Wasser­bin­dungs­ka­pa­zi­tät und damit die natür­li­che Regu­lie­rung des tran­s­epi­der­ma­len Wasser­ver­lus­tes. Die Eigen­schutz­funk­tion der Haut wird durch Anwen­dung derar­ti­ger Zube­rei­tun­gen nach­hal­tig unter­stützt.
Zudem bele­gen Anwen­dungs­un­ter­su­chun­gen die gute Verträg­lich­keit selbst auf geschä­dig­ter Haut. Beispiels­weise führte die Anwen­dung einer Mikrosilber-haltigen Creme auf Basis von Derma­mem­bran­li­pi­den (Hans Karrer Hand Repair) an Atopi­kern mit beruf­lich beding­tem Hand­ek­zem zu keinen subjek­ti­ven Beschwer­den wie Bren­nen, Juck­reiz etc. (Abb. 5)3. Die getes­tete Zube­rei­tung über­zeugte in dieser Studie nicht nur in ihrer haut­sta­bi­li­sie­ren­den Wirkung, sondern auch in der Anwen­der­ak­zep­tanz.
Erhal­tung der Eigen­schutz­funk­tion der Haut = Haut­schutz?
Unbe­strit­ten haben Zube­rei­tun­gen auf Basis von Derma­mem­bran­li­pi­den ausge­zeich­nete Pfle­ge­ei­gen­schaf­ten. Sie bewir­ken aufgrund ihrer struk­tu­rel­len Ähnlich­keit mit den Horn­schicht­li­pi­den eine Unter­stüt­zung der Barrie­re­funk­tion der Haut. Reicht das aber aus, um die schä­di­gen­den Auswir­kun­gen bei wieder­keh­ren­den Reizun­gen durch irri­tie­rende Stoffe im Arbeits­le­ben zu redu­zie­ren? Zeigt ein Haut­mit­tel mit Derma Membran Struk­tur neben der rege­ne­ra­ti­ven Wirkung auch einen haut­schüt­zen­den Effekt und wenn ja: In welcher Größen­ord­nung liegt er?
Zur verglei­chen­den Prüfung der Schutz­wir­kung von Haut­schutz­mit­teln gegen­über irri­tie­ren­den Stof­fen hat sich der repe­ti­tive Wasch­test bewährt, in dem die Haut über einen gewis­sen Zeit­raum mehr­mals täglich an geschütz­ten und unge­schütz­ten Stel­len mit dem Irri­tans gereizt wird. Durch die wieder­hol­ten Waschun­gen können kumulativ-irritative Bedin­gun­gen praxis­nah wider­ge­ge­ben werden. Zudem ist dieser Test unter stan­dar­di­sier­ten Bedin­gun­gen durch­führ­bar, so dass Produkt­ver­glei­che möglich sind.
In einer aktu­el­len Untersuchung4 wurden 30 Proban­den eine Woche lang drei­mal täglich mit wäss­ri­ger Natri­um­lau­ryl­sul­fat­lö­sung (SLS) als Stan­dard­ir­ri­tans behan­delt. Dabei blieb je Proband ein Test­feld unbe­han­delt, auf drei weitere wurden vor der SLS-Applikation verschie­dene Test­prä­pa­rate aufge­tra­gen. Dabei handelte es sich um eine lipi­darme und eine lipid­rei­chere mikrosilber-haltige Creme auf Basis von Derma­mem­bran­li­pi­den (Hans Karrer Hand Repair, bzw. Hans Karrer Lipo­creme Mikro­sil­ber) sowie um ein Aluminiumchlorohydrat-haltiges Haut­schutz­mit­tel auf O/W‑Basis, das sich bereits in zahl­rei­chen klini­schen Studien wie auch in Anwen­dungs­stu­dien insbe­son­dere im Feucht­be­reich als effek­tiv wirk­sam erwie­sen hat. An den Tagen 1, 3 und 7 wurden die haut­phy­sio­lo­gi­schen Para­me­ter gemes­sen (Haut­feuch­tig­keit als Maß für die Wasser­bin­dungs­ka­pa­zi­tät, tran­s­epi­der­ma­ler Wasser­ver­lust als Maß für die Barrie­re­funk­tion, Haut­rö­tung als Maß für die Entzün­dungs­re­ak­tion).
In diesem repe­ti­ti­ven Wasch­test konnte für alle drei Prüf­prä­pa­rate ein guter Schutz­ef­fekt gegen­über SLS als Model­lir­ri­tans für wasch­ak­tive Substan­zen nach­ge­wie­sen werden. Die Prüf­prä­pa­rate auf Dermamembranlipid-Basis mit Mikro­sil­ber hoben sich dabei posi­tiv von der klas­si­schen Haut­schutz­creme ab, wobei sich insbe­son­dere die lipi­darme Creme auf Basis von Derma­mem­bran­li­pi­den als über­le­ge­nes Produkt hinsicht­lich der Horn­schicht­feuch­tig­keit erwies.
Durch die Unter­su­chung konnte gezeigt werden, dass dieses Präpa­rat nicht nur einen haut­pfle­gen­den, sondern im repe­ti­ti­ven Wasch­test auch einen sehr guten haut­schüt­zen­den Effekt gegen­über SLS hat. Es kann daher als Hautpflege- und Haut­schutz­creme in Arbeits­be­rei­chen einge­setzt werden, die als Haupt­ver­ur­sa­cher für beruf­lich bedingte Haut­er­kran­kun­gen gelten, das heißt an Arbeits­plät­zen, an denen wieder­keh­rend Feucht­ar­beit ausge­führt wird sowie Kontakt zu wäss­ri­gen Tensid­lö­sun­gen besteht.
Schluss­fol­ge­run­gen
Das Prin­zip des bisher prak­ti­zier­ten Haut­schut­zes sollte in mehre­ren Rich­tun­gen grund­le­gend über­dacht werden. Beim Einsatz klas­si­scher Haut­schutz­mit­tel wird die indi­vi­du­elle Eigen­schutz­funk­tion der Haut bisher zu wenig berück­sich­tigt. Wirk­sam­keits­tests bele­gen, dass die Unter­stüt­zung der natür­li­chen Schutz­bar­riere der Haut durch Zube­rei­tun­gen auf Basis von Derma­mem­bran­li­pi­den bereits ohne spezi­elle Schutz­stoffe zu einem effek­ti­ven Schutz­ef­fekt gegen­über SLS führt.
Dane­ben zeigen die Unter­su­chun­gen, dass im Falle der geprüf­ten Test­pro­dukte auf Basis von Derma­mem­bran­li­pi­den die grund­sätz­li­che Tren­nung zwischen Hautschutz- und Haut­pfle­ge­prä­pa­ra­ten nicht mehr aufrecht­erhal­ten werden kann. Die Möglich­keit der Verwen­dung einer Zube­rei­tung zum Schutz und zur Pflege verein­facht die Umset­zung des betrieb­li­chen Haut­schut­zes in der Praxis. Derar­tige Zube­rei­tun­gen enthal­ten dane­ben weni­ger klas­si­sche Hilfs­stoffe und sind frei von Emul­ga­to­ren, die wie aufge­führt auf Dauer auch haut­schä­di­gend wirken können. Dies führt zu einer guten Verträg­lich­keit auch auf bereits geschä­dig­ter Haut.
Weitere Infor­ma­tio­nen:
Hans Karrer GmbH
Beim Glas­pa­last 1
86153 Augs­burg
Tele­fon: 0821 448455–0
  • 1 Gloor, M., Munsch, K., Frie­de­rich, C. (1972) Über die Beein­flus­sung der Haut­ober­flä­chen­li­pide durch Körper­rei­ni­gungs­mit­tel. Derma­tol. Monats­schr. 158: 576–581
  • 2 Wohl­rab, J. et al. (2010) Inter­ac­tion ofEpi­cu­ta­ne­ously Applied Lipids with­Stra­tum­Cor­neum­De­pends on the Presence ofeit­her­Emul­si­fier­so­r­Hy­dro­gena­ted­Phos­pha­ti­dyl­cho­line. Skin Phar­ma­col­Phy­siol 23:298–305
  • 3 Appl (2008) Unter­su­chun­gen bei Proban­den mit beruf­lich beding­ten Hand­ek­ze­men, Haut­schutz­zen­trum Berlin, unver­öf­fent­licht
  • 4 Gehring W. Verglei­chende Unter­su­chun­gen zur Schutz­wir­kung von Haut­mit­teln auf Derma-Membran-Basis gegen­über Tensi­den, Städ­ti­sches Klini­kum Haut­kli­nik, Karls­ruhe, Publi­ka­tion in Vorbe­rei­tung
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