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Hygie­ne­re­geln für jeden Arbeits­platz

Vorbeugender Gesundheitsschutz
Hygie­ne­re­geln für jeden Arbeits­platz

Hygiene im Büro
Ob Krankenhaus, Küche, Büro oder Baustelle – Mitarbeiter sollten Regeln zur Hygiene einhalten. Foto: © yu_arakawa - stock.adobe.com
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Saubere Klei­dung, gepflegte Mitar­bei­ter und ordent­lich gerei­nigte Arbeits­mit­tel soll­ten selbst­ver­ständ­lich sein. Und ob im Kran­ken­haus oder in der Küche: In der Arbeits­welt gibt es Orte, an denen man sich ganz bewusst vor Krank­hei­ten oder gegen einen verdor­be­nen Magen schützt. Doch auch im Büro oder auf der Baustelle soll­ten Mitar­bei­ter Regeln zur Hygiene einhal­ten.


Über­all wimmelt es von Keimen und Viren. Die meis­ten sind unge­fähr­lich. Viele sind sogar wich­tig für unsere Gesund­heit. So sorgen etwa Bakte­rien in der Darm­flora dafür, dass es uns gut geht. Und Keime regen unser Immun­sys­tem an, damit es Abwehr­kräfte frei­setzt. Diese schüt­zen uns dann – auch vor Krank­heits­er­re­gern.
Mikro­or­ga­nis­men entwi­ckeln sich bei norma­len Tempe­ra­tu­ren im Wasser oder in der Luft. Handelt es sich um Krank­heits­er­re­ger, verseu­chen sie zum Beispiel das Trink­was­ser. Oder sie erhö­hen die Anste­ckungs­ge­fahr, indem sie von Mensch zu Mensch über­tra­gen werden. Aber auch wenn sie mit der Abluft einer schlecht gewar­te­ten Klima­an­lage ausströ­men, können sie die Gesund­heit angrei­fen.

So viel Hygiene muss sein

Hygiene ist mehr als Sauber­keit. Hygiene meint die „Lehre von der Verhü­tung der Krank­hei­ten und der Erhal­tung, Förde­rung und Festi­gung der Gesund­heit“, so die Deut­sche Gesell­schaft für Hygiene und Mikro­bio­lo­gie. Doch theo­re­ti­sches Wissen ist nur die eine Hälfte. Genauso wich­tig ist es, Schutz­maß­nah­men konse­quent und korrekt umzu­set­zen. Zu den medi­zi­ni­schen Hygie­ne­maß­nah­men zählen Reini­gung, Desin­fek­tion, Steri­li­sa­tion und Quaran­täne. Körper­hy­giene ist dage­gen eine persön­li­che Ange­le­gen­heit, aber deshalb nicht minder wich­tig.
Hygiene wird im Alltag, so die Ansicht von Fach­leu­ten, immer noch zu wenig berück­sich­tigt. Dabei soll­ten wir uns bewusst sein, wo und wie wir uns schüt­zen soll­ten. Bei der Arbeit geben wir ande­ren Menschen die Hand, fassen Türklin­ken, Werk­zeuge oder andere Gegen­stände an. Dabei gelan­gen Mikro­or­ga­nis­men auf unsere Hände, unter ande­rem Millio­nen von Viren. Ist die Haut gesund, kann dort nichts passie­ren. Gelan­gen die Erre­ger aber auf unsere Schleim­häute, also in Augen, Nase oder Mund, kann das unan­ge­nehme Folgen haben. Da es dort warm und feucht ist, herr­schen ideale Bedin­gun­gen für die Erre­ger. Sie vermeh­ren sich und drin­gen weiter in den Körper ein.

Schutz vor Krank­heits­er­re­gern

  • Essen und trin­ken Sie nicht im Arbeits­be­reich.
  • Betre­ten Sie Pausen- und Bereit­schafts­räume nicht mit stark verschmutz­ter Klei­dung.
  • Wech­seln und reini­gen Sie Ihre Arbeits­klei­dung und persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung (PSA) regel­mä­ßig.
  • Halten Sie die Hände vom Gesicht fern.
  • Waschen Sie regel­mä­ßig die Hände – beson­ders bevor Sie Spei­sen zube­rei­ten, vor dem Essen und nach dem Toilet­ten­gang.
  • Husten und niesen Sie „hygie­nisch“ – also in den Ärmel statt in die vorge­hal­tene Hand.
  • Benut­zen Sie Papier­ta­schen­tü­cher und entsor­gen Sie diese nach Gebrauch.
  • Sammeln Sie Abfälle in geeig­ne­ten Behäl­tern.
  • Kurie­ren Sie Krank­hei­ten zu Hause aus, damit Sie keine Kolle­gen anste­cken.
  • Hygiene zahlt sich wirt­schaft­lich aus und schützt Beschäf­tigte und Kunden.
Zu den allge­mei­nen Hygie­ne­maß­nah­men gibt es in den unter­schied­li­chen Bran­chen und Beru­fen Situa­tio­nen, die zusätz­lich spezi­elle Schutz­maß­nah­men erfor­dern.

Gesund blei­ben unter Kran­ken

Die Zahl und die Arten von Krank­heits­er­re­gern sind in Arzt­pra­xen oder Kran­ken­häu­sern über­durch­schnitt­lich groß. Vor allem die Hände­des­in­fek­tion spielt hier eine beson­dere Rolle.
Zu den wich­tigs­ten persön­li­chen Schutz­aus­rüs­tun­gen (PSA) gegen Anste­ckungs­ge­fahr im medi­zi­ni­schen Bereich zählen Hand­schuhe und Hygie­ne­mas­ken. Im Opera­ti­ons­saal schüt­zen sie vor allem die Pati­en­ten. Denn durch die Maske verrin­gert sich die Anzahl an Erre­gern, die vom Anwen­der in die Umge­bung ausge­at­met werden.
Wich­tig auf Station ist es, dass zum Beispiel Pati­en­ten­es­sen vom Kran­ken­zim­mer direkt in den Spei­se­wa­gen gestellt werden und nicht im Stati­ons­zim­mer landen. Denn im Kran­ken­zim­mer können das Tablett oder das Geschirr mit Erre­gern in Kontakt gekom­men sein. Damit die Krank­heits­er­re­ger nicht weiter gestreut werden, müssen infi­zierte und saubere Berei­che klar vonein­an­der getrennt werden.

Hygiene geht durch den Magen

In Küchen werden immer wieder die glei­chen Fehler gemacht: Rohware und Desserts werden unge­nü­gend gekühlt, aus ange­bro­che­nen Lebens­mit­tel­pa­ckun­gen wird immer wieder etwas entnom­men, fertige Spei­sen werden nicht konstant heiß gehal­ten oder es werden rohe tieri­sche Lebens­mit­tel ausge­ge­ben. Mit einem ausge­klü­gel­ten Hygie­nema­nage­ment lässt sich die Gefahr verrin­gern, dass Spei­sen verder­ben und so zum Gesund­heits­ri­siko werden. Einige Tipps für die Küche:
  • Verwen­den Sie in jedem Funk­ti­ons­be­reich Putz­lap­pen in einer ande­ren Farbe.
  • Reini­gen Sie das Spül­ma­schi­nen­sieb täglich.
  • Portio­nie­ren Sie Nudeln und Reis möglichst spät.
  • Achten Sie auf eine Heiß­hal­te­tem­pe­ra­tur von 65 °C. Mikro­or­ga­nis­men werden erst bei Tempe­ra­tu­ren über 60 Grad abge­tö­tet.
  • Verzich­ten Sie auf anfäl­lige Lebens­mit­tel wie zum Beispiel rohe Eier oder Mayon­naise.
  • Schu­len Sie das Perso­nal im Reini­gen und Desin­fi­zie­ren sowie eine Person im Behan­deln von Schäd­lings­be­fall.

Wenig Kontakt mit der Ware

Laut Lebens­mit­tel­recht müssen keine Hand­schuhe im Verkauf oder bei der Verpa­ckung von Lebens­mit­teln getra­gen werden. Verlangt werden aber ein hohes Maß an persön­li­cher Sauber­keit, geeig­nete und saubere Arbeits­klei­dung sowie Schutz­klei­dung, wenn diese erfor­der­lich ist.
Darauf soll­ten Sie achten:
  • Eignen Sie sich sichere und saubere Arbeits­tech­ni­ken an, wenn Sie mit Lebens­mit­teln arbei­ten.
  • Verwen­den Sie geeig­nete Hilfs­mit­tel wie Gabeln und Zangen und benut­zen Sie Folien, Papier und Tüten, um den direk­ten Kontakt mit der Ware zu redu­zie­ren.
  • Entneh­men Sie Hand­schuhe immer nur aus einer frisch geöff­ne­ten Packung und tragen Sie diese maxi­mal fünf Minu­ten.
  • Denken Sie bei Ihrer persön­li­chen Hygiene auch an den regel­mä­ßi­gen Haut­schutz.
  • Achten Sie beson­ders darauf, dass die Schnei­de­bret­ter sauber sind und regel­mä­ßig gerei­nigt werden.

Frische Luft im Büro

Winter ist Erkäl­tungs­zeit. Da schnie­fen die Kolle­gen, niesen und husten. Die oft zu trockene Heizungs­luft lässt die Schleim­häute austrock­nen und empfind­li­cher werden. Durch schlecht gewar­tete Klima­an­la­gen können sich vermehrt Keime in der Atem­luft ausbrei­ten und vertei­len.
Gerade in geschlos­se­nen Räumen wimmelt es von Viren in der Luft. Das Risiko sich anzu­ste­cken ist hoch. Um das Raum­klima und die Raum­luft zu verbes­sern, empfiehlt es sich mindes­tens drei- bis vier­mal am Tag für jeweils zehn Minu­ten frische Luft herein­zu­las­sen. Dafür sollte man das Fens­ter ganz öffnen (Stoß­lüf­ten). Ein gekipp­tes Fens­ter über längere Zeit ist kein Ersatz. Der Luft­aus­tausch ist zu gering und häufig entsteht unan­ge­nehme Zugluft.

Saubere Bauar­bei­ten

Auf einer Baustelle ist es oft stau­big und dreckig. Im Erdreich befin­den sich zahl­lose Krank­heits­er­re­ger, unter ande­rem Teta­nus. Wer eine Baustelle einrich­tet, muss daran denken, dass die Arbei­ter eine Toilette benut­zen können und ihnen ein Hand­wasch­be­cken sowie Seife zur Verfü­gung stehen. Außer­dem muss der Arbeit­ge­ber für Hände­trock­ner oder Einmal­hand­tü­cher sowie Produkte zur Haut­pflege laut Haut­schutz­plan sorgen.
Bei hohen Tempe­ra­tu­ren im Sommer sollte man die Arbei­ter aber auch darüber aufklä­ren, welche Lebens­mit­tel für die Baustelle geeig­net sind. Kartoffel- oder Wurst­sa­lat gehö­ren eher nicht dazu. Gibt es keinen Kühl­schrank, um frische Ware bis zum Verzehr zu kühlen, ist das Risiko, etwa an Salmo­nel­len zu erkran­ken, deut­lich erhöht. Und auch bei den Geträn­ken gibt es Empfeh­lun­gen. Mine­ral­was­ser mit Kohlen­säure ist beispiels­weise weni­ger empfind­lich gegen­über Bakte­rien als stil­les Wasser.

Schutz bei Wartung und Reini­gung

Die meis­ten Krank­heits­er­re­ger sind so genannte Biostoffe der Risi­ko­gruppe 2. Für Kanal­ar­bei­ter stel­len sie eine erhöhte Infek­ti­ons­ge­fahr dar. Denn bei Instand­hal­tungs­tä­tig­kei­ten, Reini­gungs­ar­bei­ten oder Störungs­be­he­bun­gen können die Erre­ger über den Mund oder eine Haut­wunde in den Körper eindrin­gen. Bei Tätig­kei­ten mit Hoch­druck­rei­ni­gern oder ‑spülein­rich­tun­gen oder bei Arbei­ten in begeh­ba­ren Kanä­len besteht außer­dem die Gefahr, Krank­heits­er­re­ger einzu­at­men. Und bei länger andau­ern­den Reini­gungs­ar­bei­ten oder bei langem Aufent­halt im feuch­ten Milieu gelan­gen die Erre­ger leicht über die aufge­weichte Haut in den Körper.
Wer dage­gen Maschi­nen in Hallen oder Kellern wartet, muss diese Tätig­keit auch an schwer zugäng­li­chen und deshalb oft schlecht gerei­nig­ten Stel­len ausfüh­ren. Hier leben häufig Mäuse oder Ratten. Sie gelan­gen auch an versteckte Stel­len. Auf Decken­trä­ger oder in Nischen bleibt ihr Kot liegen. Die Exkre­mente sind selbst noch nach Mona­ten gefähr­lich für die Gesund­heit.

Beruf­lich im Ausland

Ob auf Montage oder in der Touris­mus­bran­che – immer mehr Menschen arbei­ten für Wochen oder Monate im Ausland. Wer sich beruf­lich in frem­den Ländern aufhält, sollte sich vorab über die Hygie­ne­stan­dards und mögli­che Anste­ckungs­ri­si­ken erkun­di­gen. Impfun­gen zu Hause können u. a. vor Hepa­ti­tis, Typhus oder Gelb­fie­ber schüt­zen. Vor Ort sollte man einige Regeln beach­ten. So sollte man in warmen tropi­schen Ländern besser nur gekochte Spei­sen essen und unbe­dingt auf Eiswür­fel verzich­ten. Der Betriebs­arzt oder das Gesund­heits­amt infor­mie­ren über Hygiene-Verhaltensregeln welt­weit. Gut infor­miert, steht einem gesun­den Arbeits­auf­ent­halt auch in der Ferne nichts im Weg.
 
Autorin: Bettina Brucker
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