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Impfschutz für Beschäftigte und Praktikanten in Kindertagesstätten

Infek­tio­nen verhin­dern

Impfschutz in Kindertagesstätten für betreuendes Personal und Praktikanten muss sein. Foto: © Pavel Losevsky – Fotolia.com
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Die Arbeit in Kinder­ta­ges­stät­ten ist im Vergleich zu ande­ren Berufs­zwei­gen mit einer erhöh­ten Infek­ti­ons­ge­fähr­dung verbun­den. Eine wesent­li­che Ursa­che ist der oft enge Kontakt zu vielen, zum Teil auch erkrank­ten, Kindern. Ausrei­chen­der Impf­schutz ist die wirkungs­vollste Präven­ti­ons­maß­nahme zum Schutz vor Infek­ti­ons­krank­hei­ten. Daher hat jede Einrich­tung zur vorschu­li­schen Kinder­be­treu­ung ihren Beschäf­tig­ten im Rahmen einer Vorsor­ge­un­ter­su­chung Impfun­gen anzu­bie­ten, wenn kein ausrei­chen­der Impf­schutz besteht.

Unfall­kasse Rheinland-Pfalz Öffent­lich­keits­ar­beit Frau Elisa­beth Groß Oren­stein­str. 10 56626 Ander­nach Unfall­kasse Rheinland-Pfalz Herrn Dr. Chris­toph Heid­rich Oren­stein­str. 10 56626 Ander­nach

Kinder­krank­hei­ten
Im Vorder­grund stehen im Vorschul­al­ter die Kinder­krank­hei­ten Mumps, Masern, Röteln, Keuch­hus­ten und Wind­po­cken. Bei diesen Infek­ti­ons­er­re­gern hat der Arbeit­ge­ber zu veran­las­sen, dass den Beschäf­tig­ten nach ärzt­li­cher Bera­tung ein Impf­an­ge­bot unter­brei­tet wird. Eine Unter­su­chung muss nicht durch­ge­führt werden, wenn der oder die Beschäf­tigte bereits über einen ausrei­chen­den Immun­schutz gegen diese Infek­ti­ons­er­re­ger verfügt. Die Beschäf­tig­ten haben ein Recht, dieses Impf­an­ge­bot abzu­leh­nen. Dies allein ist kein Grund, gesund­heit­li­che Beden­ken gegen die Ausübung einer Tätig­keit auszu­spre­chen.
Hepa­ti­tis A
Ob gegen Hepa­ti­tis A geimpft werden muss, hängt von den Tätig­kei­ten der Perso­nen ab. Mit Hilfe des Betriebs­arz­tes ist eine Gefähr­dungs­ana­lyse zu erstel­len, aus der hervor­geht, welche Perso­nen­grup­pen von einer erhöh­ten Infek­ti­ons­ge­fähr­dung betrof­fen sind. In der Regel sind dies die Erzie­he­rin­nen und Erzie­her, die vornehm­lich mit der Betreu­ung von Kindern im Alter unter drei Jahren betraut sind. Bei diesen Tätig­kei­ten kann es zum direk­ten Kontakt mit Hepatitis-A-Erregern kommen, wenn die Beschäf­tig­ten z. B. beim Windeln­wech­seln mit Stuhl oder ande­ren Körper­se­kre­ten, die mit diesen Erre­gern konta­mi­niert sind, in Berüh­rung kommen.
Im Einzel­fall kann das Ergeb­nis der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung erge­ben, auch ande­ren Perso­nen­grup­pen in diesen Einrich­tun­gen, z. B. den Reini­gungs­kräf­ten, ein Impf­an­ge­bot zu unter­brei­ten.
Die Stän­dige Impf­kom­mis­sion (STIKO) empfiehlt, Hepatitis-A-Impfungen als Indi­ka­ti­ons­imp­fung für Perso­nal in Kinder­ta­ges­ein­rich­tun­gen, Kinder­hei­men, Feri­en­la­gern oder sons­ti­gen Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen durch­zu­füh­ren.
Hepa­ti­tis B
Hepatitis-B-Impfungen sind für Beschäf­tigte in Kinder­ta­ges­stät­ten nicht obli­ga­to­risch. Im Einzel­fall kann sich die Notwen­dig­keit erge­ben, die Beschäf­tig­ten gegen Hepa­ti­tis B zu impfen, wenn z. B. Kinder in einer Kinder­ta­ges­ein­rich­tung bekann­ter­ma­ßen mit Hepa­ti­tis B infi­ziert sind oder bei erhöh­ter Wahr­schein­lich­keit von Kratz- und Biss­ver­let­zun­gen die Gefähr­dung hinsicht­lich einer Infek­tion mit dem blut­über­trag­ba­ren Hepatitis-B-Virus gege­ben ist.
Jahres­prak­ti­kum in Kinder­ta­ges­ein­rich­tun­gen
Jede Prak­ti­kan­tin und jeder Prak­ti­kant sollte – wie alle ande­ren Perso­nen, die mit Kindern arbei­ten – gegen vermeid­bare Infek­tio­nen, wie z. B. die Kinder­krank­hei­ten Masern, Mumps, Röteln, Wind­po­cken und Keuch­hus­ten sowie beim Umgang mit Kindern unter drei Jahren auch gegen Hepa­ti­tis A geschützt sein. Dabei ist der § 2 (8) Biostoff­ver­ord­nung zu beach­ten: „Den Beschäf­tig­ten stehen Schü­ler, Studen­ten und sons­tige Perso­nen, insbe­son­dere an wissen­schaft­li­chen Einrich­tun­gen Tätige, die Tätig­kei­ten mit biolo­gi­schen Arbeits­stof­fen durch­füh­ren, gleich.“
Vor Beginn des Prak­ti­kums sollte der Kindertagesstätten-Leitung ein ärzt­li­ches Attest vorlie­gen, in dem ein ausrei­chen­der Schutz gegen Masern, Mumps, Röteln, Keuch­hus­ten und Wind­po­cken beschei­nigt wird. Bei Betreu­ung von unter 3‑jährigen Kindern ist zusätz­lich ein Immun­schutz gegen Hepa­ti­tis A erfor­der­lich.
Für jede dieser Krank­hei­ten gibt es gut verträg­li­che Impfun­gen. Bis zum 18. Lebens­jahr über­nimmt die eigene Kran­ken­kasse die meis­ten Impfun­gen noch kosten­frei.
Dabei haben die Prak­ti­kan­ten zu beden­ken, dass die Impfung einige Wochen vor Beginn des Prak­ti­kums gesche­hen sollte.
Zu Beginn des Prak­ti­kums sind die Prak­ti­kan­ten über die spezi­fi­schen Gefähr­dun­gen bei der Tätig­keit in der Kinder­ta­ges­ein­rich­tung zu unter­wei­sen. Dies ist beson­ders wich­tig, da man nicht vor allen Infek­ti­ons­er­re­gern durch eine Impfung geschützt werden kann, weil gegen einige Infek­tio­nen, wie z. B. Ringel­rö­teln und Cyto­me­ga­lie keine schüt­zen­den Impfun­gen zur Verfü­gung stehen.
Themen der Unter­wei­sung, die in der Regel durch die Kinder­gar­ten­lei­tung erfolgt, sind unter ande­rem Infek­ti­ons­ge­fähr­dun­gen und die daraus resul­tie­ren­den Hygiene- und Arbeits­schutz­maß­nah­men. Durch ihre Unter­schrift bestä­tigt die unter­wie­sene Person, dass die Unter­wei­sung statt­ge­fun­den und sie alles verstan­den hat.
Kurz­prak­ti­kum / Schnup­per­prak­ti­kum in Kinder­ta­ges­ein­rich­tun­gen
Nach der Biostoff­ver­ord­nung sind nicht nur Beschäf­tigte, sondern auch Schü­ler und Prak­ti­kan­ten zu schüt­zen. Ein schu­lisch orga­ni­sier­tes Kurz­prak­ti­kum („Schnup­per­prak­ti­kum“) während der Voll­zeit­schul­pflicht oder ein Sozi­al­prak­ti­kum, das Schü­ler in der vorschu­li­schen Kinder­be­treu­ung ableis­ten, dauert in der Regel ein bis maxi­mal drei Wochen.
  • Dabei sollen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler das 15. Lebens­jahr voll­endet haben (vgl. Jugend­schutz­ge­setz).
  • Sie sind vor Beginn des Prak­ti­kums über die erhöh­ten Infek­ti­ons­ri­si­ken bei der vorschu­li­schen Kinder­be­treu­ung zu unter­wei­sen.
  • Den Schü­ler­prak­ti­kan­ten ist vor Beginn des Prak­ti­kums – in Abhän­gig­keit der vorge­se­he­nen Tätig­keit, für die eine Gefähr­dungs­ana­lyse zu erstel­len ist – zu empfeh­len, dass sie den Immun­schutz gegen Mumps, Masern, Röteln, Keuch­hus­ten, Wind­po­cken und Teta­nus über­prü­fen und sich ggf. impfen lassen.
  • Beim Auftre­ten von Masern, Mumps, Röteln, Keuch­hus­ten oder Wind­po­cken in der Einrich­tung dürfen die Schü­ler­prak­ti­kan­ten dort nicht einge­setzt werden.
  • Sie sollen keinen Kontakt zu Ausschei­dun­gen der zu betreu­en­den Kinder haben.
Weitere Infor­ma­tio­nen
finden Sie in der acht­sei­ti­gen Broschüre
„Vor dem Prak­ti­kum in der Kinder­ta­ges­stätte: LASSEN SIE SICH IMPFEN“ unter: wwww.ukrlp.de/download/ lassen_Sie _sich_impfen.pdf
Fach­li­che Fragen beant­wor­tet:
Dr. Chris­toph Heid­rich
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