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Jeden Einzelfall prüfen

Interview
Jeden Einzelfall prüfen

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Sicher­heits­beauf­tragter sprach mit Dipl.-Ing. Thomas Hübler von der Mate­ri­al­prü­fanstalt (MPA) Dres­den über baulichen Brand­schutz und den Nutzen eines Brandschutzkonzepts.

Das Inter­view führte Ver­e­na Manek

Was sind in der Prax­is die häu­fig­sten Schwach­stellen bei baulichem Brandschutz?
Das bet­rifft zuerst ein­mal die Flucht und Ret­tungswege. Sie sind oft ungenü­gend gesichert, außer­dem sind zum Beispiel in ihren Deck­en­bere­ichen brennbare haustech­nis­che Instal­la­tio­nen ver­legt. Leitun­gen wur­den nicht fachgerecht durch angren­zende Wände und Deck­en geführt, wobei das Abschot­tung­sprinzip nicht erfüllt ist. Weit­er fehlen automa­tis­che Brand­melder. Oft­mals gibt es auch keinen zweit­en baulichen Ret­tungsweg in Son­der­baut­en, deren Evakuierung nicht mit Ret­tungs­geräten der Feuer­wehr erfol­gen kann (z. B. Schulen, Kindergärten etc.).
Welche Gefahren bergen diese Schwachstellen?
Durch sie begin­nt die Evakuierung zu spät, so dass Fluchtwege bere­its ver­raucht und unbe­nutzbar sind. Durch fehlende Abschot­tung kön­nen sich Feuer und Rauch in andere Geschosse oder Brand­ab­schnitte ausbreiten.
Welche Anforderun­gen des Geset­zge­bers an den baulichen Brand­schutz sind Ihrer Mei­n­ung nach am schwierig­sten zu erfüllen?
Anforderun­gen der Lan­des­bauord­nun­gen an Bauteile wie Wände und Deck­en im Bestand sind oft nur mit unver­hält­nis­mäßig hohem Koste­naufwand zu erfüllen. Deshalb empfehlen wir, in enger Zusam­me­nar­beit und Abstim­mung mit der Baube­hörde und den Brand­schutz­di­en­st­stellen von Aus­nah­men und Abwe­ichun­gen von den Vor­gaben des Geset­zge­bers Gebrauch zu machen. Außer­dem kön­nen bauliche Anforderun­gen mit­tels Anla­gen­tech­nik (z. B. BMA und Alarmierungsan­la­gen zur Brand­früherken­nung bzw. sta­tionäre Löschan­la­gen zur unmit­tel­baren Brand­bekämp­fung) kom­pen­siert werden.
Sie sprechen von beachtlichen Kosteneinsparun­gen durch ein Brand­schutzkonzept. Kön­nen Sie Beispiele nennen?
Ein Brand­schutzkonzept ist die Summe der aufeinan­der abges­timmten baulichen, anla­gen­tech­nis­chen, organ­isatorischen und abwehren­den Maß­nah­men zur Erre­ichung vorgegeben­er Schutzziele. Im Zusam­men­spiel dieser Maß­nah­men sind dur­chaus Kom­pen­sa­tion­s­möglichkeit­en für teure bauliche Ertüch­ti­gun­gen zum Beispiel mit­tels Anla­gen­tech­nik gegeben. Eine wesentliche Voraus­set­zung ist die Bew­er­tung des Bestandes, also der Ist-Zus­tand eines Gebäudes aus brand­schutztech­nis­ch­er Sicht. Es geht nicht um die punk­t­ge­naue Abar­beitung der Para­graphen z. B. ein­er Lan­des­bauord­nung, son­dern um ein für jeden Einzelfall speziell fest­gelegtes Konzept für die Ein­hal­tung der Schutzziele in der baulichen Anlage.
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