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Jedes fünfte Spielzeug fiel durch den Test

Beim Kauf auf Sicherheit achten
Jedes fünfte Spielzeug fiel durch den Test

Spielzeug für Säuglinge oder Kleinkinder sollte man schon im Laden prüfen. Foto: Daniel Fuhr - Fotolia.com
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Lock­er sitzende Klein­teile oder Verzierun­gen, Weich­mach­er, Formalde­hyd und Schw­er­met­all: Immer noch kommt Spielzeug in den Han­del, das kleine Kinder schädi­gen kann. Dies zeigte eine Über­prü­fung durch die nor­drhein-west­fälis­chen Min­is­te­rien für Ver­brauch­er­schutz und Gesundheit.

Min­is­teri­um für Umwelt und Naturschutz, Land­wirtschaft und Ver­brauch­er­schutz des Lan­des Nor­drhein-West­falen Presseabteilung Schwannstr. 3 40476 Düsseldorf

Das Lan­desin­sti­tut für Gesund­heit und Arbeit (LIGA.NRW), die Bezirk­sregierun­gen und die Chemis­chen Unter­suchungsämter in Nor­drhein-West­falen haben im Auf­trag der Min­is­te­rien 150 unter­schiedliche Spielzeuge für Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren kon­trol­liert. Jedes fün­fte unter­suchte Spielzeug fiel dabei durch den Sicher­heit­stest. „Die Ergeb­nisse machen deut­lich, wie wichtig es ist, beim Kauf von Spielzeug auf Sicher­heit zu acht­en. Sie zeigen aber auch die Notwendigkeit von regelmäßi­gen Kon­trollen“, betont Ver­brauch­er­schutzmin­is­ter Eck­hard Uhlenberg.
Als häu­fig­ster Schwach­punkt erwiesen sich Klein­teile, wie Räder an Fahrzeu­gen oder Verzierun­gen, die sich leicht vom Spielzeug lösen lassen. 19 von 150 unter­sucht­en Proben fie­len durch Klein­teile auf, die von Kindern ver­schluckt oder eingeat­met wer­den kön­nten. Um Gefahren zu ver­mei­den, emp­fiehlt Gesund­heitsmin­is­ter Karl-Josef Lau­mann, Spielzeug vor dem Kauf im Laden genau anzuse­hen und auch aus­pack­en zu lassen. Zudem müssten Her­steller mehr in die Pflicht genom­men wer­den. „Sie müssen stärk­er darauf acht­en, Klein­teile so zu befes­ti­gen, dass sie für Säuglinge und Kleinkinder nicht gefährlich wer­den können.“
Die Mark­tkon­trolle zeigt aber auch, dass noch immer nicht alle Spielzeuge frei von gesund­heitss­chädlichen Stof­fen sind. 16 von 150 Proben wiesen chemis­che Män­gel auf. So wur­den in neun Spielzeu­gen gesund­heitss­chädliche Weich­mach­er gefun­den. Diese soge­nan­nten „Phtha­late“ ste­hen in Ver­dacht, wie Hor­mone zu wirken und kön­nen Unfrucht­barkeit beim Mann her­vor­rufen. Seit Anfang des Jahres 2007 sind sie in Spielzeug aus weichgemacht­en Kun­st­stof­fen ver­boten. Um sich­er zu gehen, soll­ten Ver­brauch­er bei Pro­duk­ten auf den frei­willi­gen Hin­weis „PVC-frei“ oder „phtha­lat­frei“ achten.
In vier Proben fan­den die Prüfer Spuren von Formalde­hyd, der als kreb­sverdächtig gilt und reizend wirkt. Spielzeuge aus Holz sind oft aus Span­plat­ten oder Sper­rholz hergestellt. In bei­den Fällen dient als Bindemit­tel formalde­hy­d­haltiges Kun­stharz, das kon­tinuier­lich aus­gasen kann. Schw­er­met­alle kon­nten bei ein­er Probe nachgewiesen wer­den. Sie kom­men beispiel­sweise in blei­halti­gen Far­black­ierun­gen vor. Einige Pro­duk­te fie­len durch ihre fehlende Spe­ichel- und Schweißechtheit auf. Das bedeutet, dass sich vor allem bei län­gerem Gebrauch von bun­ten Spielzeu­gen, die oft stun­den­lang von Babys und Kleinkindern in den Mund genom­men wer­den, Far­ben ablösen und in den kindlichen Organ­is­mus gelan­gen kön­nen. „Vor dem Kauf sollte ein ein­fach­er ‚Rei­betest’ gemacht wer­den, um zu prüfen, ob das Spielzeug abfärbt“, so Min­is­ter Uhlen­berg. „Außer­dem soll­ten Spiel­waren, die stechend oder nach Ben­zin riechen, nicht gekauft wer­den. Dies sind Hin­weise auf mögliche Schad­stoffe. Vor­sicht ist auch geboten, wenn Spielzeug aro­ma­tisiert wurde. Kinder wer­den dann beson­ders ver­leit­et, diese Spiel­waren in den Mund zu nehmen.“
Ver­brauch­er soll­ten außer­dem die Kennze­ich­nung kri­tisch betra­cht­en. 70 Prozent der getesteten Spielzeuge wiesen in diesem Punkt Män­gel auf. Bei vie­len Pro­duk­ten fehlte die CE-Kennze­ich­nung, mit welch­er der Her­steller erk­lärt, dass dieses Pro­dukt den europäis­chen Min­dest­sicher­heit­san­forderun­gen genügt. Häu­fig fehlte die vorgeschriebene Angabe der voll­ständi­gen Adresse des Her­stellers oder des Impor­teurs. Sie ist für Rekla­ma­tio­nen wichtig. Eine Seri­en­num­mer gewährleis­tet bei Rück­r­u­fak­tio­nen eine ein­deutige Iden­ti­fizierung. Ein wichtiges Qual­itätsmerk­mal ist das frei­willige GS-Zeichen. Es ste­ht für „Geprüfte Sicher­heit“ und wird von zuge­lasse­nen unab­hängi­gen Prüf­stellen, wie zum Beispiel dem TÜV, vergeben.
Weit­ere Infor­ma­tio­nen zu aktuellen Unter­suchun­gen von Spielzeug sind zu find­en unter www.umwelt.nrw.de und www.liga.nrw.de.
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