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Versicherungsschutz im Ausland

Lernen und Arbei­ten in Europa

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Berufs­er­fah­run­gen zu sammeln, ist für junge Menschen heute wich­ti­ger denn je. Und wer sich für einen Auslands­auf­ent­halt entschei­det, kann beson­dere Plus­punkte sammeln. Aber wie gestal­tet sich der Versi­che­rungs­schutz für Auszu­bil­dende und Schü­ler, wenn sie bei unse­ren euro­päi­schen Nach­barn zu Gast sind?

Unfall­kasse Rheinland-Pfalz Herrn Guido Nürn­berg Oren­stein­str. 10 56626 Ander­nach

Alle Auszu­bil­den­den stehen während ihrer prak­ti­schen Ausbil­dung, während des Besuchs der Berufs­schule und auf dem Weg dort­hin bzw. nach Hause unter dem Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. Damit dieser Schutz auch in Europa und darüber hinaus besteht, müssen bestimmte Voraus­set­zun­gen erfüllt werden. Wenn der Auslands­auf­ent­halt ein Teil der Lehre ist, kann der Ausbil­dungs­be­trieb die Maßnah­men fördern. Der Azubi ist dann im Rahmen einer „Entsen­dung“ über das deut­sche Unter­neh­men und die für dieses Unter­neh­men zustän­dige Berufs­ge­nos­sen­schaft gesetz­lich unfall­ver­si­chert.
Alter­na­tiv gibt es nach dem Berufs­bil­dungs­ge­setz (BBiG) die Möglich­keit, den Auslands­auf­ent­halt privat zu wagen. Dann stellt der Arbeit­ge­ber den Azubi frei oder gewährt im Urlaub. In diesem Fall besteht jedoch kein Schutz durch die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung, da es an einer Anbin­dung zum Ausbil­dungs­be­trieb fehlt.
Anders kann es sein, wenn die „Reise in ein frem­des Land“ über die Berufs­schule orga­ni­siert ist: Ein, im so genann­ten „orga­ni­sa­to­ri­schen Verant­wor­tungs­be­reich“ der Bildungs­ein­rich­tung durch­ge­führ­ter inter­na­tio­na­ler Schü­ler­aus­tausch, der dem Sprach­er­werb dient, steht unter dem Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. Bei einem privat orga­ni­sier­ten Besuch einer Schule im Ausland ist der Auszu­bil­dende aber nicht gesetz­lich unfall­ver­si­chert.
Gene­rell sind alle Tätig­kei­ten versi­chert, die in direk­tem Zusam­men­hang mit dem Schul­be­trieb bzw. der Ausbil­dung stehen. Einge­schlos­sen ist hier­bei auch die An- und Abreise. Kein Unfall­ver­si­che­rungs­schutz besteht bei eigen­wirt­schaft­li­chen Tätig­kei­ten, wie zum Beispiel beim Essen, Trin­ken, bei der Körper­pflege und Nacht­ruhe. Alle Tätig­kei­ten in der Frei­zeit – wie Disco-Besuche oder private Besor­gun­gen – unter­lie­gen eben­falls nicht dem Schutz der Unfall­ver­si­che­rung. Behand­lungs­kos­ten für Unfälle in diesem Zusam­men­hang über­nimmt die gesetz­li­che oder private Kran­ken­ver­si­che­rung. Wenn ein Unfall zur ärzt­li­chen Behand­lung führt, ist dieser – wie im Inland – inner­halb von drei Tagen der Unfall­kasse oder der zustän­di­gen Berufs­ge­nos­sen­schaft zu melden.
Um im Falle einer Erkran­kung oder eines Unfal­les im Ausland einen reibungs­lo­sen Ablauf zu gewähr­leis­ten, soll­ten die Auszu­bil­den­den sich vor Reise­an­tritt bei ihrer Kran­ken­ver­si­che­rung über den Umfang ihres Auslands-Krankenschutzes und die Abrech­nungs­mo­da­li­tä­ten des jewei­li­gen Landes infor­mie­ren. Gege­be­nen­falls empfiehlt sich der zusätz­li­che Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung.
Die Schü­ler soll­ten auf jeden Fall ihre Euro­päi­sche Kran­ken­ver­si­che­rungs­karte (European Health Insurance Card – EHIC) für den Anspruch auf Sach­leis­tun­gen der Kran­ken­ver­si­che­rung dabei haben. Mit Vorlage der EHIC ist die direkte Abrech­nung zwischen Vertrags­ärz­ten bzw. Vertrags­kran­ken­häu­sern und der deut­schen Sozi­al­ver­si­che­rung möglich. Bei Auslands­auf­ent­hal­ten außer­halb Euro­pas ist die Abrech­nung mit der EHIC nicht möglich. Die Betrof­fe­nen müssen in Vorlage treten; die Erstat­tung findet nach den für die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung gelten­den Rechts­vor­schrif­ten statt.
Fragen beant­wor­tet Guido Nürn­berg von der Unfall­kasse RLP, 02632/ 960–230 bzw. g.nuernberg@ukrlp.de
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