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Mehr Arbeit – mehr Unfälle

Arbeitsunfälle im Jahr 2010
Mehr Arbeit – mehr Unfälle

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Mehr Unternehmen, mehr Beschäftigte, mehr Arbeitsstun­den, aber auch mehr Arbeit­sun­fälle: Die Eck­dat­en der geset­zlichen Unfal­lver­sicherung für 2010 spiegeln die sich erholende deutsche Wirtschaft­sleis­tung wider. Par­al­lel zu dieser Entwick­lung ist das Risiko, einen Arbeit­sun­fall zu erlei­den, leicht gestiegen.

Das geht aus den Geschäfts- und Rech­nungsergeb­nis­sen der Beruf­sgenossen­schaften und Unfal­lka­ssen her­vor, die die Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGUV) vorgelegt hat. Danach hat sich das Risiko von 24,3 Unfällen je 1.000 Vol­lar­beit­er auf 25,8 Unfälle erhöht. Trotz dieser Erhöhung liegen die Unfal­lzahlen aber immer noch unter dem Niveau des Jahres 2008 (26,8 Arbeit­sun­fälle je 1.000 Vollarbeiter).

In absoluten Zahlen bedeutet das: Die geset­zliche Unfal­lver­sicherung bot 2010 75,5 Mil­lio­nen Men­schen Ver­sicherungss­chutz – darunter Schüler, ehre­namtlich Tätige und Arbeit­nehmer. Das sind 0,7 Prozent mehr als im Vor­jahr. Par­al­lel hat sich die Zahl der geleis­teten Arbeitsstun­den erhöht: um 3,2 Prozent auf 59,106 Mil­liar­den Stun­den. Die Zahl der meldepflichti­gen Arbeit­sun­fälle ist 2010 um 7,7 Prozent auf 954.459 gestiegen. 519 Arbeit­sun­fälle ende­ten tödlich, das sind 63 mehr als im Vorjahr.
Har­ter Win­ter spielte eine Rolle
Ein weit­er­er Grund für den Anstieg der Unfal­lzahlen war der schnee- und eis­glat­te Win­ter zu Beginn und Ende des ver­gan­genen Jahres. Ger­ade Branchen wie die Logis­tik und Verkehr­swirtschaft, aber auch Post­boten oder Zeitungsträger waren stark betrof­fen. Auch die deut­liche Zunahme der Wege­un­fälle auf dem Weg von und zur Arbeit erk­lärt sich durch die win­ter­liche Rutsch- und Sturzge­fahr. Ihre Zahl stieg 2010 um 25,4 Prozent auf 223.973. 367 Wege­un­fälle ende­ten tödlich, das sind fünf Fälle mehr als 2009.
Beruf­skrankheit­en und ihre Folgen
Die Anerken­nung ein­er Beruf­skrankheit ist Voraus­set­zung für die Zahlung ein­er Rente. Eine Rente wird ab ein­er Min­derung der Erwerb­s­fähigkeit von min­destens 20 Prozent gezahlt. Die Zahl der anerkan­nten Beruf­skrankheit­en ging 2010 auf 15.461 leicht zurück (um 3,8 Prozent). 6.123 Ver­sicherte erhiel­ten erst­mals eine Rente auf­grund ein­er Beruf­skrankheit. 2.486 Men­schen ver­loren infolge ein­er Beruf­skrankheit ihr Leben. Das sind 10,2 Prozent weniger als im Vor­jahr. Der größte Teil der gemelde­ten Todes­fälle (2.092) wurde durch anor­gan­is­che Stäube, ins­beson­dere Asbest verursacht.
Mehr Geld für Reha­bil­i­ta­tion und Heilbehandlung
Die geset­zliche Unfal­lver­sicherung hat im Jahr 2010 ins­ge­samt 3,676 Mil­liar­den Euro für die Heil­be­hand­lung und Reha­bil­i­ta­tion ihrer Ver­sicherten aus­gegeben. Das sind 6,5 Prozent mehr als im Vor­jahr. Für Präven­tion wen­dete die geset­zliche Unfal­lver­sicherung rund 911 Mil­lio­nen Euro auf. In der gewerblichen Wirtschaft mussten die Arbeit­ge­ber 2010 9,8 Mil­liar­den Euro für das Umlagesoll der Beruf­sgenossen­schaften auf­brin­gen. Das sind 352 Mio. Euro (3,7 Prozent) mehr als im Vor­jahr. Hin­ter­grund dieses Anstiegs sind die höheren Aufwen­dun­gen für Heil­be­hand­lung und Reha­bil­i­ta­tion. Als Kon­se­quenz daraus hat sich für die Unternehmen der durch­schnit­tliche Beitragssatz zu den Beruf­sgenossen­schaften im Jahr 2010 von 1,31 auf 1,32 Prozent je 100 Euro beitragspflichtiges Ent­gelt erhöht.
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