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Oft betroffen, sehr verletzlich

Handverletzungen häufigste Folge von Arbeitsunfällen
Oft betroffen, sehr verletzlich

Nachlässigkeit im Arbeitsschutz – wie eine nicht abgesenkte Schutzhaube an der Kreissäge – kann schwere Handverletzungen zur Folge haben. Foto: DGUV
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Mehr als ein Drit­tel aller Unfälle am Arbeit­splatz führen zu ein­er Hand­ver­let­zung. Darauf weist die Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGUV) hin. Viele dieser Unfälle kön­nten ver­hin­dert wer­den, wenn der Arbeitss­chutz beachtet würde. Wenn doch etwas passiert ist, heißt es schnell und umsichtig handeln.

Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGUV) Press­es­telle Her­rn Ste­fan Boltz Mit­tel­straße 51 10117 Berlin

Fast die Hälfte aller Hand­ver­let­zun­gen sind soge­nan­nte ober­fläch­liche Zer­reißun­gen. Dazu zählen Biss‑, Platz‑, Riss‑, Schnitt‑, Stich‑, Quetschwun­den. Beson­ders prob­lema­tisch sind Unfälle, die tief­ere Ver­let­zun­gen verur­sachen. Wenn der Ver­dacht beste­ht, dass Sehnen oder Ner­ven ver­let­zt wur­den, sollte unbe­d­ingt eine hand­chirur­gis­che Ein­rich­tung aufge­sucht werden.
Vor­beu­gen – Arbeitss­chutz kon­se­quent beachten
Unfal­lur­sache Num­mer 1 ist men­schlich­es Ver­sagen. Was viele nicht wis­sen: Neben Zeit­druck, Ablenkun­gen und falsch­er Hand­habung von Arbeits­geräten kann auch Rou­tine zu Unfällen führen. Daher soll­ten Beschäftigte auch bei ständig wiederkehren­den Tätigkeit­en volle Aufmerk­samkeit auf die ver­schiede­nen Arbeits­gänge leg­en. Inte­gri­erte Arbeitss­chutzvor­rich­tun­gen an Maschi­nen dür­fen auf keinen Fall abge­baut werden.
„Ein Großteil der Unfälle wird durch ver­nach­läs­sigten Arbeitss­chutz ermöglicht“, sagt Thomas Kol­binger, Leit­er der Abteilung Sicher­heit bei der Deutschen Geset­zlichen Unfal­lver­sicherung. „Würde der Arbeitss­chutz kon­se­quent beachtet, hät­ten wir deut­lich weniger Unfälle.“
Ver­sor­gen – umsichtiges Ver­hal­ten kann Ver­let­zungs­fol­gen mindern
Wenn ein Unfall geschieht, kann schnelles Han­deln und umsichtiges Ver­hal­ten die Ver­let­zungs­fol­gen deut­lich min­dern. An den Hän­den liegen viele wichtige Ner­ven, Blut­ge­fäße und Sehnen sehr nahe beieinan­der. Selb­st schmale Stichkanäle, die von außen harm­los wirken, kön­nen daher erhe­blichen Schaden anricht­en. Die Fol­gen kön­nen Gefühlsstörun­gen, Läh­mungen und Bewe­gung­sein­schränkun­gen sein.
Mit dem schnellen Notruf zur Alarmierung des Ret­tungs­di­en­stes wird die Ret­tungs­kette in Gang geset­zt, die zunächst eine Erstver­sorgung vor­sieht. Die oft auftre­tende mas­sive Blu­tung aus der Wunde sollte nach der Wund­desin­fek­tion mit einem Druck­ver­band ver­sorgt wer­den. Das soge­nan­nte „Unterbinden“ oder „Abbinden“ des Armes ist in der Regel wed­er notwendig noch sinnvoll.
Wenn Glied­maßen abge­tren­nt wor­den sind, soll­ten sie in einem Plas­tik­beu­tel ver­schlossen auf­be­wahrt und kühl und trock­en gehal­ten wer­den, zum Beispiel in einem zweit­en Beu­tel mit Wass­er und eini­gen Eiswürfeln.
„Die Ampu­tate dür­fen keines­falls in Wass­er schwim­men oder Kon­takt mit dem Eis haben“, erk­lärt Dr. Richar­da Böttch­er, Oberärztin der Abteilung für Hand‑, Replan­ta­tions- und Mikrochirurgie am Beruf­sgenossen­schaftlichen Unfal­lkranken­haus Berlin (ukb). „So kann der abge­tren­nte Kör­perteil unter Umstän­den chirur­gisch rekon­stru­iert wer­den. Das ist aber lei­der nicht in jedem Fall möglich, son­dern abhängig von der Art der Ver­let­zung beziehungsweise vom Zus­tand des Amputats.“
Bei tiefen Wun­den sollte der Betrof­fene in jedem Fall ein­er hand­chirur­gis­chen Ein­rich­tung zuge­führt wer­den. Bei weniger schw­eren Ver­let­zun­gen sollte nach Unfällen am Arbeit­splatz zumin­d­est ein D‑Arzt eingeschal­tet wer­den, denn auch schein­bar leichte Ver­let­zun­gen kön­nen schwere Fol­gen nach sich ziehen.
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