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Parkettlegebetrieb stärkt Mitarbeiter

Beispiel für gute Praxis
Parkettlegebetrieb stärkt Mitarbeiter

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Die Grun­didee der INQA-Daten­bank Gute Prax­is ist ein­fach. Beispiele aus dem betrieblichen All­t­ag wer­den gesam­melt und auf­bere­it­et, damit andere von diesen Erfahrun­gen prof­i­tieren kön­nen. Zu jedem Ein­trag find­et sich ein Ansprech­part­ner des Unternehmens, der weit­erge­hende Auskün­fte erteilen kann. Der fol­gende Beitrag zeigt ein gutes Beispiel aus dem Handwerk.

Eva Wilke Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin (BAuA) Gruppe 3.6 Nöld­ner­straße 40 — 42, 10317 Berlin Ste­fan Ammel Zen­trum für Betriebliche Gesund­heits­förderung IKK Nor­drhein Köl­ner Str. 3 51429 Ber­gisch Gladbach

Das Par­ket­tleger-Handw­erk ist mit hohen kör­per­lichen Belas­tun­gen ver­bun­den. Mate­r­i­al muss auf der Baustelle häu­fig von Hand befördert wer­den. Das Ver­legen zwingt die Beschäftigten „auf die Knie“ – bei vornüber gebeugtem Oberkör­p­er. Kein Wun­der, dass Krankschrei­bun­gen auf Grund von Rück­enbeschw­er­den keine Sel­tenheit sind. Der Handw­erks­be­trieb „fuss­bo­den bran­den­burg“ aus dem Ber­gis­chen Land wollte sich damit nicht abfinden.
Gegen die Rück­enbeschw­er­den hil­ft eine gute Arbeits­gestal­tung. Hier machte Fuß­bo­den Bran­den­burg seine Hausauf­gaben. Ein neues Hochre­gal-Lager, die Anschaf­fung eines Gabel­sta­plers mit Dorn, eines Kurbel­roll­wa­gen­hebers und der kon­se­quente Ein­satz von Hebe­hil­fen brachte Ent­las­tung für die Wirbel­säulen. Aber auch der Train­ingszu­s­tand der Rumpf­musku­latur entschei­det über Rück­enbeschw­er­den. Viele Handw­erk­er nehmen fälschlicher­weise an, dass kör­per­liche Arbeit bere­its ein gutes Train­ing für die Rück­en­musku­latur ist. Eine erste Unter­suchung der Beschäftigten bei „fuss­bo­den bran­den­burg“ ergab allerd­ings, dass bei allen Mitar­beit­ern die Rumpf­musku­latur besten­falls durch­schnit­tlich war. Die Betr­e­f­fend­en klagten zugle­ich über Rück­en­schmerzen. Mit Unter­stützung der Innungskrankenkasse wurde ein zwölfwöchiges Train­ing­spro­gramm aus­gear­beit­et. Ein­mal in der Woche führte ein Diplom-Sportlehrer ein 30-minütiges Train­ing mit Kräf­ti­gungs- und Dehnübun­gen durch. Ziel war es, die Häu­figkeit und Inten­sität von Rück­en­schmerzen zu ver­ringern, chro­nis­che Rück­enbeschw­er­den zu ver­mei­den und für ein rück­en­gerechteres Arbeitsver­hal­ten zu sen­si­bil­isieren. Während des Train­ings wur­den die Mitar­beit­er beobachtet und betreut. Die Übun­gen waren so angelegt, dass sie auch während der Arbeit und zuhause durchge­führt wer­den kon­nten und soll­ten. Darüber hin­aus wur­den kleine Gedächt­nis­stützen in den Arbeit­sall­t­ag inte­gri­ert, z. B. Aufk­le­ber auf Werkzeugk­isten mit der Darstel­lung eines Män­nchens mit Pfeil im Rück­en. Ein Bonus-Malus-Sys­tem set­zte zusät­zliche Anreize, z. B.:
  • Freis­tel­lung für das Training
  • Früh­stück mit Kollegen
  • Laste­sel als Kfz-Aufk­le­ber: Wer nicht richtig hebt, ist der „Esel der Woche“
  • Gegen­seit­ige Kon­trolle des verbesserten Arbeitsver­hal­tens durch ständig wech­sel­nde „Rück­en­beauf­tragte“, die das Bonus-Malus-Sys­tem anwenden.
Ein jährlich­es Auf­frischungstrain­ing soll dem schle­ichen­den Vergessen des Gel­ern­ten entgegenwirken.
Bei ein­er abschließen­den Befra­gung bestätigten die Mitar­beit­er ein­stim­mig, dass Schmerzhäu­figkeit und ‑inten­sität deut­lich nachge­lassen haben. Für ihr Durch­hal­tev­er­mö­gen erhiel­ten sie auch noch einen Monats­beitrag der IKK Nor­drhein zurückerstattet.
Ergeb­nisse:
  • Kraft­fähigkeit­en der rumpf­sta­bil­isieren­den Musku­latur nehmen deut­lich zu
  • Ent­las­tung der Wirbel­säule durch Verbesserung der Arbeitsverhältnisse
  • deut­liche Reduzierung von Häu­figkeit und Inten­sität der Rückenschmerzen
  • der Kranken­stand betrug in den Jahren 2005 und 2006 = 0
Weit­ere Beispiele für Gute Prax­is unter www.gutepraxis.inqa.de
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