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Schadensregulierung

Urteil zur Unfallversicherung
Schadensregulierung

Wer sich auf dem direk­ten Weg von oder zur Arbeit befind­et, ist unfal­lver­sichert. Muss die Fahrt/der Weg unter­brochen wer­den, um die Einzel­heit­en eines Unfalls aufzuk­lären, so gilt auch für das Reg­ulierungs­ge­spräch Ver­sicherungss­chutz. Dies entsch­ied am 10.07.2007 der 3. Sen­at des Hes­sis­chen Landessozialgerichts.

Im vor­liegen­den Fall war ein Mann aus Lim­burg auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, als ihm von einem ent­ge­genk­om­menden Wagen der Außen­spiegel abge­fahren wurde. Er wen­dete, fuhr zum PKW des Unfall­geg­n­ers zurück und park­te auf dem Seit­en­streifen, um den Unfall zu klären. Während dessen fuhr ein weit­er­er PKW auf den am Fahrbah­n­rand ste­hen­den Wagen des Lim­burg­ers, dieser wurde zwis­chen dem eige­nen und dem vor ihm park­enden Wagen eingek­lemmt und ver­let­zt. Die zuständi­ge Beruf­sgenossen­schaft ver­weigerte den Unfal­lver­sicherungss­chutz, weil der Kläger seinen ver­sicherten Heimweg unter­brochen habe, um seine Schadenser­satzansprüche zu sich­ern. Ein eigen­wirtschaftlich­es Han­deln zur Ver­fol­gung pri­vater Schadenser­satzansprüche sei jedoch nicht unfallversichert.
Die Darm­städter Richter befan­den dage­gen, dass die Unter­brechung in innerem Zusam­men­hang mit dem Heimweg ges­tanden habe und daher ver­sichert gewe­sen sei. Zwar habe der Kläger gewen­det und damit den direk­ten Heimweg nicht mehr fort­ge­set­zt. Aber Reg­ulierungs­ge­spräche nach einem Unfall dien­ten nicht nur der Sicherung pri­vater Ansprüche; die Straßen­verkehrsor­d­nung schreibe sie den Unfall­parteien vielmehr vor. Wer einen Unfal­lort ein­fach ver­lasse, bege­he Fahrerflucht. Der zweite Unfall, bei dem der Kläger erhe­blich ver­let­zt wurde, habe sich in direk­tem zeitlichen und örtlichen Zusam­men­hang mit dem auf dem Heimweg erlit­te­nen Unfall ereignet, so dass der innere Zusam­men­hang mit dem direk­ten Heimweg fortbe­standen habe. Die Ver­sicherung sei daher verpflichtet, den Unfall als Arbeit­sun­fall anzuerken­nen und entsprechend zu entschädigen.
(AZ L 3 U 25/07 – Die Revi­sion wurde zuge­lassen. Das Urteil wird unter www.rechtsprechung.hessen.de ins Inter­net eingestellt.)
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