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Schutz­maß­nah­men bei Mexi­ka­ni­scher Grippe

Gesundheitswesen
Schutz­maß­nah­men bei Mexi­ka­ni­scher Grippe

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Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion WHO hat für die Mexi­ka­ni­sche Grippe („Schwei­ne­grippe“) die Warn­phase 5 ausge­ru­fen. Die Risi­ko­ein­schät­zung für Deutsch­land ändert sich dadurch nicht. Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten und Unfall­kas­sen weisen vorsorg­lich darauf hin, dass bei tatsäch­li­chen oder vermu­te­ten Infek­tio­nen mit Schwei­ne­grippe der Beschluss 609 des Ausschus­ses für Biolo­gi­sche Arbeits­stoffe – ABAS anwend­bar ist.

Es wird empfoh­len, auf die aktu­el­len Berichte des Robert Koch-Instituts zu achten. Mit Blick auf die Belange des Arbeits­schut­zes werden in Beschluss 609 insbe­son­dere für expo­nierte Perso­nen im Gesund­heits­we­sen, die andere Perso­nen unter­su­chen, behan­deln, pfle­gen oder versor­gen, die an einer nicht oder nicht ausrei­chend impf­prä­ven­ta­blen Influ­enza erkrankt oder krank­heits­ver­däch­tig sind sowie für Beschäf­tigte, die mit der Erst­ver­sor­gung von Verdachts­fäl­len oder Erkrank­ten betraut sind (z.B. Kabi­nen­per­so­nal in Flug­zeu­gen oder weite­res Einsatz­per­so­nal) nach­fol­gende Schutz­maß­nah­men empfoh­len:

Unter­wei­sung hinsicht­lich der Über­tra­gungs­wege und der zu beach­ten­den Schutz­maß­nah­men, ggf. auch zur Schutz­imp­fung.
Allge­meine Hygie­ne­maß­nah­men
  • Medi­zi­ni­sches Perso­nal: Tragen von medi­zi­ni­schen Einmal­hand­schu­hen und Hände­des­in­fek­tion nach Able­gen der Hand­schuhe
  • Pati­en­ten: Tragen eines Mund-Nasenschutzes; Hinweis auf Bede­cken von Mund/Nase beim Niesen/Husten und auf Beach­tung der Hände­hy­giene
  • Tägli­che Wisch­des­in­fek­tion pati­en­ten­na­her Flächen (z.B. Nacht­tisch, Nass­be­reich, Türgriffe)
  • Entsor­gung von mit Sekre­ten oder Exkre­ten konta­mi­nier­ten Abfäl­len nach Abfall­schlüs­sel EAK 180104.
Für den Einsatz persön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung gilt folgende Empfeh­lung:
  • In der Schleuse bzw. im Pati­en­ten­zim­mer ist ein Schutz­kit­tel (langär­me­lig, mit Rücken­schluss, desin­fi­zier­bar und reinig­bar) anzu­le­gen und vor Verlas­sen des Zimmers dort zu belas­sen
  • Bei Gefahr von Sprit­zern, die Infek­ti­ons­er­re­ger enthal­ten können, ist eine Schutz­brille (mindes­tens Gestell­brille mit Seiten­schutz) zu tragen.
  • Bei Tätig­kei­ten, bei denen ein Kontakt zu Verdachts­fäl­len besteht (z.B. Betre­ten von Pati­en­ten­zim­mern) sollte mindes­tens eine Atem­schutz­maske der Kate­go­rie FFP1 getra­gen werden.
  • Bei Tätig­kei­ten, bei denen die Beschäf­tig­ten Husten­stö­ßen ausge­setzt sein können, sind mindes­tens FFP2-Masken zu tragen.
  • Wird das Husten des Pati­en­ten provo­ziert (z.B. während einer Bron­cho­sko­pie, Intu­ba­tion oder beim Absau­gen) sind mindes­tens FFP3-Masken zu tragen.
Ein Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske), der NICHT den Anfor­de­run­gen an eine FFP1-Atemschutzmaske entspricht, bietet häufig KEINEN ausrei­chen­den Schutz vor einer Infek­tion. Das zeigte eine Studie des Insti­tuts für Arbeits­schutz (BGIA) der Deut­schen Gesetz­li­chen­Un­fall­ver­si­che­rung.
Der Beschluss 609 enthält weiter­hin Hinweise zum rich­ti­gen Gebrauch und zur sach­ge­rech­ten Entsor­gung von benutz­ter Schutz­aus­rüs­tung sowie Anwen­dungs­bei­spiele für Schutz­maß­nah­men bei spezi­el­len Tätig­kei­ten.
Weitere Infor­ma­tio­nen zum Arbeits­schutz bei Pande­mie­ge­fahr:
Der Beschluss 609 ist auf den Seiten der Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (www.baua.de) abruf­bar. Die Deut­sche Gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) hat ihn eben­falls in ihr Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot unter (www.dguv.de), Webcode d91363 über­nom­men.
Die Berufs­ge­nos­sen­schaft für Gesund­heits­dienst und Wohl­fahrts­pflege (BGW, www.bgw-online.de) stellt auf ihren Websei­ten Infor­ma­tio­nen zur Vorbe­rei­tung auf eine Pande­mie für Arzt­pra­xen und Apothe­ken bereit.
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