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Selbstmotivation ist wichtig

Sicherheitsbeauftragter im Porträt
Selbstmotivation ist wichtig

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„Schön – aber nicht immer ein­fach“, beschreibt Johann Ger­lach seine Tätigkeit als Sicher­heits­beauf­tragter bei der ebal­ta Kun­st­stoff GmbH in Rothen­burg ob der Tauber. „Schön“, weil man etwas für die Kol­le­gen tun, als Mit­tler und Moti­va­tor wirken kann, aber auch umgekehrt deren Anliegen und Wün­sche auf­greifen und in den entsprechen­den Gremien vertreten kann. „Nicht immer ein­fach“, weil dabei auch Kon­flik­te entste­hen kön­nen und die Zeit nur sel­ten ausreicht.

Büro Dr. Arno Weber Mörikestr. 17 90491 Nürnberg

„Herr Ger­lach stellt für mich die Augen und Ohren im Betrieb vor Ort dar“, sagt Arno Weber, externe Fachkraft für Arbeitssicher­heit, die die Fir­ma ebal­ta seit über elf Jahren gemäß Arbeitssicher­heits­ge­setz betreut. „Ich selb­st bin im Durch­schnitt ein­mal im Monat im Betrieb vor Ort und kann dabei nicht alles mit­bekom­men. Wenn Verbesserungsvorschläge aus dem Kreis der Mitar­beit­er kom­men, dann läuft das in den meis­ten Fällen über Her­rn Ger­lach, der das dann an mich weit­er trägt“.
Hohes Engage­ment bestätigt auch Uwe Mil­fer­städt, Leit­er der Abteilung Pro­duk­t­sicher­heit, Qual­itäts- und Umwelt­man­age­ment. „Herr Ger­lach ist eine wichtige Schnittstelle bei der Umset­zung unser­er Anforderun­gen an gesunde und sichere Arbeit­splätze. Auf diesem Weg möchte ich mich auch ein­mal bei ihm ganz her­zlich bedanken. Wir hof­fen, in Zukun­ft auch das per­ma­nente Prob­lem der man­gel­nden Zeit für die Sicher­heit­sar­beit in den Griff zu bekommen.“
Haupt­säch­lich tätig ist Johann Ger­lach am Dis­solver, sprich beim großtech­nis­chen Mis­chen von Aus­gangs­ma­te­ri­alien. Schw­er­punkt des 41-jähri­gen Fam­i­lien­vaters sind dabei Ver­such­spro­duk­te. Er muss daher im engen Kon­takt mit der Entwick­lungsabteilung und dem Labor ste­hen, obwohl er selb­st zur Pro­duk­tion­s­abteilung gehört. Seit Juli 2000 ist er im Betrieb, im Sep­tem­ber 2002 wurde er zum Sicher­heits­beauf­tragten bestellt.
Seit­dem hat Johann Ger­lach sich nicht nur im Gespräch mit der Fachkraft für Arbeitssicher­heit weit­erge­bildet, son­dern vor allem auch bei bish­er fünf Sem­i­naren bei der früheren Großhan­dels- und Lagereiberuf­sgenossen­schaft und heuti­gen Beruf­sgenossen­schaft für Han­del und Warendis­tri­b­u­tion. Schw­er­punkt dabei war natür­lich, neben der Sicher­heits­beauf­tragten-Grun­daus­bil­dung, das The­ma Gefahrstoffe. Schließlich ver­wen­det das Unternehmen große Men­gen von Aus­gang­spro­duk­ten für die Kun­st­stoffher­stel­lung und Kun­st­stoff­pro­duk­te. Dabei spie­len sowohl die Brennbarkeit­seigen­schaften eine Rolle, mit den tox­is­chen Sub­stanzen muss richtig umge­gan­gen wer­den, auf Gefahren durch Allergiepoten­ziale (Iso­cyanate und Epox­id­harze) muss hingewiesen oder auch auf die Staubbe­las­tung bei den Zuschlagsstof­fen geachtet wer­den. So besitzt die Fir­ma zum Beispiel eine Absaugan­lage für Alu­mini­um­stäube, bei der es darum ging, sowohl zünd­fähige Staub-Luft-Gemis­che über entsprechende Luftleis­tun­gen zu ver­mei­den, Zündquellen zu min­imieren und falls es doch in dem Fil­terge­häuse zu einem Brand kom­men sollte, eine Druck­en­tkop­plung zurück zum Gebäude vorzunehmen.
Weit­ere Pflicht­en übernommen
Aber nicht nur Gefahrstoffe spie­len in den Hallen der Fir­ma ebal­ta eine Rolle. Zum Beispiel ent­stand nach der Instal­la­tion der oben erwäh­n­ten Absaugan­lage das Prob­lem, dass diese sehr laut war. Es stellte sich her­aus, dass der Stutzen für die Luftrück­führung ungün­stig gestal­tet war, so dass durch die hohen Luft­men­gen ein lautes Geräusch ent­stand. Bei den Ver­suchen, das Geräusch durch Verän­derung der Mün­dungsöff­nung zu reduzieren, war Johann Ger­lach direkt mit seinen Ideen ein­be­zo­gen. „Die Tätigkeit als Sicher­heits­beauf­tragter und die nor­male Lin­ien­funk­tion im Unternehmen lässt sich aber nicht mehr tren­nen“, sagt er. Sein Engage­ment auf dem Gebi­et des Arbeitss­chutzes geht mit­tler­weile weit über die nor­male Funk­tion eines Sicher­heits­beauf­tragten hin­aus. Ihm wur­den zusät­zlich Pflicht­en über­tra­gen, in dem er zur Befähigten Per­son für die Prü­fung bes­timmter Betrieb­smit­tel benan­nt wurde. Diese Arbeitsmit­tel wur­den in einem Inven­tarverze­ich­nis aufge­lis­tet und entsprechende Prüfzyklen, Prü­fum­fänge und der jew­eilige Prüfer hin­ter­legt. Danach wur­den die Dat­en in dig­i­tale Ter­minkalen­der über­tra­gen und zum Monat­san­fang bekommt Johann Ger­lach einen Auszug über die Arbeitsmit­tel, die zur Prü­fung durch ihn selb­st fäl­lig sind. Eingear­beit­et hat er sich dafür sowohl durch Selb­st­studi­um, indem er etwa die Betrieb­san­leitun­gen der Anla­gen las, außer­dem schulte ihn die Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Der Sicher­heits­beauf­tragte koor­diniert auch die Ter­mine zu den arbeitsmedi­zinis­chen Vor­sorge­un­ter­suchun­gen. Der (externe) Betrieb­sarzt gibt ihm die Liste der Per­so­n­en, die zur Unter­suchung anste­hen. Johann Ger­lach teilt dann diese Mitar­beit­er bei den abge­sproch­enen Unter­suchung­ster­mi­nen ein und informiert sie darüber.
Effiziente Kurzun­ter­weisun­gen
Die ebal­ta Kun­st­stoff GmbH führte vor eini­gen Jahren ein Kurzun­ter­weisungskonzept ein, wie es z.B. die frühere Beruf­sgenossen­schaft der Chemis­chen Indus­trie emp­fohlen hat. Hin­ter­grund ist, dass bei den „Großun­ter­weisun­gen“ die Kol­le­gen schneller „mal abschal­ten“. Die Schu­lun­gen zum Arbeitss­chutz soll­ten daher nicht länger als 10 Minuten dauern, jew­eils nur ein The­ma behan­deln und dafür aber öfter im Jahr stat­tfind­en. In Absprache mit dem Abteilungsleit­er führt Johann Ger­lach diese Schu­lun­gen in sein­er Abteilung, der Pro­duk­tion­s­abteilung durch (in den anderen Abteilun­gen machen dass entwed­er die Vorge­set­zten oder die Fachkraft für Arbeitssicher­heit). Es ist ihm dadurch möglich, die Unter­weisung­ster­mine opti­mal in die Pro­duk­tion­s­abläufe zu inte­gri­eren, so dass eine aufwändi­ge Organ­i­sa­tion und umständliche, ablauf­störende Unter­brechun­gen ver­mieden wer­den kön­nen. Kurze Kom­mu­nika­tion­swege in bei­de Rich­tun­gen wer­den somit sichergestellt und die Kol­le­gen bess­er erre­icht. Neue Mitar­beit­er wer­den von dem Sicher­heits­beauf­tragten bere­its von Anfang an ange­sprochen und eingewiesen.
Hohe Akzep­tanz erworben
Dabei kön­nen dann Prob­leme mit der Per­sön­lichen Schutzaus­rüs­tung, um deren Bestel­lung sich Johann Ger­lach eben­falls küm­mert, direkt besprochen wer­den. Gibt es größere Schwierigkeit­en, bringt er dies in der Arbeitss­chutzauss­chuss­sitzung ein.
Johann Ger­lach stößt bei den Mitar­beit­ern und Vorge­set­zten auf hohe Akzep­tanz. Diese musste aber auch erst erar­beit­et wer­den. Dabei sind Kom­mu­nika­tion­skom­pe­ten­zen (Sachebene – Beziehungsebene) notwendig gewe­sen, als auch Kon­flik­tlö­sungsmethodiken (ein­schließlich Gesprächs­führung). Und Kon­flik­te gibt es dur­chaus, sei es bei der Frage nach orthopädis­chen Sicher­heitss­chuhen, oder auch, dass die Mitar­beit­er wieder­holt beobachtet wur­den, dass sie die Schutzbrille nicht tra­gen oder gar am Arbeit­splatz, wo sie mit Gefahrstof­fen umge­hen, eine offene Kaf­fee­tasse ste­hen haben. Und nicht jed­er Mitar­beit­er wird gerne auf ein Fehlver­hal­ten ange­sprochen, auch nicht von Johann Ger­lach. „Schwierig ist es manch­mal natür­lich auch, sich selb­st zu motivieren“, so Johann Ger­lach, „ich weiß schließlich genau, dass ich mich selb­st immer vor­bildgerecht ver­hal­ten muss. Dabei kann auch ich mal einen schlecht­en Tag haben. sUnd nur wer selb­st motiviert ist, hat auch die Kraft, andere zum sicheren und gesun­den Arbeit­en zu motivieren.“
Und das möchte der Sicher­heits­beauf­tragte: die Kol­le­gen motivieren, aber auch auf die Führungskräfte ein­wirken. Damit alle was davon haben: Gesunde Mitar­beit­er und störungs­freie Produktionsabläufe.

Das Unternehmen
Die ebal­ta Kun­st­stoff GmbH ist Her­steller von Polyurethan- und Epox­id­harzsys­te­men sowie maschi­nen­bear­beit­baren Plat­ten- und Block­ma­te­ri­alien. Über 35 Jahre Erfahrung in Entwick­lung und Pro­duk­tion machen ebal­ta zum führen­den Anbi­eter kun­de­nori­en­tiert­er Spezial­lö­sun­gen für den Gießereimod­ell­bau, For­men- und Werkzeug­bau und Design­mod­ell­bau. Rapid Prototyping/RIM, Blechum­for­mung und Com­pos­ites sind weit­ere Ein­satzge­bi­ete. Die bre­ite Pro­duk­t­palette umfasst Spezialkun­stharze, Hal­bzeuge, Hil­f­sstoffe und Silikone. Boots­bau, Luft­fahrt, Auto­mo­bile oder Raum­fahrt ver­lan­gen High­tech-Pro­duk­te. Leis­tungs­fähige Mate­ri­alien und mod­ern­ste Fer­ti­gung­stech­niken sind daher im Ein­satz. Es entste­hen Com­pos­ite-Teile aus hochw­er­ti­gen Epox­id­harzsys­te­men, die auch höch­ste Anforderun­gen erfüllen.
Sämtliche Pro­duk­te von ebal­ta sind nach allen Qual­itäts­stan­dards geprüft. Dafür ste­ht das ebal­ta Qual­itäts­man­age­ment, das nach DIN EN ISO 9001 zer­ti­fiziert ist. Das von ebal­ta erar­beit­ete Umwelt­man­age­ment wird regelmäßig kon­trol­liert und ist nach DIN EN ISO 14001 zertifiziert.
Die ebal­ta Kun­st­stoff GmbH beschäftigt rund 100 Mitar­beit­er in Deutsch­land. Pro­duk­tion­s­stan­dort ist Rothen­burg ob der Tauber. Daneben wird der inter­na­tionale Auftritt durch die Aus­landsvertre­tun­gen sowie die Tochterge­sellschaften ebal­ta France und ebal­ta UK Lim­it­ed unterstützt.
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