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Sind Arbeitschutzunterweisungen noch zeitgemäß?

Nachhaltig wirtschaften
Sind Arbeitschutzunterweisungen noch zeitgemäß?

Heute möchte ich ver­suchen die fol­gende Frage zu klären: „Sind Unter­weisun­gen im Arbeitss­chutz eine lästige Pflichtübung, oder stellen Unter­weisun­gen doch eine wichtige Maß­nahme im Arbeitss­chutz dar?“ Nun mag der eine oder andere Leser denken: „Nicht schon wieder Unter­weisun­gen! Ich weiß doch, wie ich mich zu ver­hal­ten habe bzw. wie ich mit bes­timmten Geräten und Ein­rich­tun­gen umzuge­hen habe, und wenn es dann zu kleinen Unregelmäßigkeit­en kommt, was soll’s.“ Ich bin davon überzeugt, dass Sie, soll­ten Sie auch dieser Ansicht sein, anders über Unter­weisun­gen oder Schu­lun­gen im Arbeitss­chutz denken wer­den, nach­dem Sie meine Ansicht­en dazu gehört haben. Über­legen wir doch ein­mal zusam­men: „Wie ver­di­ent der Unternehmer sein Geld?“ und „Wie ver­di­enen Sie Ihr Geld?“ Der Unternehmer, also Ihr Betrieb, kann sein Geld nur mit zwei Voraus­set­zun­gen erzie­len: mit seinem Know-how und mit seinem Kap­i­tal. Das Know-how eines Betriebes umfasst die Betrieb­sorgan­i­sa­tion, die Fer­ti­gungsart, die Qual­ität sein­er Pro­duk­te, den Absatz usw. Das Know-how soll zu konkur­ren­zfähi­gen Pro­duk­ten führen und damit let­ztlich zu vie­len zufriede­nen Kun­den. Mit dem Kap­i­tal muss der Unternehmer Investi­tio­nen täti­gen, die erforder­lichen Rohstoffe kaufen, Miete, Strom, Heizung und andere Abgaben bezahlen und den Lohn bzw. das Gehalt sein­er Mitar­beit­er. Ist eine der zuvor genan­nten Voraus­set­zun­gen nicht mehr gegeben, wird das Unternehmen sehr schnell in Schwierigkeit­en ger­at­en und als Folge sind die Arbeit­splätze gefährdet. Kom­men wir nun zu fol­gen­dem: Wom­it ver­di­enen Mitar­beit­er ihr Geld? Auch sie sind in gewiss­er Hin­sicht Unternehmer. Sie müssen über zwei Voraus­set­zun­gen ver­fü­gen, die einen möglichst hohen Wert für das Unternehmen darstellen. Diese Voraus­set­zun­gen sind: Das Wis­sen und ihre Gesund­heit. Je spezieller das Wis­sen im aus­geübten Beruf ist, umso wertvoller wird der Mitar­beit­er für seinen Betrieb. Stellen Sie sich nun ein­mal Fol­gen­des vor: Als Spezial­ist in Ihrem Beruf geschieht Ihnen ein Unfall, der Ihre Arbeits­fähigkeit auf Dauer stark beein­trächtigt. Welch­es Unternehmen, das auf der Suche nach einem Spezial­is­ten ist, würde Sie dann noch ein­stellen? Wer würde Sie dann noch befördern?
Nun fra­gen Sie: „Was hat die Unter­weisung im Arbeitss­chutz mit Ihrer per­sön­lichen Leis­tungs­fähigkeit und der Ihres Betriebes zu tun?“ Betra­cht­en wir diesen Zusam­men­hang ein­mal vor dem Hin­ter­grund des Kap­i­tals, Ihrem Wis­sen, Ihrer Gesund­heit bzw. Leis­tungs­fähigkeit. Ger­ade in Zeit­en starken Wet­tbe­werbs und niedriger Gewinnspan­nen kön­nen die Betriebe oft nur durch eine Ver­ringerung der Kosten eine Steigerung des Gewinns erre­ichen. Aus den Gewin­nen, also aus den Geld­be­trä­gen, die nach Abzug aller Kosten übrig bleiben, kön­nen zukün­ftige Investi­tio­nen getätigt wer­den. Ein Betrieb, der nicht investiert, ist sehr schnell nicht mehr wet­tbe­werb­s­fähig. Das heißt, Ihr Arbeit­splatz wäre auch in solch ein­er Sit­u­a­tion in Gefahr. Ereignet sich nun durch falsches Ver­hal­ten ein Betrieb­sun­fall z.B. ein Sturz von ein­er Leit­er und es kommt zu einem Bein­bruch, muss der Betrieb für die näch­sten Wochen den Lohn fortzahlen, und das obwohl er keine Arbeit­sleis­tung dafür erhält. Der Mitar­beit­er kann etwa 6 Wochen nicht zur Arbeit erscheinen. Legt man die Lohnkosten inkl. Lohn­nebenkosten von 30 Euro pro Arbeitsstunde zugrunde, so entste­hen dem Betrieb die fol­gen­den Kosten:
30 Arbeit­stage x 8 Stun­den x 30 Euro = 7.200 Euro Kosten. Diese Kosten wären ver­mei­d­bar gewesen!
Um diese Unfal­lkosten von 7.200 Euro auszu­gle­ichen, wäre bei ein­er Gewinnspanne von 5% ein Mehrum­satz von 144.000 Euro erforderlich.
Durch Unfall oder falsches Ver­hal­ten treten Betrieb­sstörun­gen und damit zusät­zliche Nebenkosten zum Lohn auf. Das bedeutet, Mitar­beit­er eines Unternehmens kön­nen dem­nach durch entsprechen- des Ver­hal­ten erhe­blich zur Sicherung ihres Arbeit­splatzes beitra­gen, denn das Wis­sen über sicher­heits­gerecht­es Ver­hal­ten schützt vor Schaden.
Aber sicher­heits­gerecht ver­hal­ten kann man sich nur dann, wenn man weiß, welche Gefahren bei der auszuführen­den Arbeit auftreten kön­nen und wie man sich davor schützen kann. Dieses Wis­sen ver­mit­teln Unter­weisun­gen zum The­ma Arbeitssicher­heit. Eine Unter­weisung über Arbeitssicher­heit muss deshalb so aufge­baut sein, dass zum einen das Gefahren­po­ten­tial und zum anderen das richtige Schutzver­hal­ten aufgezeigt wird. Eine solche, auf die Gefahren am Arbeit­splatz und auf den aktuellen Stand der Ken­nt­nisse und Fähigkeit­en angepasste, Unter­weisung ver­langt vom Unternehmer beson­dere Vorbereitung.
In der näch­sten Aus­gabe möchte ich aufzeigen, warum das Wis­sen für Sie und Ihr Unternehmen einen unverzicht­baren Wert darstellt.
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