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Um fünf Krankheitsbilder ergänzt

Liste der Berufskrankheiten wird erweitert
Um fünf Krankheitsbilder ergänzt

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Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGUV) Presseabteilung Her­rn Ste­fan Boltz Mit­tel­straße 51 10117 Berlin

Die Liste der Beruf­skrankheit­en (BKen) ist um fünf weit­ere Krankheits­bilder ergänzt wor­den. Seit 1. Juli 2009 kön­nen die neu aufgenomme­nen Krankheits­bilder als Beruf­skrankheit­en anerkan­nt wer­den, wenn die beru­fliche Verur­sachung bestätigt ist. Drei der neuen Beruf­skrankheit­en enthal­ten aus­drück­liche Dosis-Gren­zw­erte für die Inten­sität und Dauer der arbeits­be­d­ingten Exposition.
Bei den fünf neu aufgenomme­nen Krankheits­bildern han­delt es sich um:
  • Gonarthrose – der vorzeit­ige Ver­schleiß der knor­peli­gen Gelenk­flächen im Knie (BK-Nr. 2112)
  • Lun­gen­fi­brose (entzündliche Krankheit der Lunge) durch extreme und langjährige Ein­wirkun­gen von Schweißrauchen und Schweiß­gasen („Siderofi­brose“) (BK-Nr. 4115)
  • Erkrankun­gen des Blutes, des blut­bilden­den und des lym­phatis­chen Sys­tems durch Ben­zol (Bk-Nr. 1318)
  • Lun­genkrebs durch polyzyk­lis­che aro­ma­tis­che Kohlen­wasser­stoffe (PAK) (BK-Nr. 4113)
  • Lun­genkrebs durch das Zusam­men­wirken von Asbest­fasern und PAK (BK-Nr. 4114)
Ob und welche Krankheit­en als Beruf­skrankheit­en anerkan­nt wer­den, hängt wesentlich von der Entwick­lung der arbeits­be­d­ingten Gesund­heits­ge­fahren und der hier­auf bezo­ge­nen medi­zinis­chen Forschung ab. Grund­sät­zlich gilt: Als Beruf­skrankheit­en (BK) kom­men nur solche Erkrankun­gen in Frage, die durch beson­dere Ein­wirkun­gen verur­sacht sind, denen bes­timmte Beruf­s­grup­pen durch ihre Arbeit in erhe­blich höherem Maß als die übrige Bevölkerung aus­ge­set­zt sind. Liegen die entsprechen­den Erken­nt­nisse vor, so nimmt die Bun­desregierung auf Empfehlung des Ärztlichen Sachver­ständi­gen­beirates Beruf­skrankheit­en beim Bun­de­sar­beitsmin­is­teri­um die entsprechen­den Erkrankun­gen in die Liste der Beruf­skrankheit­en auf.
Diese Krankheit­en – z. B. Gonarthrose oder Lun­genkrebs – kön­nen auf arbeits­be­d­ingten Ursachen beruhen. Häu­fig beste­hen aber auch andere Ursachen. Drei der neuen Beruf­skrankheit­en (BK-Nrn. 2112, 4113, 4114) enthal­ten aus­drück­liche Dosis-Gren­zw­erte, um eine Abgren­zung zu ermöglichen. Sie benen­nen Inten­sität und Dauer der arbeits­be­d­ingten Expo­si­tion, die zur Verur­sachung der Erkrankung aus­re­icht. Für die bei­den anderen neuen Beruf­skrankheit­en sind die Dosis-Wirkungs-Beziehun­gen in den Wis­senschaftlichen Begrün­dun­gen des Ärztlichen Sachver­ständi­gen­beirats Beruf­skrankheit­en näher beschrieben.
Beson­ders wichtig ist die Regelung des Dosis-Gren­zw­ertes bei der Gonarthrose, an der ger­ade ältere Men­schen häu­fig lei­den. Für die Anerken­nung als Beruf­skrankheit ist eine Lebens­do­sis von 13.000 Arbeitsstun­den kniebe­las­ten­der Tätigkeit erforder­lich; hier­bei zählen nur Arbeitss­chicht­en mit min­destens ein­er Stunde Arbeit im Knien oder in der Hocke. Diese Lebens­do­sis erfüllt beispiel­sweise ein Instal­la­teur, der jährlich in 200 Arbeitss­chicht­en je 2 Stun­den kniebe­las­tend tätig war, nach 32,5 Jahren; ein Fliesen­leger mit je 4 Stun­den pro Arbeitss­chicht bere­its nach der Hälfte der Zeit, also in 16,25 Jahren.
Wie auch bei anderen Beruf­skrankheit­en gilt für die fünf neuen Tatbestände eine rück­wirk­ende Anerken­nung, die allerd­ings durch einen Stich­tag begren­zt wird. Nur für die BK 1318 gilt keine Begren­zung, weil Erkrankun­gen durch Ben­zol bere­its seit 1925 als Beruf­skrankheit­en anerkan­nt sind.

Wer meldet eine Berufskrankheit?
Wenn Ver­dacht auf eine Beruf­skrankheit beste­ht, müssen Ärzte, Krankenkassen und Unternehmer dies dem zuständi­gen Unfal­lver­sicherungsträger melden. Betrof­fene Ver­sicherte kön­nen auch selb­st einen Antrag stellen. Die Beruf­sgenossen­schaft oder Unfal­lka­sse prüft den Fall, indem sie alle ver­füg­baren Dat­en auswertet. Bei anerkan­nter Beruf­skrankheit haben Ver­sicherte Anspruch auf Heil­be­hand­lung und bei Min­derung der Erwerb­s­fähigkeit auf eine entsprechende Rente. Gegen ablehnende Beschei­de kön­nen Ver­sicherte Wider­spruch bei ihrem Unfal­lver­sicherungsträger und bei erfol­glosem Wider­spruch Klage vor dem Sozial­gericht einlegen.
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