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Unfallschwerpunkte ermittelt

Pilotprojekt zur systematischen Unfallanalyse in Kommunen
Unfallschwerpunkte ermittelt

Sieben Prozent der Rad­fahrer fuhren bei Rot über die Ampel, nur ein Drit­tel der Kraft­fahrer hielt sich nachts an die zuläs­sige Höch­st­geschwindigkeit. Fest­gestellt wurde dies im Rah­men eines Pilot­pro­jek­ts zur Verkehrssicher­heit in Mün­ster, durchge­führt von der Unfall­forschung der Ver­sicher­er (UDV). Es zeigte, dass sich das Unfallgeschehen an weni­gen Bren­npunk­ten konzen­tri­ert, die mit geeigneten Maß­nah­men entschärft wer­den können.

Gesamtver­band der Deutschen Ver­sicherungswirtschaft e.V. Presseabteilung Wil­helm­straße 43 10117 Berlin

Was , wenn trotz aller Bemühun­gen seit­ens der Ver­ant­wortlichen (z.B. der Unfal­lkom­mis­sion) die Anzahl und Schwere der Unfälle nicht reduziert wer­den kann, da nicht ein­mal die Ursachen für das schein­bar dif­fuse Unfallgeschehen bekan­nt sind?
Diese Frage stellte sich auch die Stadt Mün­ster. Sie bat die Unfall­forschung der Ver­sicher­er (UDV) um Unter­stützung, den Hin­ter­grün­den ein­er seit Jahren dauer­haft schlecht­en Unfal­l­lage auf den Grund zu gehen. Die UDV führte daraufhin ein Pilot­pro­jekt in Mün­ster durch, um ein auf andere Kom­munen über­trag­bares Vorge­hen bei der Unfal­l­analyse zu entwick­eln. Abgeschlossen wurde es im Som­mer 2008.
Durch eine umfassende und sys­tem­a­tis­che Analyse aller 27.741 Unfälle der Jahre 2004 bis 2006 und durch ergänzende Ver­hal­tens­beobach­tun­gen kon­nten nicht nur Unfallschw­er­punk­te, son­dern auch sys­tem­a­tis­che Unfal­lur­sachen erkan­nt und Maß­nah­men­vorschläge erar­beit­et wer­den. Die Unter­suchung umfasste neben der Auswer­tung von Unfall­typen und Unfall­dat­en auch die Erstel­lung von Unfall­dia­gram­men für alle Unfall­häu­fungsstellen und ‑lin­ien ein­schließlich Orts­besich­ti­gung sowie eine streck­en­be­zo­gene Sicher­heit­s­analyse für das gesamte Hauptverkehrsstraßennetz.
Rad­fahrer beson­ders gefährdet
Ins­ge­samt wur­den in den drei Jahren auf Mün­sters Straßen 23 Per­so­n­en getötet, 797 schw­er und 3839 leicht ver­let­zt. 47 % aller Unfälle mit Per­so­n­en­schaden waren Rad­verkehrsun­fälle, bei denen 6 Per­so­n­en getötet, 341 schw­er und 1582 leicht ver­let­zt wur­den. An 12 % der Rad­verkehrsun­fälle waren auss­chließlich Rad­fahrer beteiligt.
Es kon­nten 63 so genan­nte Unfall­häu­fungsstellen und 22 Unfall­häu­fungslin­ien iden­ti­fiziert wer­den. Hier ereigneten sich rund ein Drit­tel aller Unfälle mit Per­so­n­en­schaden. 86 % der Unfall­häu­fungsstellen sind durch Ampeln geregelte Kreuzun­gen oder Ein­mün­dun­gen. Rund ein Drit­tel aller Innerorts-Unfälle mit Per­so­n­en­schaden ereignen sich in Mün­ster an Ampeln und knapp die Hälfte aller Unfälle mit Per­so­n­en­schaden sind Abbiege- und Ein­biegen/Kreuzen-Unfälle, also typ­is­che Knotenpunktunfälle.
Ergänzend zu den unfall­be­zo­ge­nen Analy­sen wur­den stich­proben­hafte Ver­hal­tens­beobach­tun­gen sowie Geschwindigkeitsmes­sun­gen durchge­führt. Beson­ders auf­fäl­lig war der Anteil der beobachteten Rotlichtver­stöße durch Rad­fahrer: Bei 7 % aller Querun­gen an Ampeln fuhren Rad­fahrer bei Rot, das entspricht etwa 10.000 bis 13.000 Rotlichtver­stößen täglich. Zudem befuhren rund 25 % aller Rad­fahrer die sig­nal­isierten Furten in falsch­er Rich­tung, was immer wieder zu schw­eren Unfällen führte. Aber auch das Ver­hal­ten der Kraft­fahrer wurde kri­tisch beobachtet: So vergewis­serte sich ein Drit­tel der Kraft­fahrer beim Rechtsab­biegen nicht aus­re­ichend, ob Rad­fahrer oder Fußgänger queren woll­ten. Zudem kam es häu­fig zu Geschwindigkeit­süber­schre­itun­gen. Ins­beson­dere nachts hiel­ten sich nur ein Drit­tel der Kraft­fahrer an die zuläs­sige Höchstgeschwindigkeit.
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