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Unfallversicherungsschutz von Kindern, Schülern und Studenten

Lexikon der Unfallversicherung
Unfallversicherungsschutz von Kindern, Schülern und Studenten

Kinder in Kindergärten stehen unter dem Schutz der Unfallversicherung. Foto: manu – Fotolia.com
Ursprünglich waren zunächst lediglich Arbeit­nehmer geset­zlich unfal­lver­sichert. Der Umfang des Ver­sicherungss­chutzes wurde aber stetig aus­ge­baut und so wur­den mit dem Bun­des­ge­setz vom 18.3.1971 beispiel­sweise auch die Kinder in Kindergärten, Schüler und Stu­den­ten in die geset­zliche Unfal­lver­sicherung einbezogen.

Antje Did­laukat Kügel­gen­str. 15 06493 Ballenstedt

Wer ist unter welchen Voraus­set­zun­gen versichert?
Ver­sichert sind insbesondere
  • Kinder während des Besuchs von Tageseinrichtungen,
  • Kinder während der Betreu­ung durch geeignete Tagespflegepersonen,
  • Schüler während des Besuchs von all­ge­mein- oder berufs­bilden­den Schulen und bei der Teil­nahme an Betreu­ungs­maß­nah­men vor und nach dem Unterricht,
  • Studierende während der Aus- und Fort­bil­dung an Hochschulen und
  • Teil­nehmer an vor­bere­i­t­en­den Maß­nah­men für die Auf­nahme in Kindertage­sein­rich­tun­gen, Schulen und Hochschulen.
Die Kosten für den Ver­sicherungss­chutz übernehmen die Län­der, Gemein­den und Gemein­de­ver­bände. Leis­tungsträger der Schüler-Unfal­lver­sicherung sind vor­wiegend die Unfal­lver­sicherungsträger der öffentlichen Hand (Gemein­de­un­fal­lver­sicherungsver­bände, Aus­führungs­be­hör­den für Unfal­lver­sicherung der Län­der, Städte mit Eige­nun­fal­lver­sicherung). Bei pri­vat­en, nicht gemein­nützi­gen Kindergärten (z. B. Werk­skindergärten) oder pri­vat­en berufs­bilden­den Ein­rich­tun­gen (zum Beispiel Werk­beruf­ss­chulen) sind die jew­eils fach­lich zuständi­gen Unfal­lver­sicherungsträger oder Beruf­sgenossen­schaften zuständig. Die Tage­sein­rich­tun­gen müssen staatlich anerkan­nt sein. Dazu gehören Krip­pen, Kindergärten, Horte und Kindertagesstät­ten. Kinder­heime oder medi­zinisch-ther­a­peutis­che Ein­rich­tun­gen gehören nicht dazu.
Zum 01.10.2005 wurde der Ver­sicherungss­chutz auch auf Kinder in Tage­spflegestellen bzw. bei Tages­müt­tern aus­ge­baut. Voraus­set­zung für den Ver­sicherungss­chutz ist dabei, dass die Tage­spflegeper­son beim Träger der örtlichen Jugend­hil­fe reg­istri­ert ist. Eine geson­derte Anmel­dung der Pflegeper­son durch die Eltern bei den Unfal­lver­sicherungsträgern ist nicht erforderlich.
Was umfasst der Versicherungsschutz ?
Vom Ver­sicherungss­chutz umfasst sind alle Tätigkeit­en, die mit dem Aufen­thalt in der Ein­rich­tung in einem rechtlich wesentlichen inneren Zusam­men­hang ste­hen und vom organ­isatorischen Ver­ant­wor­tungs­bere­ich der Ein­rich­tung gedeckt sind. Dazu zählen zum einen alle Tätigkeit­en, die mit dem Besuch der Ein­rich­tung selb­st im Zusam­men­hang ste­hen, d.h. Spie­len, Unter­richt, gemein­sames Essen usw. Zum anderen sind auch Wan­derun­gen, Feste, Klassen­fahrten und ver­gle­ich­bare Aktiv­itäten vom Ver­sicherungss­chutz umfasst. Dies gilt auch dann, wenn diese Aktiv­itäten außer­halb der Öff­nungszeit­en oder an anderen Orten stat­tfind­en. Unver­sichert sind dage­gen Tätigkeit­en aus dem pri­vat­en Lebens­bere­ich, z. B. das Anfer­ti­gen von Hausauf­gaben oder der Nachhilfeunterricht.
Erstreckt sich der Ver­sicherungss­chutz auch auf die Wege?
Der direk­te Weg zwis­chen der Woh­nung und der Tage­sein­rich­tung ist eben­falls ver­sichert. Ob der Weg zu Fuß, mit dem Fahrrad, Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmit­teln zurück­gelegt wird, hat grund­sät­zlich keinen Ein­fluss auf den Ver­sicherungss­chutz. Es muss sich bei dem Weg auch nicht notwendi­ger­weise um die kürzeste Wegstrecke han­deln. Wenn beispiel­sweise der direk­te Weg an ein­er gefährlichen Straße vor­beiführt, kann der etwas län­gere, aber sichere Weg durch einen Park eben­falls vom Ver­sicherungss­chutz im Rah­men der geset­zlichen Unfal­lver­sicherung abgedeckt sein. Es darf aber auch nicht ein beliebig langer ander­er Weg benutzt wer­den. Die Unfal­lver­sicherungsträger entschei­den dabei unter Berück­sich­ti­gung der beson­deren Umstände des Einzelfalls. Entschei­dend ist auch hier immer, dass der Weg in einem zeitlichen und örtlichen Zusam­men­hang mit dem Besuch der Ein­rich­tung ste­ht. Die Kinder müssen den Weg ange­treten haben, um ihren Kindergarten/ihre Schule zu besuchen. Nicht ver­sichert sind rein pri­vate Unter­brechun­gen der Wege zur Ein­rich­tung oder zurück nach Hause, z. B. Einkauf zusam­men mit einem Eltern­teil oder Umwege aus pri­vat­en Grün­den, z.B. Besuch von Freunden.
Was tun, wenn etwas passiert ist?
Unfälle, bei denen ein Ver­sichert­er beim Besuch eines Kinder­gartens, ein­er Schule oder Hochschule getötet oder so ver­let­zt wird, dass er ärztliche Behand­lung in Anspruch nehmen muss, sind von dem Leit­er der Ein­rich­tung oder dessen Beauf­tragten bin­nen drei Tagen dem zuständi­gen Unfal­lver­sicherungsträger gegenüber anzuzeigen.
Der Leit­er der besucht­en Ein­rich­tung kann sein­er Meldepflicht aber nur dann nachkom­men, wenn er von dem Unfall rechtzeit­ig erfahren hat. Wenn ein Unfall in der Ein­rich­tung oder auf dem Weg zur Ein­rich­tung oder nach Hause passiert ist, sollte so schnell wie möglich die Tage­sein­rich­tung des Kindes über den Unfall bzw. eine erforder­liche ärztliche Behand­lung informiert wer­den. Auch gegenüber dem behan­del­nden Arzt ist anzugeben, dass sich der Unfall in Zusam­men­hang mit dem Besuch ein­er Tage­sein­rich­tung ereignet hat.
Welche Leis­tun­gen wer­den gewährt?
Ist eine Ver­let­zung auf­grund eines Kindergarten‑, Schul- oder Hochschu­lun­falls einge­treten, übern­immt der Unfal­lver­sicherungsträger beispiel­sweise die Kosten der ambu­lanten oder sta­tionären Heil­be­hand­lung (z.B. ärztliche und zah­närztliche Behand­lung, Arznei- und Ver­band­mit­tel, Heilmit­tel ein­schließlich Krankengym­nas­tik, Bewegungs‑, Sprach- und Beschäf­ti­gungs­ther­a­pie). Der Arzt rech­net direkt mit dem Unfal­lver­sicherungsträger ab. Ein durch Unfall beschädigtes Kör­per­ersatzstück (z.B. Brille) oder größeres orthopädis­ches Hil­f­s­mit­tel (z.B. Roll­stuhl) ist wieder­herzustellen oder anzuschaf­fen. Daneben wer­den auch schulis­che und berufs­fördernde Leis­tun­gen, Geldleis­tun­gen (Ver­let­zten­geld oder Ver­let­zten­rente) sowie die Kosten für Fahrten, Verpfle­gung und Über­nach­tung, die im Zusam­men­hang mit der Heil­be­hand­lung oder schulis­chen oder berufs­fördern­den Leis­tun­gen ste­hen, durch den Unfal­lver­sicherungsträger über­nom­men. Die Leis­tun­gen der Unfal­lver­sicherung sehen ein Schmerzens­geld nicht vor. Eben­so wer­den Sach­schä­den (beschädigte Klei­dung) grund­sät­zlich nicht ersetzt.
Ver­sicherungss­chutz für die Eltern bei Wegeabweichungen?
Arbeit­nehmerin­nen und Arbeit­nehmer ste­hen auf dem unmit­tel­baren Arbeitsweg unter dem Schutz der geset­zlichen Unfal­lver­sicherung. Wer­den Um- oder Abwege auf­grund der Unter­bringung von Kindern zurück­gelegt, macht der Geset­zge­ber eine Aus­nahme von dem Grund­satz, dass nur der unmit­tel­bare Weg zur Arbeit ver­sichert ist. Wege­ab­we­ichung zur Unter­bringung von Kindern ste­hen gemäß § 8 Abs. 2 Nr. 2 a SGB VII unter Unfal­lver­sicherungss­chutz, wenn
  • das Weg­brin­gen oder Abholen der Kinder mit dem ver­sicherten Weg von oder zur Arbeitsstätte ver­bun­den wird,
  • es sich um ein Kind i.S.d. § 56 SGB I han­delt (auch Stiefkinder und Enkel, Pflegekinder, Geschwis­ter des Berechtigten, die in seinen Haushalt aufgenom­men wor­den sind),
  • dieses Kind auf Obhut, Auf­sicht, Pflege usw. durch andere angewiesen ist,
  • die Notwendigkeit fremder Obhut beste­ht wegen der beru­flichen Tätigkeit des Ver­sicherten oder ihrer Ehe­gat­ten und
  • das Kind im Haushalt der Ver­sicherten lebt.
Uner­he­blich ist, ob das Kind regelmäßig in fremde Obhut gebracht wird. Ver­sichert sind allerd­ings nur die Wege zur Unter­bringung, nicht die Unter­bringung­shand­lung selb­st, d.h. der Ver­sicherungss­chutz für die Eltern endet beispiel­sweise an der Tür des Kindergartens.
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