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Studie zur Betrieblichen Gesundheitsförderung

Was am besten wirkt

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Betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung und Präven­tion halten Beschäf­tigte gesund und zahlen sich für Unter­neh­men aus. Manche lieb­ge­wor­dene Präven­ti­ons­maß­nahme geht aller­dings ins Leere, denn eine posi­tive Wirkung lässt sich nicht immer nach­wei­sen. Zu diesem Schluss kommt die Initia­tive Gesund­heit und Arbeit (IGA) aufgrund einer umfas­sen­den wissen­schaft­li­chen Lite­ra­tur­stu­die.

DGUV Stefan Boltz Mittel­straße 51 10117 Berlin-Mitte

Die IGA-Literaturstudie, in die Ergeb­nisse von mehr als 1.000 Studien einge­gan­gen sind, gibt erst­mals einen Über­blick über den wissen­schaft­li­chen Kennt­nis­stand für das gesamte Feld der betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung.
Als beson­ders wirk­sam ließen sich folgende Ange­bote nach­wei­sen:
  • Mehrkomponenten-Programme: Sie führen verschie­dene präven­tive Maßnah­men zusam­men und berück­sich­ti­gen so mehrere Risi­ko­fak­to­ren. Zentra­ler Kern ist die Kombi­na­tion aus Verhaltens- und Verhält­nis­än­de­rung, mit der nach­hal­tig Effekte erzielt werden. Zur Vorbeu­gung von Muskel-Skelett-Erkrankungen werden etwa Schu­lun­gen oder Übungs­pro­gramme mit „klas­si­schen“ ergo­no­mi­schen Inter­ven­tio­nen wie tech­ni­schen Hilfs­mit­teln, arbeits­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Verän­de­run­gen oder mit der Umge­stal­tung des Arbeits­plat­zes verbun­den. Posi­tiv wirken sich außer­dem die aktive Betei­li­gung der Beschäf­tig­ten und vorab eine Bestim­mung des indi­vi­du­el­len Risi­kos aus.
  • Bewe­gungs­pro­gramme, wie zum Beispiel Betriebs­sport­an­ge­bote, stei­gern körper­li­che Akti­vi­tät und fördern die psychi­sche Gesund­heit. Muskel-Skelett-Erkrankungen nehmen ab, der Kran­ken­stand geht zurück.
  • Über­ra­schend wirk­sam und zudem kosten­güns­tig ist die konti­nu­ier­li­che Moti­va­tion. Hinweise (z. B. Schil­der Trep­pen­nut­zung, Büro von Kolle­gen aufsu­chen statt tele­fo­nie­ren, zusam­men mit Kolle­gen mit dem Fahr­rad zur Arbeit fahren) stei­gern beispiels­weise nach­weis­lich die körper­li­che Akti­vi­tät. In Kanti­nen helfen Poster oder Flyer, die Themen Bewe­gung und Ernäh­rung nach­hal­tig zu veran­kern. Die farbige Kenn­zeich­nung gesun­der Kost und eine gut sicht­bare Plat­zie­rung stei­gern den Verkauf gesun­der Produkte.
  • Bei der Tabak­ent­wöh­nung errei­chen Grup­pen­kurse und eine inten­sive Indi­vi­du­al­be­ra­tung deut­lich größere Erfolge als reine Infor­ma­tio­nen.
An Bele­gen für eine posi­tive Wirkung mangelt es dage­gen bei folgen­den Maßnah­men:
  • Klas­si­sche, primär­prä­ven­tive Rücken­schu­len in Unter­richts­form, die auf reine Wissens­ver­mitt­lung zielen, beugen Rücken­er­kran­kun­gen nicht vor und senken den Kran­ken­stand nicht.
  • Schu­lun­gen mit ergo­no­mi­schen Inhal­ten (Arbeits­wei­sen, ‑tech­ni­ken, Körper­me­cha­nik, Einsatz von Hilfs­mit­teln), die nicht mit weite­ren Maßnah­men wie Trai­ning verknüpft sind, senken nicht Muskel-Skelett-Erkrankungen und dadurch bedingte Fehl­zei­ten.
  • Selbst­hil­fe­ma­te­rial zur Tabak­ent­wöh­nung (Broschü­ren, Videos, Compu­ter­pro­gramme), Anreize und Bonus­sys­teme unter­stüt­zen Raucher nicht dabei, tatsäch­lich mit dem Rauchen aufzu­hö­ren.
  • Stütz­gür­tel zur Vermei­dung von Kreuz­schmer­zen als einzige Maßnahme redu­zie­ren nicht Muskel-Skelett-Erkrankungen und dadurch bedingte Fehl­zei­ten.
Fazit: Die Präven­ti­ons­an­ge­bote der Kran­ken­kas­sen und Unfall­ver­si­che­run­gen sollen dem wissen­schaft­lich gesi­cher­ten Kennt­nis­stand entspre­chen. Für die Praxis heißt das: bei einer „Inven­tur“ der Ange­bots­pa­lette genau zu prüfen, damit sie auch wie beab­sich­tigt nutzen. Bei den „klas­si­schen Rücken­schu­len“ z. B. haben die Anbie­ter schon auf frühere Veröf­fent­li­chun­gen reagiert. Die damit befass­ten Verbände haben die Programme aktu­el­len wissen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen ange­passt. Nur diese neuen Stan­dards entspre­chen den Quali­täts­an­for­de­run­gen und können durch die Kran­ken­kas­sen geför­dert werden.
In der Initia­tive Gesund­heit und Arbeit (IGA) koope­rie­ren gesetz­li­che Kranken- und Unfall­ver­si­che­rung. Ziel ist, arbeits­be­ding­ten Gesund­heits­ge­fah­ren durch Arbeits­schutz und betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung vorzu­beu­gen. Die Koope­ra­tion wird getra­gen vom BKK Bundes­ver­band, der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung, dem AOK-Bundesverband und dem Arbeiter-Ersatzkassen-Verband. Mehr Infor­ma­tio­nen unter
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