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Alle Jahre wieder .… Unter­wei­sun­gen

Ungeliebt, aber notwendig und sinnvoll
Alle Jahre wieder .… Unter­wei­sun­gen

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Viele Vorge­setzte sehen Unter­wei­sun­gen nur als lästi­ges Übel, das lang­at­mig und lang­wei­lig ist. Aber warum sind Unter­wei­sun­gen eigent­lich so unbe­liebt? Und wie kann man sie besser und trotz­dem rechts­si­cher machen?

Stefan Euler

Fehler bei der Unter­wei­sung

Häufig werden Unter­wei­sun­gen als schnö­der Mono­log des frus­trier­ten Vorge­setz­ten abge­hal­ten, dem es schon genauso vor der lang­wei­li­gen Unter­wei­sung graut, wie seinen Zuhö­rern. Viele von Ihnen haben diese Situa­tio­nen bestimmt schon zur Genüge mitbe­kom­men.
Was tun?
Zum einen kommt es auf die Dauer und zum ande­ren auf die Darstel­lungs­form und –art der Themen an. Lieber öfter kurze Unter­wei­sun­gen und diese im Dialog, als nur 1 – 2 mal pro Jahr, dafür dann gleich gut zwei lang­wei­lige Stun­den und alle trocke­nen Themen auf einmal.

Themen­fin­dung

Hatten Sie in der Abtei­lung irgend­eine Frage oder eine Unsi­cher­heit? Hat ein Auszu­bil­den­der ein bestimm­tes Thema in der Berufs­schule? Gab es bei irgend­ei­ner Tätig­keit Unsi­cher­hei­ten, Probleme oder Unklar­hei­ten? Dann nehmen Sie das Thema auf und machen eine kurze Unter­wei­sung und Infor­ma­ti­ons­runde dazu. Stel­len Sie Fragen in die Runde, wer noch im glei­chen Thema unsi­cher war. Sicher­lich wird der Dialog nicht von Anfang an von alleine laufen – diese Kultur muss sich unter Umstän­den erst entwi­ckeln.

Einbin­den der Mitar­bei­ter

Wann immer es möglich ist, binden Sie die Mitar­bei­ter ein. Lassen Sie den Betrof­fe­nen vorstel­len, wo das Problem lag und wie er es lösen konnte, oder woran es hängt bezie­hungs­weise hing. Sie werden erstaunt sein, wie die Gruppe mit der Zeit immer besser und schnel­ler zu gemein­sa­men Lösun­gen kommt. Diese werden dann auch als Arbeits­schutz­maß­nah­men von allen besser akzep­tiert und der Sinn der Maßnahme ist durch die gemein­same Erar­bei­tung der Lösung viel verständ­li­cher.

Unter­wei­sungs­er­folg

Verste­hen schützt mehr als auswen­dig lernen!

Gefahr­los bewe­gen und verhal­ten

Alle Rechts­texte fordern, dass der Unter­neh­mer seine Mitar­bei­ter und andere Schutz­be­foh­lene, also auch Fremd­fir­men, Leih­ar­bei­ter und Besu­cher, so weit unter­weist, dass sie sich an ihren Arbeits­plät­zen und auf den Wegen dort­hin sicher und gefahr­los bewe­gen und verhal­ten können.

Wann erfolgt die Unter­wei­sung

Die Unter­wei­sung muss vorab erfol­gen! Das heißt vor Antritt der Arbeit oder bevor jemand das Werk betritt, das fordert die Sorgfalts- und Fürsor­ge­pflicht.

Unter­schied­li­cher Anlass einer Unter­wei­sung

Erst­un­ter­wei­sung

Bevor ein Mitar­bei­ter eine Arbeit neu aufnimmt muss unbe­dingt eine Erst­un­ter­wei­sung durch­ge­führt werden. Hier­bei sind der Arbeits­platz, das Umfeld und die Tätig­keit selbst mit ihren Gefähr­dun­gen und Wech­sel­wir­kun­gen zu erläu­tern.

Ände­rungs­un­ter­wei­sung

Sobald Ände­run­gen an Arbeits­platz, Arbeits­mit­teln oder Arbeits­stof­fen durch­ge­führt wurden, muss der Mitar­bei­ter auf die sich verän­der­ten Gefähr­dun­gen hinge­wie­sen werden.

Wieder­ho­lungs­un­ter­wei­sung

Routine ist gut – aber auch gefähr­lich! Eine Auffri­schung bereits durch­ge­führ­ter Unter­wei­sun­gen in regel­mä­ßi­gen Abstän­den (zum Beispiel 1 Mal pro Jahr) ist daher unab­ding­bar. Die Häufig­keit hängt dabei von der Brisanz des Themas ab.

Beleh­run­gen

Nach (Beinahe-) Unfäl­len sind Beleh­run­gen über die entstan­dene Gefahr und den rich­ti­gen Umgang mit den Gefah­ren durch­zu­füh­ren. Ziel ist es, eine ähnli­che Gefähr­dung nicht ein zwei­tes Mal auftre­ten zu lassen und somit die Sicher­heit für die Mitar­bei­ter zu stei­gern.

Allzu häufig: „Nicht unter­wei­sen spart Zeit und damit Geld“

Dem ist mitnich­ten so – schon gar nicht auf lange Sicht! Die Unter­wei­sung der Mitar­bei­ter und damit die Sicher­stel­lung des Arbeits­schut­zes ist eine der Grund­pflich­ten des Unter­neh­mers. Bei Unfäl­len sind Unter­neh­mer und Führungs­kräfte in der Haftung aufgrund unter­las­se­ner Sorg­falts­pflicht.

Zivil­recht

Das geht neben den staats­an­walt­li­chen Themen über die Haftung bei Perso­nen­schä­den im Zivil­recht – und spätes­tens diese können sehr teuer werden.

Image­ver­lust

Nicht zu verges­sen und zu über­se­hen sind auch der Image­ver­lust bei „Nach­barn“ und Kunden, wenn häufi­ger Unfälle passie­ren, oder quali­ta­tiv schlecht gear­bei­tet wurde. Die hier­aus entste­hen­den wirt­schaft­li­chen Schä­den sind zwar nicht sofort spür­bar – aber würden Sie jeman­den weiter­hin beauf­tra­gen, bei dem die Arbeit nur sehr unsau­ber erle­digt wird und dauernd etwas passiert, oder der schlicht unwis­sende Fach­kräfte schickt?

Werbung für das Unter­neh­men

Fort­bil­dung ist auch Werbung für ein Unter­neh­men

Fazit

Unter­wei­sun­gen sind aus den unter­schied­lichs­ten Grün­den ein Muss für jeden Unter­neh­mer und soll­ten nicht auf die leichte Schul­ter genom­men werden. Soge­nannte „Pseu­do­un­ter­wei­sun­gen“, wo der Vorge­setzte seinen Mitar­bei­tern schnell ein Stück Papier zum Unter­schrei­ben hinlegt und meint damit der Pflicht genüge getan zu haben, sind natür­lich recht­lich nicht halt­bar.
Aus diesem Grund stel­len wir Ihnen per E‑Mail (siehe Autoren­kas­ten) auf Anfor­de­rung zukünf­tig in regel­mä­ßi­gen Abstän­den jeweils eine neue Kurz­un­ter­wei­sung – aus der Praxis, für die Praxis – zur Verfü­gung. Sie behan­deln diverse Themen der alltäg­li­chen Arbei­ten einer Elek­tro­fach­kraft oder elek­tro­tech­nisch unter­wie­se­nen Person (das ist unsere Mate­rie) und ermög­li­chen es Ihnen, regel­mä­ßig für einen über­schau­ba­ren Zeit­raum den Dialog mit Ihren Mitar­bei­tern zu führen und verschafft Ihnen gleich­zei­tig ein höhe­res Maß an Sicher­heit.
Autor
Stefan Euler
Geschäfts­füh­rer MEBEDO Consul­ting GmbH
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