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Leserbrief

Alles auf Anfang …

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Herrn Karl‐Heinz Schmid Sepp­lis­hof 77 77773 Schen­ken­zell

Red.: Der folgende Leser­brief erreichte uns kurz vor dem Jahres­ende 2009.
Wir sind uns sicher, dass dem viele zustim­men werden – doch wer Kritik üben oder andere oder ergän­zende Gedan­ken hat, darf diese gerne an uns weiter­lei­ten (E‐Mail an: sicherheitsingenieur@konradin.de):
Beschrieb ich noch im Sommer die Lage von uns Sicher­heits­fach­kräf­ten ähnlich der des Herrn Murray in „Täglich grüßt das Murmel­tier“ so möchte ich im Jahres­rück­blick behaup­ten, vieler­orts heißt es „alles auf Anfang“.
Noch nie wurde Arbeits­schutz (Arbeits­si­cher­heit und Arbeits­me­di­zin) von Führungs­kräf­ten so oft grund­le­gend in Frage gestellt. Noch nie wurden nach 35 Jahren Arbeits­si­cher­heits­ge­setz so oft elemen­tarste Bestim­mun­gen wie Eisberge oder gefähr­li­che Riffe umschifft. Schuld daran sind weder die allzeit bejam­merte Krise noch die Schwei­ne­grippe. Schuld sind neben der immer öfter rein profit­ori­en­tier­ten Ausrich­tung von Unter­neh­men unter ande­rem auch die allmäh­lich wie Sand­bur­gen zerbrö­seln­den Struk­tu­ren im deut­schen Arbeits­schutz: Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger werden durch staat­li­che Rechts­vor­ga­ben quasi narko­ti­siert und zu Scha­dens­re­gu­lie­rern für Arbeits­un­fälle degra­diert. Das bis dato für Verant­wort­li­che und Bera­ter als Hand­werks­zeug hervor­ra­gend geeig­nete Unfall­ver­hü­tungs­recht wurde unter dem Deck­man­tel der Dere­gu­lie­rung quasi gero­det, dass einem Erin­ne­run­gen an Kreuz­züge erwa­chen und die Arbeits­schutz­be­hör­den vor Ort werden in alle Winde zerschla­gen.
So stehen wir Sicher­heits­fach­kräfte nun alleine an der Front und bekom­men schon längst erle­digt Geglaub­tes wieder zu hören: „es läuft doch gut, für was braucht man euch denn?“. Im Falle des Miss­erfol­ges (sprich: Unfall) sind wir dann besten­falls noch die Sünden­bö­cke, „was macht ihr denn eigent­lich?“. Das schon zitierte Arbeits­si­cher­heits­ge­setz ist noch immer die Bibel der Arbeits­schutz­ex­per­ten. Es ist staat­li­ches Recht, aber hilft uns der Staat bei der Durch­set­zung? Nein, dafür ist keine Zeit, denn die fast täglich wie Pilze aus dem Boden sprie­ßen­den Gremien schei­nen sich um wich­ti­gere Fragen zu kümmern wie z.B.: „Müssen Rosi­nen Helme tragen, wenn sie in den Stol­len gehen“, oder: „Ist ein Arbeit­neh­mer dem Betriebs­arzt vorzu­stel­len, wenn er sich sauwohl fühlt?“.
Ich wünsche uns für 2010 die Unter­stüt­zung der o.g. Part­ner im Arbeits­schutz zurück, um gemein­sam die Erfolgs­ge­schichte Arbeits­si­cher­heits­ge­setz im Sinne eines menschen­ge­rech­ten Arbeit­neh­mer­schut­zes weiter­schrei­ben zu können.
Karl‐Heinz Schmid
Sepp­lis­hof 77
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