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Zusammenarbeit Sifa und Betriebsarzt verbessern - Synergien nutzen

Synergien erkennen und nutzen Teil 1
Zusammenarbeit von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit

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„Zwei Fre­unde sollt ihr sein…!“ Frei nach Sepp Her­berg­er möchte man dies den betrieblichen Akteuren des Arbeits- und Gesund­heitss­chutzes, den Fachkräften für Arbeitssicher­heit und den Betrieb­särzten zurufen. Nicht zulet­zt das Arbeitssicher­heits­ge­setz (ASiG) und die DGUV Vorschrift 2 beschwören die Wichtigkeit des Zusam­me­nar­beit­ens dieser bei­den „Parteien“.

Prof. Andreas Wittmann, Dipl.Ing. Thomas Bossel­mann (r.i.p.)

Zu einem gesun­den Leben­sum­feld gehört zwangsläu­fig auch eine Gesund­heit erhal­tende, wenn nicht sog­ar gesund­heits­förder­liche Arbeit­sumge­bung. Das poli­tis­che Ein­treten für Gesund­heit auf allen Ebe­nen staatlichen Wirkens hat­te daher meist auch großen Ein­fluss auf die Arbeitss­chutzge­set­zge­bung.
Um auch hier ein größt­möglich­es Gesund­heitspo­ten­tial zu ver­wirk­lichen, war es notwendig, sowohl auf der Ebene der biol­o­gis­chen, der physikalis­chen und der chemis­chen Ein­flussfak­toren die Weichen neu zu stellen, als auch die psy­chis­chen und die sozialen Fak­toren in die Betra­ch­tun­gen für einen ganzheitlichen Gesund­heitss­chutz mit einzubeziehen.
Nur durch eine Koop­er­a­tion aller Akteure des Arbeits- und Gesund­heitss­chutzes kön­nen diese hochgesteck­ten Ziele über­haupt erfüllt wer­den. Neue Hand­lung­spri­or­itäten sind die Folge, ins­beson­dere eine starke Ori­en­tierung auf alle gesund­heit­srel­e­van­ten Umge­bungs­fak­toren („Set­ting-Ansatz“) wer­den damit nötig. Auf­bauend auf der Def­i­n­i­tion von Gesund­heit und dem Ver­ständ­nis von Gesund­heits­förderung in der Ottawa-Char­ta ist der Set­ting-Ansatz ent­standen. Die Konzep­tion adressiert das „set­ting“, den alltäglichen Leben­sraum, als einen Ort, in dem Inter­ven­tio­nen greifen.
Mit der Unterze­ich­nung der Ottawa Char­ta zur Gesund­heits­förderung der Vere­in­ten Natio­nen (1986) wurde auch in der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land der Weg für salu­to­gene Ansätze in der Gesund­heit­spoli­tik frei gemacht. Der Schwenk von pathol­o­gisch geprägten Ansätzen der Krankheitsver­mei­dung hin zur Gesund­heits­förderung hat­te großen Ein­fluss auf viele Hand­lungs­felder. So berück­sichtigt das Arbeitss­chutzge­setz von 1996 die Ide­ale der Ottawa-Char­ta und hat die Anforderun­gen an den Arbeitss­chutz in deren Sinn neu definiert. Wesentlich dafür ist eine präven­tive Arbeitss­chut­zor­gan­i­sa­tion mit erweit­erten Auf­gaben­stel­lun­gen für und Anforderun­gen an die betrieblichen Akteure. Diese zielt darauf ab, nicht nur alle Beein­träch­ti­gun­gen und/oder Schädi­gun­gen am Arbeit­splatz zu ver­mei­den son­dern auch die Gesund­heit der Beschäftigten zu erhal­ten bzw. zu fördern.
Die Ziel­rich­tung des Arbeitss­chutzge­set­zes ist also sowohl abwehrend (gegen Gefahren, Schä­den, Beläs­ti­gun­gen, ver­mei­d­bare Belas­tun­gen) als auch gestal­tend (Her­stel­lung möglichst men­schen­gerechter Arbeit­splätze, Arbeitsabläufe, Arbeit­sumge­bun­gen).
Es liegt in der Ver­ant­wor­tung des Arbeit­ge­bers, die entsprechen­den Arbeitss­chutz­maß­nah­men zu tre­f­fen, sie auf ihre Wirk­samkeit kon­tinuier­lich zu über­prüfen und gegebe­nen­falls entsprechend anzu­passen. Überdies hat der Arbeit­ge­ber bei der Pla­nung und bei der Durch­führung von Maß­nah­men des Arbeits- und Gesund­heitss­chutzes für eine geeignete Organ­i­sa­tion zu sor­gen, die erforder­lichen Mit­tel bere­itzustellen und die Arbeitss­chut­zor­gan­i­sa­tion in die betrieblichen Führungsstruk­turen einzu­binden. Da der Arbeit­ge­ber in der Regel kein Arbeitss­chutzex­perte ist, unter­stützen ihn Betrieb­särzte und Fachkräfte für Arbeitssicher­heit. Ihr arbeitsmedi­zinis­ches und sicher­heit­stech­nis­ches Fach­wis­sen soll zu ein­er Verbesserung des Arbeitss­chutzes und zu einem möglichst hohen Wirkungs­grad der Maß­nah­men beitra­gen.
Ein vorauss­chauen­des Arbeitss­chutzhan­deln stellt aber auch Betrieb­särzte und Fachkräfte für Arbeitssicher­heit vor neue Her­aus­forderun­gen. Erforder­lich sind ein ganzheitlich­es Ver­ständ­nis von Sicher­heit und Gesund­heit, eine präven­tiv ori­en­tierte arbeitsmedi­zinis­che und sicher­heit­stech­nis­che Fachkunde in Bezug auf die Gestal­tung der Arbeits­be­din­gun­gen, Präven­tion durch Mitwirkung bere­its in Pla­nungs- und Konzept­phasen, ein ganzheitlich­es Ver­ständ­nis der Wech­sel­wirkun­gen in Arbeitssys­te­men sowie ein koop­er­a­tives Vorge­hen in zu entwick­el­nden Arbeitss­chutz­man­age­mentsys­te­men. Da diese Auf­gaben und Anforderun­gen in der Kon­se­quenz sehr umfan­gre­ich sind, konkur­ri­eren sie im betrieblichen All­t­ag aber auch mit den durch Vorschriften geregel­ten Betreu­ungszeit­en und Betreu­ungsmod­ellen der Betrieb­särzte und der Fachkräfte für Arbeitssicher­heit.
Der Bal­anceakt zwis­chen den hehren Zie­len ein­er­seits und den knap­pen Ressourcen ander­er­seits ist, wenn über­haupt, nur durch eine ziel­gerichtete Auf­gabenen­twick­lung bzw. eine opti­mierte Schw­er­punk­t­set­zung in koop­er­a­tiv­en Net­zw­erk­struk­turen möglich. Je bess­er dies in der betrieblichen Umset­zung gelingt, desto wirk­samer kann deren Beitrag im Sinne ein­er präven­tiv­en Arbeitss­chut­zor­gan­i­sa­tion sein. Ein sin­nvoller Aus­gangspunkt für eine der­art ressourcenori­en­tierte Auf­gaben­dif­feren­zierung und wirk­same Unter­stützung des Arbeit­ge­bers in Fra­gen des Arbeitss­chutzes ist ein abges­timmtes Vorge­hen zwis­chen Betrieb­sarzt und Fachkraft für Arbeitssicher­heit – in der Form, dass sich arbeitsmedi­zinis­ches und sicher­heit­stech­nis­ches Know-how bei der Pla­nung und Durch­führung von Arbeitss­chutz­maß­nah­men sin­nvoll ergänzen.
Dieser Artikel greift vor diesem Hin­ter­grund unter­schiedliche Anlässe der Zusam­me­nar­beit auf und zeigt anhand von Prax­is­beispie­len Anre­gun­gen und Ideen, wie sich die betriebliche Zusam­me­nar­beit aller am Arbeits- und Gesund­heitss­chutz beteiligten Per­so­n­en zielführend, d.h. effek­tiv und effizient, gestal­ten lässt.

Agieren im Arbeitsschutz nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

Die Zielset­zun­gen des Arbeitss­chutzge­set­zes gehen über die klas­sis­chen Vorstel­lun­gen von Sicher­heit und Gesund­heit hin­aus. Sie verbinden einen erweit­erten Gesund­heits­be­griff mit einem dynamis­chen Gesund­heit­skonzept ein­schließlich der Ein­beziehung der Beschäftigten als „Experten in eigen­er Sache“. Sub­sidiarisch soll hier dafür Sorge getra­gen wer­den, dass Entschei­dun­gen immer möglichst dicht an der Ebene erfol­gen, wo sie Auswirkun­gen haben.
Weit­er­hin ver­fol­gt das Arbeitss­chutzge­setz kon­se­quent einen salu­to­ge­nen Ansatz im Arbeits- und Gesund­heitss­chutz. Es erken­nt daher an, dass Gesund­heit mehr als das Frei­sein von Krankheit und Gebrechen ist. Im Sinne der ganzheitlichen Def­i­n­i­tion der WHO bein­hal­tet Gesund­heit überdies voll­ständi­ges kör­per­lich­es, psy­chis­ches und soziales Wohlbefind­en, das immer wieder neu hergestellt wer­den muss. Dazu eine weit­er­führende Def­i­n­i­tion von K. Hurle­mann, Uni­ver­sität Biele­feld: „Gesund­heit ist das Sta­di­um des Gle­ichgewichts von Risiko­fak­toren und Schutz­fak­toren, dass ein­tritt, wenn einem Men­schen eine Bewäl­ti­gung sowohl der inneren (kör­per­lichen und psy­chis­chen) als auch der äußeren (sozialen und materiellen) Anforderun­gen gelingt. Gesund­heit ist ein Sta­di­um, das einem Men­schen Wohlbefind­en und Lebens­freude ver­mit­telt. Krankheit ist das Sta­di­um des Ungle­ichgewichts von Risiko- und Schutz­fak­toren, das ein­tritt, wenn einem Men­schen eine Bewäl­ti­gung von inneren (kör­per­lichen und psy­chis­chen) und äußeren (sozialen und materiellen) Anforderun­gen nicht gelingt. Krankheit ist ein Sta­di­um, das einem Men­schen eine Beein­träch­ti­gung seines Wohlbefind­ens und sein­er Lebens­freude ver­mit­telt“.
Dieses Konzept kann nicht sta­tisch sein, da Arbeitss­chutzhan­deln eine stetige Verbesserung der tech­nis­chen, arbeit­sor­gan­isatorischen, psy­chosozialen und son­sti­gen Bedin­gun­gen der Arbeit anstreben und dabei deren Wech­sel­wirkun­gen berück­sichti­gen muss, um dem dynamis­chen Gesund­heits­be­griff gerecht zu wer­den.
Zen­tral ist in diesem Zusam­men­hang die men­schen­gerechte Gestal­tung der Arbeit und der Grund­satz, Gefahren an der Quelle zu bekämpfen (§ 4 Arb­SchG). Damit wird ein präven­tiv­er Arbeits- und Gesund­heitss­chutz in Unternehmen, Betrieben und Dien­st­stellen verbindlich. Das Indi­vidu­um wird so zum Maßstab für die Gestal­tung der Arbeit (Abb. 1).
All dies erfordert eine vorauss­chauende Bew­er­tung von arbeits­be­d­ingten Belas­tun­gen, Gefährdun­gen und Risiken. Die Basis dafür bildet die Gefährdungs­beurteilung. Diese bein­hal­tet sowohl die sys­tem­a­tis­che Gefährdungser­mit­tlung und eine Risikobeurteilung der vorherrschen­den Arbeits­be­din­gun­gen, als auch die rechtzeit­ige Beurteilung im Vor­feld neu zu schaf­fend­er Bedin­gun­gen und Sit­u­a­tio­nen (wie bspw. Pla­nung von Bau­vorhaben, Beschaf­fung von Arbeitsmit­teln und Umgestal­tung von Arbeit­splätzen).
Darauf auf­bauend erfordert ein ganzheitlich­er Arbeits- und Gesund­heitss­chutz
  • eine gesund­heits­fördernde Arbeitssys­temgestal­tung,
  • ein Arbeitss­chutz­man­age­mentsys­tem in dem das Arbeitss­chutzhan­deln als Quer­schnittsauf­gabe ver­standen und entwick­elt wird sowie
  • die kon­se­quente Ein­beziehung der Beschäftigten in dieses Han­deln.
Ziel dieser präven­tiv­en Arbeitss­chut­zor­gan­i­sa­tion ist der Erhalt der Beschäf­ti­gungs­fähigkeit und die Förderung indi­vidu­eller Gesund­heit­skom­pe­ten­zen (Abb. 2).
Um all diese Auf­gaben effizient und effek­tiv – d.h. auf möglichst hohem qual­i­ta­tiv­en Niveau – umset­zen zu kön­nen, bedarf es ein­er engen Ver­net­zung der wichtig­sten Akteure, ein­er ressourcen- und zielo­ri­en­tierten Zusam­me­nar­beit von Arbeit­ge­ber, Betrieb­sarzt und Fachkraft für Arbeitssicher­heit, Sicher­heits­beauf­tragten, Beschäftigten und deren Inter­essen­vertre­tun­gen (Betriebs- bzw. Per­son­al­rat und Schwer­be­hin­derten­vertre­tung).
Die Auf­gaben von Betrieb­särzten und Fachkräften für Arbeitssicher­heit wer­den sich zukün­ftig in diesem Kon­text ent­fal­ten und weit­er­en­twick­eln. Vor dem Hin­ter­grund der zeit­gemäßen Auf­gaben­pro­file für Betrieb­särzte und Fachkräfte für Arbeitssicher­heit gilt es, die Zusam­me­nar­beit bei­der Experten stetig fortzuen­twick­eln und zu verbessern.

Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagementsystems bzw. Arbeitsschutzmanagementsystems

Erfol­gre­iche betriebliche Gesund­heits­man­age­mentsys­teme (BGM) und Arbeitss­chutz­man­age­mentsys­teme fördern die Sicher­heit im Unternehmen, steigern die Gesund­heit der Mitar­beit­er und sind damit ein ide­ales Stell­glied um die Leis­tungs­fähigkeit der Mitar­beit­er und damit des ganzen Unternehmens zu erhöhen. Denn die Leis­tung der Mitar­beit­er ist eine wesentliche Voraus­set­zung für den Unternehmenser­folg.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Erfol­gre­ich­es betrieblich­es Gesund­heits­man­age­ment ist der salu­to­ge­nen Idee verpflichtet. Das Ziel muss sein, men­schen­gerechte Arbeits­be­din­gun­gen, also Gesund­heit und Wohlbefind­en der Mitar­beit­er im Zusam­men­hang mit ihrer beru­flichen Arbeit zu fördern. Dies erfordert unter anderem, dass die Mitar­beit­er zu einem aktiv­en und nach­haltig gesun­den Lebensstil angeregt und befähigt wer­den. So kön­nen die Risiken für chro­nis­che Erkrankun­gen gesenkt wer­den, was wiederum die Arbeits- und Beschäf­ti­gungs­fähigkeit ins­beson­dere älter­er, chro­nisch Kranker und behin­dert­er Beschäftigter erhält und gle­ichzeit­ig hil­ft, die krankheits­be­d­ingten Fehlzeit­en zu begren­zen.
Wird das Ziel erre­icht, und sind damit die Voraus­set­zun­gen für eine men­schen­gerechte Arbeit­sumge­bung erfüllt, steigen im all­ge­meinen Leis­tungs­bere­itschaft und Teamgeist, die Kon­flik­t­ge­fahr sinkt und das Betrieb­skli­ma bessert sich spür­bar. Das sind ide­ale Voraus­set­zun­gen für einen anhal­tenden Unternehmenser­folg durch bessere Pro­dukt- und Dien­stleis­tungsqual­ität, bessere Pro­duk­tiv­ität, gerin­gere Fluk­tu­a­tion und ein gutes Image des Betriebes.
Ein der­art ganzheitlich­er Ansatz bed­ingt allerd­ings die Verzah­nung mehrerer Hand­lungs­felder: Sowohl die Ele­mente der klas­sis­chen betrieblichen Gesund­heits­förderung als auch alle Maß­nah­men der (Wieder-) Eingliederung/Rehabilitation und auch der klas­sis­che Arbeits- und Gesund­heitss­chutz müssen hier­für strate­gisch verzah­nt wer­den. Gle­ichzeit­ig sind auch der erk­lärte Wille zum salu­to­ge­nen Konzept sowie eine langfristige Strate­gie für die betriebliche Arbeitss­chutz- und Gesund­heit­spoli­tik erforder­lich.
Im Sinne des klas­sis­chen Dem­ing-Kreis­es „gem­anagt“ ist hier­für zunächst ein Konzept mit Ziel­pri­or­itäten zu entwick­eln. Eine Pla­nungs- und Steuerungsin­stanz, ide­al­er­weise neben Vertretern des Betriebes und der Belegschaft auch mit der Fachkraft für Arbeitssicher­heit und dem Betrieb­sarzt beset­zt, muss dann für eine erste Umset­zung des Konzeptes in Pilot­pro­jek­ten sor­gen und dieses bei Bedarf im Sinne der vere­in­barten Ziele anpassen. Nach Über­prü­fung der im Kleinen real­isierten Prozess­abläufe muss dann im Erfol­gs­fall die Hand­lungs­feld­be­zo­gene Inter­ven­tion auf bre­it­er Front erfol­gen. Die Prozesse im Arbeits- und Gesund­heitss­chutz, im Eingliederungs­man­age­ment und im Rah­men der Gesund­heits­förderung müssen nun im betrieblichen All­t­ag real­isiert wer­den. Alle Schritte müssen dabei den Anforderun­gen der Qual­itätssicherung genü­gen (Abb. 3).

Aufgabenspektrum und Rollenverständnis von Sifa und Betriebsarzt

Soll das Arbeitss­chutzhan­deln ganzheitlich und in diesem Sinne effek­tiv und effizient sein, muss es als Quer­schnittsauf­gabe, als Schnittstel­lenar­beit ver­standen und organ­isiert wer­den. Entsprechend muss auch die betrieb­särztliche und sicher­heit­stech­nis­che Beratungs- und Unter­stützungstätigkeit an allen Schnittstellen aus­ge­baut wer­den. Eine zunehmende Inte­gra­tion der betrieb­särztlichen und sicher­heit­stech­nis­chen Auf­gaben in die betrieblichen Abläufe, z.B. in Pla­nungs- und Gestal­tung­sprozesse, machen hier eine bewusst ges­teuerte Zusam­me­nar­beit erforder­lich.

Grund­lage dieser Tätigkeit sollte eine sorgfältig abges­timmte Koop­er­a­tion und Arbeit­steilung zwis­chen Betrieb­sarzt und Fachkraft für Arbeitssicher­heit sein. Dies gilt im beson­deren Maße für die betriebs- und sicher­heit­stech­nis­che Betreu­ung in klein- und mit­tel­ständis­chen Unternehmen (KMU).
Eine ziel­gerichtete Auf­gaben­wahrnehmung und das Aus­bal­ancieren von in der Regel niedri­gen betrieb­särztlichen Ein­satzzeit­en und deut­lich höheren Ein­satzzeit­en der Fachkraft ver­lan­gen in der prak­tis­chen Arbeit ein hohes Maß an Selb­stor­gan­i­sa­tion und rationellem Vorge­hen. Wesentliche Aspek­te dieser Vorge­hensweise kön­nen zum einen pro­gram­ma­tis­che Schw­er­punk­t­set­zun­gen sein, zum anderen aber auch eine Verdich­tung der betrieb­särztlichen Tätigkeit. So gab ein Betrieb­sarzt in ein­er von der Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin (BAuA) ini­ti­ierten Befra­gung an, er würde bei Betrieb­s­bege­hun­gen in KMU vieles gle­ichzeit­ig erledi­gen, von der Unter­suchung der Mitar­beit­er über Besich­ti­gung der Arbeit­splätze bis zur Beratung und der Über­mit­tlung von Lösungsvorschlä­gen vor Ort. Die gerin­gen betrieb­särztlichen Ein­satzzeit­en erfordern hier eine intel­li­gente Zusam­me­nar­beit mit der Fachkraft für Arbeitssicher­heit. Dies kann den geziel­ten Aus­tausch von Infor­ma­tio­nen eben­so umfassen wie gemein­same Aktiv­itäten, wech­sel­seit­ige Ent­las­tung und Unter­stützung bzw. eine tätigkeits­be­zo­gene Arbeit­steilung. Wie eine der­ar­tige Zusam­me­nar­beit unbürokratisch funk­tion­ieren kann, zeigen Beispiele, die dem BAuA Forschungs­bericht 998 ent­nom­men wur­den (Kliemt, G.; Wien­hold, L.; Barth, Chr.; Dörr, R.; Glomm, D.; Khan, A.; Korus, H. C.; Scheuch, K.; Voul­laire, E.: Effek­tiv­ität und Effizienz der betrieb­särztlichen Betreu­ung in Klein und Mit­tel­be­trieben. Ver­gle­ichende Bew­er­tung von alter­na­tiv­en Betreu­ungsstrate­gien und Regel­be­treu­ung 1. Auflage. Bre­mer­haven: Wirtschaftsver­lag NW Ver­lag für neue Wis­senschaft GmbH 2003. (Schriften­rei­he der Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin: Forschungs­bericht, Fb 998)).
Beispiel 1: Gemein­same Aktiv­itäten
„Rou­tinemäßig sagen wir, jet­zt möcht­en wir mal wieder gemein­sam eine Bege­hung machen. Oder wenn es Prob­lem­bere­iche gibt, da rufen wir uns ein­fach an, das und das ist im Argen, machen wir es gle­ich zusam­men. Zusam­men machen wir es auch deswe­gen, weil es den Arbeit­ge­bern Zeit spart.“ (Fb 998 S. 73)
Beispiel 2: Unbürokratis­che Zusam­me­nar­beit
„Wir haben eine gute Zusam­me­nar­beit. Das ist bei uns so gelaufen, dass wir am Anfang alles zusam­men began­gen haben. Und nun ist das so, dass wir uns natür­lich tre­f­fen, z.B. auf Ver­samm­lun­gen, dass wir mal gemein­same Dinge machen und hin und wieder auch gemein­same Bege­hun­gen, aber nicht jährliche Bege­hun­gen, denn das würde meine ganze Ein­satzzeit auf­fressen. Ich kenne ja die Ein­rich­tun­gen und die Fachkraft für Arbeitssicher­heit erst recht, die ken­nt sich z.B. in den Bauhöfen sehr gut aus. Dabei ist es so: Die ken­nen weniger die Mitar­beit­er, halt nur bes­timmte, während ich jeden Mitar­beit­er kenne. Da wun­dern die sich immer, dass ich jeden kenne. Aber das ist ja klar, weil meine Tätigkeit per­so­n­en­be­zo­gen ist.“ (Fb 998 S. 73)
Um in Klein- und Mit­tel­be­trieben eine kon­tinuier­liche Zusam­me­nar­beit trotz der unter­schiedlichen Ein­satzzeit­en sicherzustellen, find­et die Zusam­me­nar­beit in der Prax­is häu­fig auf der Grund­lage eines anlass­be­zo­ge­nen Infor­ma­tion­saus­tausches und ein­er tätigkeits­be­zo­ge­nen Arbeit­steilung statt.
Beispiel 3: Infor­ma­tion­saus­tausch
„Wichtige Berichte oder Bericht­steile ver­mit­teln wir uns gegen­seit­ig und ergänzen uns. Auftre­tende Prob­leme wer­den tele­fonisch besprochen und Vorge­hensweisen vere­in­bart. (…). Ganz wichtig ist die gegen­seit­ige Infor­ma­tion zur Ver­mei­dung von Dop­pelar­beit: Die Fachkraft weiß genau, was ich mache, z.B. die Beurteilung von Bild­schir­mar­beit­splätzen, das über­lässt die Fachkraft mir. Dafür weiß ich, was die Fachkraft macht, wir ver­lassen uns gegen­seit­ig aufeinan­der. Das ist wichtig zur Zeit­erspar­nis; nicht, dass der eine das­selbe macht wie der andere; das kön­nen wir uns gar nicht erlauben(…). Wenn aber z.B. tech­nis­che Beratun­gen nötig sind, wird die Fachkraft eingeschal­tet.“ (Fb 998, S. 74)

Grundlagen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Die erfol­gre­iche Zusam­me­nar­beit von Fachkraft für Arbeitssicher­heit und Betrieb­sarzt erfordert in erster Lin­ie eine gemein­same fach­lich-inhaltliche Basis, die mit Absprachen, regem Erfahrungsaus­tausch und einem gemein­sam zu entwick­el­nden Rol­len­ver­ständ­nis noch gefes­tigt wer­den kann und sollte. Hierzu emp­fiehlt es sich, zu Beginn der Zusam­me­nar­beit gemein­same Bege­hun­gen durchzuführen und sich über Selb­stver­ständ­nis und Zielset­zun­gen der Arbeit zu eini­gen. Die Aufteilung der Zuständigkeit­en fällt dabei leichter, wenn man sich verdeut­licht, dass
  • das Arbeitss­chutzhan­deln des Betrieb­sarztes in erster Lin­ie immer noch per­so­n­en­be­zo­gen erfol­gt und
  • die Arbeit der Fachkraft für Arbeitssicher­heit meist immer noch mehrheitlich durch tech­nis­che Fra­gen der Arbeits- bzw. Arbeitssys­temgestal­tung bes­timmt wird.
Das Bindeglied für ein gemein­sames Vorge­hen ist das gemein­same Ziel ein­er men­schen­gerecht­en Gestal­tung der Arbeit und der grund­sät­zliche Vor­rang der Präven­tion. Dieses Ziel sollte ressourcenori­en­tiert und koop­er­a­tiv ver­fol­gt und die Arbeitss­chut­zor­gan­i­sa­tion entsprechend weit­er­en­twick­elt wer­den – hin zu einem echt­en Arbeitss­chutz­man­age­ment.
Die im ASiG beschriebe­nen Auf­gaben von Betrieb­särzten und Fachkräften für Arbeitssicher­heit sind meist echte Quer­schnittsauf­gaben, da sie bei­den Experten gemein­sam über­tra­gen wur­den. So gehören die Bege­hung der Arbeitsstät­ten und die Beurteilung der Arbeits­be­din­gun­gen zu den Auf­gaben bei­der Experten.
Den­noch gibt es Auf­gaben, die an das jew­eilige Berufs­bild gebun­den sind. Der Betrieb­sarzt beschäftigt sich über­wiegend mit arbeitsmedi­zinis­chen Fra­gen, d.h. mit kör­per­lichen, psy­chol­o­gis­chen und sozialen Aspek­ten der Arbeit. In diesem Zusam­men­hang ist er für die Beratung und Unter­suchung von Arbeitnehmer/innen sowie die Wiedere­ingliederung von Men­schen mit Behin­derung zuständig – und unter­stützend im Rah­men des betrieblichen Eingliederungs­man­age­ments nach § 84 Abs. 2 SGB IX. Auch soll er die Ursachen von arbeits­be­d­ingten Erkrankun­gen unter­suchen und die „Erste Hil­fe“ im Betrieb organ­isieren.
Fachkräfte für Arbeitssicher­heit haben ihren Schw­er­punkt in der (sicher­heit­stech­nis­chen) Gestal­tung der Arbeit­splätze, des Arbeitsablaufs, der Arbeits­gestal­tung. Darüber hin­aus sind sie für die Über­prü­fung der Betrieb­san­la­gen, der tech­nis­chen Arbeitsmit­tel ins­beson­dere vor der Inbe­trieb­nahme und sicher­heit­stech­nis­che Über­prü­fung von Arbeitsver­fahren zuständig. Dergestalt set­zen ihre Auf­gaben an der men­schen­gerecht­en und sicher­heit­stech­nis­chen Gestal­tung von Arbeitssys­te­men an. Außer­dem gehört es zu ihrem Arbeits­bere­ich die Ursachen von Unfällen zu unter­suchen. In der betrieblichen Prax­is dient ihr Wis­sen also im Wesentlichen der Unfal­lver­hü­tung und der Arbeitssys­temgestal­tung – sie unter­stützen mit ihrem Know-how sowohl die indi­vidu­elle als auch die sys­tem­be­zo­gene Lösungssuche bei der Entwick­lung präven­tiv­er Arbeitssys­teme.
In allen Arbeits­bere­ichen gibt es entsprechend Schnittstellen zur Tätigkeit der jew­eils anderen Pro­fes­sion, die als Quer­schnittsauf­gaben gemein­sam wahrgenom­men wer­den kön­nen. Geschieht dies in der betrieblichen Prax­is sys­tem­a­tisch, wird dadurch in der Regel die Effek­tiv­ität und Effizienz der Maß­nah­men erhöht. Das nach­fol­gende Schaubild soll dies nochmals verdeut­lichen (Abb. 4).

Effizienz

Um die Zusam­me­nar­beit wirk­lich effizient zu gestal­ten muss dafür gesorgt wer­den, dass Auf­gaben nicht unnötig dop­pelt durchge­führt wer­den. Die Kom­plex­ität der Auf­gaben erfordert daher neben ein­er regelmäßi­gen Kom­mu­nika­tion auch ein hohes Maß an Selb­stor­gan­i­sa­tion und rationellem Vorge­hen bei­der sowie eine aus­führliche „Grund­ab­stim­mung“ zu Beginn der Zusam­me­nar­beit. Unter­schiedliche inhaltliche Schw­er­punk­t­set­zung ist hier der Schlüs­sel zu ein­er bedarf­sori­en­tierten Arbeit­steilung. Die Schw­er­punkset­zung wiederum basiert aber auf einem gegen­seit­ig akzep­tierten Rollen- und Arbeitsver­ständ­nis. Deshalb ist ein Aus­tausch über dessen Grund­sätze und Zielset­zun­gen unbe­d­ingt erforder­lich. Gemein­same Betrieb­s­bege­hun­gen bieten dazu einen auf­gaben­be­zo­ge­nen Ein­stieg.

Effektivität

Der Erfolg der Zusam­me­nar­beit zwis­chen Betrieb­sarzt und Fachkraft für Arbeitssicher­heit wird in erster Lin­ie daran gemessen wer­den, wie gut die Beschäftigten vor gesund­heitliche Prob­leme und Arbeit­sun­fällen geschützt wer­den. Da das Schutzniveau in den meis­ten Betrieben jedoch schon sehr hoch ist, fällt es oft nicht leicht, Belege für die Effek­tiv­ität der gemein­samen Arbeit zu liefern. Hier muss durch bei­de Experten richtig gestellt wer­den, dass ger­ade eine „unauf­fäl­lige“ Unfall­sta­tis­tik und keine Mel­dun­gen über berufs­be­d­ingte Erkrankun­gen ein wichtiger Beleg für eine gelun­gene Zusam­me­nar­beit darstellen.
Im Zen­trum dieser koor­dinierten Zusam­me­nar­beit ste­hen im Erfol­gs­fall eine voll­ständi­ge Gefährdungser­mit­tlung und eine real­is­tis­che Risikobe­w­er­tung und ‑beurteilung, denn die Beurteilung der Arbeits­be­din­gun­gen bildet die Grund­lage für jedes präven­tive Arbeitss­chutzhan­deln, für eine vorauss­chauend agierende Arbeitss­chut­zor­gan­i­sa­tion und entsprechende salu­to­gene Führungskonzepte.
Sys­tem­a­tisierung und Pro­fes­sion­al­isierung des Arbeitss­chutzhan­delns

Gemeinsame Begehungen

Regelmäßige Bege­hun­gen durch den Betrieb­sarzt und die Fachkraft für Arbeitssicher­heit sind ein wesentlich­es Instru­ment, um Gefährdun­gen und Risiken im betrieblichen All­t­ag rechtzeit­ig zu erken­nen, einzuschätzen und gegebe­nen­falls zu ver­mei­den bzw. ver­min­dern.
Es han­delt sich hier­bei sozusagen um Gefährdungs­beurteilun­gen vor Ort – demgemäß bilden sie eine wichtige Grund­lage für weit­erge­hende Analy­sen. Im Sinne eines „Set­ting-Ansatzes“ ist eine gesunde Arbeit­sumge­bung eine wesentliche Voraus­set­zung für gesunde Mitar­beit­er. Bege­hun­gen liefern den Arbeitss­chutzex­perten wesentliche Infor­ma­tio­nen über das Arbeit­sum­feld der Beschäftigten.
Geset­zliche Grund­lage für die gemein­samen Bege­hun­gen bildet der § 10 des Arbeitssicher­heits­ge­set­zes. Hier heißt es aus­drück­lich: „Die Betrieb­särzte und die Fachkräfte für Arbeitssicher­heit haben bei der Erfül­lung ihrer Auf­gaben zusam­men­zuar­beit­en. Dazu gehört ins­beson­dere, gemein­same Betrieb­s­bege­hun­gen vorzunehmen. Die Betrieb­särzte und die Fachkräfte für Arbeitssicher­heit arbeit­en bei der Erfül­lung ihrer Auf­gaben mit den anderen im Betrieb für Angele­gen­heit­en der tech­nis­chen Sicher­heit, des Gesund­heits- und des Umweltschutzes beauf­tragten Per­so­n­en zusam­men.“
Um einen rei­bungslosen Ablauf der Bege­hun­gen sicherzustellen, ist es rat­sam, die Bege­hun­gen gründlich vorzu­bere­it­en. Hierzu zählen die Durch­sicht des let­zten Bege­hung­spro­tokolls, eine Analyse des Unfallgeschehens, die Ken­nt­nis über die AU-Zeit­en sowie eine Erfas­sung eventuell vorhan­den­er Ver­dacht­sanzeigen auf Beruf­skrankheit­en. So kön­nen schon im Vor­feld Prob­lem­bere­iche iden­ti­fiziert wer­den und dann vor Ort genauer analysiert wer­den. Die Erstel­lung eines Bege­hungs­planes, der die Ter­mine für gemein­same Bege­hun­gen sowie deren Art und Umfang im Jahresver­lauf regelt, sollte selb­stver­ständlich sein.
Durch die Bege­hun­gen erhal­ten Fachkraft und Betrieb­sarzt einen konkreten Ein­druck von den tat­säch­lichen Arbeits­be­din­gun­gen vor Ort. So kön­nen erste Erken­nt­nisse über tech­nis­che, arbeit­sor­gan­isatorische, psy­chosoziale und son­stige Bedin­gun­gen bei der Arbeit gewon­nen wer­den. Selb­stver­ständlich helfen Bege­hun­gen daher auch, arbeits­be­d­ingte Gesund­heits­ge­fahren und Unfall­risiken zu erken­nen und bieten dem Betrieb­sarzt die Möglichkeit die Beschäftigten während ihrer Arbeit­szeit zu berat­en. Für den Betrieb­sarzt sind Bege­hun­gen auch deswe­gen nötig, da er die hier­bei gewonnenen Ken­nt­nisse über die Arbeit­splätze der Beschäftigten als Grund­lage für die arbeitsmedi­zinis­chen Vor­sorge­un­ter­suchun­gen benötigt.

Die Rolle der Gefährdungsbeurteilung

Das zen­trale Ele­ment ein­er vorauss­chauen­den Arbeitss­chut­zor­gan­i­sa­tion ist die Gefährdungs­beurteilung, denn sie ist die Grund­lage für die Entschei­dung über jed­wede Präven­tion­s­maß­nah­men. Bei der Pla­nung und Durch­führung ste­hen dem Arbeit­ge­ber der Betrieb­sarzt und die Fachkraft für Arbeitssicher­heit bera­tend zur Seite. Diesen helfen die gemein­samen Bege­hun­gen bei ein­er ersten Bestand­sauf­nahme und ermöglichen so im weit­eren Ver­lauf eine voll­ständi­ge Gefährdungser­mit­tlung und eine real­is­tis­che Risikobeurteilung. Bege­hun­gen liefen für die Gefährdungs­beurteilung erste Impulse und tra­gen damit wesentlich dazu bei, zukün­ftig Unfälle und arbeits­be­d­ingte Erkrankun­gen zu ver­mei­den. Für eine prospek­tive Arbeits­gestal­tung kön­nen aus den Erken­nt­nis­sen der Gefährdungs­beurteilung dann weit­ere betriebliche Pro­jek­te zur Präven­tion entwick­elt wer­den, beispiel­sweise zu alters­gerecht­en Arbeits­be­din­gun­gen oder zur Betrieblichen Gesund­heits­förderung (BGF).

Dokumentation der Zusammenarbeit

Die Schw­er­punk­te der gemein­samen Arbeit soll­ten zu Beginn der Zusam­me­nar­beit in Diskus­sion mit dem Arbeit­ge­ber eben­so fest­gelegt wer­den wie die Ziele, die man zu erre­ichen gedenkt. An diesen Zie­len kann dann die geleis­tete Arbeit gemessen wer­den. Damit dies sys­tem­a­tisch und kon­tinuier­lich erfol­gen kann, müssen Betrieb­särzte und Fachkräfte ihre Arbeit lück­en­los doku­men­tieren.
Die Doku­men­ta­tion sollte Auskun­ft über die geplanten und durchge­führten Maß­nah­men sowie deren Erfolge, die erfassten Män­gel und die Unfal­lzahlen geben, aber auch Bere­iche wie die Arbeit­szufrieden­heit und Moti­va­tion der Mitar­beit­er und die Zusam­me­nar­beit mit anderen Arbeitss­chutza­k­teuren nicht auss­paren.
Gemein­same Berichte, die auch über den Umfang und die Art der Zusam­me­nar­beit Auskun­ft geben kön­nen den Arbeit­ge­ber hier informieren, wie effek­tiv und effizient die Maß­nah­men des Arbeitss­chutzes waren. Die BGV A2 verpflichtet den Unternehmer, der­ar­tige Berichte von Betrieb­sarzt und Fachkraft für Arbeitssicher­heit zu fordern und diese soll­ten diese Berichte dazu nutzen, die Erfolge ihrer gemein­samen Arbeit dem Arbeit­ge­ber zu ver­mit­teln.
Teil 2 des Beitrags in der kom­menden Aus­gabe zeigt Beispiele für die Zusam­me­nar­beit von Betrieb­särzten und Fachkräften für Arbeitssicher­heit anhand ihres jew­eili­gen Auf­gaben­spek­trums.
Autoren
Prof. Dr.-Ing. Andreas Wittmann Fach­bere­ich Sicher­heit­stech­nik Uni­ver­sität Wup­per­tal
Dipl.-Ing. Thomas Bossel­mann (r.i.p)
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