Startseite » Fachbeiträge » Archiv SI »

DNELs – neue Grenzwerte unter REACH

Recht und Praxis stehen vor großen Herausforderungen
DNELs – neue Grenzwerte unter REACH

Anzeige
Ab Ende 2010 wer­den die ersten DNELs für ca. 2.000 (!) Stoffe kom­men, deren Reg­istrierungs­frist am 1.12.2010 abläuft. Aber es wird nicht unbe­d­ingt leicht, einen DNEL aufzustellen. Doch was bedeuten die DNELs für den Arbeits- und Gesund­heitss­chutz? Viele Fra­gen müssen noch beant­wortet und geregelt werden.

Bei Tätigkeit­en mit Gefahrstof­fen wer­den häu­fig Luft­gren­zw­erte zur Beurteilung von Gefährdun­gen am Arbeit­splatz herange­zo­gen. Nach­dem am 1. Jan­u­ar 2005 eine neue Gefahrstof­fverord­nung in Kraft getreten war, wurde das deutsche Gren­zw­ert­sys­tem grundle­gend verän­dert. Die neuen Arbeit­splatz­gren­zw­erte (AGW), die im Wesentlichen die früheren MAK abgelöst haben, ken­nen nur noch arbeitsmedi­zinisch-toxikol­o­gisch begrün­dete Gren­zw­erte. Dies führte dazu, dass Anfang 2006 mehr als die Hälfte der Gren­zw­erte aus der TRGS 900 gestrichen wurde.
Der Prax­is fehlen seit­dem häu­fig also Bezugs­größen, anhand der­er die Gefährlichkeit oder Unge­fährlichkeit von Arbeit­splatzsi­t­u­a­tio­nen beurteilt wer­den kann. Viele Betriebe sind daher unsich­er, ob die getrof­fe­nen Arbeitss­chutz­maß­nah­men gegenüber Gefahrstof­fen aus­re­ichend sind.
Hier bietet die REACH-Verord­nung [1], die am 1. Juni 2007 in Kraft getreten ist, den Ver­wen­dern von Chemikalien Hil­festel­lung: Her­steller oder Impor­teure von Chemikalien müssen bei der Reg­istrierung von Stof­fen mit ein­er jährlichen Pro­duk­tion­s­menge von mehr als 10 t einen (oder auch mehrere) Gren­zw­erte angeben, bei deren Ein­hal­tung nach ihrer Überzeu­gung keine Gefährdung der „nachgeschal­teten Anwen­der“ mehr besteht.
Diese Gren­zw­erte wer­den als DNEL – „Derived No Effect Lev­el“ bezeichnet.
Was sind DNELs?
Nach Anhang I der REACH-Verord­nung [1] muss ein Her­steller oder Impor­teur für jeden Stoff, den er in Men­gen von mehr als 10 t/a in Verkehr brin­gen will, eine Stoff­sicher­heits­beurteilung (Chem­i­cal Safe­ty Assess­ment – CSA) erstellen, die im Chem­i­cal Safe­ty Report (CSR) doku­men­tiert wird. Bestandteil der Stoff­sicher­heits­beurteilung ist die Ableitung von Gren­zw­erten, unter­halb der­er der Stoff keine (schädliche) Wirkung auf Lebe­we­sen, z.B. Men­schen oder Tiere mehr ausübt. Dieser Expo­si­tion­s­gren­zw­ert wird als „Derived No Effect Lev­el“ (DNEL – „abgeleit­ete Expo­si­tion­shöhe ohne Wirkung“) beze­ich­net. Men­schen sollen keinen Stof­fkonzen­tra­tio­nen ober­halb dieses Wertes aus­ge­set­zt werden.
DNELs erlauben die Beurteilung der Gefährdung von Arbeit­nehmern oder Ver­brauch­ern durch die Expo­si­tion gegenüber Gefahrstof­fen. Sie wer­den aus den vorhan­de­nen toxikol­o­gis­chen Dat­en abgeleit­et. Die Arbeitss­chutz­maß­nah­men, die der Her­steller oder Impor­teur ein­er Chemikalie den nachgeschal­teten Anwen­dern emp­fiehlt, müssen u.a. sich­er­stellen, dass der DNEL unter den angegebe­nen Bedin­gun­gen einge­hal­ten wird.
Entsprechende Gren­zw­erte im Umwelt­bere­ich wer­den als PNEC (Pre­dict­ed No-Effect Con­cen­tra­tion – Abgeschätzte Nicht-Effekt-Konzen­tra­tion) bezeichnet.
Grund­sät­zlich ist es möglich, dass es für einen Stoff mehrere unter­schiedliche DNELs gibt, die sich auf die ver­schiede­nen Expo­si­tion­s­muster (Expo­si­tion­sszenar­ien) beziehen, z.B.
  • bei ständi­ger oder gele­gentlich­er Expo­si­tion am Arbeit­splatz oder
  • für die Allgemeinbevölkerung.
Berück­sichtigt wer­den müssen dabei auch die unter­schiedlichen Expositionszeiten:
  • Arbeit­er 8 Stun­den täglich an 5 Tagen in der Woche während 48 Wochen im Jahr (1920 h/a) über 40 Jahre,
  • Ver­brauch­er / All­ge­mein­bevölkerung bis zu 24 Stun­den am Tag an 7 Tagen in der Woche während 52 Wochen im Jahr (8760 h/a) über 75 Jahre.
Die Beurteilung der Wirkun­gen auf jedem Expo­si­tion­sweg bzw. für jede Exponierten­gruppe muss in Abschnitt 5 des Stoff­sicher­heits­berichts dargelegt sowie erforder­lichen­falls im erweit­erten REACH-Sicher­heits­daten­blatt zusam­menge­fasst werden.
Bestandteil der Stoff­sicher­heits­beurteilung ist die Angabe von Schutz­maß­nah­men, deren Anwen­dung dazu führen soll, dass die Beschäftigten bei der jew­eili­gen Tätigkeit, die (End)Verbraucher von chemis­chen Pro­duk­ten oder von Erzeug­nis­sen oder die Umwelt nicht mehr gefährdet sind. Mit den angegebe­nen (emp­fohle­nen) (Arbeits)Schutzmaßnahmen soll sichergestellt wer­den, dass der jew­eilige Gren­zw­ert für das zuge­hörige Expo­si­tion­sszenario – DNEL für gele­gentliche oder ständi­ge Expo­si­tion am Arbeit­splatz, DNEL für die Expo­si­tion von Ver­brauch­ern oder PNEC für die Konzen­tra­tion in den jew­eili­gen Umweltkom­par­ti­menten – nicht über­schrit­ten wird. DNELs und PNECs haben im Grund­satz somit die gle­iche Funk­tion wie die „tra­di­tionellen“ Gren­zw­erte MAK oder AGW am Arbeit­splatz oder die entsprechen­den Gren­zw­erte in Umwelt­bere­ich, z.B. in der TA Luft, im Wasser­recht oder im Bodenschutzrecht.
Grund­la­gen der Bes­tim­mung von DNELs
Bei der Ermit­tlung schädlich­er Wirkun­gen auf die Gesund­heit des Men­schen wer­den nach Anhang I der REACH-Verord­nung [1] das toxikokinetis­che Pro­fil (d.h. Auf­nahme in den Kör­p­er, Stof­fwech­sel, Verteilung und Auss­chei­dung) des Stoffes und die fol­gen­den Wirkungs­grup­pen berücksichtigt:
  • akute Wirkun­gen (akute Tox­iz­ität, Reiz- und Ätzwirkung),
  • Sen­si­bil­isierung,
  • Tox­iz­ität bei wieder­holter Auf­nahme und
  • kreb­serzeu­gende, erbgutverän­dernde und fortpflanzungs­ge­fährdende Wirkun­gen (CMR-Wirkun­gen).
Aus­ge­hend von sämtlichen ver­füg­baren Infor­ma­tio­nen wer­den erforder­lichen­falls auch weit­ere Wirkun­gen berücksichtigt.
Die Ermit­tlung schädlich­er Wirkun­gen umfasst vier Schritte:
  • 1. Bew­er­tung von Infor­ma­tio­nen, die nicht am Men­schen gewon­nen wurden,
  • 2. Bew­er­tung von Humaninformationen,
  • 3. Ein­stu­fung und Kennze­ich­nung sowie
  • 4. Ableitung der DNEL-Werte.
Die ersten drei Schritte wer­den für jede Wirkung unter­nom­men, für die geeignete Infor­ma­tio­nen vor­liegen; der jew­eilige Inverkehrbringer muss sie im entsprechen­den Abschnitt des Stoff­sicher­heits­berichts fes­thal­ten sowie erforder­lichen­falls im erweit­erten REACH-Sicher­heits­daten­blatt in den Abschnit­ten 2 und 11 zusammenfassen.
Die Schwierigkeit­en bei der Auf­stel­lung von DNELs sind also im Grund­satz die gle­ichen wie bei der Ermit­tlung „tra­di­tioneller“ Arbeit­splatz­gren­zw­erte oder Gren­zkonzen­tra­tio­nen im Umwelt­bere­ich; der Unter­schied beste­ht aber darin, dass für die Ermit­tlung von DNELs keine staatlichen oder wis­senschaftlichen Kom­mis­sio­nen zuständig sind, son­dern die Wirtschaft (Her­steller und Impor­teure). Dies kann allerd­ings auch dazu führen, dass ver­schiedene Inverkehrbringer für densel­ben Stoff unter­schiedliche DNELs ermit­teln, was natür­lich zu Verun­sicherung bei den (nachgeschal­teten) Anwen­dern führen kann.
Die für den Umgang mit den jew­eili­gen Pro­duk­ten vorge­se­henen (und den nachgeschal­teten Anwen­dern im Sicher­heits­daten­blatt mit­geteil­ten) Schutz­maß­nah­men müssen sich­er­stellen, dass der jew­eilige DNEL einge­hal­ten wird; ist dies nicht gewährleis­tet, müssen die Schutz­maß­nah­men entsprechend angepasst wer­den. Ste­hen keine geeigneten Schutz­maß­nah­men zur Ver­fü­gung, mit denen der DNEL einge­hal­ten wer­den kann, gilt die jew­eilige Anwen­dung als „nicht sich­er“ und darf nicht durchge­führt wer­den, d.h. das jew­eilige chemis­che Pro­dukt darf für diesen Anwen­dungszweck nicht in Verkehr gebracht werden!
Diese Prü­fung – kann der jew­eilige DNEL mit den vorge­se­henen Schutz­maß­nah­men einge­hal­ten wer­den? – ist für jede Ver­wen­dungsstufe des Pro­duk­tes – von der Her­stel­lung der Rohstoffe bis zur Besei­t­i­gung der End­pro­duk­te – durchzuführen.
Ableitung von DNELs aus Tierversuchen
Aus­gangspunkt
Obwohl Erfahrun­gen beim Men­schen naturgemäß für die Ableitung von Gren­zw­erten zum Schutz von Men­schen (Arbeit­nehmer oder Ver­brauch­er) am geeignet­sten sind, liegen hierzu nur in Aus­nah­me­fällen geeignete quan­ti­ta­tive Dat­en vor. Daher wer­den – eben­so wie bei „tra­di­tionellen“ Gren­zw­erten (MAK, AGW) – auch für die Ableitung von DNELs vor allem Ergeb­nisse aus Tierver­suchen herangezogen.
Erfahrun­gen beim Men­schen liegen gele­gentlich aus Unfall­ereignis­sen vor, bei bes­timmten Effek­ten mit niedrigem Gefährdungspoten­zial auch aus Stu­di­en mit Frei­willi­gen, z.B. irri­ta­tive Wirkun­gen wie etwa Nasen­reizun­gen oder zen­tral­nervös dämpfende Wirkungen.
Bei der Ableitung von Gren­zw­erten wer­den aus den vor­liegen­den Dat­en zunächst die sen­si­tivsten (hin­sichtlich möglich­er beobachteter Wirkun­gen empfind­lich­sten) End­punk­te ermit­telt, d.h. diejeni­gen Effek­te, die bei Expo­si­tion gegen den zu charak­ter­isieren­den Stoff bei ansteigen­den Konzen­tra­tio­nen zuerst auftreten oder die schw­er­wiegend­sten Wirkun­gen zeigen.
Dabei sind sowohl die lokalen Effek­te, also die Fol­gen der Ein­wirkung auf die Kon­tak­t­flächen des Organ­is­mus mit der Umwelt (wie z.B. Schleimhäute des Atem­trak­tes und der Augen, Haut), als auch die sys­temis­chen Effek­te, also die Fol­gewirkun­gen der Auf­nahme der Sub­stanz in den Organ­is­mus, zu berück­sichti­gen. Meis­tens gel­ten für diese bei­den Wirkeigen­schaften unter­schiedliche Konzentrations-Wirkungs-Beziehungen.
Eben­so wie bei der Ableitung von MAK-Werten ori­en­tiert sich die Ermit­tlung von DNELs am „No Observed Adverse Effect Lev­el“ (NOAEL) für den empfind­lich­sten Wirkungsend­punkt mit gesund­heitlich­er Rel­e­vanz. Ste­ht ein NOAEL nicht zur Ver­fü­gung, weil die vorhan­dene Daten­ba­sis dies nicht hergibt, kann man auch den Low­est Observed Effect Lev­el (LOEL) als Aus­gangspunkt heranziehen.
Gele­gentlich ist es auch möglich, durch Extrap­o­la­tion der vor­liegen­den Dat­en einen aus­re­ichend zuver­läs­si­gen „No Adverse Effect Lev­el“ (NAEL) zu ermit­teln oder durch andere Ver­fahren (z.B. durch Ver­gle­ich mit struk­turähn­lichen Stof­fen – „QSAR“-Methoden) einen geeigneten Aus­gangspunkt für die Auf­stel­lung eines DNEL zu finden.
Während bei tra­di­tionellen Arbeit­splatz­gren­zw­erten (MAK, AGW) prak­tisch auss­chließlich die inhala­tive Expo­si­tion (Auf­nahme über die Atemwege) betra­chtet wird, ver­langt REACH von den Inverkehrbringern die Auf­stel­lung von DNELs für alle rel­e­van­ten Expo­si­tion­swege, also für schädliche Wirkun­gen durch
  • Auf­nahme durch Einatmen,
  • orale Auf­nahme (durch Ver­schluck­en, zum Beispiel bei man­gel­nder Hygiene),
  • Auf­nahme über die Haut sowie
  • lokale Reizwirkun­gen, zum Beispiel an der Haut, den Schleimhäuten oder an den Augen.
Rel­e­vant sind solche Expo­si­tion­swege, die im Ver­lauf des gesamten Leben­szyk­lus eines chemis­chen Pro­duk­tes von der Her­stel­lung über die Weit­er­ver­ar­beitung und Ver­wen­dung bis zur Besei­t­i­gung zu erwarten sind.
Für jede dieser Expo­si­tio­nen sind grund­sät­zlich eigene (unter­schiedliche) DNELs möglich! Dabei sind auch die unter­schiedlichen exponierten Grup­pen (z.B. Arbeit­nehmer oder Ver­brauch­er) zu berücksichtigen.
Aus dieser Zielset­zung ergibt sich zwangsläu­fig, dass als Aus­gangspunkt der Über­legun­gen Stu­di­en mit dem gle­ichen Expo­si­tion­sweg wie für den zu ermit­tel­nden DNEL zu bevorzu­gen sind. Gle­ich­es gilt für länger­fristige im Ver­gle­ich zu kurzfristi­gen Stu­di­en, da DNELs in der Regel für die chro­nis­che Expo­si­tion (Langzeitwirkung) erstellt wer­den. Liegen für einen Stoff mehrere Stu­di­en mit wieder­holter Verabre­ichung vor, soll­ten die einzel­nen Stu­di­en kri­tisch bew­ertet wer­den, um die für die weit­ere Bear­beitung rel­e­van­teste Studie auszuwählen. Generell sollte dabei die Studie mit der empfind­lich­sten Tier­art zu Grunde gelegt werden.
Aus den so gewonnenen Start­punk­ten für die toxikol­o­gis­che Beurteilung muss nun­mehr die Expo­si­tion­s­gren­ze (z.B. die höch­stzuläs­sige Konzen­tra­tion in der Luft am Arbeit­splatz) ermit­telt wer­den, bei der der Inverkehrbringer davon aus­ge­ht, dass die exponierten Per­so­n­en nicht mehr gefährdet sind.
Extrap­o­la­tion von Daten
Hierzu gehören ver­schiedene Extrap­o­la­tio­nen, mit deren Hil­fe von den Unter­suchungs­be­din­gun­gen der zu Grunde liegen­den Tierver­suche auf die Expo­si­tion z.B. am Arbeit­splatz „umgerech­net“ wird. Maßge­blich sind hier
  • Zei­t­ex­trap­o­la­tio­nen (z.B. Umrech­nung von akuter Tox­iz­ität auf chro­nis­che Wirkungen),
  • Inter­spezie­sex­trap­o­la­tio­nen (z.B. Umrech­nung von der Rat­te auf den Menschen),
  • Wegex­trap­o­la­tio­nen (z.B. Umrech­nung von oralen Stu­di­en auf inhala­tive Expo­si­tion; diese Umrech­nung ist vor allem bei der Ableitung von Luft­gren­zw­erten von Bedeutung),
  • Intraspezie­sex­trap­o­la­tio­nen (Berück­sich­ti­gung unter­schiedlich empfind­lich­er Indi­viduen inner­halb ein­er exponierten Population).
Diese Extrap­o­la­tio­nen resul­tieren in Extrap­o­la­tions- oder „Sicher­heits­fak­toren“, durch die der jew­eilige Aus­gangswert (z.B. NOAEL) divi­diert wird, um dem Ziel­w­ert (DNEL) näher zu kom­men. Dabei ist zu beacht­en, dass in der Ver­gan­gen­heit vor allem Luft­gren­zw­erte abgeleit­et wur­den (zu Umrech­nun­gen in diesem Bere­ich liegen daher die meis­ten Erfahrun­gen vor), DNELs aber möglicher­weise auch für andere Expo­si­tio­nen (der­mal oder oral) ermit­telt wer­den müssen.
Bei der Ableitung von Gren­zw­erten im Umwelt­bere­ich (PNEC) wird unter REACH weit­ge­hend Neu­land betreten, so dass hier nur sehr beschränkt auf Erfahrun­gen zurück­ge­grif­f­en wer­den kann.
Eine detail­lierte Beschrei­bung der Extrap­o­la­tionsver­fahren zur Ermit­tlung von Luft­gren­zw­erten am Arbeit­splatz bei lim­i­tiert­er Daten­lage enthält die TRGS 901 „Begrün­dun­gen und Erläuterun­gen zu Gren­zw­erten in der Luft am Arbeit­splatz“ [2].
Diese Ver­fahren, die der Auss­chuss für Gefahrstoffe (AGS) vor mehr als 10 Jahren zur Ermit­tlung von Arbeit­splatzrichtwerten (ARW) erar­beit­et hat­te, unter­schei­den sich im Detail von den­jeni­gen, die wis­senschaftliche Kom­mis­sio­nen wie die DFG-MAK-Kom­mis­sion [3] oder die europäis­che Gren­zw­ertkom­mis­sion („Sci­en­tif­ic Com­mit­tee on Occu­pa­tion­al Expo­sure Lim­its – SCOEL) [4] anwen­den. Diese wis­senschaftlichen Fach­gremien ver­wen­den keine stan­dar­d­isierten Sicher­heits­fak­toren, son­dern nehmen die Umrech­nung auf­grund ein­er Experten­ber­atung im Einzelfall vor. Diese Ver­fahrensweise kann allerd­ings dazu führen, dass unter­schiedliche Kom­mis­sio­nen zu unter­schiedlichen Ergeb­nis­sen kom­men; so lassen sich auch Unter­schiede zwis­chen MAK-Werten der DFG und europäis­chen Luft­gren­zw­erten (IOELS = Indica­tive Occu­pa­tion­al Expo­sure Lim­its) erklären.
Eine Beschrei­bung der grund­sät­zlichen Anforderun­gen an die Auf­stel­lung von DNELs unter REACH enthält Anhang I der REACH-Verord­nung [1]. Einzel­heit­en sind in den „Leitlin­ien zu den Infor­ma­tion­san­forderun­gen und Stoff­sicher­heits­beurteilung“, Kapi­tel R.8 auf der Inter­net­seite der ECHA [5] veröf­fentlicht (derzeit allerd­ings nur in englis­ch­er Sprache verfügbar).
Prob­a­bilis­tis­che Verfahren
Gesund­heits­basierte Arbeit­splatz­gren­zw­erte (MAK, AGW) wer­den nach den derzeit ver­wen­de­ten Ver­fahren aus­ge­hend von einem NOAEL mit­tels Divi­sion durch ver­schiedene Extrap­o­la­tions­fak­toren abgeleit­et. Die Extrap­o­la­tions­fak­toren sollen dabei fehlen­des Wis­sen hin­sichtlich der Über­tra­gung von tier­ex­per­i­mentellen Ergeb­nis­sen auf den Men­schen plau­si­bel über­brück­en. NOAEL sind eben­so wie Extrap­o­la­tions­fak­toren „Punk­twerte“, und auch der erhal­tende Gren­zw­ert ist eine einzelne Zahl. Diese Vorge­hensweise wird auch als „deter­min­is­tis­ches Ver­fahren“ beze­ich­net. Unsicher­heit­en und Vari­abil­ität der Ein­gangs­größen (NOAEL und Extrap­o­la­tions­fak­toren) und der Bew­er­tung bleiben dabei weit­ge­hend unberücksichtigt.
Im Gegen­satz zur deter­min­is­tis­chen Vorge­hensweise kön­nen prob­a­bilis­tis­che Ver­fahren (Ver­fahren, die Wahrschein­lichkeit­saus­sagen liefern) Unsicher­heit­en und Vari­abil­ität der Ein­gangs­größen und der Bew­er­tung beschreiben. Solche Ver­fahren arbeit­en statt mit Punk­twerten mit Verteilungs­funk­tio­nen der betra­chteten Variablen.
Bei der Expo­si­tion­s­ab­schätzung, z.B. bei der Mes­sung der Luftkonzen­tra­tion am Arbeit­splatz sind prob­a­bilis­tis­che Ver­fahren inzwis­chen wertvolle Instru­mente; durch die in zahlre­ichen Mes­sun­gen bestätigte Annahme ein­er log­a­rith­misch-nor­malen Verteilung von Messergeb­nis­sen kön­nen so aus ver­gle­ich­sweise weni­gen Mes­sun­gen sta­tis­tis­che Aus­sagen über die Verteilung der Gefahrstof­fkonzen­tra­tio­nen in der Luft, über einzelne Konzen­tra­tionsperzen­tile und die Wahrschein­lichkeit der Ein­hal­tung oder Über­schre­itung eines Gren­zw­ertes abgeleit­et werden.
In der Wirkungsab­schätzung, d.h. der Ableitung von Gren­zw­erten sind solche Ver­fahren heute jedoch noch nicht etabliert, obwohl sie auch hier sicher­lich wertvolle Aus­sagen zur „Zuver­läs­sigkeit“ abgeleit­eter Gren­zw­erte oder DNELs tre­f­fen kön­nten. Die erwäh­n­ten REACH-Leitlin­ien [5] unter­stellen für die maßge­blichen Vari­abil­itäten eben­falls eine log-Normalverteilung.
An der Anwen­dung solch­er prob­a­bilis­tis­ch­er Ver­fahren zur Ableitung von Gren­zw­erten wird derzeit noch wis­senschaftlich gearbeitet.
Zusam­men­fas­sung
Die Aus­führun­gen zeigen, dass es dur­chaus kein leicht­es Unter­fan­gen ist, einen DNEL aufzustellen. Auch die Ermit­tlung von DNELs erfordert ein gerüt­telt Maß an toxikol­o­gis­che Exper­tise, z.B.
  • bei der Auswahl eines geeigneten Startpunktes,
  • bei der Bew­er­tung vor­liegen­der toxikol­o­gis­chen Stu­di­en und
  • bei der sachgerecht­en Anwen­dung der ver­schiede­nen Extrapolationsfaktoren.
Diese Fachken­nt­nis wird in der Regel nur bei großen Chemikalien­pro­duzen­ten vor­liegen, deren Toxikolo­gen häu­fig auch in den nationalen oder über­na­tionalen gren­zw­ert­set­zen­den Gremien mitar­beit­en, wie z.B. in der deutschen DFG-MAK-Kom­mis­sion [3] oder im europäis­chen SCOEL [4]. Kleinere Unternehmen ohne eigene toxikol­o­gis­che Fach­abteilung wer­den hier meist auf die Unter­stützung extern­er Dien­stleis­ter angewiesen sein.
Die Erfahrun­gen zur Anwen­dung der einzel­nen Extrap­o­la­tions­fak­toren zeigen aber auch, dass unter­schiedliche Bear­beit­er – selb­st bei gle­ichem toxikol­o­gis­chen Aus­gangspunkt und for­mal gle­ichen Fak­toren – dur­chaus zu unter­schiedlichen Ergeb­nis­sen (hier z.B. DNEL) gelan­gen kön­nen. Noch größer wer­den naturgemäß die Unter­schiede, wenn auf­grund abwe­ichen­der toxikol­o­gis­ch­er Bew­er­tun­gen von unter­schiedlichen Aus­gangspunk­ten extrapoliert wird.
Erfahrun­gen mit „tra­di­tionellen“ Luft­gren­zw­erten zeigen, dass selb­st aus­gewiesene Fach­gremien bei der­sel­ben chemis­chen Sub­stanz zu unter­schiedlichen Gren­zw­erten kom­men; diese Aus­sage lässt sich z.B. anhand der GESTIS-Daten­bank über inter­na­tionale Luft­gren­zw­erte [6] des Beruf­sgenossen­schaftlichen Insti­tuts für Arbeitss­chutz (IFA, bish­er BGIA) leicht nach­prüfen. Umso mehr ist mit solchen Abwe­ichun­gen bei der Ableitung von DNELs zu rech­nen, die von mehreren Inverkehrbringern unab­hängig voneinan­der vorgenom­men werden.
In den Leitlin­ien zu den Infor­ma­tion­san­forderun­gen und Stoff­sicher­heits­beurteilung [5] – die im Übri­gen die Prob­lematik noch wesentlich detail­liert­er disku­tieren als etwa der AGS in der TRGS 901 [2] – wird eben­falls auf Unter­schiede in der Ermit­tlung und Anwen­dung von Extrap­o­la­tions­fak­toren hingewiesen; in ein­er Tabelle (Tab. R. 8–19) wer­den die Fak­toren aus ver­schiede­nen Quellen einan­der gegenüber gestellt.
Die Kon­se­quen­zen hier­aus wer­den weit­er unten diskutiert.
Die „Leitlin­ien“ [5] der ECHA zur Stoff­be­w­er­tung enthal­ten Empfehlun­gen für die Ableitung von DNELs aus geeigneten NOAELs; natür­lich wäre zu wün­schen, dass auch die anderen Gren­zw­erte fest­set­zen­den Insti­tu­tio­nen in Europa sich an diesen Kri­te­rien und Umrech­nungs­fak­toren orientieren.
DNELs für Gemische
DNELs müssen nach der REACH-Verord­nung (nur) für reg­istri­erte Stoffe (mit Pro­duk­tion­s­men­gen von mehr als 10 t pro Jahr) ermit­telt und im erweit­erten Sicher­heits­daten­blatt angegeben wer­den. Bis alle etwa 30.000 unter REACH zu reg­istri­eren­den Stoffe „abgear­beit­et“ sind, wird es noch bis zum 1. Juni 2018 dauern. Für Gemis­che wird es bis zu diesem Zeit­punkt nur für einen Teil der Inhaltsstoffe entsprechende Infor­ma­tio­nen geben. Her­steller und Impor­teure solch­er Gemis­che müssen daher ihre Arbeitss­chutz­maß­nah­men auf ein­er begren­zten Erken­nt­nis­ba­sis angeben.
Es stellt sich also die Frage, nach welchen Kri­te­rien hier eine Gefährdungs­beurteilung vorgenom­men wer­den soll.
Als Grund­lage für eine Beurteilung kön­nen natür­lich zunächst die etwa 400 bish­er bekan­nten Arbeit­splatz­gren­zw­erte (z.B. AGW nach der TRGS 900 [7] oder MAK-Werte der DFG-Sen­atskom­mis­sion [3]) herange­zo­gen wer­den; diese deck­en jedoch nur einen ver­gle­ich­sweise kleinen Teil der in Gemis­chen vork­om­menden Chemikalien ab.
Außer­dem wird man die vorste­hend beschriebe­nen Kri­te­rien für die Ableitung von DNELs kaum auf Gemis­che anwen­den kön­nen, vor allem weil es in der Regel an geeigneten Aus­gangspunk­ten (NOAEL) für Gemis­che fehlen wird und diese Werte auch aus der Zusam­menset­zung kaum zuver­läs­sig berech­net wer­den können.
Als Lösungsmöglichkeit kom­men zwei Alter­na­tiv­en in Betracht:
  • 1. Einord­nung von Gemis­chen in Gefährlichkeits­grup­pen ähn­lich dem „Ein­fachen Maß­nah­menkonzept“ (EMKG) [8] der Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin (BAuA) und Zuord­nung eines grup­pen­spez­i­fisch daraus abgeleit­eten DNEL oder
  • 2. Fes­tle­gung eines DNEL auf der Grund­lage der „kri­tis­chsten Kom­po­nente“, also desjeni­gen Inhaltsstoffes, mit der höch­sten Gefährlichkeit und/oder der höch­sten Flüchtigkeit.
Auch hier­bei sind die unter­schiedlichen Expo­si­tion­swege (vor allem inhala­tiv und der­mal) zu berücksichtigen.
Zusät­zlich ist bei der Bew­er­tung von Gemis­chen immer auch die Möglichkeit von Kom­bi­na­tion­swirkun­gen (Antag­o­nis­mus oder Syn­ergien) zu prüfen.
Beurteilung von Gemis­chen nach Gefährlichkeitsgruppen
Die Einord­nung von Gemis­chen in Gefährlichkeits­grup­pen nach der ersten Alter­na­tive ori­en­tiert sich dabei an der Ein­stu­fung und Kennze­ich­nung. Jed­er Gefährlichkeits­gruppe wird dabei ein Bere­ich von möglichen Gren­zw­erten zuge­ord­net; dieser Bere­ich lässt sich anhand von Arbeit­splatz­gren­zw­erten (z.B. DFG-MAK [3] oder AGW nach TRGS 900 [7]) für reine Stoffe mit der gle­ichen Zuord­nung von R‑Sätzen ermit­teln. Der DNEL für ein Gemisch in der jew­eili­gen Gefährdungs­gruppe würde dann am unteren Ende des jew­eili­gen Ban­des liegen.
In der Prax­is wer­den die in der neben­ste­hen­den Tabelle genan­nten Gren­zen für die einzel­nen Gefährlichkeits­grup­pen disku­tiert; je nach Quelle kann die Zuord­nung der einzel­nen R‑Sätze zu den jew­eili­gen Gefährlichkeits­grup­pen vari­ieren. Gemis­che, denen R‑Sätze aus ver­schiede­nen Gefährlichkeits­grup­pen zuge­ord­net sind, wer­den in die jew­eils höch­ste Gruppe eingeordnet.
Stoffe kön­nen nach dem Ein­fachen Maß­nah­menkonzept (EMKG) [8] der BAuA auch auf­grund ihres Arbeit­splatz­gren­zw­ertes (AGW) nach TRGS 900 [7] in Gefährlichkeits­grup­pen eingeteilt wer­den. Umgekehrt kön­nte man aus ein­er Gefährlichkeits­gruppe, die aus der Kennze­ich­nung abgeleit­et ist, auf einen möglichen Gren­zw­ert­bere­ich zurückschließen, in dem ein AGW für dieses Gemisch liegen müsste. Die untere Gren­ze dieses Bere­ichs kön­nte man dann als „DNEL“ betra­cht­en (ver­gl. Tab. 1):
  • Gefährlichkeits­gruppe A: 1 mg/m³ / 50 ml/m³(ppm)
  • Gefährlichkeits­gruppe B: 0,1 mg/m³ / 5 ml/m³(ppm)
  • Gefährlichkeits­gruppe C: 0,01 mg/m³ / 0,5 ml/m³(ppm)
  • Gefährlichkeits­gruppe D: 0,001 mg/m³ / 0,05 ml/m³(ppm).
Bei anderen Expo­si­tion­swe­gen (z.B. der­maler Expo­si­tion) ist ein Luft­gren­zw­ert natür­lich kein geeignetes Kri­teri­um für eine Gefährdungs­gren­ze (außer bei Gasen und Dämpfen, die auch über die Haut in den Kör­p­er aufgenom­men wer­den kön­nen); ein DNEL in diesem Bere­ich müsste auf andere Kri­te­rien auf­bauen, z.B. Art und Aus­maß der der­malen Expo­si­tion (das ein­fache Maß­nah­menkonzept der BAuA [8] enthält hier­für beson­dere Gefährlichkeits­grup­pen mit den entsprechen­den R‑Sätzen). Der Voll­ständigkeit hal­ber und wegen des inter­nen Ver­gle­ich­es wur­den die hier­für zuge­ord­neten R‑Sätze in die obige Tabelle mit aufgenommen.
Bei der Fes­tle­gung eines „Gemisch-DNEL“ muss zudem definiert wer­den, auf welche Mess­größe er sich beziehen soll, d.h. welch­er Wert bei ein­er Mes­sung von Luftkonzen­tra­tio­nen eigentlich bes­timmt wer­den soll.
Beurteilung von Gemis­chen nach der kri­tis­chsten Komponente
Bei der Beurteilung von Gemis­chen nach der zweit­en der vorste­hend genan­nten Möglichkeit­en wird zunächst die kri­tis­chste Kom­po­nente anhand der Kriterien
  • Gefährlichkeit,
  • Menge und
  • Flüchtigkeit bei inhala­tiv­er Expo­si­tion oder
  • Aus­maß und Dauer des Hautkon­tak­tes bei der­maler Exposition
ermit­telt, wobei es für die Abstu­fung inner­halb der einzel­nen Kri­te­rien nur ein grobes Raster gibt.
Hin­sichtlich der Gefährlichkeit geht man von den gle­ichen Grup­pen aus, wie vorste­hend beschrieben.
Bei der Menge gibt es die Abstufungen:
  • ger­ing (Gramm bei Fest­stof­fen und Mil­li­liter bei Flüssigkeiten)
  • mit­tel (Kilo­gramm bei Fest­stof­fen und Liter bei Flüssigkeiten)
  • groß (Ton­nen bei Fest­stof­fen und Kubik­me­ter bei Flüssigkeiten).
Auch bei der Flüchtigkeit ver­wen­det man die Abstu­fun­gen ger­ing, mit­tel und groß; in der vorste­hen­den Tabelle sind die Kri­te­rien für die Flüchtigkeit bei Flüs­sigkeit­en aus dem ein­fachen Maß­nah­menkonzept [8] der BAuA dargestellt. Bei Fest­stof­fen wird die „Staubigkeit“ als Kri­teri­um herange­zo­gen, wobei Nor­mungsver­fahren für das Ver­staubungser­hal­ten zum Teil bere­its beste­hen (z.B. DIN 33897:2007–06 [9], DIN 55992:2006–06 [10] oder VDI 2263 [11]), zum Teil noch in Bear­beitung sind.
Für die Beurteilung von Aus­maß und Dauer bei der­maler Expo­si­tion kann man die Kri­te­rien aus der TRGS 401 „Gefährdung durch Hautkon­takt – Ermit­tlung, Beurteilung, Maß­nah­men“ [12] heranziehen.
Wenn ein Gemisch nach den ver­schiede­nen der oben genan­nten Kri­te­rien in unter­schiedliche Gefährlichkeits‑, Men­gen-oder Freiset­zungs­grup­pen einzuord­nen ist, stellt sich natür­lich die Frage, welch­es Kri­teri­um das Risiko der Gemis­che bes­timmt. Hier ist sicher­lich Fachken­nt­nis gefordert. Zur Durch­führung der Beurteilung wird auf die Aus­führun­gen zum Spal­ten­mod­ell in Anlage 2 Nr. 1 der TRGS 600 „Ersatzstoffe“ [13] ver­wiesen, da hier ver­gle­ich­bare Fra­gen zu beant­worten sind.
Rechtliche Bedeu­tung von DNELs
Herkömm­liche Luft­gren­zw­erte am Arbeit­splatz haben eine fest umris­sene geset­zliche Funk­tion; in ver­schiede­nen Arbeitss­chutzvorschriften ist fest­gelegt, dass der Arbeit­ge­ber für die Ein­hal­tung dieser Gren­zw­erte zu sor­gen bzw. bei Nichtein­hal­tung zusät­zliche Schutz­maß­nah­men zu tre­f­fen hat.
In den einzel­staatlichen Rechtsvorschriften sind für den Fall der Nichtein­hal­tung von Gren­zw­erten Sank­tio­nen vorge­se­hen, Auf­sichts­di­en­ste überwachen die Ein­hal­tung dieser Vorschriften und ver­hän­gen ggf. Zwangsmaßnahmen.
DNELs (und PNECs) hinge­gen sind Instru­mente, mit denen die Inverkehrbringer (Her­steller und Impor­teure) im Rah­men des REACH-Konzeptes ihre Chemikalien hin­sichtlich der Ver­wen­dung bei der Weit­er­ver­ar­beitung, des Gebrauchs von End­pro­duk­ten oder für die Umwelt bew­erten und als Maßstab für die Ableitung von Schutz­maß­nah­men benutzen. Bei deren Ein­hal­tung hal­ten sie die Ver­wen­dung der Chemikalien in den vorge­se­henen Anwen­dun­gen für unge­fährlich. Diese Funk­tio­nen von DNELs sind im erweit­erten Sicher­heits­daten­blatt gegenüber den nachgeschal­teten Anwen­dern zu kommunizieren.
Es gibt bish­er im europäis­chen Arbeitss­chutzrecht an kein­er Stelle Regelun­gen, die den Arbeit­ge­ber zur Ein­hal­tung von DNELs verpflicht­en. Anwen­der von Chemikalien sind lediglich verpflichtet, die vom Vor­liefer­an­ten im (erweit­erten) Sicher­heits­daten­blatt angegebe­nen Schutz­maß­nah­men durchzuführen. Weichen sie von diesem Schutz­maß­nah­men ab, müssen sie eine eigen­ständi­ge Gefährdungs­beurteilung durch­führen und die getrof­fe­nen Schutz­maß­nah­men am Ergeb­nis dieser Bew­er­tung aus­richt­en. Dabei kön­nen DNELs natür­lich wertvolle Hil­festel­lung leis­ten, jedoch lässt sich bish­er auch für diese Fälle aus kein­er Vorschrift ableit­en, dass diese Gren­zw­erte einge­hal­ten wer­den müssen.
Diese Unter­schei­dung in der Rechtsstel­lung zwis­chen herkömm­lichen Gren­zw­erten und DNELs ergibt sich aus den Rechts­grund­la­gen der jew­eili­gen Vorschriften:
  • Arbeitss­chutzrichtlin­ien (z.B. die EG-Richtlin­ien 98/24/EG [14], 2004/37/EG [15] oder 2009/148/EG [16]) beruhen auf Art. 137 EG-Ver­trag und stellen einen Aspekt der „sozialen Dimen­sion“ der Europäis­chen Gemein­schaft dar;
  • Die REACH-Verord­nung 1907/2006 [1] beruht als Bin­nen­mark­tregelung auf Art. 95 EG-Ver­trag und dient in erster Lin­ie der Funk­tions­fähigkeit des Binnenmarktes.
Arbeitss­chutzrichtlin­ien greifen jedoch häu­fig auf Bin­nen­mark­tregelun­gen, z.B. auf Regelun­gen zur Ein­stu­fung und Kennze­ich­nung zurück, um Arbeit­nehmer, Ver­brauch­er oder die Umwelt vor Schädi­gun­gen durch wirtschaftliche Betä­ti­gung zu schützen. Insofern wäre es natür­lich sin­nvoll, wenn die Arbeitss­chutzrichtlin­ien auch auf DNELs Bezug nehmen und diese Gren­zw­erte in das Instru­men­tar­i­um der „Arbeitss­chutzw­erkzeuge“ aufnehmen würden.
In einem solchen Falle wären jedoch die rechtlichen Beziehun­gen zwis­chen herkömm­lichen Gren­zw­erten, die z.B. von nationalen oder über­na­tionalen Gremien erar­beit­et wer­den, und den „pri­vat­en“ DNELs zu klären, ins­beson­dere für die Fälle,
  • dass es zu einem Stoff mehrere (unter­schiedliche) DNELs oder
  • dass es zu einem Stoff sowohl herkömm­liche Gren­zw­erte als auch davon abwe­ichende DNELs gibt.
In diesen Fällen müsste für den „Recht­sun­ter­wor­fe­nen“ näm­lich klar sein, welche der unter­schiedlichen Werte er einzuhal­ten hat.
Die nationalen Gesetz- und Verord­nungs­ge­ber müssen Regelun­gen dazu tre­f­fen, welche Bedeu­tung DNELs in den jew­eili­gen Arbeits- und Umweltschutzsys­te­men ein­nehmen sollen. Die europäis­che Gemein­schaft (Europäis­che Chemikalien­agen­tur [ECHA] in Helsin­ki) sollte hier­für entsprechende Vorschläge unter­bre­it­en, die für den Bere­ich des Arbeitss­chutzes in der Chemikalien­richtlin­ie (98/24/EG) [14] verbindlich gemacht wer­den sollten.
Prak­tis­ch­er Arbeitss­chutz: Herkömm­liche Gren­zw­erte oder DNELs?
Ab Ende 2010 wer­den wir die ersten DNELs für (ca. 2.000!) Stoffe erhal­ten, deren Reg­istrierungs­frist am 1.12.2010 abläuft (Stoffe mit ein­er Pro­duk­tion­s­menge über 1.000 t/Jahr, CMR-Stoffe sowie einige bes­timmte umwelt­ge­fährliche Stoffe). Man kann davon aus­ge­hen, dass es unter diesen Stof­fen etliche gibt, für die bish­er schon „tra­di­tionelle“ Luft­gren­zw­erte (AGW [7], MAK [3]) bestehen.
Schon bish­er führen unter­schiedliche herkömm­liche Luft­gren­zw­erte aus ver­schiede­nen Quellen in der Prax­is häu­fig zur Ver­wirrung, z.B.
  • bei unter­schiedlichen Luft­gren­zw­erten in der DFG-MAK-Werte-Liste [3] ein­er­seits und der TRGS 900 [7] ander­er­seits oder
  • bei unter­schiedlichen Luft­gren­zw­erten in der TRGS 900 [7] ein­er­seits und der Gren­zwertliste der EG (Richtlin­ie 2009/161/EG [17]) andererseits,
obwohl in diesen Fällen die Rechtssi­t­u­a­tion eigentlich klar ist: Im Zweifels­fall gilt auss­chließlich die jew­eilige nationale geset­zliche Regelung, in Deutsch­land also die TRGS 900 [7], auch wenn dies vie­len Anwen­dern nicht hin­re­ichend bewusst ist.
Das im vorherge­hen­den Abschnitt disku­tierte Prob­lem der rechtlichen Bew­er­tung dieser neuen DNELs wird sich also schon recht bald in aller Schärfe stellen!
Unab­hängig vom derzeit noch ungek­lärten Ver­hält­nis zu den herkömm­lichen Gren­zw­erten kön­nen unter­schiedliche DNELs auch den uner­wün­scht­en Effekt haben, dass möglichst hohe Werte (mit niedri­gen Sicher­heits­fak­toren) von einzel­nen Liefer­an­ten als „Mar­ketin­gin­stru­ment“ einge­set­zt wer­den, um poten­ziellen Kun­den eine gerin­gere Gefährlichkeit des eige­nen Pro­duk­tes im Ver­gle­ich zu denen der Mit­be­wer­ber zu suggerieren.
Ander­er­seits gibt es aber auch Befürch­tun­gen, dass ins­beson­dere US-amerikanis­che Her­steller aus Haf­tungs­grün­den mit hohen Sicher­heits­fak­toren niedrige DNELs ermit­teln wer­den; Sie alle ken­nen sicher­lich Sicher­heits­daten­blät­ter, die ein Pro­dukt zunächst als rel­a­tiv harm­los erscheinen lassen („Nicht kennze­ich­nungspflichtig nach Gef­Stof­fV!“), im Abschnitt über Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tun­gen dann aber empfehlen, die Beschäftigten „einzu­pack­en“, als soll­ten sie auf eine Mis­sion zum Mond, min­destens aber an den Süd­pol (im Win­ter!) geschickt wer­den. Hier­mit hof­fen sich solche Liefer­an­ten dann von der Haf­tung für den Fall freizustellen, dass doch ein­mal etwas passiert („Ja, wenn Sie die von uns emp­fohle­nen PSA nicht ein­set­zen, kön­nen wir natür­lich für nichts garantieren…“).
Allerd­ings ist es mit der Angabe eines DNEL im (erweit­erten) Sicher­heits­daten­blatt nicht getan: Der Her­steller oder Impor­teur muss auch Schutz­maß­nah­men angeben, mit denen der Gren­zw­ert einge­hal­ten wer­den kann, und wenn der zu niedrig ange­set­zt ist, wird das wohl kaum gelin­gen mit der Folge, dass die betr­e­f­fende Anwen­dung nicht als „sich­er“ gilt. Der betr­e­f­fende Stoff darf dann für diesen Zweck nicht mehr in Verkehr gebracht wer­den, d.h. es dro­hen Umsatzeinbrüche!
Art. 40 der EG-CLP-Verord­nung [18] enthält Instru­mente, mit denen die Inverkehrbringer gle­ich­er Stoffe ver­an­lasst wer­den sollen, sich auf eine ein­heitliche Ein­stu­fung und Kennze­ich­nung für den jew­eili­gen Stoff zu eini­gen. Eine ver­gle­ich­bare Regelung für DNELs gibt es bish­er nicht. Es sollte drin­gend angestrebt wer­den, der­ar­tige Regelun­gen auch für diesen Bere­ich in der REACH-Verord­nung [1] zu verankern.
Für größenord­nungsmäßig etwa 700 Sub­stanzen gibt es in den ver­schiede­nen Indus­tri­es­taat­en bish­er bere­its herkömm­liche Luft­gren­zw­erte, die von entsprechen­den nationalen oder über­na­tionalen Fach­gremien erar­beit­et wurden.
Auch zu diesen Stof­fen wer­den – soweit sie in Men­gen von mehr als 10 t pro Jahr hergestellt oder importiert wer­den – von den Reg­is­tran­ten DNELs erar­beit­et und in den Sicher­heits­daten­blät­tern kom­mu­niziert wer­den. Die hier­mit im Zusam­men­hang ste­hen­den Prob­leme wur­den in der Inter­na­tionalen Kon­ferenz „Gren­zw­erte für Gefahrstoffe – gesunde Arbeits­be­din­gun­gen in ein­er glob­alen Wirtschaft“ [19] im Mai 2007 aus­führlich disku­tiert. Dabei wur­den zwei unter­schiedliche Posi­tio­nen vertreten:
  • 1. Es wurde die Mei­n­ung vertreten, dass herkömm­liche Gren­zw­erte zukün­ftig nicht mehr benötigt wür­den (und die entsprechen­den Gremien aufgelöst wer­den kön­nten), da es in eini­gen Jahren prak­tisch für alle rel­e­van­ten Stoffe DNELs geben würde.
  • 2. Hierge­gen wehrten sich natür­lich ins­beson­dere Vertreter(innen) der deutschen MAK-Kom­mis­sion [3] und von SCOEL [4], die die Ver­di­en­ste ihrer Insti­tu­tio­nen her­ausstell­ten und darauf hin­wiesen, dass diese von wis­senschaftlichen Kom­mis­sio­nen abgeleit­eten Luft­gren­zw­erte fach­lich bess­er fundiert seien als DNELs und daher diesen vorzuziehen seien.
Bei­de „Parteien“ ver­trat­en ihre Posi­tio­nen zunächst aus dem Blick­winkel ihrer eige­nen Inter­essen, ihrer bish­eri­gen Auf­gaben und Funk­tio­nen (DFG [3] und SCOEL [4]) bzw. den zukün­fti­gen sich aus REACH ergeben­den Auf­gaben und Szenar­ien („DNEL-Pro­tag­o­nis­ten“).
Die „Befür­worter“ von DNELs wiesen zusät­zlich darauf hin, dass diese Gren­zw­erte auf ein­er fundiert­eren wis­senschaftlichen Basis erstellt wer­den wür­den als viele der bish­eri­gen Gren­zw­erte aus der TRGS 900 [7], weil REACH die bish­er beste­hen­den Daten­lück­en beseit­i­gen und damit über­haupt erst die Basis für die Auf­stel­lung gut abgesichert­er Gren­zw­erte schaf­fen würde.
Dem muss man aber ent­ge­gen hal­ten, dass die wis­senschaftlichen Kom­mis­sio­nen wie etwa die DFG-Sen­atskom­mis­sion [3] oder das europäis­che SCOEL [4] auch schon bish­er Gren­zw­erte nur aufgestellt haben, wenn die wis­senschaftliche Grund­lage hier­für gegeben war. Es gibt zahllose Beispiele – etwa in Abschnitt IIb der DFG-MAK-Werte-Liste [3] –, in denen auf­grund fehlen­der Dat­en ein Gren­zw­ert eben nicht ermit­telt wer­den konnte.
Darüber hin­aus nimmt mit abnehmender Pro­duk­tion­s­menge auch der „Pflicht­daten­satz“ nach REACH ab, d.h. die Daten­ba­sis für die Auf­stel­lung von DNELs für diese Stoffe wird mit abnehmender Menge zunehmend „schmaler“.
Braucht der Arbeitss­chutz Grenzwerte?
In der Kon­ferenz [19] wurde auch die Mei­n­ung vertreten, der Arbeitss­chutz benötige über­haupt keine Gren­zw­erte, da nur in einem ver­schwindend gerin­gen Teil (weniger als 3%) von Betrieben über­haupt gemessen würde und von daher Arbeit­splatz­gren­zw­erte in der betrieblichen Prax­is unbe­deu­tend seien.
Dem wurde ent­ge­genge­hal­ten, dass die Inverkehrbringer für ihre Gefährdungs­beurteilung ermit­teln müssen, welche Gefahrstof­fkonzen­tra­tio­nen am Arbeit­splatz hin­sichtlich der unter­schiedlichen Expo­si­tion­swege, für den Ver­brauch­er bei der Anwen­dung der End­pro­duk­te sowie für die Umwelt unbe­den­klich sind. Auf­grund dieser Erken­nt­nisse wer­den geeignete Schutz­maß­nah­men emp­fohlen, bei deren Anwen­dung die jew­eili­gen unbe­den­klichen Konzen­tra­tio­nen – eben die DNELs (oder PNECs) – einge­hal­ten wer­den können.
Eine Frage, die in diesem Zusam­men­hang bish­er offen­bar über­haupt noch nicht disku­tiert wurde, ist das Prob­lem der messtech­nis­chen Erfas­sung von Stof­fen mit DNEL. Zwar gehört es zu den Auf­gaben der Inverkehrbringer, auch Angaben zur Ana­lytik zu ermit­teln (Anhang VI Nr. 2.3.7 der REACH-Verord­nung [1]), aber es ist schon ein Unter­schied, ob ein Stoff unter Laborbe­din­gun­gen messtech­nisch erfasst wird (möglicher­weise mit gewaltigem ana­lytisch-tech­nis­chem Aufwand) oder am Arbeit­splatz mit all seinen Stör­fak­toren und Querempfind­lichkeit­en der (prax­is­tauglichen [!]) Messver­fahren bes­timmt wer­den soll.
Nicht umson­st war sein­erzeit eines der – wenn auch weniger bekan­nten – Kri­te­rien für die Fes­tle­gung von TRK-Werten die messtech­nis­che Bes­timm­barkeit am Arbeit­splatz; dabei gab es dur­chaus Fälle, in denen ein TRK auf­grund dieses Kri­teri­ums höher ange­set­zt wurde als es nach dem „Stand der (Produktions)Technik“ erforder­lich gewe­sen wäre.
Eben­so gibt es MAK-Werte (AGW) [3, 7], die in der betrieblichen Prax­is mit Rou­tin­ev­er­fahren kaum wirk­sam überwacht wer­den kön­nen. Es gibt weltweit derzeit einige hun­dert anerkan­nte betrieb­staugliche Bes­tim­mungsver­fahren für chemis­che Stoffe am Arbeit­splatz, benötigt wer­den bis zum Juni 2018 aber etwa 20.000…!
Ergeb­nis
In der Diskus­sion um herkömm­liche Gren­zw­erte und DNELs kristallisierte sich in der Dort­munder Kon­ferenz [19] eine Zukun­ftsper­spek­tive her­aus, die let­z­tendlich kon­sens­fähig zu sein schien:
  • Bei­de „Gren­zw­ert­typen“ haben ihre Berech­ti­gung: die große Anzahl (mehrere tausend!) von DNELs wer­den herkömm­liche Gren­zw­erte niemals erre­ichen kön­nen. In all den Fällen, in denen es keine herkömm­lich abgeleit­eten Arbeit­splatz­gren­zw­erte gibt, ist die Beurteilung der Gefährdung durch DNELs das „Mit­tel der Wahl“. In diesen Fällen soll­ten DNELs im Arbeitss­chutz die gle­iche Recht­spo­si­tion erlan­gen wie die bish­eri­gen Grenzwerte.
  • Die hochqual­i­fizierten gren­zw­ert­set­zen­den wis­senschaftlichen Gremien wie DFG-Sen­atskom­mis­sion [3] oder SCOEL [4] soll­ten sich zukün­ftig ver­stärkt um die Fälle küm­mern, bei denen ver­schiedene Inverkehrbringer gle­ich­er Stoffe zu unter­schiedlichen DNEL-Ableitun­gen kom­men. Hier kön­nte mit dem „geball­ten Sachver­stand“ dieser Gremien ein all­ge­mein akzep­tiert­er Wert abgeleit­et werden.
DNELs wer­den nach REACH nur für Stoffe abgeleit­et, die von einzel­nen Her­stellern oder Impor­teuren in Men­gen von mehr als 10 t pro Jahr in Verkehr gebracht wer­den; den­noch ist es aber vorstell­bar, dass auch Stoffe unter­halb dieses Men­gen­bere­ich­es an bes­timmten Arbeit­splätzen zu ein­er sig­nifikan­ten Expo­si­tion führen. In solchen Fällen kön­nte es Auf­gabe der genan­nten Gremien sein, auch hier­für Arbeit­splatz­gren­zw­erte abzuleiten.
Auch wenn für einzelne Stoffe von ver­schiede­nen Reg­is­tran­ten ein­heitliche DNELs abgeleit­et wer­den, kön­nen aus der Sicht des Arbeits- oder Umweltschutzes den­noch Zweifel an der Zuver­läs­sigkeit dieser Werte auf­tauchen. Auch hier kön­nten die genan­nten wis­senschaftlichen Kom­mis­sio­nen wertvolle Hil­fe bei der Ableitung der „richti­gen“ Gren­zw­erte leisten.
Bei der Entwick­lung von Mech­a­nis­men und Vorge­hensweisen zur Erledi­gung und bei der Koor­dinierung dieser Auf­gaben sollte der Europäis­chen Chemikalien­agen­tur (ECHA) eine wichtige Rolle zukommen.
Lit­er­aturhin­weise:
  • 1. Verord­nung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäis­chen Par­la­ments und des Rates zur Reg­istrierung, Bew­er­tung, Zulas­sung und Beschränkung chemis­ch­er Stoffe (REACH), zur Schaf­fung ein­er Europäis­chen Agen­tur für chemis­che Stoffe, zur Änderung der Richtlin­ie 1999/45/EG des Europäis­chen Par­la­ments und des Rates und zur Aufhe­bung der Verord­nung (EWG) Nr. 793/93 des Rates, der Verord­nung (EG) Nr. 1488/94 der Kom­mis­sion, der Richtlin­ie 76/769/EWG des Rates sowie der Richtlin­ien 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der Kom­mis­sion (REACH-Verord­nung), berichtigte Fas­sung ABl. EU Nr. L 136 vom 29.05.2007 S. 3, geän­dert durch die Verord­nung (EG) Nr. 1272/2008 vom 16.12.2008 (EG-CLP-Verord­nung), ABl. EU Nr. L 353 vom 31.12.2008 S. 1, erneut berichtigt (Artikel 3 Num­mer 20 Buch­stabe c) im ABl. EU Nr. L 36 vom 05.02.2009 S. 84
  • 2. TRGS 901 „Begrün­dun­gen und Erläuterun­gen zu Gren­zw­erten in der Luft am Arbeit­splatz“, BArb­Bl. Heft 4/1997 S. 42–53, zulet­zt geän­dert im BArb­Bl. Heft 1/2006 S. 55
  • 3. Arbeits­gruppe „Auf­stel­lung von MAK-Werten“ der DFG-MAK-Kom­mis­sion www.dfg.de/dfg_profil/gremien/senat/gesundheitsschaedliche_arbeitsstoffe/aufbau_kommission/arbeitsgruppen/aufstellung_mak_werte/index.html
  • 4. Beschluss der Kom­mis­sion vom 12. Juli 1995 zur Ein­set­zung eines Wis­senschaftlichen Auss­chuss­es für Gren­zw­erte berufs­be­d­ingter Expo­si­tion gegenüber chemis­chen Arbeitsstof­fen (95/320/EG), ABl. EU Nr. L 188 vom 09.08.1995, S. 14
  • 5. Leitlin­ien zu den Infor­ma­tion­san­forderun­gen und Stoff­sicher­heits­beurteilung, Kapi­tel R.8, http://guidance.echa.europa.eu/docs/guidance_document/information_requirements_r8_en.pdf?vers=20_08_08
  • 6. GESTIS − Inter­na­tionale Gren­zw­erte für chemis­che Sub­stanzen, www.dguv.de/ifa/de/gestis/limit_values/index.jsp
  • 7. TRGS 900 „Arbeit­splatz­gren­zw­erte“, BArb­Bl. Heft 1/2006 S. 41–55, zulet­zt geän­dert und ergänzt im GMBl Nr. 5–6 vom 04.02.2010, S. 111
  • 8. Ein­fach­es Maß­nah­menkonzept (EMKG) der Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin (BAuA) www.baua.de/de/Themen-von-A‑Z/Gefahrstoffe/EMKG/EMKG.html
  • 9. DIN 33897:2007–06 (Teile 1 und 3), 2009-12 (Teil 4) „Arbeit­splatzat­mo­sphäre – Rou­tin­ev­er­fahren zur Bes­tim­mung des Staubungsver­hal­tens von Schüttgütern“
  • 10. DIN 55992–1:2006–06 „Bes­tim­mung ein­er Maßzahl für die Stauben­twick­lung von Pig­menten und Füll­stof­fen – Teil 1: Rota­tionsver­fahren“; DIN 55992–2:1999–10: Teil 2: „Fall­meth­ode“
  • 11. VDI 2263 Blatt 9: „Staub­brände und Staubex­plo­sio­nen; Gefahren – Beurteilung – Schutz­maß­nah­men; Bes­tim­mungen des Staubungsver­hal­tens von Schüttgütern“
  • 12. TRGS 401 „Gefährdung durch Hautkon­takt – Ermit­tlung, Beurteilung, Maß­nah­men“, GMBl Nr. 40–41 vom 19.08.2008, S. 818–845, berichtigt im GMBl Nr. 5–6 vom 04.02.2010, S. 111
  • 13. TRGS 600 „Sub­sti­tu­tion“, GMBl Nr. 46/47 vom 22.09.2008, S. 970–989
  • 14. Richtlin­ie 98/24/EG des Rates vom 7. April 1998 zum Schutz von Gesund­heit und Sicher­heit der Arbeit­nehmer vor der Gefährdung durch chemis­che Arbeitsstoffe bei der Arbeit (vierzehnte Einzel­richtlin­ie im Sinne des Artikels 16 Absatz 1 der Richtlin­ie 89/391/EWG), ABl. EU Nr. L 131 v. 05.05.1998, S. 11
  • 15. Richtlin­ie 2004/37/EG des Europäis­chen Par­la­ments und des Rates vom 29. April 2004 über den Schutz der Arbeit­nehmer gegen Gefährdung durch Karzino­gene oder Muta­gene bei der Arbeit (Sech­ste Einzel­richtlin­ie im Sinne von Artikel 16 Absatz 1 der Richtlin­ie 89/391/EWG des Rates) (kod­i­fizierte Fas­sung), ABl. EU Nr. L 229 v. 29.06.2004, S. 23
  • 16. Richtlin­ie 2009/148/EG des Europäis­chen Par­la­ments und des Rates vom 30. Novem­ber 2009 über den Schutz der Arbeit­nehmer gegen Gefährdung durch Asbest am Arbeit­splatz (kod­i­fizierte Fas­sung), ABl. EU Nr. L 330 v. 16.12.2009, S. 28
  • 17. Richtlin­ie 2009/161/EU der Kom­mis­sion vom 17. Dezem­ber 2009 zur Fes­tle­gung ein­er drit­ten Liste von Arbeit­splatz-Richt­gren­zw­erten in Durch­führung der Richtlin­ie 98/24/EG des Rates und zur Änderung der Richtlin­ie 2000/39/EG, ABl. EU Nr. L 338 v. 19.12.2009, S. 87
  • 18. Verord­nung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäis­chen Par­la­ments und des Rates vom 16.12.2008 über die Ein­stu­fung, Kennze­ich­nung und Ver­pack­ung von Stof­fen und Gemis­chen sowie zur Änderung der Richtlin­ie 67/548/EWG und der Verord­nung (EG) Nr. 1907/2006 (GHS-Verord­nung), geän­dert durch die Verord­nung (EG) Nr. 790/2009 der Kom­mis­sion vom 10. August 2009 zur Änderung der Verord­nung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäis­chen Par­la­ments und des Rates über die Ein­stu­fung, Kennze­ich­nung und Ver­pack­ung von Stof­fen und Gemis­chen zwecks Anpas­sung an den tech­nis­chen und wis­senschaftlichen Fortschritt (ABl. EU Nr. L 235 vom 05.09.2009 S. 1), berichtigt im ABl. EU Nr. L 297 vom 13.11.2009 S. 19
  • 19. Inter­na­tionale Kon­ferenz „Gren­zw­erte für Gefahrstoffe – gesunde Arbeits­be­din­gun­gen in ein­er glob­alen Wirtschaft“ am 07./08.05.2007 in Dort­mund, www.baua.de/de/Themen-von-A‑Z/Gefahrstoffe/Tagungen/Grenzwert-Tagung/Grenzwert-Tagung-2007.html
Autor
Dr. Ulrich Welzbach­er, Sankt Augustin Autor@Gefahrstoffinformation.de
Anzeige
Gewinnspiel

Newsletter

Jet­zt unseren Newslet­ter abonnieren

Meistgelesen

Jobs
Sicherheitsbeauftragter
Titelbild Sicherheitsbeauftragter 2
Ausgabe
2.2021
ABO
Sicherheitsingenieur
Titelbild Sicherheitsingenieur 2
Ausgabe
2.2021
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de