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Einrich­ten und Betrei­ben von Arbeits­stät­ten

Entwicklung des Technischen Regelwerkes für Arbeitsstätten
Einrich­ten und Betrei­ben von Arbeits­stät­ten

Ganz so idyllisch dürften es wohl nur die wenigsten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen am Arbeitsplatz haben. Die Anforderungen der neuen ASR A4.1 „Sanitärräume“ sollte aber von Arbeitgebern erfüllt werden. Foto; © momanuma – Fotolia.com
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Der Ausschuss für Arbeits­stät­ten (ASTA) hat in seiner Sitzung im Juni 2013 weitere wich­tige Arbeits­stät­ten­re­geln zur Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung (ArbStättV) beschlos­sen. Diese werden im folgen­den Beitrag näher beschrie­ben.

Dipl.-Ing. Wolf­gang Doll

Die Fort­ent­wick­lung von unter­ge­setz­li­chen Regel­wer­ken zur staat­li­chen Recht-setzung ist ein stän­di­ger Prozess. Ausschüsse unter­stüt­zen den Rechts­set­zer bei der Entwick­lung und Über­ar­bei­tung von Tech­ni­schen Regeln. Zur Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung ist der ASTA seit dem Jahr 2005 mit der Entwick­lung von Arbeits­stät­ten­re­geln (ASR) für die Sicher­heit und den Gesund­heits­schutz der Beschäf­tig­ten in Arbeits­stät­ten befasst. Der ASTA ermit­telt nicht nur neue Arbeits­stät­ten­re­geln, sondern ergänzt oder ändert bei Bedarf bereits bekannt gemachte Arbeits­stät­ten­re­geln und passt diese an den Stand der Tech­nik an. Arbeits­stät­ten­re­geln dienen der Konkre­ti­sie­rung der ArbStättV. Sie sollen den Arbeit­ge­ber beim Einrich­ten und Betrei­ben von Arbeits­stät­ten unter­stüt­zen. Den zustän­di­gen Aufsichts­be­hör­den (z.B. Gewerbeaufsichtsämter/Staatliche Arbeits­schutz­äm­ter) geben sie Hilfe­stel­lung beim Voll­zug der Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung.
Der Arti­kel soll die Fach­öf­fent­lich­keit über einige wesent­li­che Neue­run­gen im Regel­werk zur Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung infor­mie­ren, die der ASTA in seiner Sommer­sit­zung im Juni 2013 beschlos­sen hat. Zum umfas­sen­den Verständ­nis und als Ergän­zung des Hinter­grund­wis­sens soll­ten die bereits früher veröf­fent­lich­ten Arti­kel aus „Sicher­heits­in­ge­nieur“: Ausga­ben 12/2012 S. 14 bzw. 1/2013 S. 16 heran­ge­zo­gen werden.
Hinweise:
Die vom ASTA beschlos­se­nen Arbeits­stät­ten­re­geln werden vom Bundes­mi­nis­te­rium für Arbeit und Sozia­les (BMAS) im Gemein­sa­men Minis­te­ri­al­blatt der Bundes­re­gie­rung (GMBl) offi­zi­ell bekannt gemacht und sind zudem auf der Inter­net­seite der Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (www.BAuA.de) kosten­frei zugäng­lich. Bei Beach­tung und Umset­zung einer für den Betrieb zutref­fen­den Arbeits­stät­ten­re­gel oder von Teilen einer Regel gewährt der Recht­set­zer dem Arbeit­ge­ber inso­weit die Vermu­tungs­wir­kung. Die Vermu­tungs­wir­kung bedeu­tet, dass der Arbeit­ge­ber, der die zutref­fen­den Arbeits­stät­ten­re­geln einhält, davon ausge­hen kann, dass er auch die entspre­chen­den Vorschrif­ten der ArbStättV erfüllt. Die zustän­di­gen Aufsichts­be­hör­den akzep­tie­ren die entspre­chend einer ASR durch­ge­führ­ten Maßnah­men.
Neue Arbeits­stät­ten­re­geln
Am 18. Juni 2013 fand die 7. ordent­li­che Sitzung des Ausschus­ses für Arbeits­stät­ten in seiner 2. Beru­fungs­pe­ri­ode statt. Außer den Mitglie­dern des ASTA und deren Stell­ver­tre­ter können an den Sitzun­gen auch Vertre­ter der Bundes­mi­nis­te­rien und der zustän­di­gen obers­ten Landes­be­hör­den (Aufsichts­be­hör­den) ohne Stimm­recht teil­neh­men.
Beschlos­sen wurden auf der 7. ASTA-Sitzung folgende neue Arbeits­stät­ten­re­geln:
  • ASR A1.2 „Raum­ab­mes­sun­gen und Bewe­gungs­flä­chen“,
  • ASR A4.1 „Sani­tär­räume“.
Außer­dem wurden folgende bereits bekannt gemach­ten Arbeits­stät­ten­re­geln ergänzt:
  • ASR 1.5/1,2 „Fußbö­den“: Ergän­zung Kapi­tel 10 „Abweichende/ergänzende Anfor­de­run­gen für Baustel­len“,
  • ASR A3.4 „Beleuch­tung“: Ergän­zung Kapi­tel 8 „Abweichende/ergänzende Anfor­de­run­gen für Baustel­len“,
  • ASR V3a.2 „Barrie­re­freie Gestal­tung von Arbeits­stät­ten“ Ergän­zung Anhang: „Sicher­heits­be­leuch­tung, opti­sche Sicher­heits­leit­sys­teme“
Beschlos­sene ASR-Entwürfe werden von der Geschäfts­stelle des ASTA an das BMAS über­wie­sen mit der Bitte, die abschlie­ßende Prüfung auf Rechts­förm­lich­keit durch­zu­füh­ren. Die ferti­gen Arbeits­stät­ten­re­geln werden von der Geschäfts­stelle des ASTA zur Veröf­fent­li­chung dem zustän­dige Heraus­ge­ber „Carl-Heymanns Verlag“ über­ge­ben. Dieser Verlag ist ein Veröf­fent­li­chungs­or­gan der Bundes­re­gie­rung und für Bekannt­ma­chun­gen im GMBl zustän­dig. Ab dem Datum der Bekannt­ma­chung können Arbeit­ge­ber die Arbeits­stät­ten­re­geln für das Einrich­ten und Betrei­ben von Arbeits­stät­ten anwen­den.
ASR A1.2 „Raum­ab­mes­sun­gen und Bewe­gungs­flä­chen“
Ausrei­chend Platz und Bewe­gungs­frei­heit bei der Arbeit ist eine Grund­be­din­gung für das sichere und gesunde Arbei­ten der Beschäf­tig­ten am Arbeits­platz. In der ArbStättV ist dies insbe­son­dere in § 6 Absatz 1 und Ziffer 3.1 des Anhangs wie folgt gere­gelt:
„Die freie unver­stellte Fläche am Arbeits­platz muss so bemes­sen sein, dass sich die Beschäf­tig­ten bei ihrer Tätig­keit unge­hin­dert bewe­gen können.“ (Ziffer 3.1 des Anhangs).
„Der Arbeit­ge­ber hat solche Arbeits­räume bereit­zu­stel­len, die eine ausrei­chende Grund­flä­che und Höhe sowie einen ausrei­chen­den Luft­raum aufwei­sen.“ (§6 Absatz 1).
Detail­lierte Ausfüh­rungs­hil­fen für diese o.a. Anfor­de­run­gen aus der ArbStättV findet der Arbeit­ge­ber in der neuen ASR „Raum­ab­mes­sun­gen und Bewe­gungs­flä­chen“. Diese ASR legt für Arbeits­räume, in denen Beschäf­tigte tätig werden, die Mindest­grund­flä­chen und ‑höhen sowie den ausrei­chen­den Luft­raum fest. Sind mehrere Perso­nen (Beschäf­tigte oder z.B. Publi­kums­ver­kehr) im Arbeits­raum stän­dig anwe­send, so müssen diese hinsicht­lich der zur Verfü­gung zu stel­len­den Grund­flä­chen ange­mes­sen berück­sich­tigt werden.
Die Grund­flä­chen der Arbeits­räume errech­nen sich aus der Summe der Flächen für Verkehrs­wege einschließ­lich der Flucht­wege, den Stell­flä­chen für Arbeits-/Betriebsmittel und Einbauten/Einrichtungen sowie den Bewe­gungs­flä­chen der Beschäf­tig­ten am Arbeits­platz.
Die Bewe­gungs­flä­che für einen Beschäf­tig­ten direkt am Arbeits­platz muss nach der neuen ASR unter Beach­tung der während der Arbeit einzu­neh­men­den Körper­hal­tun­gen mindes­tens 1,50 m² betra­gen. Ist dies aus betriebs­tech­ni­schen Grün­den nicht möglich, muss dem Beschäf­tig­ten ersatz­weise in der Nähe des Arbeits­plat­zes eine mindes­tens 1,50 m² große Bewe­gungs­flä­che zur Verfü­gung stehen.
Bei Tätig­kei­ten im Sitzen oder Stehen muss die Bewe­gungs­flä­che mindes­tens 1,00 m x 1,00 m (Tiefe/Breite) und bei stehend gebück­ten Arbeits-/Körperhaltungen mindes­tens 1,20 m in der Tiefe betra­gen. Sind mehrere Arbeits­plätze unmit­tel­bar neben­ein­an­der ange­ord­net, muss die Breite der Bewe­gungs­flä­chen für jeden Arbeits­platz mindes­tens 1,20 m betra­gen. Für erfor­der­li­che persön­li­che Schutz­aus­rüs­tun­gen oder für die Hand­ha­bung von Arbeits­ge­gen­stän­den und Arbeits­mit­teln sind ggf. Zuschläge für Bewe­gungs­flä­chen erfor­der­lich.
Die Grund­flä­che für einen Arbeits­raum mit einem Beschäf­tig­ten an einem Arbeits­platz muss mindes­tens 8 m² betra­gen. Für jeden weite­ren Beschäf­tig­ten mit einem Arbeits­platz im Arbeits­raum muss mindes­tens eine zusätz­li­che Grund­flä­che von 6 m² zur Verfü­gung stehen. Je nach Tätig­keit müssen auch größere Grund­flä­chen vorhan­den sein. Für die Gestal­tung von Arbeits­räu­men und die erfor­der­li­chen Grund­flä­chen enthält die ASR A1.2 viele prak­ti­sche Beispiele.
In Abhän­gig­keit von der Grund­flä­che muss die lichte Höhe von Arbeits­räu­men betra­gen:
  • 1. bei bis zu 50 m² mindes­tens 2,50 m
  • 2. bei mehr als 50 m² mindes­tens 2,75 m,
  • 3. bei mehr als 100 m² mindes­tens 3,00 m,
  • 4. bei mehr als 2000 m² mindes­tens 3,25 m
Von den oben genann­ten Werten zu 2. bis 4. darf aus zwin­gen­den bauli­chen Grün­den oder in Fällen, in denen über­wie­gend leichte oder sitzende Tätig­kei­ten im Arbeits­raum ausge­übt werden (z.B. Verkaufs­räume, Büro­räume) um 0,25 m abge­wi­chen werden, wenn hier­ge­gen keine gesund­heit­li­chen Beden­ken (Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung) für die Beschäf­tig­ten bestehen. Die lichte Höhe von Arbeits­räu­men darf aber nicht weni­ger als 2,50 m betra­gen. Arbeits­räume über 50 m² Grund­flä­che mit Schräg­de­cken dürfen die lichte Höhe von 2,50 m im Bereich der Arbeits­plätze und Verkehrs­wege an keiner Stelle unter­schrei­ten.
Weiter­hin muss in Arbeits­räu­men für jeden stän­dig anwe­sen­den Beschäf­tig­ten ein Mindest­luft­raum von
  • 12 m³ bei über­wie­gend sitzen­der Tätig­kei t
  • 15 m³ bei über­wie­gend nicht sitzen­der Tätig­keit
  • 18 m³ bei schwe­rer körper­li­cher Arbeit
vorhan­den sein.
Einbau­ten und Betriebs­ein­rich­tun­gen dürfen diesen erfor­der­li­chen Mindest­luft­raum nicht verrin­gern. Halten sich in Arbeits­räu­men mit natür­li­cher Lüftung neben den stän­dig anwe­sen­den Beschäf­tig­ten auch andere Perso­nen nicht nur vorüber­ge­hend auf (z.B. bei Publi­kums­ver­kehr), ist für jede zusätz­li­che Person ein Mindest­luft­raum von 10 m² vorzu­se­hen. Dies gilt nicht für Verkaufs­räume sowie Schank- und Spei­se­räume in Gast­stät­ten.
ASR A4.1 „Sani­tär­räume“
„Der Arbeit­ge­ber hat Toilet­ten­räume bereit­zu­stel­len. Wenn es die Art der Tätig­keit oder gesund­heit­li­che Gründe erfor­dern, sind Wasch­räume vorzu­se­hen. Geeig­nete Umklei­de­räume sind zur Verfü­gung zu stel­len, wenn die Beschäf­tig­ten bei ihrer Tätig­keit beson­dere Arbeits­klei­dung tragen müssen und es ihnen nicht zuzu­mu­ten ist, sich in einem ande­ren Raum umzu­klei­den.“ – diese Anfor­de­run­gen sind in der ArbStättV in
§ 6 Absatz 2 enthal­ten. Die ArbStättV regelt dort weiter: „Umkleide‑, Wasch- und Toilet­ten­räume sind für Männer und Frauen getrennt einzu­rich­ten oder es ist eine getrennte Nutzung zu ermög­li­chen.“ Die neue ASR „Sani­tär­räume“ konkre­ti­siert die Anfor­de­run­gen der Verord­nung u.a. wie folgt:
Toilet­ten müssen sich in ausrei­chen­der Anzahl (vgl. Tabelle 1) entspre­chend der ASR A4.1 „Sani­tär­räume“ im glei­chen Gebäude wie Arbeits­plätze, Pausen‑, Bereitschafts‑, Wasch- oder Umklei­de­räume befin­den und dürfen nicht weiter als eine Etage z.B. vom Arbeits­platz entfernt sein. Der Weg von Arbeits­plät­zen in Gebäu­den zu Toilet­ten soll nicht aus den Gebäu­den heraus und durch das Freie führen. Die Wegstre­cke zu den Toilet­ten­räu­men darf 100 m nicht über­schrei­ten – 50 m Entfer­nung sind nach den heuti­gen Erkennt­nis­sen ange­mes­sen. In Toilet­ten­räu­men sollen Wasch­ge­le­gen­hei­ten mit flie­ßen­dem Wasser, Mittel zum Reini­gen und Abtrock­nen der Hände verfüg­bar sein. Bei tägli­cher Nutzung müssen die Toilet­ten­räume mindes­tens täglich gerei­nigt werden.
Umklei­de­räume muss der Arbeit­ge­ber zur Verfü­gung stel­len, wenn die Beschäf­tig­ten bei ihrer Arbeit betriebs­be­dingt spezi­elle Arbeits­klei­dung tragen müssen und es ihnen nicht zuzu­mu­ten ist, sich in einem Arbeits­raum oder einem ande­ren Raum umzu­klei­den. Ein Umklei­de­raum muss u. a. mit verschließ­ba­ren Einrich­tun­gen (einschließ­lich Abla­ge­fach) zum Aufbe­wah­ren von Klei­dung und Gegen­stän­den für jeden Beschäf­tig­ten sowie mit einem Abfall­be­häl­ter und einem Spie­gel ausge­stat­tet sein. Für je vier Beschäf­tigte, die einen Umklei­de­raum gleich­zei­tig nutzen, muss mindes­tens eine Sitz­ge­le­gen­heit zur Verfü­gung stehen.
Wasch­räume müssen in der Nähe der Arbeits­plätze zur Verfü­gung stehen, wenn es die Art der Tätig­keit oder gesund­heit­li­che Gründe erfor­dern. Der Weg von Arbeits­plät­zen in Gebäu­den zu Wasch­räu­men darf 300 m nicht über­schrei­ten und sollte nicht aus Gebäu­den heraus und durch das Freie führen; sie dürfen sich aber in einer ande­ren Etage wie die Arbeits­plätze im Gebäude befin­den. In Wasch­räu­men müssen für die Beschäf­tig­ten ausrei­chende Bewe­gungs­flä­chen und Verkehrs­wege zur Verfü­gung stehen.
Wasch­räume sind erfor­der­lich, wenn die Beschäf­tig­ten bei ihrer Tätig­keit:
  • infek­tiö­sen, gifti­gen, gesund­heits­schäd­li­chen, ätzen­den, reizen­den oder stark geruchs­be­läs­ti­gen­den Stof­fen,
  • einer mehr als nur gerin­gen Verschmut­zung,
  • der Einwir­kung von Hitze oder Nässe ausge­setzt sind.
Wenn die Art der Tätig­keit oder gesund­heit­li­che Gründe es erfor­dern (dies trifft insbe­son­dere für die o. a. Tätig­kei­ten zu) ist eine geeig­nete Anzahl von Wasch- und Dusch­plät­zen mit flie­ßen­dem warmen und kalten Wasser zur Verfü­gung zu stel­len. In Wasch­räu­men sollen sich Abfall­be­häl­ter und Klei­der­ha­ken befin­den.
Wenn keine Wasch­räume erfor­der­lich sind, muss der Arbeit­ge­ber aber dafür sorgen, dass ausrei­chende und ange­mes­sene Wasch­ge­le­gen­hei­ten mit flie­ßen­dem Wasser, Mittel zum Reini­gen und zum Abtrock­nen der Hände in der Nähe der Arbeits­plätze zur Verfü­gung stehen.
Im Kapi­tel 8 der ASR Sani­tär­räume sind ergän­zende oder von den Kapi­teln 4 bis 7 abwei­chende Rege­lun­gen spezi­ell für Baustel­len aufge­führt. So sind z.B. bei tägli­cher Nutzung von Toilet­ten­räu­men, diese auf Baustel­len ledig­lich mindes­tens zwei­mal wöchent­lich zu reini­gen (bei den übri­gen Arbeits­stät­ten täglich/vgl. oben). Die Toilet­ten in den Toilet­ten­räu­men – so auch bei mobi­len, anschluss­freien Toilet­ten­ka­bi­nen – sollen aber bei tägli­cher Nutzung auch täglich gerei­nigt werden.
Ergän­zun­gen zu Arbeits­stät­ten­re­geln
Der ASTA hat in seiner Sommer­sit­zung einige wich­tige Ergän­zun­gen zu Arbeits­stät­ten­re­geln beschlos­sen. Dies betrifft insbe­son­dere die Kapi­tel „Abweichende/ergänzende Anfor­de­run­gen für Baustel­len“ der ASR „Beleuch­tung“ und der ASR „Fußbö­den“.
ASR A3.4 „Beleuch­tung“
Die ASR A3.5 „Beleuch­tung“ wurde um das Kapi­tel 8 „Abweichende/ergänzende Anfor­de­run­gen für Baustel­len“ hinsicht­lich der mindes­tens gelten­den Beleuch­tungs­stär­ken (vgl. Tabelle 2) auf Baustel­len ergänzt. Künf­tig gelten folgende Mindest­werte:
ASR A1.5/1,2 „Fußbö­den“
Eben­falls ergänzt wurde die ASR A1.5/1,2 „Fußbö­den“ um das Kapi­tel 10 „Abweichende/ergänzende Anfor­de­run­gen für Baustel­len“. Künf­tig muss auf Baustel­len für Fußbö­den und Tritt­flä­chen von Trep­pen mit tempo­rä­ren Belä­gen wie z. B.
  • Maler­ab­deckvlie­sen als Schutz vor Verschmut­zung,
  • PVC–Folien als Feuch­tig­keits­sper­ren,
  • Aufla­gen aus Pappe als Schutz vor Beschä­di­gung,
  • Aufla­gen gegen Funken­flug
eine ausrei­chende Tritt­si­cher­heit gewähr­leis­ten werden.
Erfor­der­lich sind Maßnah­men zur Siche­rung gegen Verrut­schen, zur Rutsch­hem­mung und zur Vermei­dung von Uneben­hei­ten oder Stol­per­stel­len. Dies kann durch z. B. Verkleben/Befestigen von Rändern und Stößen, Siche­rung gegen Falten­bil­dung und Verschie­ben erreicht werden. Alter­na­tiv können auch orga­ni­sa­to­ri­sche Maßnah­men, wie Absper­ren von Berei­chen oder Unter­wei­sun­gen der Beschäf­tig­ten zum Betre­ten der tempo­rä­ren Beläge, getrof­fen werden.
ASR V3a.2 „Barrie­re­freie Gestal­tung von Arbeits­stät­ten“
Der ASTA hat auf seiner Sitzung im Juni 2013 auch „Ergän­zende Anfor­de­run­gen zur ASR A3.4/3 „Sicher­heits­be­leuch­tung, opti­sche Sicher­heits­leit­sys­teme“ beschlos­sen.
Die Ergän­zung wird dem Anhang der ASR V3a.2 „Barrie­re­freie Gestal­tung von Arbeits­stät­ten“ ange­fügt. Danach sind künf­tig bei opti­schen Sicher­heits­leit­sys­te­men die Belange von Beschäf­tig­ten mit Sehbe­hin­de­rung, die im Gebäude arbei­ten, so zu berück­sich­ti­gen, dass die sicher­heits­re­le­van­ten Infor­ma­tio­nen auf andere Art verständ­lich über­mit­telt werden. Dies kann dadurch erreicht werden, dass diese Infor­ma­tio­nen, dem Zwei-Sinne-Prinzip folgend, zusätz­lich zum visu­el­len über einen ande­ren Sinnes­ka­nal durch taktile Zeichen oder Schall­zei­chen aufge­nom­men werden können.
Fazit und Ausblick
Die Arbeits­stät­ten­re­geln sind insbe­son­dere als Unter­stüt­zung für die Arbeit­ge­ber und die ande­ren Akteure des Arbeits­schut­zes (z. B. Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit, Betriebs-/Personalrat, Betriebs­arzt) gedacht. Mit der Veröf­fent­li­chung der Arbeits­stät­ten­re­gel „Sani­tär­räume“ sind die letz­ten bis dahin noch nicht über­ar­bei­te­ten „Arbeits­stät­ten­richt­li­nien zur alten ArbStättV von 1975“ abge­löst worden (vgl. auch Sicher­heits­in­ge­nieur 1/2013 S. 16). Die Bekannt­ma­chun­gen der neuen Arbeits­stät­ten­re­geln und die Ergän­zun­gen zu Arbeits­stät­ten­re­geln sind im amtli­chen Teil des GMBl 2013 Nr. 64 (S. 578 ff.) abge­druckt. Der ASTA beschäf­tigt sich derzeit mit weite­ren wich­ti­gen Themen, wie z.B. einer ASR „Stra­ßen­bau­stel­len“, ASR „Lärm“ oder ASR „Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung“. Die Erar­bei­tung des Stands der Tech­nik zu diesen Themen wird aller­dings noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Alle bisher veröf­fent­lich­ten Arbeits­stät­ten­re­geln sind auf der Inter­net­seite der Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (www.baua.de ) online verfüg­bar. Weitere Infor­ma­tio­nen zur ArbStättV und zum Thema „sichere und gesunde Arbeits­plätze“ finden Sie auf der Inter­net­seite des BMAS: www.bmas.de (Stich­wort: Arbeits­stät­ten).
Wer Fragen zu den Arbeits­stät­ten­re­geln hat, sollte die Fach­ver­an­stal­tung zu „Arbeits­stät­ten auf dem A+A Kongress in Düssel­dorf am 7. Novem­ber 2013 nicht verpas­sen. Dort wird über die aktu­elle Entwick­lung in der Regel­set­zung zur ArbStättV infor­miert werden. In verschie­de­nen Beiträ­gen wird auf wich­tige Themen der betrieb­li­chen Umset­zung der ArbStättV, wie die notwen­di­gen Raum­ab­mes­sun­gen und Bewe­gungs­flä­chen am Arbeits­platz, Anfor­de­run­gen an die Lüftung und an die Gestal­tung von Sani­tär­räu­men, einge­gan­gen. Fragen zur barrie­re­freien Gestal­tung von Arbeits­stät­ten werden dort eben­falls erör­tert. Ein weite­res wich­ti­ges Thema wird die derzeit laufende Rechts­an­pas­sun­gen der ArbStättV sein.
Autor
Dipl.-Ing. Wolf­gang Doll, BMAS
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