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Praxiskongress Medien in der Prävention mit Filmforum

El Dorado für Unter­wei­sun­gen

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Wie kann Arbeits­schutz in der heuti­gen Zeit im Betrieb wirk­sam vermit­telt werden? Wie können Arbeits­schutz­un­ter­wei­sun­gen mit Hilfe der aktu­el­len digi­ta­len Medien modern und anspre­chend gestal­tet werden, ohne Praxis­be­zug und die für die Ziel­gruppe gebo­tene „Boden­haf­tung“ zu verlie­ren? Diese Themen stan­den im Mittel­punkt des Kongres­ses, der von der Media­thek für Arbeits­schutz und Gesund­heits­för­de­rung (MAG) in Koope­ra­tion mit dem IAG Ende April in Dres­den veran­stal­tet wurde. „Das war ja hier ein El Dorado für Unter­wei­sun­gen!“ Solche Feed­backs waren am Ende der zwei­tä­gi­gen Veran­stal­tung kein Einzel­fall.

Viel­fach gibt es schon Arbeits- und Gesund­heits­schutz­filme, aber nur rela­tiv wenige davon sind über­be­trieb­lich bekannt. Ein Ziel des Film­fo­rums war es daher auch, neue deutsch­spra­chige Filme zu finden, zu sich­ten und im Hinblick auf die jewei­li­gen Einsatz­be­dürf­nisse zu beur­tei­len.

Als Schwer­punkt gesetzt war somit das Medium des beweg­ten Bildes. Zu den High­lights gehörte das Film­fo­rum mit Vergabe der „Oscars“ für die besten Arbeits­schutz­filme. Um die begehrte und von der DGUV mit je 1000 Euro prämierte Auszeich­nung hatten sich viele Inter­es­sen­ten bewor­ben. Sie waren dem Aufruf gefolgt, Ihren Medi­en­fa­vo­ri­ten, einen betrieb­li­chen Arbeits­schutz­clip oder einen selbst produ­zier­ten Film einzu­rei­chen. Aus den 30 einge­sen­de­ten Film­vor­schlä­gen wählte eine Fach­jury, die über­wie­gend mit betrieb­li­chen Arbeits­schutz­ex­per­ten besetzt war, zwölf Beiträge für das Film­fo­rum aus.
Im Arbeits­schutz­kino wurden aus diesen zwölf Filmen von den anwe­sen­den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern die besten Beiträge (Publi­kums­preis) gewählt und von der DGUV prämiert. Folgende Film­ti­tel lagen sowohl bei der Fach­jury als auch beim Publi­kum ganz vorne:
  • 1. „Wach auf!“ – hoch­au­then­ti­sches und sehr berüh­ren­des Musik­vi­deo zur Drogen­prä­ven­tion (Sieger­film der Fach­jury und Gewin­ner des Publi­kums­prei­ses). Das Musik­vi­deo von Katjana Schulze steht in der MAG in den Kate­go­rien „Azubis“ und „Umgang mit Sucht­mit­teln“ zum Abspie­len oder direkt unter folgen­dem Link online zur Verfü­gung:
  • 2. „Der Straf­zet­tel“ – unge­mein ergrei­fen­der Film­clip zu siche­rem Verhal­ten im Stra­ßen­ver­kehr (Sieger­film der Fach-jury). „Der Straf­zet­tel“ ist unter folgen­dem Link und in der MAG in derRu­brik „Verkehrs­si­cher­heit“ online zu finden:
Auf den weite­ren Plät­zen lande­ten folgende Film­bei­träge:
  • 1. „Hand-Haben“ – Neufas­sung eines packen­den Films zum Thema Hand­schutz vom „Insti­tut Input * für Schu­lung und Medi­en­ent­wick­lung“ aus Dort­mund
  • 2. „Was soll schon passie­ren… Gefah­ren im Kreis­lauf­wirt­schafts­be­trieb“ – fünf­tei­li­ger Arbeits­schutz­film der Fa. Remon­dis für den Einsatz in Abfall­be­hand­lungs­an­la­gen (Themen: Arbei­ten an Ballen­pres­sen; Wartung, Instand­hal­tung & Reini­gung; inner­betr. Trans­port im Entsor­gungs­be­trieb; Sicher­heit beim Behäl­ter­trans­port)
  • 3. „So viel Zeit muss sein“ – Arbeits­schutz­film zum gesun­den Arbeits­tempo von Fa. Evonik Indus­tries AG, Essen/Jürgen Walter Bera­tungs­ge­sell­schaft für Arbeit, Gesund­heit, Umwelt und Verkehr mbH aus Düssel­dorf.
Die weite­ren Titel kamen eben­falls in die Endaus­schei­dung und wurden im Film­fo­rum vorge­führt:
  • Du fehlst“ (Umbreit und Glüh­würm­chen)
  • Mr. Pingel und Laura“ – Gesunde Büro­ar­beit von MAG und Fa. Time Code Media aus Berlin
  • Im Mittel­punkt steht der Mensch“ – Film zur gesun­den Büro­ar­beit der Initia­tive Mehr­wert Berlin
  • Arbeits­si­cher­heit beim Fräsen“ – studen­ti­sche Film­pro­duk­tion bei der Audi AG
  • Fit für Thema Burnout” – Infor­ma­ti­ons­film der BG RCI
  • Erfolg hat viele Gesich­ter“ – Arbeits­schutz­film der Fa. Walter, Düssel­dorf
  • Herr Tirtel und die Kaffee­ma­schine“ – Film im Play­mo­bil­for­mat der Fa. …
Inter­es­san­ter­weise waren viele dieser Filme für die meis­ten Teil­neh­mer noch unbe­kannt. Selbst die beiden Sieger­filme, wovon der eine bereits seit mehre­ren Jahren zur Verfü­gung steht, waren den meis­ten unbe­kannt. Das spricht für den Sinn eines solchen DGUV-Filmforums.
Das in dieser Form neuar­tige Film­fo­rum kam sehr gut beim Publi­kum an. Das Arbeits­schutz­kino lieferte einen eindrucks­vol­len Einblick in die Spann­breite des Film­ein­sat­zes in verschie­de­nen Bran­chen und zu diver­sen Themen. Es zeigte sich auch, dass nicht immer die teuers­ten Film­pro­duk­tio­nen die beste Wirkung erzie­len. Viel­mehr gelang es mehr­fach auch mit vergleichs­weise über­schau­ba­rem Aufwand, beein­dru­ckende Arbeits­schutz­clips zu kreieren. Alle einge­reich­ten Arbeits­schutz­filme werden in die MAG unter www.arbeitsschutzfilm.de aufge­nom­men, sofern der jewei­lige Einsen­der bezie­hungs­weise Rech­te­inha­ber zustimmt.
Vorträge und Work­shops
Betrieb­li­che Fach­leute und Exper­ten der DGUV wissen, worauf es in der Unter­wei­sungs­pra­xis ankommt! Das wurde bei den verschie­de­nen Vorträ­gen und den praxis­be­zo­ge­nen und betriebs­na­hen Work­shops deut­lich. In den Vorträ­gen wurde klar, dass allein die Vorfüh­rung eines Arbeits­schutz­films keine Verhal­tens­än­de­rung bewirkt. Viel­mehr kommt es auf die Kombi­na­tion mit der Anspra­che der Beschäf­tig­ten mit dem Ziel einer Verein­ba­rung zu einem bestimm­ten Verhal­ten an. Auf das verein­barte sicher­heits­ge­rechte Verhal­ten kann dann im Betriebs­all­tag Bezug genom­men werden. Auch aus der Sicht einer Arbeits­schutz­be­hörde wird der Film­ein­satz in Unter­wei­sun­gen begrüßt. Aller­dings bleibt es Führungs­auf­gabe, sich von der Wirk­sam­keit der Unter­wei­sun­gen im betrieb- lichen Alltag zu über­zeu­gen.
Wie eine detail­lierte Mitar­bei­ter­be­tei­li­gung bei den Prozes­sen Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung und Unter­wei­sung sowie bei der Erar­bei­tung praxis­be­zo­ge­ner Betriebs­an­wei­sun­gen orga­ni­siert werden kann, wurde anhand eines Praxis­bei­spiels der Bayer Pharma AG eindrucks­voll vorge­stellt. Mitar­bei­ter mit ihrer Erfah­rung und ihren Orts- und Prozess­kennt­nis­sen einzu­be­zie­hen, ist gerade für eine reali­täts­be­zo­gene Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung sehr hilf­reich. Die Mitar­bei­ter­kom­pe­tenz nicht mit einzu­be­zie­hen heißt, auf vorhan­de­nes Know-how zu verzich­ten.
Zum betrieb­li­chen Einsatz von Arbeits­schutz­fil­men und zum Betrieb des Portals unter www.arbeitsschutzfilm.de gab es eine aktu­elle Erhe­bung des IAG, an der bundes­weit über 500 Arbeits­schutz­ak­teure teil­ge­nom­men haben. Zu den hoch­in­ter­es­san­ten Ergeb­nis­sen gehör­ten Aussa­gen wie:
  • Seit Bestehen der MAG ist die Zufrie­den­heit mit den derzei­ti­gen Ange­bo­ten an Arbeits­schutz­fil­men und Video­clips und den Zugangs­mög­lich­kei­ten erheb­lich gestie­gen.
  • 84% der Umfra­ge­teil­neh­mer nutzen das MAG-Portal betrieb­lich.
  • Fast 90% der Umfra­ge­teil­neh­mer schät­zen den Nutzen von Arbeits­schutz­fil­men und Video­clips in Unter­wei­sun­gen, Semi­na­ren und Schu­lun­gen sehr hoch oder hoch ein.
  • Über­wie­gend werden Filme mit Lauf­zei­ten zwischen drei und zwölf Minu­ten einge­setzt.
  • Am Häufigs­ten werden Arbeits­schutz­filme in Kombi­na­tion mit Power-Point-Präsentation per Beamer und mit offe­ner Diskussion/Gesprächen einge­setzt.
  • 45% der Teil­neh­mer haben zukünf­tig einen höhe­ren Bedarf an Arbeits­schutz­fil­men und Video­clips in ihrem Zuständigkeits-/Arbeitsbereich.
  • Die größte Erleich­te­rung beim zukünf­ti­gen Einsatz von Arbeits­schutz­fil­men oder Video­clips sehen die Teil­neh­mer in der Fortführung/dem Ausbau der MAG und einem größe­ren Ange­bot an Filmen.
  • Verbes­serte und erleich­terte Down­load­mög­lich­kei­ten und Kurz­be­schrei­bun­gen (Zusam­men­fas­sung) vorhan­de­ner Arbeits­schutz­filme werden eben­falls gewünscht.
Es wurde auch nach Krite­rien gefragt, die einen guten Arbeits­schutz­film bezie­hungs­weise Video­clip ausma­chen. Dabei domi­nie­ren folgende Aspekte:
  • Aktua­li­tät
  • praxis­na­her und klarer Themen- und Bran­chen­be­zug
  • einfach, klar, verständ­lich, einpräg­sam
  • Bild- und Tonqua­li­tät
  • hoher Infor­ma­ti­ons­ge­halt
  • Kürze (max. 12–15 Minu­ten) und Prägnanz
Auf der IAG-Seite sind die ausführ­li­chen Umfra­ge­er­geb­nisse unter folgen­dem Link zu finden: http://www.dguv.de/iag/de/veranstaltungen/weitere/mag_2013/_dokumente/darstellung_umfrage.pdf
Nähere Infos zu den Kongress­ergeb­nis­sen und Vorträ­gen sind unter www.dguv.de/iag/de/veranstaltungen/weitere/mag_2013/index.jsp
zu finden.
In den Work­shops wurden folgende Frage­stel­lun­gen bear­bei­tet und inten­siv disku­tiert:
  • Wie sehen die Quali­täts­kri­te­rien für Arbeits­schutz­filme aus betrieb­li­cher Sicht aus?
  • Wie können Unter­wei­sun­gen besser mit der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung verzahnt werden?
  • Wie kann eine video­ge­stützte Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung auch mit über­schau­ba­rem tech­ni­schem Aufwand reali­siert werden?
In der anschlie­ßen­den Schluss­dis­kus­sion wurden die Ergeb­nisse inten­siv disku­tiert.
Aktu­el­ler Stand der MAG
Die hohe Frequen­tie­rung des kosten­freien Portals unter <a href=„http://www.arbeitsschutzfilm.de“ target=„_blank“ title=„www.arbeitsschutzfilm.de“>www.arbeitsschutzfilm.de belegt den viel­fäl­ti­gen betrieb­li­chen Bedarf bei Fach- und Führungs­kräf­ten. Insge­samt wurden bereits über 1,3 Millio­nen Mal Arbeits­schutz­filme von der Media­thek abge­spielt. Nach dem tollen Film­fo­rum im Hause der IAG konnte der Film­be­stand unter <a href=„http://www.arbeitsschutzfilm.de“ target=„_blank“ title=„www.arbeitsschutzfilm.de“>www.arbeitsschutzfilm.de und damit das weiter­hin kosten­lose Ange­bot auf jetzt über 330 Arbeits­schutz­filme erwei­tert werden. Davon sind circa 150 Filme für regis­trierte User im Mitglie­der­be­reich down­load­bar. Die Zahl der regis­trier­ten User hat sich bis Anfang Juni 2013 auf über 3.400 Mitglie­der erhöht. Über die posi­tive Entwick­lung und den viel­fäl­ti­gen Zuspruch haben wir vom MAG-Team uns sehr gefreut.
Für Fragen stehen Ihnen beim IAG Herr Peters unter 0351 4571922 oder Chris­toph Benning unter 0170 3398089 gern zur Verfü­gung.
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