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„Es gibt noch viel zu tun“

Verkehrssicherheit
„Es gibt noch viel zu tun“

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Mehr Verkehrssicher­heit: Für dieses Ziel set­zen sich viele Präven­tions­fach­leute ein. Wir sprachen mit Dr. Wal­ter Eichen­dorf und Pro­fes­sor Dr. Rain­er von Kipars­ki über die Bedeu­tung von Wet­tbe­wer­ben, aktuelle Unfal­lzahlen, die Vision Zero und den Auf­bau ein­er Präven­tion­skul­tur in Deutsch­land.

In diesem Jahr führen der VDSI – Ver­band für Sicher­heit, Gesund­heit und Umweltschutz bei der Arbeit und der Deutsche Verkehrssicher­heit­srat (DVR) zum zweit­en Mal den Wet­tbe­werb „Unter­wegs – aber sich­er!“ durch. Welche Bedeu­tung haben Ihrer Erfahrung nach Wet­tbe­werbe?

Eichen­dorf: Von Wet­tbe­wer­ben gehen zwei pos­i­tive Effek­te aus. Zum einen gibt es den Aspekt des Wet­t­laufs: Die betrieb- lichen Präven­tions­fach­leute und die Beschäftigten wer­den über einen Wet­tbe­werb ange­sprochen, etwas im Hin­blick auf Sicher­heit und Gesund­heit zu tun. Man erlebt immer wieder, dass in den Betrieben mehr in dieser Hin­sicht passiert, weil ein Wet­tbe­werb aufge­set­zt wurde, an dem man teil­nehmen und bei dem man gut abschnei­den möchte. Zum anderen liefern Wet­tbe­werbe sehr viele wertvolle Best Prac­tice-Beispiele.
von Kipars­ki: … und über die Best Prac-tice-Beispiele erfol­gt dann ein Wis­senstrans­fer. Alle Ver­ant­wortlichen im Ar-beitss­chutz haben die Möglichkeit, voneinan­der zu ler­nen. Außer­dem stärken Wet­tbe­werbe die Aufmerk­samkeit für bes­timmte The­men, wie zum Beispiel die betriebliche Verkehrssicher­heit. Für die Präven­tions­fach­leute, die Beiträge ein­re­ichen und vielle­icht sog­ar eine Ausze­ich­nung erhal­ten, ist damit auch eine Wertschätzung der eige­nen Arbeit ver­bun­den.
Der Wet­tbe­werb „Unter­wegs – aber sich­er!“ möchte zu ein­er Reduzierung der Wege- und Schul­wege­un­fälle beitra­gen. Hier gab es laut Sta­tis­tik im Jahr 2013 einen erneuten Anstieg. Wie beurteilen Sie diese Entwick­lung?
Eichen­dorf: Ich halte wenig von Unfal­lzahlen, die jährlich, hal­b­jährlich oder sog­ar quar­tal­sweise erstellt wer­den. Diese Zahlen unter­liegen allen möglichen Ein­flüssen wie dem Wet­ter oder der Kon­junk­tur. Entschei­dend ist der langfristige Trend über drei oder vier Jahre – und der ist bei den meldepflichti­gen Wege- und Schul­we­gun­fällen rück­läu­fig. Das Jahr 2013 ist aus ein­er anderen Per­spek­tive inter­es­sant: Es gab einen sehr harten Win­ter, in eini­gen Teilen Deutsch­lands lag bis in den April hinein noch Schnee. Typ­is­cher­weise gehen in solchen Jahren die Zahl der all­ge­meinen Straßen­verkehrsun­fälle deut­lich zurück, weil Men­schen, die nicht zwin­gend mit dem Auto fahren müssen, daheim bleiben. Andere haben diese Möglichkeit­en nicht: Sie müssen zur Arbeit oder zur Schule. Die Entwick­lung bei den Wege- und Schul­we­gun­fälle ver­hält sich daher gegen­läu­fig zu den Straßen­verkehrsun­fällen.
… und wie kön­nen die Unternehmen und die Beschäftigten darauf reagieren?
Eichen­dorf: Zum einen soll­ten Beschäftigte bei solchen Wit­terungsver­hält­nis­sen möglichst auf Bus und Bahn umsteigen. Zum anderen haben wir sehr viele Arbeit­splätze in Deutsch­land, an denen es dur­chaus denkbar ist, dass die Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er einige Tage von zu Hause aus arbeit­en. Dies set­zt natür­lich Flex­i­bil­ität auf Seit­en der Unternehmen und der Beschäftigten voraus.
von Kipars­ki: Hier halte ich noch einen anderen Punkt für ganz wesentlich. Aus Unter­suchun­gen wie zum Beispiel dem „Stress­re­port Deutsch­land 2012“ wis­sen wir, dass viele Erwerb­stätige unter Ter­min- und Leis­tungs­druck ste­hen: Ins­ge­samt 34 Prozent der Befragten gaben an, diesen Ter­min- und Leis­tungs­druck als belas­tend zu empfind­en. Diese Zahlen tre­f­fen übri­gens nicht nur auf Beschäftigte aus der Infor­ma­tions- und Kom­mu­nika­tions­branche zu, son­dern auch auf Erwerb­stä-tige in Verkehr und Lagerei sowie aus dem ver­ar­bei­t­en­den Gewerbe. Auch im europäis­chen Ver­gle­ich zeigte sich, dass deutsche Erwerb­stätige mehr Ter­min­druck und ein hohes Arbeit­stem­po angeben als Beschäftigte aus anderen Län­dern. Das ist eine alarmierende Entwick­lung, denn viele Unfälle gehen auf Ter­min- und Leis­tungs­druck zurück! Es gehört zu den Auf­gaben der Führungskräfte, Arbeit so zu organ­isieren, dass diese Druck­si­t­u­a­tion entschärft wird. Dafür gibt es viele Ansatzpunk­te, die von mehr Tol­er­anz bei straßen­verkehrs­be­d­ingten Ver­spä­tun­gen bis hin zur Gestal­tung von Schicht­plä­nen reichen. Manch­mal genügt es schon, eine kleine Zeitspanne als Puffer einzu­pla­nen oder bei der Gestal­tung von Schicht­plä­nen und Ter­mi­nen den Wohnort von einzel­nen Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­ern, die einen beson­ders lan­gen Anfahrtsweg haben, zu berück­sichti­gen. Bei vie­len arbeit­sor­gan­isatorischen Fra­gen kön­nen Fachkräfte für Arbeitssicher­heit die Führungskräfte berat­en und unter­stützen. Mein Ein­druck ist, dass hier noch längst nicht alle Gestal­tungsspiel­räume aus­geschöpft sind. Auch wenn die Zahl der meldepflichti­gen Wege­un­fälle langfristig betra­chtet rück­läu­fig ist, soll­ten die Betriebe und auch der Öffentliche Dienst in ihren Bemühun­gen um mehr Verkehrssicher­heit nicht nach­lassen. Dazu gehört auch, sich nicht nur auf den inner­be­trieblichen Trans­port und Verkehr zu fokussieren.
Was kön­nte die Zahl der Pro­jek­tein- reichun­gen aus dem öffentlichen Dienst erhöhen?
Eichen­dorf: Wir müssen zwis­chen Schulen und öffentlichen Ver­wal­tun­gen unter­schei­den. Die Ver­wal­tun­gen sind – ähn­lich wie die Betriebe – sehr inter­essiert. Wichtig ist, für den Wet­tbe­werb aus­re­ichend Wer­bung zu machen. Bei den Schulen ist das The­ma Verkehrssicher­heit dage­gen noch nicht aus­re­ichend in den Köpfen angekom­men. Die Schulen haben häu­fig ein anderes Selb­stver­ständ­nis und sehen ihren Erziehungsauf­trag nicht in der Verkehrssicher­heit.
von Kipars­ki: Arbeit­ge­ber im öffentlichen Dienst und die zuständi­gen Präven­tions­fach­leute müssen stärk­er für das The­ma Verkehrssicher­heit sen­si­bil­isiert wer­den. Die Auf­sichtsper­so­n­en der Unfal­lka­ssen haben hier­bei eine wichtige Mul­ti­p­lika­tor­funk­tion.
Auf welche Argu­mente kön­nen Sicher­heitsin­ge­nieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicher­heit zurück­greifen, um Pro­jek­te in der betrieblichen Verkehrssicher­heit in ihren Unternehmen und Insti­tu­tio­nen zu ini­ti­ieren? Wie lässt sich das Inter­esse der Geschäft­sleitung weck­en – und welche Rolle spielt Ihrer Erfahrung nach der direk­te Zugang der Fachkraft für Arbeitssicher­heit zur Geschäft­sleitung?
Eichen­dorf: Eine Fachkraft für Arbeitssicher­heit muss immer Zugang zu den oberen Entschei­dungsebe­nen haben. Sie benötigt außer­dem die entsprechen­den Argu­mente wie zum Beispiel den Return on Pre­ven­tion (RoP), also das Ver­hält­nis zwis­chen Präven­tion­snutzen und Präven­tion­skosten. Wir haben in ein­er Studie ermit­telt, dass sich für die betriebliche Präven­tion­sar­beit in Deutsch­land ein RoP von 1,7 ergibt. Das heißt: Ein in den Arbeitss­chutz investiert­er Euro hat ein wirtschaftlich­es Erfol­gssteigerungspoten­zial in Höhe von 1,70 Euro. Wir haben die Unter­suchung auch inter­na­tion­al durchge­führt. Hier lag der RoP sog­ar bei 2,2. Diese Argu­mente kön­nen in den Betrieben genutzt wer­den.
von Kipars­ki: Lassen Sie mich zunächst an den Aspekt anknüpfen, dass die Fachkraft für Arbeitssicher­heit immer Zugang zu den oberen Entschei­dungsebe­nen haben sollte. Die Sifa-Langzeit­studie hat ergeben, dass die Anbindung der Fachkraft für Arbeitssicher­heit an die Geschäft­sleitung zu den wichtig­sten Deter­mi­nan­ten im Arbeitss­chutz gehört. Der VDSI hat hierzu ein Posi­tion­spa­pi­er entwick­elt, um die Fachkräfte für Arbeitssicher­heit zu unter­stützen. Der Zugang zur Geschäft­sleitung erfol­gt zum einen auf der fach­lichen Ebene, zum Beispiel mit Argu­menten wie dem RoP. Zum anderen ist die per­sön­liche Ein­flussnahme nicht zu unter­schätzen: Die Fachkraft für Arbeitssicher­heit muss das Ver­trauen der Geschäft­sleitung gewin­nen und sollte stets in der Lage sein, den Mehrw­ert ihrer Beratungsleis­tung darstellen zu kön­nen. Ganz wesentlich ist auch ein gemein­sames Vorge­hen: Die Fachkraft für Arbeitssicher­heit sollte gemein­sam mit dem Betrieb­sarzt oder der Betrieb­särztin und dem Betrieb­srat bzw. der Per­son­alvertre­tung einen gemein­samen Vorschlag für Pro­jek­te gemäß DGUV Vorschrift 2 entwick­eln und der Geschäft­sleitung vorschla­gen. Dieses Vorge­hen sollte in die Jahreszielpla­nung aufgenom­men wer­den.
Was rat­en Sie den Fachkräften für Arbeitssicher­heit, denen es an Unter­stützung von „oben“ man­gelt oder die fest­stellen müssen, dass die Geschäft­sleitung generell keine Vor­bild­funk­tion in Sachen Präven­tion ist?
Eichen­dorf: Das sind extreme Aus­nah­me­fälle, die unser­er Erfahrung nach zum Glück sel­ten vorkom­men. Stich­worte wie Cor­po­rate Social Respon­si­bil­i­ty sind in den Unternehmen, bis hin zum kleinen Handw­erks­be­trieb, angekom­men. Sicher­heit und Gesund­heit gehören untrennbar dazu. Den Unternehmen ist klar, dass Aus­fal­lzeit­en sehr viel Geld kosten. Mein Rat ist, Argu­men­ta­tion­spa­piere zu erstellen, in denen beispiel­sweise der RoP er–läutert wird.
von Kipars­ki: Fachkräfte für Arbeitssicher­heit kön­nen in solchen Fällen an zwei Hebeln anset­zen: Zum einen ist es möglich, die eige­nen Fähigkeit­en zu stärken, indem Gespräch­stech­niken und Vorge­hensweisen erlernt wer­den, wie man betriebliche Entschei­derin­nen und Entschei­der erre­ichen und überzeu­gen kann. Zum anderen ist es möglich, sich Unter­stützung von außen zu holen, zum Beispiel über eine externe Unternehmens­ber­atung oder durch den Erfahrungstausch in Net­zw­erken wie dem VDSI.
Kom­men wir zur Vision Zero: Der Weltkongress 2014 in Frank­furt hat dazu geführt, dass sehr viel über die „Null- vision“ disku­tiert wor­den ist. Herr Dr. Eichen­dorf, welche Pla­nun­gen gibt es nun bei der DGUV und dem DVR, um die Vision Zero weit­er in die Fachöf­fentlichkeit zu tra­gen?
Eichen­dorf: Beim Weltkongress 2014 wurde die Vision Zero von nahezu allen Haup­tred­nern und in fast allen Sym­posien the­ma­tisiert. Auch Bun­de­sar­beitsmi­ni-sterin Andrea Nahles hat in der Eröff­nungsver­anstal­tung die Vision Zero ange­sprochen, eben­so wie die Kol­legin­nen und Kol­le­gen aus Sin­ga­pur, wo der Weltkongress das näch­ste Mal stat­tfind­en wird. Die 4.000 Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmer des Weltkon­gress­es haben also gese­hen, dass die Vision Zero inter­na­tion­al ein absolutes Topthe­ma ist.
Der Weltkongress 2014 hat der Vision Zero viel Schwung ver­liehen, jet­zt erfol­gt eine Aus­bre­itung in der Fläche, zum Beispiel über das Zero Acci­dent Forum (ZAF), das die DGUV im Herb­st 2013 ins Leben gerufen hat. Dabei han­delt es sich um einen branchenüber­greifend­en Erfahrungsaus­tausch, an dem Unternehmen, Ein­rich­tun­gen und Unternehmensver­bände teil­nehmen kön­nen. Außer­dem haben erste Unfal­lver­sicherungsträger die Vision Zero offiziell in ihren Präven­tion­sstrate­gien beschlossen. Ein Beispiel ist die Beruf­sgenossen­schaft Rohstoffe und chemis­che Indus­trie (BG RCI). Geplant sind Ver­anstal­tun­gen, in denen Präven­tions­fach­leute aus den Betrieben sich über ihre Erfahrun­gen mit der Vision Zero aus­tauschen. Die Tätigkeit des DVR ste­ht unter der Maß­gabe der Vision Zero – sicht­bares Zeichen hier­für ist das Logo mit dem Claim „Kein­er kommt um. Alle kom­men an.“ Auf der poli­tis­chen Ebene ist die Vision Zero gut ver­ankert: So hat sich zum Beispiel die Par­la­men­tarische Staatssekretärin beim Bun­desmin­is­ter für Verkehr und dig­i­tale Infra­struk­tur (BMVI), Dorothee Bär, zur Vision Zero bekan­nt.
Herr Pro­fes­sor von Kipars­ki, wie kön­nen Ver­bände wie der VDSI dazu beitra­gen, die Vision Zero weit­er unter ihren Mit­gliedern zu ver­ankern?
von Kipars­ki: Ein wichtiger Baustein ist der Wet­tbe­werb „Unter­wegs – aber sich­er!“, in dem gute Prax­is­be­spiele in der Fach­welt bekan­nt­gemacht wer­den. Die Öffentlichkeit­sar­beit spielt hier eine große Rolle. Die Vision Zero muss zur Mess­lat­te im Arbeitss­chutz wer­den. Das fängt schon bei der Wort­wahl an, denn Sprache formt Denken und Ver­hal­ten. Mir fällt immer wieder auf, wie viele Men­schen die For­mulierung benutzen: „Da ist ein Arbeit­sun­fall passiert!“ – ganz so, als ob es sich um ein zufäl­liges, nicht bee­in­fluss­bares Ereig­nis han­delt. Hier müssen wir anset­zen: Unfälle wer­den verur­sacht und wir geben – ganz im Sinne der Vision Zero – diesen Ursachen keinen Raum mehr. Der Erfolg gibt den Unternehmen Recht, die eine Null Unfall-Poli­tik umset­zen.
Lassen Sie uns zum Schluss noch ein­mal auf den Begriff der Präven­tion­skul­tur einge­hen, der eng mit der Strate­gie der Vision Zero ver­bun­den ist. Herr Dr. Eichen­dorf, was ver­ste­hen Sie unter Präven­tion­skul­tur und welche Fak­toren sind Ihrer Erfahrung nach auss­chlaggebend, um eine Präven­tion­skul­tur in den Unternehmen und Insti­tu­tio­nen zu ver­ankern?
Eichen­dorf: Präven­tion­skul­tur bedeutet, dass Präven­tion als wichtiger Bestandteil des alltäglichen Han­delns etabliert wird. Der Man­age­mentebene muss klar sein, dass Präven­tion genau­so wichtig ist wie Mitar­beit­er­führung, Kom­mu­nika­tion oder Mar­ket­ing: Sie muss in alle strate­gis­chen Über­legun­gen einge­bet­tet wer­den und sollte zum Beispiel auch in Führungs­grund­sätzen ver­ankert sein. Für die Beschäftigten bedeutet Präven­tion­skul­tur, dass sie sich nicht nur um die eigene Sicher­heit und Gesund­heit küm­mern, son­dern auch um die der Kol­legin­nen und Kol­le­gen. Als Beispiel fällt mir eine Werft ein, die ich ein­mal in Sin­ga­pur besucht habe. Diese Werft hat ihre Unfal­lzahlen mit nur ein­er einzi­gen Maß­nahme schla­gar­tig reduzieren kön­nen. Es wur­den über­all Tele­fone mit zwei Tas­ten instal­liert: Durch das Betäti­gen der einen Taste wurde eine Verbindung zur betrieblichen Abteilung für Arbeitssicher­heit hergestellt, mit der anderen Taste eine Verbindung zum Arbeitsmin­is­teri­um. Alle Beschäftigten waren aufge­fordert, gefährliche Sit­u­a­tio­nen sofort bei ein­er der bei­den Stellen zu melden. In dieser Werft tru­gen alle Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er Ver­ant­wor­tung für das The­ma „Arbeitssicher­heit“. Die Reak­tion­szeit auf gefährliche Sit­u­a­tio­nen war auf­grund der über­all ver­füg­baren Tele­fone sehr ger­ing.
Herr Pro­fes­sor von Kipars­ki, welche Rolle nehmen Fachkräfte für Arbeitssicher­heit beim Auf­bau ein­er Präven­tion­skul­tur ein und welch­es Selb­stver­ständ­nis ist von­nöten?
von Kipars­ki: Eine Präven­tion­skul­tur muss wach­sen. Das ist ein nach­haltiger Prozess, der eine langfristige Beratung durch Fachkräfte für Arbeitssicher­heit voraus­set­zt. Dazu passt das Arbeitssicher­heits­ge­setz (ASiG): Die darin beschrie- benen Auf­gaben ein­er Fachkraft für Arbeitssicher­heit sind keine tem­porären Auf­gaben, son­dern auf Dauer angelegt. Kon­stanz, Glaub­würdigkeit und Durch­hal­tev­er­mö­gen sind drei ganz entschei­dende per­sön­liche Fak­toren, die eine erfol­gre­iche Fachkraft für Arbeitssicher­heit benötigt. Diese innere Ein­stel­lung set­zt viel Kraft voraus; Unter­stützung kön­nen Net­zw­erke wie der VDSI bieten. Wichtig ist mir aber noch ein ander­er Aspekt.
Der Begriff Präven­tion­skul­tur reicht über den betrieblichen Arbeits- und Gesund­heitss­chutz in den Freizeit­bere­ich hinein. Fahrsicher­heit ist hier­für ein präg­nantes Beispiel. Das Risiko eines Wege­un­falls wird durch sehr pri­vate Entschei­dun­gen bee­in­flusst, unter anderem die Wahl des Verkehrsmit­tels, die einge­planten Fahrzeit­en oder die Ent­fer­nung zwis­chen Wohn- und Arbeit­sort. Die Arbeit­nehmerin­nen und Arbeit­nehmer auch für solche Fra­gen zu sen­si­bil­isieren, ist eine her­aus­fordernde Auf­gabe. Es gibt also noch viel zu tun.
Vie­len Dank für das Gespräch.
Das Inter­view führte Nina Sawod­ny.
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