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Förderung des interdiziplinären Dialogs

Das Studienkonzept „Querformat“
Förderung des interdiziplinären Dialogs

Foto: © Frank Gärtner – Fotolia.com
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Viele Her­aus­forderun­gen des beru­flichen All­t­ags von Inge­nieuren, ins­beson­dere Sicher­heitsin­ge­nieuren, kön­nen nur im Miteinan­der ver­schieden­er Akteure und in kon­struk­tiv­er Ergänzung unter­schiedlich­er Lösungsan­sätze gemeis­tert wer­den. Zur Förderung der hierzu erforder­lichen Fähigkeit­en wurde ein Lehrver­anstal­tungs­for­mat entwick­elt, welch­es an Fragestel­lun­gen des Arbeits- und Gesund­heitss­chutzes den inter­diszi­plinären Dia­log praktiziert.

Hin­ter­grund und Ziele des Lehrveranstaltungskonzeptes
Die Fähigkeit, über die Gren­zen des eige­nen fach­lichen Hin­ter­grunds hin­aus zu sehen und sich immer wieder schnell in neue Prozesse und Kon­texte hinein­denken zu kön­nen, gilt als eine zen­trale Schlüs­selqual­i­fika­tion im Arbeit­sleben von Inge­nieurin­nen und Inge­nieuren. Inter­diszi­plinäre Tea­mar­beit zu stärken sollte daher essen­tieller Bestandteil ein­er wis­senschafts- und prax­isori­en­tierten akademis­chen Inge­nieu­raus­bil­dung sein.
Die Umset­zung dieser anspruchsvollen Auf­gabe ist eines der Ziele des Pro­jek­tes ELLI (Exzel­lentes Lehren und Lehren in den Inge­nieur­wis­senschaften – gefördert durch das BMBF). In dessen Rah­men wurde das Lehrkonzept „Quer­for­mat“ entwick­elt und im Som­merse­mes­ter 2013 an der Ruhr-Uni­ver­sität Bochum erprobt. Bei der Konzep­tion wurde dabei beson­der­er Wert darauf gelegt, dass das Lehrkonzept in die beste­hen­den Cur­ric­u­la einge­bun­den und mit­tel­fristig an andere Hochschul­stan­dorte über­tra­gen wer­den kann.
Der Titel „Quer­for­mat“ verdeut­licht dabei plaka­tiv, dass es in der Lehrver­anstal­tung um einen Blick „quer“ zu dem son­st üblichen, rein diszi­plinär geprägten Blick gehen soll. Inter­diszi­pli­nar­ität „an sich“, d.h. im Sinne ein­er wis­senschaft­s­the­o­retis­chen Betra­ch­tung, ist dabei nicht Gegen­stand der Ver­anstal­tung, son­dern es geht darum, an ein­er real­is­tis­chen Prob­lem­stel­lung das Zusam­men­wirken ver­schieden­er Ansätze und Diszi­plinen zur Lösung eines Prob­lems erkennbar und erfahrbar zu machen [1]. Das Lehrver­anstal­tungskonzept bein­hal­tet ver­schiedene Facetten eines inter­diszi­plinären Dialogs bzw. inter­diszi­plinär­er Zusam­me­nar­beit. Es wer­den unter­schiedliche diszi­plinäre Blick­winkel auf eine The­matik dargestellt, wodurch sich die Studieren­den in der Kle­in­grup­pe­nar­beit als Vertreter ihrer eige­nen Diszi­plin erleben und kom­men in einen Dia­log mit Vertretern ander­er Fachge­bi­ete kommen.
Lehr- und Lernziele
Ein Ziel der Lehrver­anstal­tung ist es, Wis­sen (im Sinne von Fach­wis­sen) zu einem konkreten The­men­feld zu ver­mit­teln. Neben diesem Wis­senser­werb sollen die Studieren­den ler­nen, inter­diszi­plinäre Prob­lem­stel­lun­gen als solche zu erken­nen und zu bear­beit­en. Sie sollen Erfahrun­gen darin sam­meln, Lösungs­beiträge zu entwick­eln und diese in einen gemein­samen, diszi­plinüber­greifend­en Lösungsansatz einzubrin­gen. Es soll somit die Kom­mu­nika­tions- und Hand­lungs­fähigkeit der Studieren­den gefördert wer­den. Ein spezielles Anliegen im Hin­blick auf inter­diszi­plinäre Zusam­me­nar­beit ist es, dass die Studieren­den durch die Begeg­nung mit Vertretern ander­er Diszi­plinen und die Zusam­me­nar­beit mit ihnen zu ein­er pos­i­tiv­en, im Sinne von wertschätzen­den, Ein­stel­lung gegenüber Konzepten und Vertretern ander­er Fachge­bi­ete gelan­gen [2].
Das Konzept
Grund­konzept
Das Grund­konzept sieht dabei – ganz klas­sisch – die bei­den Bestandteile Vor­lesung und Übung vor, welche durch Exkur­sio­nen o.ä. ergänzt wird.
Die Vor­lesung ist noch ein­mal in sich geteilt. In der soge­nan­nten Basisvor­lesung erhal­ten die die Studieren­den Grund- bzw. Überblick­swis­sen zu ein­er The­matik. In der mul­ti­diszi­plinären Ver­tiefung wer­den bes­timmte Aspek­te des The­mas durch Gastvorträge von Ref­er­enten aus ver­schiede­nen Diszi­plinen näher beleuchtet. Diese unter­schiedlichen Ref­er­enten bieten den Studieren­den dabei sowohl Infor­ma­tion, indem das The­ma von ver­schiede­nen Fachdiszi­plinen aus betra­chtet und die Vielschichtigkeit der The­men­stel­lung erkun­det wird, als auch eine gewisse Inspi­ra­tion, indem sie Ein­blick in Meth­o­d­en und Inhalte ihrer Diszi­plinen geben.
Die Übung ist nach der Meth­ode des Prob­lem-based learn­ing (PBL bzw. Prob­le­mori­en­tierten Ler­nens PoL) organ­isiert. Ker­nele­ment dabei ist es, dass die Studieren­den in struk­turi­ert­er Form einen soge­nan­nten Fall, d.h. eine real­is­tis­che Prob­lem­si­t­u­a­tion, die als textliche Beschrei­bung vor­liegt, bear­beit­en. Die Meth­ode gibt die Struk­tur der Vorge­hensweise in einem 7‑Schritte Ver­fahren vor. [3, 4, 5]
Wie läuft eine PBL-Übung ab?
Die PBL-Fall­bear­beitung ist in einen zwei Wochen Rhyth­mus gegliedert. Zunächst bear­beit­en die Studieren­den in fach­hetero­gen beset­zten Kle­in­grup­pen einen Fall aus dem The­men­bere­ich. Diese Fälle spiegeln Sit­u­a­tio­nen wieder, die in der beru­flichen Prax­is so vorkom­men kön­nen. Die Beschrei­bung der Fälle ist bewusst sit­u­a­tiv gehal­ten, so dass es Teil des Bear­beitung­sprozess­es ist, nicht nur ein abstrakt for­muliertes fach­lich­es Prob­lem zu betra­cht­en, son­dern „das“ Prob­lem aus ein­er spez­i­fis­che Sit­u­a­tion her­aus zu filtern.
Der erste grundle­gende Schritt in der Bear­beitung ist es dann auch, dass die Gruppe ein gemein­sames Ver­ständ­nis des Prob­lems oder der Teil­prob­leme entwick­elt, die in dem jew­eili­gen Fall steck­en. Erst danach sam­meln die Studieren­den mögliche Gründe und Lösungsan­sätze, bew­erten diese und über­legen, was ihnen an Infor­ma­tion bzw. Wis­sen fehlt, um den Fall „zu lösen“ bzw. die beschriebene Sit­u­a­tion zu bew­erten und fundierte Hand­lungsempfehlun­gen abgeben zu kön­nen. Es wer­den Lern­fra­gen for­muliert, die von den Studieren­den im Selb­st­studi­um bear­beit­et werden.
Nach ein­er Woche tre­f­fen die Studieren­den sich wieder, tra­gen ihre Rechercheergeb­nisse zusam­men und kom­men zu ein­er Lösung des Fall­es bzw. zu ein­er reflek­tierten Bew­er­tung und der For­mulierung von Hand­lungsempfehlun­gen. Die Ergeb­nisse wer­den den anderen Grup­pen vorgestellt und diskutiert.
Diese Lehr- und Lern­form (er)fordert von den Studieren­den nicht nur die selb­ständi­ge Deduk­tion des Prob­lems, son­dern auch die Akzep­tanz alter­na­tiv­er Hand­habun­gen und Lösungswe­gen und genau hierin liegt eine der beson­deren Her­aus­forderun­gen in ein­er inter­diszi­plinären Zusam­me­nar­beit. Das PBL-For­mat mit sein­er klaren Struk­turierung in 7 Schritte bietet dabei einen Hand­lungsrah­men zur Zusam­me­nar­beit, der als beson­ders geeignet erachtet wird, die Studieren­den in einen kon­struk­tiv­en Dia­log zu brin­gen. Die Struk­tur leit­et dazu an, sich ein­er Prob­lem­stel­lung offen zu näh­ern und ver­schiedene Per­spek­tiv­en mit einzubeziehen, so dass gute Bedin­gun­gen für einen inter­diszi­plinären Dia­log geschaf­fen werden.
Die Pilotver­anstal­tung im Som­merse­mes­ter 2013
Der erste Ver­anstal­tungszyk­lus an der Ruhr-Uni­ver­sität Bochum lief unter der Über­schrift: „Schutzbrille allein genügt nicht – inter­diszi­plinäre Aspek­te im Arbeitss­chutz“. Das The­ma Arbeits- und Gesund­heitss­chutz wurde gewählt, da es ein rel­e­vantes The­ma ist, das im Prinzip jeden ange­ht. Es hat einen klaren und akzep­tierten inge­nieur­wis­senschaftlichen Bezug und birgt gle­ichzeit­ig viele inter­diszi­plinäre Ansätze in sich. Hinzu kommt, dass das The­ma Arbeitss­chutz in der Hochschullehre – gemessen an sein­er uni­versellen Bedeu­tung im Arbeit­sleben – oft­mals nur in sehr gerin­gen Umfang behan­delt wird und wenn, dann zumeist aus einem spez­i­fis­chen Blick­winkel her­aus und nicht in sein­er mul­ti­diszi­plinären Breite.
Das Lehrver­anstal­tungs­for­mat wurde im Rah­men des Pro­jek­tes ELLI entwick­elt und in Koop­er­a­tion ver­schieden­er Lehrstüh­le der Ruhr-Uni­ver­sität Bochum, der gemein­samen Arbeitsstelle RUB/IGM sowie einem Vertreter der beru­flichen Prax­is umge­set­zt. Der entsprechende Lehrauf­trag wurde von einem Mitar­beit­er des BIT (Berufs­forschungs- und Beratungsin­sti­tut für inter­diszi­plinäre Tech­nikgestal­tung e.V.) über­nom­men, ein­er Ein­rich­tung die im Kon­text des Arbeits- und Gesund­heitss­chutzes mehr als 25 Jahre Erfahrung im inter­diszi­plinären Dia­log vor­weisen kann. An der Pilotver­anstal­tung im Som­merse­mes­ter 2013 haben 25 Studierende aus sieben ver­schiede­nen Stu­di­engän­gen teilgenom­men. Jew­eils vier bis fünf Studierende bilde­ten eine Arbeits­gruppe. Die Grup­pen wur­den von einem PBL-Tutor begleit­et, wobei ein Tutor drei Grup­pen betreut hat.
Fach­in­haltlich­es Ziel der Ver­anstal­tung bzw. der Basisvor­lesung war es, den Studieren­den ein solides Wis­sens­fun­da­ment in Bezug auf das The­ma Arbeits- und Gesund­heitss­chutz zu geben. Die Vor­lesung ori­en­tierte sich an den Belan­gen des betrieblichen Arbeitss­chutzes. Die Gefährdungs­beurteilung in ihren ver­schiede­nen Facetten wurde als zen­trales Ele­ment der geset­zlichen Arbeitss­chutzan­forderun­gen inten­siv the­ma­tisiert. So wurde neben den rechtlichen Grund­la­gen, ins­beson­dere die Ver­ant­wor­tung der Akteure disku­tiert sowie Inhalte und Konzepte der konkreten Umset­zung vorgestellt. Eben­so wurde die Gefährdungs­beurteilung im Kon­text eines ganzheitlichen Ver­ständ­niss­es von Arbeits- und Gesund­heitss­chutz the­ma­tisiert und Anknüp­fungspunk­te für unter­schiedliche Fachdiszi­plinen aufgezeigt.
In den Ver­tiefungsvor­lesun­gen wur­den ver­schiedene The­men­felder erörtert. Dazu zählen z. B. „Die betriebliche Mitbes­tim­mung im Rah­men des betrieblichen Arbeits- und Gesund­heitss­chutzes“, „Par­tizipa­tives Sicher­heits­man­age­ment“ oder „Führung und Gesund­heitss­chutz im Wan­del“. Dabei kamen Vertreter unter­schiedlich­er Branchen, Unternehmensgrößen und Diszi­plinen zu Wort: Sozial­wis­senschaften, Betrieb­swirtschaft, Arbeitswis­senschaft, Päd­a­gogik, Psy­cholo­gie und Maschinenbau.
In den PBL-Fällen wur­den ganz unter­schiedliche The­men und Prob­leme beschrieben. Die Band­bre­ite reichte von Fällen, in denen konkrete Verbesserungsvorschläge für die Gestal­tung von Arbeit­splätzen im Fokus des Bear­beitung­sprozess­es standen, bis hin zu Fällen, in denen es mehr um das Zusam­men­wirken von Akteuren, wie beispiel­sweise der Fachkraft für Arbeitssicher­heit und des Betrieb­sarztes ging.
Um die The­matik noch prax­is­näher darzustellen, wurde die Ver­anstal­tung mit ein­er Betrieb­s­besich­ti­gung in einem Kalt­walzw­erk abgerun­det. Die the­o­retisch ver­mit­tel­ten Konzepte zur Gefährdungs­beurteilung und zur Maschi­nen­sicher­heit kon­nten vor Ort prak­tisch erfahren und mit den zuständi­gen Sicher­heitsin­ge­nieuren und Fachkräften für Arbeitssicher­heit disku­tiert werden.
Erfahrun­gen
Ins­ge­samt wurde die Ver­anstal­tung gut angenom­men. In der Eval­u­a­tion wurde seit­ens der Studieren­den ins­ge­samt ein pos­i­tives Faz­it gezo­gen. Auch die Lehren­den ziehen eine sehr pos­i­tive Bilanz des ersten Durch­laufs. Bes­timmte Beobach­tun­gen im Ver­lauf sowie ver­schiedene einzelne Punk­te aus der Eval­u­a­tion bieten wertvolle Ansätze für die For­ten­twick­lung des Konzeptes.
Die Ziele der Vor­lesung hin­sichtlich der Wis­sensver­mit­tlung wur­den voll erre­icht. Hier­für sprechen sowohl die guten Klausurergeb­nisse als auch die Bew­er­tun­gen in der Eval­u­a­tion. In großer Übere­in­stim­mung urteil­ten die Studieren­den, dass sie in der Basisvor­lesung solides Grund­la­gen­wis­sen zum The­ma Arbeitss­chutz erwer­ben kon­nten. Auch bei der Frage, ob ihnen in den Ver­tiefungsvor­lesun­gen die inter­diszi­plinären Aspek­te des The­mas näher gebracht wor­den seien, sagten die meis­ten Studieren­den, dass dies zutreffe.
Generell wurde der hohe Prax­is­bezug als pos­i­tives Ele­ment hervorgehoben.
Die Ziel­er­re­ichung hin­sichtlich der weit­eren Lehr- und Lernziele muss dif­feren­ziert­er betra­chtet wer­den. In den PbL-Übun­gen zeigten die Studieren­den, dass sie sich auf einen inter­diszi­plinären Dia­log ein­lassen und sich sehr kon­struk­tiv um Lösungsan­sätze bemühen. Die Prü­fungs­fälle wur­den von allen Grup­pen mit großem Engage­ment bear­beit­et, her­vor­ra­gend auf­bere­it­et und erfol­gre­ich präsen­tiert. Die per­sön­lichen Ausar­beitun­gen der Lern­fra­gen des Prü­fungs­fall­es zeigten eine bre­ite Spanne an indi­vidu­ellen Leis­tun­gen. Generell wird das Ler­nen anhand real­ität­sna­her Prob­lem­stel­lun­gen als sehr motivierend emp­fun­den, eben­so wie das eigen­ständi­ge Erar­beit­en eines Stoffes bzw. Lehrinhalts.
Die Studieren­den hat­ten teil­weise Schwierigkeit­en mit der Bear­beitung der Fälle. Diese resul­tierten aus dem Wun­sch, die eine „richtige“ Lösung zu find­en, ver­bun­den mit dem Anspruch, dass die Lehren­den alle für die Erar­beitung dieser einen richti­gen Lösung notwendi­gen Infor­ma­tio­nen bere­it­stellen soll­ten bzw. dass es keine Vagheit in den Beschrei­bun­gen geben dürfe. Die Hal­tung manch­er Studieren­den war geprägt von der Vorstel­lung, dass es eine ein­deutig definierte Auf­gaben­stel­lung geben müsse, zu der es auch „die eine Lösung“ gibt. Diesen Studieren­den fiel es schw­er, sich auf eine offenere Prob­lem­stel­lung einzu­lassen. Genau diese Bere­itschaft sich einzu­lassen und alter­na­tive Hand­habun­gen zu akzep­tieren, ist eine Voraus­set­zung für inter­diszi­plinäre Zusam­me­nar­beit. Die PBL-Meth­ode fordert genau dies ein und ist dementsprechend in beson­der­er Weise geeignet, inter­diszi­plinäre Fragestel­lun­gen zu behan­deln. Ins­ge­samt wird die Meth­ode von den Studieren­den­pos­i­tiv bew­ertet und die Mehrheit wün­scht sich mehr Lehrver­anstal­tun­gen in dieser Form.
Aus­blick
Nach dem erfol­gre­ichen ersten Durch­lauf des For­mates zeigt sich an fol­gen­den Punk­ten Poten­tial zur Weiterentwicklung:
Die haupt­säch­liche Moti­va­tion, eine solche Lehrver­anstal­tung zu besuchen, ist das Inter­esse an der behan­del­ten The­matik. Daher soll­ten in der Zukun­ft solche The­men behan­delt wer­den, die noch stärk­er in ein­er aktuellen gesellschaftlichen Diskus­sion sind, um für den näch­sten Durch­lauf, mehr Studierende aus geistes- und sozial­wis­senschaftlichen Stu­di­engän­gen für die Lehrver­anstal­tung zu begeistern.
Es hat sich gezeigt, dass die PBL-Meth­ode sehr gut geeignet ist, die Studieren­den in einen Dia­log zu brin­gen. Auf­grund der Fal­lkon­struk­tion, die immer Aspek­te unter­schiedlich­er Diszi­plinen enthielt, waren die Studieren­den her­aus­ge­fordert, The­men zu betra­cht­en, die nicht aus ihrem orig­inären Fachgebiet/aus ihrer Diszi­plin stam­men. Die struk­turi­erte Vorge­hensweise, die die PBL-Meth­ode vorgibt, hat dabei einen for­malen Rah­men geschaf­fen, dies zu bewälti­gen. Zukün­ftig sollte noch stärk­er darauf zu geachtet wer­den, dass die Fälle hin­sichtlich ihrer Kom­plex­ität und fach­lichen Anforderun­gen für die Grup­pen gut bear­beit­bar sind. Hin­sichtlich der Meth­ode soll­ten die Leitlin­ien der Begleitung weit­er konkretisiert wer­den. Es gilt, eine gute Bal­ance von Anleitung und Eigen­ständigkeit zu finden.
Ins­ge­samt lässt sich fes­thal­ten, dass neben der Förderung des inter­diszi­plinären Dialoges gle­ich­sam der Wun­sch, das The­ma Arbeits- und Gesund­heitss­chutz mehr in den Fokus uni­ver­sitär­er Inge­nieur­saus­bil­dung zu rück­en, in diesem Pilotver­such erfüllt wor­den ist Die method­is­che Ausar­beitung der Lehrver­anstal­tung hat es ermöglicht, dieses Konzept auch für weit­ere Uni­ver­sitäten zur Ver­fü­gung zu stellen.
Lit­er­atur:
  • 1. M. Jungert, „Was zwis­chen wem und warum eigentlich? Grund­sät­zliche Fra­gen der Inter­diszi­pli­nar­ität,” in M. Jungert, E. Rom­feld, T. Sukopp, U. Voigt „Inter­diszi­pli­nar­ität – The­o­rie, Prax­is, Prob­leme,“ WGB Darm­stadt, 2010, pp. 1–12.
  • 2. G. Vollmer, „Inter­diszi­pli­nar­ität – uner­lässlich, aber lei­der unmöglich?,“ in M. Jungert, E. Rom­feld, T. Sukopp, U. Voigt „Inter­diszi­pli­nar­ität – The­o­rie, Prax­is, Prob­leme,“ WGB Darm­stadt, 2010, pp. 47–75.
  • 3. A. Weber, „Prob­lem-Based Learn­ing – Eine Lehr-und Lern­form gehirn­gerechter und prob­le­mori­en­tiert­er Didak­tik,“ in J. Zum­bach, A. Weber, G. Olsows­ki, „Prob­lem­basiertes Ler­nen, hep Bern, 2007, pp.15–32
  • 4. F. G. Beck­er, V. Friske, „Prob­le­mori­en­tiertes Lehren und Ler­nen in der Betrieb­swirtschaft­slehre: Entwick­lung eines Moduls,“ in M. Mair, G. Bre­zowar, G. Olsows­ki, J. Zum­bach, “Prob­lem Based Learn­ing im Dia­log,“ Fac­ul­tas Wien, 2012, pp. 85–97.
  • 5. A. Sle­mey­er, „Aktivierung von Studieren­den durch prob­le­mori­en­tiertes Ler­nen”, Home­page der Stab­sstelle Interne Fort­bil­dung und Beratung, Lehre Laden, einge­se­hen unter https://dbs-lin.rub.de/lehreladen/problemorientiertes-lernen/aktivierung-von-studierenden-durch-problemorientiertes-lernen/, Jan­u­ar 2014
Autoren:
Dipl.-Ing. Tobias Berens
Berufs­forschungs- und Beratungs- insti­tut für inter­diszi­plinäre Tech­nikgestal­tung e.V. tobias.berens@bit-bochum.de Tel. 0234 / 92231–48
Dr.-Ing. Ute Berbuir Ruhr-Uni­ver­sität Bochum
BMBF – Ver­bund­Pro­jekt ELLI
Ute.Berbuir@uv. ruhr-uni-bochum.de
Tel. 0234 / 32–28942
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