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Gehen Sie auf Nummer sicher

Hautschutz: Die Fluoreszenzmethode als Unterweisungshilfe für Beschäftigte
Gehen Sie auf Nummer sicher

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Arbeit­ge­ber müssen Gefährdun­gen am Arbeit­splatz ermit­teln, bew­erten und Maß­nah­men zur Gefahren­min­imierung tre­f­fen. Nach der Prü­fung der Sub­sti­tu­tion und der Fes­tle­gung tech­nis­ch­er und organ­isatorisch­er Maß­nah­men stellt die Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung einen wesentlichen Pfeil­er in der Gesun­der­hal­tung der Mitar­beit­er dar.

Frank Zuther

Hautschutzmit­tel, die in der PSA-Benutzer­richtlin­ie, nicht jedoch in der Her­steller­richtlin­ie als Bestandteil der Per­sön­lichen Schutzaus­rüs­tung erwäh­nt sind, spie­len in der betrieblichen Prax­is zur Gesun­der­hal­tung der Haut eine wesentliche Rolle. Die TRGS 4011 beschreibt dies­bezüglich den Stand der Tech­nik, Arbeitsmedi­zin und Arbeit­shy­giene und befasst sich detail­liert mit dem Ein­satz von Hautschutzmitteln.
Die Pflicht des Arbeit­ge­bers endet jedoch nicht mit der Bere­it­stel­lung von per­sön­lich­er Schutzaus­rüs­tung. Vielmehr muss er seine Mitar­beit­er unter­weisen, dies doku­men­tieren und die Wirk­samkeit der gewählten Schutz­maß­nah­men über­prüfen. Let­zteres ist in der Prax­is nicht ganz ein­fach, da der Erfolg von Hand- und Hautschutz­maß­nah­men gle­ichbe­deu­tend mit der Gesun­der­hal­tung der Haut und damit nicht spon­tan sicht- oder mess­bar ist. Mit ein­er umfassenden Unter­weisung ist jedoch der erste Schritt hin zur opti­malen Wirk­samkeit gemacht.
Bei der Unter­weisung hat der Arbeit­ge­ber unter anderem auf Gefahren hinzuweisen und präven­tive Maß­nah­men – auch hin­sichtlich der Hygien­evorschriften und der Ver­mei­dung des Hautkon­tak­tes – zu erk­lären. Gemäß TRGS 401 gehören dazu die kor­rek­te Anwen­dung der vorgeschriebe­nen Schutz­maß­nah­men und u.a. die sachgemäße Ver­wen­dung von Hautschutzmitteln.
Kor­rek­te Anwen­dung beru­flich­er Hautschutzmittel
Der Anwen­der ist nach § 15 Arbeitsschutzgesetz2 verpflichtet, die vom Arbeit­ge­ber zur Ver­fü­gung gestell­ten per­sön­lichen Schutzaus­rüs­tun­gen zu ver­wen­den. Aber selb­st, wenn diese geeignet aus­gewählt wur­den, ist das Vorhan­den­sein am Arbeit­splatz und ihre Ver­wen­dung allein noch kein Garant für deren Wirk­samkeit. Hautschutzmit­tel kön­nen nur dann opti­mal wirken, wenn sie kon­se­quent mehrmals täglich kor­rekt auf die gesunde, saubere Haut aufge­tra­gen wer­den. Dies wird allzu oft in der Prax­is nicht aus­re­ichend beachtet.
Hautschutzmit­tel kön­nen zudem nur dort wirken, wo sie angewen­det wer­den. Beim Ein­cre­men wer­den jedoch häu­fig die Fin­gerzwis­chen­räume und Fingerkuppen/Nagelfalz vergessen. Das sind ger­ade die Areale, an denen sich irri­ta­tive Effek­te erst­mals manifestieren.
Wenn sich trotz Anwen­dung von Hautschutzmit­teln in der Prax­is her­ausstellt, dass bei den Mitar­beit­ern gehäuft Hauter­schei­n­un­gen auftreten, so sollte nicht in erster Lin­ie die Wirk­samkeit des Hautschutzmit­tels angezweifelt wer­den. Vielmehr führen v.a. Anwen­dungs­fehler, z.B. inho­mo­genes Auf­tra­gen, Ver­wen­dung zu geringer Men­gen und zu sel­tene Anwen­dung, zu einem ungün­sti­gen Schutzergebnis.
Flu­o­reszenzmeth­ode nach Elsner/Wig­ger-Alber­ti
In Expertenkreisen wird das Sicht­bar­ma­chen der kor­rek­ten Anwen­dung von Hautschutzmit­teln seit langem für Unterweisungen/Schulungen emp­fohlen und auch in der TRGS 401 wird darauf hingewiesen, dass der sachgerechte Auf­trag von Hautschutzmit­teln bzw. die wirk­same Hautreini­gung unter Ver­wen­dung von flu­o­reszieren­den Prä­parat­en unter UV-Licht geübt wer­den kann.
Tat­säch­lich hat sich die Visu­al­isierung der kor­rek­ten Anwen­dung eines Hautschutzmit­tels als ein wichtiger, nüt­zlich­er und didak­tisch sin­nvoller Schritt in Rich­tung ein­er opti­malen Wirk­samkeit etabliert. Die Flu­o­reszenzmeth­ode hat sich seit Jahren als überzeu­gen­der Bestandteil von Hautschutz- und Hygien­eschu­lun­gen sowie von Unter­weisun­gen erwiesen. Sie bietet zahlre­iche Ein­satzmöglichkeit­en für die Visu­al­isierung und das Train­ing von Hautschutz- und Hän­de­hy­gien­e­maß­nah­men. Diese Meth­ode sollte (muss!) daher Bestandteil jed­er Hautschutz-Schu­lung und Unter­weisung der Mitar­beit­er sein.
Entwick­elt und wis­senschaftlich evaluiert wurde die Flu­o­reszenzmeth­ode von Prof. Dr. med. Peter Elsner und Dr. med. Wig­ger-Alber­ti. Inter­na­tion­al zum Stand der Tech­nik und prax­is­fähig gemacht wurde sie unter dem Namen Der­malux von der KBD GmbH in Wein­heim, die die Unter­richt­skonzepte sowie die anwen­dungssicheren UV-Geräte und notwendi­gen Test­mit­tel auf den Markt brachte. Der Ablauf der Meth­ode ist ein­fach: Speziell entwick­elte flu­o­reszierende und somit im nor­malen Licht unsicht­bare Test­mit­tel wer­den wie im Arbeit­sall­t­ag auf die Hände aufge­bracht. Anschließend wer­den diese in der Der­malux-Check­box oder im Der­ma LiteCheck Gerät betra­chtet. Die behan­del­ten Hautareale leucht­en im UV-Licht weiß, während unbe­han­delte Stellen dunkel erscheinen und sich kon­trastre­ich abheben.
Beispiele für Ein­satzmöglichkeit­en im Bere­ich der Hän­de­hy­giene und des Gesund­heitss­chutzes sowie in der Qual­ität­skon­trolle und Präven­tion sind unter anderem:
  • Visu­al­isierung der Qual­ität des Ein­cre­mens mit Hautschutzmit­teln (Hautschutzkon­trolle)
  • Kon­trolle des Hän­de­waschens und Abtrock­nens der Hände
  • Visu­al­isierung der Händedesinfektion
  • Aufzeigen von Kreuzkontaminationen
  • Übun­gen mit Handschuhen
Mit der Der­malux-Flu­o­reszenzmeth­ode kön­nen Abläufe und Übun­gen in Schu­lun­gen stan­dar­d­isiert wer­den. Schu­lungssi­t­u­a­tio­nen wer­den damit repro­duzier­bar und der Lern­er­folg messbar.
Gehen Sie auf Num­mer sicher!
Der Her­steller des Der­malux-Sys­tems berichtet, dass in der Prax­is auch heute noch „selb­st­ge­bastelte“ UV-Quellen und Test­sal­ben einge­set­zt wer­den. Das wirkt jedoch nicht nur unpro­fes­sionell auf die Schu­lung­steil­nehmer, son­dern birgt auch ern­sthafte Gefahren und ist aus Gesund­heits- und Sicher­heits­grün­den abzulehnen! Jed­er sollte daran denken, dass UV-Strahlung – unkon­trol­liert angewen­det – zu irre­versiblen Haut- und Augen­schä­den führen kann. Auch Flu­o­reszenzmit­tel kön­nen sich – je nach Sub­stanz und Konzen­tra­tion – neg­a­tiv auf die Gesund­heit auswirken!
Ins­beson­dere bei Schu­lungs­maß­nah­men sollte die Sicher­heit der Anwen­der im Vorder­grund ste­hen. Die Der­malux-Meth­ode und ‑Pro­duk­t­sys­teme erfordern eine bes­tim­mungs­gemäße Durch­führung der Tests und stellen neben der Benutzer­fre­undlichkeit ins­beson­dere die Anwen­dungssicher­heit in den Fokus. Die UV-Quelle ist hin­sichtlich der Leucht­stärke und der Platzierung in der Check­box so gewählt, dass die Haut nicht belastet wird und ein direk­tes Hinein­se­hen in das UV-Licht nicht möglich ist. Gle­ichzeit­ig wur­den die Geräte so konzip­iert, dass auch bei Hel­ligkeit ide­ale Lichtver­hält­nisse zur Betra­ch­tung der Hände ermöglicht wer­den, wobei die Test­mit­tel in der Leuchtkraft entsprechend auf die Tech­nik abges­timmt sind.
Die Test­mit­tel von Der­malux wur­den gemäß der Kos­metikverord­nung entwick­elt, wer­den nach GMP pro­duziert und bieten hier beson­dere Sicher­heit auch im Sinne ein­er guten Verträglichkeit.
Der­malux-Flu­o­reszen­ztests sind wis­senschaftlich evaluiert, stan­dar­d­isiert und als Meth­ode in Fachkreisen inter­na­tion­al anerkannt.
Grup­pen­schu­lun­gen oder Einzelunterweisungen?
Die klas­sis­che Der­malux-Check­box Mul­ti­me­dia für Kam­er­abe­trieb hat sich seit Jahren ins­beson­dere für Grup­pen­schu­lun­gen, große Präsen­ta­tio­nen und als „sta­tionäres“ Schu­lungskit bewährt. Dazu ist umfan­gre­ich­es Zube­hör erhältlich.
Ins­beson­dere für Unter­weisun­gen im kleineren Rah­men, z.B. Einzelunter-weisun­gen, betrieb­särztliche Kon­trollen oder arbeitsmedi­zinis­che Vor­sorge­un­ter­suchun­gen, wurde eine Neuerung entwick­elt: Der­ma LiteCheck. Dabei han­delt es sich um ein Train­ings­gerät im Aktenord­ner-For­mat, das speziell für den mobilen Ein­satz konzip­iert wurde.
Der­ma LiteCheck ist han­dlich, leicht und in Sekun­den­schnelle an jedem Ort ein­satzbere­it. Dabei bietet das Gerät nicht nur die gle­ichen tech­nis­chen und sicher­heit­srel­e­van­ten Vorteile wie die Der­malux-Check­box, son­dern passt auch in kleinere Budgets.
Faz­it
Die Der­malux-Flu­o­reszenzmeth­ode hat sich seit Jahren bewährt. Sie bietet die Möglichkeit ein­er abwech­slungsre­ichen und diskus­sion­sin­ten­siv­en Unter­weisung der Mitar­beit­er. Durch das Betra­cht­en der eige­nen Hände wird beim Anwen­der eine ganz per­sön­liche emo­tionale Wirkung erzeugt. An das Bild sein­er eige­nen Hände wird er sich immer wieder erin­nern. Der Schu­lungsef­fekt ist damit wesentlich nach­haltiger als jedes gesproch­ene Wort.
In der Prax­is hat sich gezeigt, dass Mitar­beit­er, die „inter­ak­tiv“ mit der Der­malux-Meth­ode geschult oder unter­wiesen wur­den, Hautschutz- und Hän­de­hy­gien­e­maß­nah­men wesentlich pos­i­tiv­er gegenüber­ste­hen und sie auch kon­se­quenter umsetzen.
Die kom­mu­nika­tive Visu­al­isierung eines The­mas, das in der Prax­is auch nach inten­siv­er Aufk­lärung immer noch unter­schätzt wird – die kor­rek­te Umset­zung von Hautschutz­maß­nah­men, ist mit dem neuen Der­ma LiteCheck nun auch im mobilen Ein­satz schnell, sich­er und kostengün­stig möglich.
Das Üben der kor­rek­ten Anwen­dung von Hautschutzmit­teln bzw. die sachgerechte Hän­dere­ini­gung mit­tels der Flu­o­reszenzmeth­ode sollte Bestandteil jed­er (Sicher­heits-) Unter­weisung sein. Für alle Ver­ant­wortlichen im Arbeitss­chutz – v.a. Sicher­heits­fachkräfte, Betriebs- und Arbeitsmedi­zin­er – emp­fiehlt sich der Ein­satz der Meth­ode mit den Der­malux-/Der­ma LiteCheck-Sys­te­men als selb­stver­ständliche Praxis.
  • 1 Tech­nis­che Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 401: Gefährdung durch Hautkon­takt Ermit­tlung – Beurteilung – Maßnahmen
  • 2 Gesetz über die Durch­führung von Maß­nah­men des Arbeitss­chutzes zur Verbesserung der Sicher­heit und des Gesund­heitss­chutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitss­chutzge­setz – Arb­SchG) vom 7. August 1996 (BGBl. I S. 1246), geän­dert durch Artikel 9 des Geset­zes vom 27. Sep­tem­ber 1996 (BGBl. I S. 1461)
Autor
Frank Zuther six senses
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