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Glückwunsch, liebes Arbeitssicherheitsgesetz!

Glosse: Achtung, jetzt wird’s feierlich!
Glückwunsch, liebes Arbeitssicherheitsgesetz!

Das Arbeitssicherheitsgesetz wird 40 - Grund zum Feiern
Eindeutig etwas attraktiver als das ASiG, aber genauso alt: Kate Moss*. Eins haben sie aber noch gemeinsam: Beide sind recht schlank! Foto: © matusciac – Fotolia.com
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Es ist unglaublich, was mir heute Mor­gen in der S‑Bahn aufge­fall­en ist! Ich starre schlaftrunk­en in das schillernde Klatschmagazin mein­er Sitz­nach­barin, und da lächelt mich vom Titel­blatt das britis­che Mod­ell Kather­ine Ann Moss an.
Ken­nen Sie die noch? Und wie ich so – noch immer im Halb­schlaf – gedanken­los mitlese, fällt mir etwas Bedeu­ten­des auf: Kate Moss und das „Gesetz über Betrieb­särzte, Sicher­heitsin­ge­nieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicher­heit“ – kurz Arbeitssicher­heits­ge­setz (ASiG) genan­nt – haben tat­säch­lich etwas gemein­sam: Es ist nicht der lange Geburt­sname von Kate oder dem ASiG. Ich meine auch nicht den äußerst schlanken Auf­bau der bei­den. Zwar enthält das geset­zliche Regel­w­erk nur 23 Para­graphen, was nach unbestätigten Mel­dun­gen auch dem Kör­pergewicht in Kilo­gramm von Kate Moss entsprechen soll, doch das ist es nicht, was ich meine. Ich ver­rate Ihnen, was mir aufge­fall­en ist: Die Kate und das ASiG wer­den im kom­menden Jahr 40 Jahre alt. Das muss 2014 gebührend gefeiert werden!

40 Jahre Arbeitssicher­heits­ge­setz! Him­mel, wie die Zeit verge­ht! Ger­ade eben noch beschließt irgend­wann im Jahr 1973 eine sozial-lib­erale Regierung unter Willy Brandt als Bun­deskan­zler, das Gesetz zum 1. Dezem­ber 1974 (da war dann aber Hel­mut Schmidt Bun­deskan­zler) in Kraft treten zu lassen und schon schreiben wir bald das Jahr 2014. „Grat­u­la­tion altes Haus!“, rufe ich hoch erfreut.
„Häh? Das Arbeits… was? Das braucht doch kein Men­sch mehr. Das Ding ist doch alt­modis­ch­er Krams!“, wer­den mir einige erwidern wollen und gen­ervt abwinken.
Nicht doch, liebe Leute! Das Arbeitssicher­heits­ge­setz ist noch immer unge­heuer wertvoll! Das gute Stück ist keineswegs alt­modisch. Das über­sichtliche Regel­w­erk glänzt noch wie am ersten Tag. Man find­et daran kaum Gebrauchsspuren. Ver­suchen Sie mal, einen fast unbe­nutzten 40 Jahre alten Jaguar E‑Type zu ergat­tern. Da wer­den Sie kaum fündig und wenn doch, zahlen Sie sich dumm und dämlich.

Das ASiG — altneu

 „Wie jet­zt? Wieso kaum benutzt?“, wird jet­zt manch ein­er fra­gen. „Das kann doch nicht sein! Da ist doch in den let­zten 40 Jahren jede Menge passiert, oder etwa nicht?“
Ja, sich­er! Da sind… Also, ich will mal so sagen… Ah, jet­zt fällt mir was ein! Die über­be­trieblichen Dien­ste sind, wie von der dama­li­gen Regierung erhofft, wie Pilze aus dem Boden geschossen und die Anzahl der Betrieb­särzte und Fachkräfte für Arbeitssicher­heit hat sich, dank Wer­bung und klar geregel­ten Aus­bil­dungs­maß­nah­men, vervielfacht. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wenn sich die Sicher­heit­stech­nik im gle­ichen Zeitraum nicht der­maßen ras­ant weit­er­en­twick­elt, ja nahezu verselb­ständigt hätte, wo stün­den wir und die Unfal­lzahlen dann im Jahr 2014 wirklich?

Stabsstelle?

 Oder andere Beispiele: Seit Jahren stre­it­en sich die Fachkräfte für Arbeitssicher­heit immer wieder vor bun­des­deutschen Gericht­en, um eine juris­tisch ein­wand­freie Anbindung an den „Leit­er des Betriebes“ zu erreichen.
  • Wie ver­hält es sich bei Ihnen mit der Mitwirkung bei der Planung?
  • Wenn Sie einge­bun­den sind, sieht man Sie bei diesen Pla­nungs­ber­atun­gen eher in der Rolle des Auf­passers oder dür­fen Sie sog­ar Vorschläge machen?
  • Führen Sie noch immer sämtliche Unter­weisun­gen im Unternehmen durch, während die ver­ant­wortlichen Führungskräfte im Büro sitzen?
  • Betra­chtet man Sie in allen Fra­gen des Arbeitss­chutzes als eier­legende Wollmilchsau?
  • Erwartet man von Ihnen let­zten Endes die eigen­ver­ant­wortliche Überwachung der Arbeit­sor­gan­i­sa­tion, des sicheren Ver­hal­tens der Beschäftigten und der im Unternehmen instal­lierten Sicherheitstechnik?
  • Haben Sie eigentlich schon mal ein Schrift­stück erhal­ten, auf dem Ihnen der Arbeit­ge­ber erk­lärt, warum er Ihren Maß­nah­men­vorschlag ablehnt?
Ich meine ja nur…
Trifft das alles, mal mehr und mal weniger natür­lich, auf Sie und Ihre Arbeit als Fachkraft für Arbeitssicher­heit zu? Das war so im Jahr 1974 mit Inkraft­treten des ASiG nicht vorge­se­hen, und ist es – auch wenn sich die Vorschriften­lage in der EU und in der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land sei­ther „ein wenig“ gewan­delt hat – bis heute nicht. Das Arbeitssicher­heits­ge­setz ist also beileibe kein alt­modis­ch­er Krams, der abgeschafft gehört, son­dern aktueller denn je. Im Grunde gehört es ordentlich auf­poliert – wie ein 40 Jahre alter Jaguar E‑Type…
Daher, liebes Arbeitssicher­heits­ge­setz: Weit­er so und alles Gute zum 40. Geburtstag!
Dein
Heiko Mit­tel­staedt
P.S.: Liebe Kather­ine „Kate“ Ann Moss (geb. am 16. Jan­u­ar 1974), auch Dir wün­sche ich natür­lich alles Gute. Soviel Zeit muss sein.
* Lei­der war es der Redak­tion nicht möglich, ein bezahlbares Bild von Kate Moss zu find­en; deswe­gen hier nur ein unbekan­ntes Model.
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