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Heute: Psychi­schen Belas­tun­gen am Arbeits­platz durch einen Tag im Kanz­ler­amt begeg­nen

Achtung, jetzt wird’s einfach!
Heute: Psychi­schen Belas­tun­gen am Arbeits­platz durch einen Tag im Kanz­ler­amt begeg­nen

Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com
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Nach­dem die Bundes­kanz­le­rin in einer Video­bot­schaft am 21. Septem­ber 2014 einer „Anti-Stress-Verordnung“ eine klare Absage erteilte (und dafür Schelte aus den eige­nen Regie­rungs­rei­hen erhielt), rudert Angela Merkel nun ein Stück weit zurück. Ihr praxis­na­her Vorschlag, psychisch belas­te­ten Beschäf­tig­ten durch gezielte Schu­lun­gen einen Weg aus der Misere zu weisen, stößt bei Betrof­fe­nen und Exper­ten glei­cher­ma­ßen auf reges Inter­esse.

Die Lösung?!

Die Kanz­le­rin schlägt vor, ab März 2015 aus dem (noch) unfer­ti­gen Berli­ner Haupt­stadt­flug­ha­fen eine regie­rungs­ei­gene Schu­lungs­stätte zu machen. In den leeren Termi­nals soll dann die Nach­bil­dung eines gigan­ti­schen Kanz­ler­am­tes mit ange­schlos­se­nem Hotel­be­trieb entste­hen, in dem in Zukunft psychisch zu stark belas­te­ten Beschäf­tig­ten die Möglich­keit gebo­ten wird, eine Arbeits­wo­che im Leben einer Bundes­kanz­le­rin oder eines Bundes­kanz­lers (je nach­dem, wer nach Errich­tung der Schu­lungs­stätte etwa im Jahr 2085 – man hält sich bei der Planung der Schu­lungs­stätte eng an die vorlie­gen­den Zeit­pläne der derzei­ti­gen Flug­ha­fen­pla­ner – das Land regie­ren wird). „Alltag und Ausnah­me­zu­stand, das sei manch­mal iden­tisch.“, so Angela Merkel*).
Die Kanz­le­rin sieht im Hinblick auf die Begeg­nung mit psychi­schen Belas­tun­gen jedoch nach wie vor keinen Bedarf an weite­ren Regu­lie­run­gen. Viel­mehr sollen die Beschäf­tig­ten frohen Mutes in die Zukunft blicken und den vernünf­ti­gen Umgang mit diesen Belas­tun­gen trai­nie­ren.
Zu diesem Zweck wurde bereits eine Arbeits­gruppe gebil­det, deren Aufgabe es ab Januar 2015 sein wird, ein Wochense­mi­nar mit dem Titel „Ihr Job ist stres­sig, aber alter­na­tiv­los“ oder „Stress? Pfff…“ auszu­ar­bei­ten, das später in der neuen Schu­lungs­stätte der Bundes­re­gie­rung ange­bo­ten wird. Den Teil­neh­mern dieser Gruppe liegt ein durch­schnitt­li­cher Arbeits­tag der Kanz­le­rin zugrunde, an dem sich auch der Tages­ab­lauf des zukünf­ti­gen Semi­nars orien­tiert:
06:00 h Wecken; 06:30 h Die Teil­neh­mer finden sich im Hotel­re­stau­rant ein. Jeder berei­tet dort einem – am ersten Tag zuge­wie­se­nen – ande­ren Teil­neh­mer inner­halb von fünf Minu­ten ein rusti­ka­les Früh­stück zu; 07:00 – 07:30 h Durch­sicht der Morgen­zei­tun­gen; 07:30 – 08:30 h Bespre­chung der Morgen­lage mit den Dozen­ten; 08:30 – 12:00 h Durch­füh­rung von verschie­de­nen Meetings (Grup­pen­ar­beit); 12:00 – 12:30 h Mittags­pause; 12:30 – 13:00 h Bespre­chung der Nach­mit­tags­lage mit den Dozen­ten; 13:00 – 18:00 h Empfang von „Staats­gäs­ten“ o.ä. (Die Tref­fen finden unter Teil­nahme von in Ungnade gefal­le­nen Minis­tern statt); 18:00 – 18:30 h Abend­essen; 18:30 – 19:00 h Bespre­chung der Abend­lage mit den Dozen­ten; 19:30 – 22:00 h Empfang von „Staats­gäs­ten“ o.ä.; 22:00 – 22:30 h Durch­sicht der Abend­zei­tun­gen; 22:30 – 00:00 h Empfang von „Staats­gäs­ten“ o.ä.; 00:00 h Feier­abend; 00:15 h Licht aus!
„Zuge­ge­be­ner­ma­ßen wird das von uns geplante Semi­nar, wie der Tages­ab­lauf der Kanz­le­rin, brutal straff – und zwar straff mit drei ‚f’ – orga­ni­siert sein“, so der Spre­cher der Arbeits­gruppe, der nicht erkannt werden möchte. „Doch wer nach dieser Schu­lung Frei­tag­nacht das Zerti­fi­kat der Bundes­re­gie­rung in den Händen hält, wird danach nicht nur im Berufs­le­ben nie wieder von psychi­schen Belas­tun­gen reden, sondern sich auch nie wieder über den Stress bei der Verein­ba­rung von Beruf und Fami­lie beschwe­ren.“
Angst, dass der Schuss nach hinten los geht und nach der erfolg­rei­chen Teil­nahme am Regie­rungs­se­mi­nar niemand mehr Bundes­kanz­le­rin oder Bundes­kanz­ler werden will, hat die Kanz­le­rin indes nicht. „Wissen Sie, wir haben da so viele Poli­ti­ker in Parteien rumhän­gen, die rund um die 5%-Hürde rumdüm­peln. Da findet sich mit Sicher­heit irgend­je­mand, der nach etwas mehr Pepp in seinem Job sucht… oder mich in 10 – 20 Jahren einfach nur ablö­sen will.“
Ihr
Heiko Mittel­sta­edt
*) http://web.de/magazine/politik/angela-merkel-tag-leben-kanzlerin-19133490
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