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ILO Konfe­renz: Zahlen und Praxis

Weltwirtschaftskrise schwächt den Arbeitsschutz
ILO Konfe­renz: Zahlen und Praxis

ILO-Exekutivdirektor für Sozialschutz Assane Diop und Susanne Hoffman (BMAS) auf der ILO-Konferenz während der A+A in Düsseldorf.
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Nach Schät­zun­gen der Inter­na­tio­na­len Arbeits­or­ga­ni­sa­tion (ILO) stirbt alle 15 Sekun­den welt­weit ein Mensch durch einen Arbeits­un­fall oder eine Berufs­krank­heit. Das sind jähr­lich etwa 2,3 Millio­nen Tote. Diese Schät­zun­gen erfolg­ten vor der Welt­wirt­schafts­krise. Es kann vermu­tet werden, dass die Zahl zunimmt, da in der Welt­wirt­schafts­krise in vielen, vor allem ärme­ren Ländern noch weni­ger Rück­sicht auf Unfall- und Gesund­heits­schutz am Arbeits­platz genom­men werden könnte.

s.o.

Um das zu unter­su­chen , hat die ILO im Rahmen der A+A 2009 in Düssel­dorf eine inter­na­tio­nale Konfe­renz mit Teil­neh­mern aus 65 Ländern durch­ge­führt bei der auch das Thema „ Selbst­mord am Arbeits­platz“ zur Spra­che kam.
Hierzu refe­rierte die Arbeits­schutz­di­rek­to­rin des Depar­te­ments LÍndre-et-Loire in Frank­reich, Sylvie Siffer­mann, die erschre­ckende Zahl von 25 Selbst­mor­den in den vergan­ge­nen 18 Mona­ten alleine bei der fran­zö­si­chen Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­firma France Télé­com. Der fran­zö­si­sche Arbeits­mi­nis­ter hat deshalb ange­ord­net, dass alle fran­zö­si­schen Firmen ab 1000 Beschäf­tigte bis Februar 2010 präven­tiv Anti-Stress-Programme durch­füh­ren müssen.
In der Diskus­sion bestä­tig­ten Teil­neh­mer, dass auch in ihren Ländern Selbst­tö­tun­gen am Arbeits­platz vorkom­men.
In Deutsch­land wird, jeden­falls von der Arbeits­schutz­ver­wal­tung, darüber keine Statis­tik geführt.
So gibt es hier­zu­lande offi­zi­ell nur Vermu­tun­gen. Viele kennen Fälle. Es wäre an der Zeit, darüber offen zu spre­chen und wirk­same Gegen­maß­nah­men zu ergrei­fen.
Inter­na­tio­nale Beispiele
Das Konfe­renz­pro­gramm deckte insge­samt eine breite Themen­pa­lette ab, darun­ter gute Beispiele aus der Praxis für Präven­tion und Arbeits­schutz­ver­wal­tung, Arbeits­schutz, nach­hal­ti­ges Handeln von Unter­neh­men, Umset­zung von Normen, die Rolle der Sozi­al­part­ner und die soziale Sicher­heit.
Die meis­ten Refe­ren­tin­nen und Refe­ren­ten beklag­ten Beein­träch­ti­gun­gen oder weni­ger Fort­schritt beim Arbeits­schutz auf Grund der Wirt­schafts­krise.
Argu­men­ta­ti­ons­li­nie der meis­ten war, dass alle Firmen es als Stand­ort­vor­teil anse­hen soll­ten, wenn die Quali­tät der Arbeits­um­fel­der mit der Quali­tät ihrer Produkte und Dienst­leis­tun­gen gleich­ge­setzt wird. Das heißt, dass der Kunde keine Produkte abnimmt, die unter menschen­un­wür­di­gen Umstän­den herge­stellt wurden.
Höchs­ter Vertre­ter der ILO war deren Exeku­tiv­di­rek­tor für Sozi­al­schutz Assane Diop. Co-Organisatoren und Haupt­part­ner waren das Bundes­ar­beits­mi­nis­te­rium, die Inter­na­tio­nale Verei­ni­gung der Arbeits­in­spek­to­ren (IALI), die TÜV-Süd AG, die Deut­sche Gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) und die FRAPORT AG.
Der Konfe­renz­ko­or­di­na­tor, Gerd Albracht, sprach zum Abschluss die Zuver­sicht aus, dass die Wirt­schafts­krise bald über­wun­den sein werde und alle Akteure beim Schutz der Rechte der Menschen an ihren Arbeits­plät­zen welt­weit nicht nach­las­sen dürf­ten.
Autor:
Peter H. Nieder­elz, Minis­te­ri­al­rat
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